Tiefgründig: Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau

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Tiefgründig: Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau episodes

  • 059 Rohstoffströme über Gewerke hinweg neu denken: regional, vernetzt, zirkulär

    Die Bauindustrie verursacht über die Hälfte des deutschen Abfallaufkommens und verbraucht mehr als 60 Prozent unserer natürlichen Rohstoffe. Klingt dramatisch? Das ist es auch. Gleichzeitig schlummert hier ein enormes Potenzial.


    Genau darüber spreche ich in der aktuellen Podcastfolge mit Ole Weber, der an am IWARU - FH Münster zu diesem Thema forscht.

    🫣 Die unbequeme Wahrheit:
    Eine 90-Prozent-Verwertungsquote klingt beeindruckend, ist aber Augenwischerei. Große Mengen landen in Verfüllungen, was kaum besser ist als Deponierung. Die echte Substitutionsquote durch Recyclingmaterialien beträgt nur etwas mehr als 10 Prozent.

    Das Kernproblem ist nicht die Technik, sondern die Kommunikation. Baustoffhersteller, Bauunternehmen, Planer und Recyclinganlagen verfügen oft nicht über die relevanten Informationen zur richtigen Zeit.

    Was sich ändern muss:

    ♻️ Selektiver Rückbau statt Massenabbruch
    Die Qualität von Recyclingmaterialien steigt drastisch, wenn sie beim Rückbau sorgfältig getrennt werden.

    ♻️ Regionale Denke statt globale Logistik
    Bei Transportradien über 40 Kilometern übersteigen die CO₂-Emissionen häufig bereits den Materialwert. Dezentrale Recyclinganlagen sind nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll.

    ♻️ Anreizmechanismen statt starre Quoten
    Öffentliche Ausschreibungen sollten Recyclingmaterialien bevorzugen. Praxisorientierte Regelwerke, die einfach umsetzbar und flexibel steuerbar sind, ändern mehr als starre Vorgaben.

    ♻️ Sekundärmaterialien als Rohstoffe denken, nicht als Abfall
    Sprache schafft Realität. Wer von „Demontage, Rückbau und Sekundärrohstoffen" spricht, verändert die Wahrnehmung.

    Die Chancen sind wirtschaftlich:
    Selektiver Rückbau sichert Wertströme und senkt Entsorgungskosten. Jede Region braucht ein strategisches Stoffstrommanagement, das ähnlich wie die kommunale Wärmeplanung funktioniert. Mit den richtigen Netzwerken zwischen Herstellern und Recyclingunternehmen können kreislaufwirtschaftliche Marktmechanismen in Gang gesetzt werden.

    Die Grundlagen existieren bereits. Wir müssen nur ins Handeln kommen.

    Wie nehmt ihr das Thema Kreislaufwirtschaft in euren Projekten an?

    🎧 Hört jetzt rein und erfahrt mehr über den aktuellen Stand der Forschung!

    • 00:00:07 - Bauabfälle als Rohstoffquelle nutzen

  • 00:02:25 - Bauschutt als größter Abfallstrom Deutschlands

  • 00:04:55 - Verwertungsquoten im Baubereich kritisch hinterfragen

  • 00:09:58 - Mineralische Stoffströme im Bauwesen

  • 00:13:12 - Transportentfernung und CO2-Emissionen bei Rohstoffen

  • 00:15:49 - Ineffizienzen in Baustoffverwertung und Recycling

  • 00:18:30 - Regionale Bewirtschaftung und Hoch- und Tiefbau

  • 00:22:15 - Zirkuläre Bauwirtschaft und Akteure der Wertschöpfung

  • 00:25:27 - Sprache schafft Realität: Ressourcen statt Abfall

  • 00:29:32 - Materialkataster und Stoffstromprognosen

  • 00:39:16 - Hotspots für Sekundärrohstoffe in Ballungsräumen

  • 00:42:30 - Transportdistanzen und Sekundärrohstoffe

  • 00:44:59 - Regionales Stoffstrommanagement und Sekundärrohstoffe

  • 00:48:45 - Stakeholder-Rollen im Kreislaufbau-Ökosystem

  • 00:51:25 - Netzwerke als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft


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    0 min
  • 058 Grau, blau, grün: Wie wir Wasser in Städten neu denken müssen

    Die unsichtbare Infrastruktur unserer Städte ist ihr größtes Vermögen und ihre größte Herausforderung.


    Das erklärt Stephan Ellerhorst von Sweco.

