"In Afrika aber auch in Asien tobt ein Krieg, in dem kriminelle Banden sehr professionell mit Hubschraubern, mechanischen Waffen, Kettensägen eine Jagd auf die Nashörner machen, um ihr kostbares Horn auf dem Schwarzmarkt im asiatischen Raum zu verkaufen. Dem gegenüber stehen paramilitärische, fast militärische Schutzgruppen, die durch die Nationalparks und privaten Gehege organisiert werden, um die Nashörner vor solchen Übergriffen zu schützen", sagt Prof. Thomas Hildebrandt. Er ist Leiter der Abteilung Reproduktionsmanagement am Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung und Professor für Wildlife Reproduction Medicine an der Freien Universität Berlin. Die Jagd nach dem Horn hat dazu geführt, dass die Zahl der Nashörner über Jahre rückläufig war. Jetzt berichtet die Weltnaturschutzunion (IUCN) von Schätzungen, dass die Zahl der Nashörner in Afrika im letzten Jahr um 5 Prozent gestiegen ist. Für Hildebrandt ist das allerdings kein Grund für besonders viel Optimismus, denn in einigen Regionen habe die Wilderei "ganze Populationen ausgelöscht" habe. Dabei seien auch genetische Varianten verloren gegangen. Das könne nicht durch Züchtung kompensiert werden und führe dazu, dass die Tiere an sich empfindlicher werden.
Was wirklich passieren müsste, um Nashörner effektiv zu schützen, erklärt Prof. Thomas Hildebrandt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Moritz Braun.