Die Influencer im medizinischen Bereich, die Medfluencer, würden sich oft professionell präsentieren. Ihr Auftritt in Arztkleidung und mit Stethoskop solle Fachwissen vorspiegeln. "Dadurch entstehen Glaubwürdigkeit und eine persönliche Ebene, was viele Leute anspricht."
Medfluencer suggerieren, dass sie Bescheid wissen und die Lösung für gesundheitliche Probleme haben. Aber das ist leider nicht immer so.
Quelle: Gesa Schölgens, Verbraucherzentrale NRW
Hinzu komme, dass viele Menschen auf Social Media nach Informationen aus dem Gesundheitsbereich suchen würden. "Wir haben einen riesigen Markt im Internet, wo die Leute nicht wissen, wem sie noch vertrauen können", erläutert die Verbraucherschützerin.
Schönheitsärzte Rick und Nick im Visier der Justiz
Ein großer Markt auf Social Media sind Angebote im Bereich der Schönheitsbehandlungen, die die Verbraucherzentrale NRW genau beobachtet. Schon zweimal sei man erfolgreich gegen die Schönheitsärzte Rick und Nick vorgegangen, sagt Gesa Schölgens. Die beiden seien auf Social Media sehr populär.
Wer Aufklärung in dem Bereich will, sollte mit seinem Arzt sprechen, aber nicht Social Media-Werbung glauben.
Quelle: Gesa Schölgens, Verbraucherzentrale NRW
Das Oberlandesgericht Hamm hat vor kurzem geurteilt, dass der KI-Chatbot der beiden nicht schreiben darf, dass sie Fachärzte seien. 2025 habe man vor dem Bundesgerichtshof erreicht, dass für Schönheitseingriffe wie Hyaluron-Spritzen nicht mit Vorher-Nachher-Bildern geworben werden darf.
Verbraucherzentrale fordert bessere Kontrolle
Viel Arbeit hätten die Verbraucherschützer auch im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel. Zwar sei in der Health-Claims-Verordnung (HCVO) geregelt, welche gesundheitsbezogenen Werbeaussagen zulässig sind. Doch viele "schwarze Schafe" unter den Influencern würden die Vorgaben ignorieren. Die Kontrolle durch die zuständigen Lebensmittelüberwachungsstellen bleibe lückenhaft, weil die Behörden zum einen überlastet seien und zum anderen oft keinen Zugriff auf Social Media hätten.
Gesa Schölgens von der Verbraucherzentrale NRW fordert deshalb die Einrichtung einer "gemeinsamen Stelle", an die auffällige Werbung im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel gemeldet werden kann. Es bestehe Handlungsbedarf, weil die Gesundheit der Konsumenten auf dem Spiel stehe. Denn viele Versprechen seien gefährlich. "Das ist das Geschäft mit dem Gesundheitsversprechen." Die staatliche Kontrolle hält die Verbraucherschützerin für unzureichend. "Das liegt in der Hand des Herstellers."