Es könne durchaus eine gute Idee sein, dass Eltern sich in den Ferien aufteilen, sagt die Expertin: Die Mutter verreise mit dem einen Kind - der Vater mit dem anderen. Gerade Geschwisterkinder hätten dann im Urlaub Mutter und Vater mal für sich allein. Sie würden davon profitieren, wenn die Familie nicht immer alles zusammen macht.
Es sollte keine Strafe für das Kind sein, dass nicht mitfährt.
Quelle: Diplompsychologin Julia Scharnhorst
Für die Diplompsychologin ist es eine weitere Möglichkeit, dass Kinder die Ferien mit guten Freunden oder bei den Großeltern verbringen. Bei "Oma und Opa" zu sein, könne interessant sein, "weil die vielleicht ein bisschen mehr verwöhnen, als das die Eltern tun". Wichtig sei es, über die Urlaubspläne mit den Kindern zu sprechen. "Man muss ihnen sehr deutlich machen, wo die positiven Seiten sind und das auch so verkaufen und nicht als Notlösung - also nicht: Ihr müsst jetzt dorthin."
Im Familienurlaub nicht alles zusammen machen
Konflikte entstehen im Familienurlaub oft, wenn Tochter oder Sohn schon älter sind. Als Jugendliche haben sie vielleicht keine Lust auf eine Wanderung, sondern würden lieber den Tag am Hotelpool verbringen.
Dass man gemeinsam frühstückt und zu Abend isst, sollte im Urlaub auf jeden Fall passieren.
Quelle: Diplompsychologin Julia Scharnhorst
Eltern sollten dann besser nachgeben, denn das "Man-muss-alles-zusammen-machen und dann ist einer genervt und latscht nur mühsam mit", könne mit Jugendlichen in der Pubertät anstrengend werden. "Dann ist es für alle Beteiligten deutlich netter, wenn man sich aufteilt und jeder seinen Interessen nachgehen kann."
Handys im Urlaub: Eltern sollten tolerant sein
Ein Streitpunkt im Familienurlaub kann die Nutzung des Handys sein. Jugendliche würde auch in den Ferien ungern auf Social Media verzichten. Die Diplompsychologin empfiehlt Geduld und Großzügigkeit. Eltern müssten es respektieren, "dass Jugendliche in dem Alter das Handy am tollsten finden. Immer dagegen anzukämpfen, ist für alle Beteiligten wahnsinnig anstrengend." Als Kompromiss schlägt sie Absprachen vor, damit Tochter oder Sohn nicht den ganzen Tag am Handy verbringen. Denn alle möchten doch im gemeinsamen Urlaub eine schöne Zeit verbringen - jeder auf seine "Art und Weise".