    Während wir insbesondere über sichtbare Stadtentwicklung, also nachhaltige Gebäude, Nahverkehrsanbindungen oder Beschattung sprechen, funktionieren die Kanalsysteme unter der Erde rund um die Uhr.

    Sie werden für etwa hundert Jahre geplant und sind oft das größte kommunale Vermögen. Gleichzeitig sind sie vielerorts in kritischem Zustand.

    🤔 Das Kernproblem?
    Ein Paradigmenwechsel, den viele Kommunen noch nicht vollzogen haben.

    Jahrzehntelang lautete die Strategie, das Regenwasser schnell aus der Stadt abzuleiten. Heute wissen wir es besser. Der moderne Ansatz heißt dezentrales Wassermanagement. Das bedeutet Regenwasser dort versickern zu lassen, wo es anfällt, Stadtbäume mit Wasser zu versorgen und gleichzeitig Hitze zu reduzieren.

    Das klingt logisch, doch die Umsetzung scheitert oft an fehlender interdisziplinärer Zusammenarbeit. Wasserwirtschaftler, Grünplaner und Verkehrsexperten planen noch zu häufig isoliert voneinander.

    Kopenhagens Cloudburst-Plan zeigt, was möglich ist:
    Nach einem verheerenden Hochwasser 2011 investierte die Stadt 1,5 Milliarden Euro über 20 Jahre in 300 Projekte. Nicht zur Schadensbekämpfung allein, sondern zur Schaffung multifunktionaler Flächen. Das Ergebnis? Weniger Überflutungsrisiko UND mehr Lebensqualität.

    Die zentrale Erkenntnis daraus lautet, dass Infrastrukturinvestitionen zur Klimaanpassung keine Lasten, sondern Chancen für lebenswertere Städte sind.

    Drei konkrete Erkenntnisse aus diesem Austausch:

    🏡 Grüne und blaue Infrastruktur nicht als separate Projekte, sondern als integriertes System zusammen denken
    🖥️ Der Großteil der Nachhaltigkeitsmöglichkeiten liegt in der Planungsphase, nicht in der Umsetzung
    🛣️ Mut und Experimente sind notwendig, z.B. Pop-up-Radwege, die zeigen, dass verschiedene Nutzungen koexistieren können

    Die größte Herausforderung liegt nicht im fehlenden Willen, sondern in der Finanzierungslücke zwischen kommunalen Budgets und notwendigen Investitionen.

    🎧 Neugierig, wie wir Wasser in unseren Städten neu denken können? Dann hör rein!

    • 00:00:07 - Regenwasser- und Abwassermanagement in der Infrastruktur

  • 00:03:43 - Unterirdische Infrastruktur und Nachhaltigkeit

  • 00:06:14 - Nachhaltige Infrastruktur und Umweltschutz in Städten

  • 00:10:11 - Naturnaher Wasserhaushalt statt Ableitung

  • 00:12:14 - Wasser und Lebensqualität in Städten

  • 00:16:12 - Kommunale Infrastruktur und Gewässerschutz

  • 00:21:07 - Oberflächenmodelle und Starkregen-Gefahrenkarten

  • 00:40:22 - Nachhaltige Stadtplanung mit Grün und Wasser

  • 00:42:56 - Mobilitätskonzepte und interdisziplinäre Stadtplanung

  • 00:46:37 - Infrastruktur-Sanierungsstau und Finanzierungsfragen

  • 00:49:24 - BIM im Tiefbau und Nachhaltigkeit

  • 00:53:12 - Nachhaltigkeit im Tiefbau: Mut statt Ladenhüter

  • 00:56:27 - Mut zur Veränderung in Kommunen


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    1 hr
  • 057 Das „Wo“ entscheidet: Warum Infrastruktur GIS braucht

    [Werbung] 80% aller Informationen haben einen geografischen Bezug, aber wie viele Infrastrukturprojekte nutzen dieses Potenzial wirklich?


    Im Gespräch mit Nora Vögele von ESRI wird klar, dass die Integration von BIM und GIS nicht nur technisch möglich, sondern auch essentiell für bessere Entscheidungen ist.

    BIM schafft kooperative Arbeitsräume für alle Stakeholder anhand von Bauwerksmodellen. GIS bildet das räumliche "Wo" und die Wechselwirkungen ab. Zusammen ermöglichen sie Transparenz über komplexe Beziehungen zwischen Infrastruktur, Umwelt und Menschen.

