"Taurus Marschflugkörper für die ukrainische Armee - da müssen wir erst alle Details klären." Das hat Außenministerin Baerbock gestern bei ihrem Besuch in Kiew gesagt - und die Ukraine um Geduld gebeten. Ist Deutschland zu zögerlich? Joachim Krause vom Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel hält diesen Vorwurf für berechtigt, wie er in SWR Aktuell erklärte: "Die Zögerlichkeit ist ganz besonders auf Seiten des Bundeskanzlers ausgeprägt." Das habe sich vergangenes Jahr gezeigt, als es um Panzerlieferungen ging. "Da hätte der Kanzler eigentlich schon im Sommer eine Initiative starten müssen, damit europäische Staaten ein Konsortium bilden, um die Panzer an die Ukraine zu liefern. Das kam alles nicht und hat dazu geführt, dass die Ukraine jetzt große Probleme hat." Im Falle der Taurus-Marschflugkörper sei die Sachlage allerdings anders. "Das ist ein Marschflugkörper, der sich von denjenigen unterscheidet, die Franzosen und Briten bisher geliefert haben, weil seine Reichweite größer ist." Denn die beträgt bis zu 500 Kilometer – das ist lang genug, um über die Krim-Brücke von Kertsch hinaus russisches Territorium zu treffen. "Und ich glaube, das ist der Grund, warum der Kanzler so zögerlich ist", sagte der Sicherheitsexperte Joachim Krause im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Christian Rönspies.