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Prof. Angelika Neuwirth (Freie Universität Berlin) spricht über die frühislamischen Deutungen der muslimischen Heiligtümer auf dem Tempelberg in Jerusalem.
ITS Frankfurt: Sīra und die Frühgeschichte des Islams – Ayşe Başol bei theofunk
Die Rekonstruktion der Prophetenbiographie (Sīra) anhand verfügbarer textueller Quellen aus der Frühzeit des Islams ist immer noch eine große Herausforderung für die historische Forschung. Denn nicht nur die klassischen, als Sīra deklarierten erzählerischen Werke, spielen hier eine Rolle. Auch andere textuelle Gattungen der islamischen Frühzeit enthalten verstreute Berichte, die es zu finden, überprüfen, untersuchen und einzuordnen gilt. Ayşe Başol, Dozentin für Sīra und für die Frühgeschichte des Islams am Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam an der Goethe-Universität Frankfurt, nimmt sich dieser Herausforderung in ihrer Forschung und in der Lehre an. In der aktuellen Folge von theofunk spricht sie über die allgemeine Rolle von Sīra in der Islamischen Theologie und über die Art und Weise, wie dieses Fach in Frankfurt unterrichtet wird.
Medizinethik in islamischen Kontexten – theofunk im Gespräch mit Thomas Eich
Die technologischen Entwicklungen im medizinischen Bereich sowie eine Reihe von praktischen und strukturellen Bedarfen haben seit einigen Jahrzehnten auch in mehrheitlich muslimischen Ländern zu intensiven Diskussionen über medizinethische Fragen geführt. Debatten etwa zur künstlichen Befruchtung, zum Klonen oder zur Organtransplantation werden bis jetzt hauptsächlich innerhalb von islamrechtlichen Diskursen geführt, u.a. im Rahmen von hierzu eigens ins Leben gerufenen transnationalen Gremien. Die Ergebnisse fallen allerdings unterschiedlich aus, ebenso wie die entsprechenden Gesetzgebungen in muslimischen Ländern neben islamrechtlichen Begründungen auch auf andere Legitimationsgrundlagen bauen. Über die Entwicklung der medizinethischen Diskussionen in mehrheitlich muslimischen Ländern und über die verschiedenen Ansätze in diesen Debatten sprach theofunk mit Thomas Eich, dem führenden Forscher zu dieser Thematik im deutschsprachigen Raum. Thomas Eich ist Professor für Geschichte und Kultur des Vorderen Orients am Afrika-Asien-Institut der Universität Hamburg.
Empfohlene Literatur
Eich, Thomas. Islam und Bioethik. Eine kritische Analyse der modernen Diskussion im islamischen Recht. Heidelberg: Reichert Verlag, 2005.
Eich, Thomas. Moderne Medizin und Islamische Ethik. Biowissenschaften in der muslimischen Rechtstradition. Ausgewählt, übersetzt und kommentiert von Thomas Eich. Freiburg i.Br.: Herder Verlag, 2008.
Ghaly, Mohammed (ed.). Islamic Ethics and the Genome Question. Leiden: Brill, 2018.
ITS Frankfurt: Normenlehre des Islams – Rana Alsoufi bei theofunk
Freundliche Atmosphäre, Herausforderung und Chancen – mit diesen drei Worten beschreibt Prof. Dr. Rana Alsoufi den Frankfurter Standort der Islamisch-Theologischen Studien, an dem sie seit einem Jahr als Juniorprofessorin den Bereich „Normenlehre des Islams“ vertritt. Die studierte Juristin und Religionswissenschaftlerin spricht mit theofunk über ihren akademischen Werdegang in Jordanien, Schottland und Deutschland und über ihre Forschung und Lehre in den Bereichen Islamisches Recht und Rechtstheorie sowie Ethik in islamischen Traditionen.
Crossdressing im abbasidischen Bagdad – Moritz im Gespräch mit Johannes Thomann
Im Zentrum dieser Folge stehen die ġulāmiyāt, junge Frauen am abbasidischen Herrschaftshof, die sich, um attraktiver zu wirken, als Knaben verkleideten. Der Züricher Islamwissenschaftler Johannes Thomann hat sich mit diesem Thema beschäftigt und gibt uns Aufschluss über diese Formen des Crossdressing und der Imitation des anderen Geschlechts im Herzen der damaligen muslimischen Zivilisation.
Geschichte des Islams: Theofunk im Gespräch mit Bekim Agai
Er hat den Frankfurter Standort der Islamisch-Theologischen Studien in den letzten Jahren maßgeblich geprägt: Bekim Agai, Direktor der Akademie für Islam in Wissenschaft (AIWG) und zugleich Professor für Kultur und Gesellschaft des Islam in Geschichte und Gegenwart an der Goethe-Universität Frankfurt erklärt für theofunk, warum Geschichtsforschung und allgemein analytische Zugänge zur Geschichte zentrale Bestandteile Islamischer Theologie sind.
Koran & Körper – Theofunk im Gespräch mit Ömer Özsoy
Der menschliche Körper kommt im Koran nicht als ein gesondertes Konzept vor, so der Theologe Ömer Özsoy. Vielmehr taucht er in Redewendungen oder in metaphorischen Bedeutungen auf, die als Teil der sprachlichen Welt der Araber von der koranischen Offenbarung aufgegriffen werden. Mit Theofunk spricht der Frankfurter Theologe über den Verlust der Unmittelbarkeit der koranischen Ansprache, das heutige mangelnde Bewusstsein über die kulturelle und historische Distanz zur Lebenswelt, in die hinein der Koran offenbart wurde, samt ihrer Sprache und Verstehensbedingungen, aber auch über die Möglichkeiten der Überwindung dieser Distanz.
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