    Ein schwedisches Energietrassenprojekt zeigt die Praxis: Über 200 geografische und Umweltfaktoren wurden von Anfang an digitalisiert und allen Projektbeteiligten verfügbar gemacht. Das Ergebnis? Schnellere Planung, weniger Fehler, bessere Entscheidungsgrundlagen.

    Die größte Hürde ist nicht technisch, sondern organisatorisch und kulturell. Bauingenieur:innen arbeiten heute oft isoliert von Geodaten. Leitungskataster, Umweltdaten und Klimarisiken bleiben separate Informationsinseln statt integrierter Grundlagen.

    Was sich ändern muss:

    • Geodaten als Standard in Ausbildungslehrplänen verankern
    • Daten nicht sammeln, sondern zweckgerichtet nutzen
    • Mit konkreten Pain-Points starten, nicht mit einer Datenflut
    • Auswirkungen auf Klimaresilienz, Mobilität und Stadtentwicklung ganzheitlich denken

    Die Digitalisierung im Bauwesen fokussierte sich bisher stark auf einzelne Bauwerke. Die wahre Transformation liegt jedoch in der vernetzten Sicht auf die Infrastrukturnetze für Wasser, Strom, Verkehr und Daten.

    Wie siehst du die Rolle von Geodaten in deinen Projekten? Nutz du GIS bereits systematisch in der Planungsphase?

    🎧 Hör rein und erfahre mehr über den Wert von GIS für Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau!

    • 00:00:05 - GIS, BIM und digitale Zwillinge erklärt

  • 00:02:37 - BIM und GIS: Methoden der Digitalisierung

  • 00:06:27 - GIS und BIM für Infrastrukturplanung verbinden

  • 00:10:57 - GIS über den gesamten Infrastruktur-Lebenszyklus

  • 00:14:43 - BIM und GIS Integration für Nachhaltigkeit

  • 00:18:54 - Starkregen und Klimaanpassung in Städten

  • 00:22:24 - Digitalisierung als Grundlage für Großprojekte

  • 00:26:32 - GIS-BIM Integration und offene Standards

  • 00:30:08 - Geodaten-Standards und organisatorische Herausforderungen

  • 00:33:13 - Geodaten und GIS im Bauingenieurwesen

  • 00:37:26 - Ganzheitliche Digitalisierung statt Einzellösungen

  • 00:43:09 - Daten sammeln ohne echte Erkenntnisse

  • 00:48:35 - Datenqualität und Zielstellung in Projekten

  • 00:51:33 - Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau ist Ladenhüter


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    54 min
  • 056 Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im InfZuG: Zwischen Beschleunigung und Naturschutz

    [Werbung] Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz beschleunigt Bauprojekte. Aber zu welchem Preis für unsere Natur?

    Naturschutz bei Infrastrukturprojekten ist nicht optional, sondern Gesetz. Wie funktioniert das System wirklich? Max-Kasper von Sandrart von green account erklärt das neue Infrastruktur-Zukunftsgesetz.

    Das Bundesnaturschutzgesetz gibt vor, dass jeder Eingriff in die Natur kompensiert werden muss. Die Priorität ist eindeutig: Vermeidung vor Minimierung vor Kompensation. Ausgleichsmaßnahmen müssen gleichartig vor Ort stattfinden, Ersatzmaßnahmen sind gleichwertig, wenn direkte Wiederherstellung unmöglich ist.

    Ein Einblick in die Realität:

    Ökopunkte bilanzieren Natureingriffe wie eine Währung. Verschiedene Biotoptypen haben unterschiedliche Werte. Bauherren müssen ihre Eingriffe berechnen und durch geeignete Maßnahmen ausgleichen. Klingt einfach? Die Herausforderung liegt in der Umsetzung.

    Das neue Gesetz vereinfacht dies:

    Vorhabenträger können nun Ersatzgeldzahlungen leisten statt echte Kompensationsflächen zu sichern. Schneller genehmigt, aber mit dem Risiko für Verzögerungen beim tatsächlichen Naturschutz, weil die Mittel nun über mehrere Behörden fließen.

    Die kritische Frage:

    Wie stellen wir sicher, dass diese Gelder wirklich in Naturschutzmaßnahmen fließen?

    🎧 Hör rein und mache dir ein eigenes Bild von den Veränderungen, die das InfZuG mit sich bringt!

    • 00:00:04 - Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Infrastrukturbau

  • 00:04:04 - Ausgleich, Ersatz und Ökopunkte erklärt

  • 00:07:32 - Kompensation von Eingriffen bei Infrastrukturprojekten

  • 00:12:09 - Naturkapital: Wert der Ökosystemleistungen

  • 00:15:29 - Naturkapitalmarkt und das Infrastruktur-Zukunftsgesetz

  • 00:18:40 - Naturschutzausgleich durch Ersatzgeld und Realkompensation

  • 00:21:42 - Beschleunigung von Infrastrukturprojekten durch neues Gesetz

  • 00:25:56 - Frühe Zusammenarbeit bei Ausgleichsmaßnahmen

  • 00:29:26 - Öko-Konten: Chancen für Anbieter und Landwirte

  • 00:32:35 - Naturschutz durch konstruktive Zusammenarbeit umsetzen

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    37 min
  • 055 Wenn der Schlauch platzt: Das unterschätzte Ölproblem auf Baustellen

    [Werbung] Wir sprechen ständig über CO₂-Reduktion, aber selten über das, was direkt auf der Baustelle passiert. Zum Beispiel, wenn ein Schlauch platzt.💥


    Wusstest du, dass ein Liter Hydrauliköl bis zu einer Million Liter Grundwasser kontaminieren kann?

    Das ist kein theoretisches Zahlenspiel. Das passiert quasi täglich auf Baustellen, wenn Hydraulikschläuche an Baggern platzen.

    Nadine Lottermoser und Christoph Sauer von Oilfix haben mir in einem aufschlussreichen Gespräch gezeigt, wie groß dieses übersehene Problem wirklich ist.

    Maschinist:innen kennen das Problem gut, aber die Folgen wie Umweltschäden, Bodensanierungen (oft 20.000+ Euro), Maschinenstillstand oder Arbeitsschutzrisiken durch heiße Ölfontänen, werden häufig verharmlost. Die Einsicht folgt oft erst dann, wenn ein großer Schaden eingetreten ist.

    Christoph erkannte früh, dass die Recyclingquote von Hydrauliköl in der mobilen Hydraulik erschreckend niedrig ist. Es fließt viel mehr Öl in die Branche als zurückkommt. Die Schlussfolgerung, dass es in die Umwelt gelangt, liegt also nahe. Das Wasserhaushaltsgesetz verpflichtet zur Sanierung, aber schwache Kontrollen führen dazu, dass Verursacher oft ungestraft davonkommen, wenn sie darauf verzichten.

    Das Team von Oilfix entwickelte deshalb ein Sicherheitsventil, das die Ölzufuhr nach Schlauchdefekten sofort unterbricht. Nicht irgendwann. Sofort.

    Das System lässt sich nachrüsten und amortisiert sich meist beim ersten Schlauchplatzer. Oilfix ist also ein Nachhaltigkeitsprodukt mit klarem ROI.

    Es ist unmittelbares Risikomanagement, das die Umwelt und das Unternehmen vor Haftungs- und Kostenrisiken schützt.
    Prävention kostet, Schadensbekämpfung auch – aber Letztere ist teurer.

    🎧 Hör rein und erfahre mehr darüber, was Schlauchplatzer anrichten und wir man sie verhindern kann.

    • 00:00:05 - Hydraulikölleckagen: Ein unterschätztes Nachhaltigkeitsproblem

  • 00:02:29 - Schlauchplatzer: Mehr als nur technische Störung

  • 00:04:00 - Hydraulikschläuche: Risiken und Lösungen

  • 00:06:29 - Oilfix nachrüstbar in bestehende Maschinen

  • 00:07:46 - Hydraulische Herausforderungen bei modernen Baggern

  • 00:09:51 - Hydrauliköl-Leckagen: Ein unterschätztes Umweltproblem

  • 00:12:59 - Nachhaltigkeit im Bau über CO2 hinaus

  • 00:15:02 - Gesetze und Meldepflichten bei Leckagen

  • 00:17:06 - Prävention vs. Schadenskosten im Bauwesen

  • 00:20:23 - Kosten und Risiken von Schlauchplatzern

  • 00:22:39 - Olfix als Game Changer für Maschinenführer

  • 00:24:38 - Kommunikation mit OEMs und Stakeholdern für Hydrauliksicherheit

  • 00:26:40 - Recyclingquote von Hydrauliköl drastisch verbessern

  • Hier geht's direkt zum Short auf YouTube (sehr beeindruckend!): [LINK]

    Und hier kannst du dir die Schlauchplatzer Simulation mit und ohne Oilfix im Detail auf YouTube ansehen: [LINK]

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    33 min
  • 054 Bauwende und Stadtentwicklung: Wie Behörden zu Möglichmachern werden

    Bauwende und Stadtentwicklung: Kann die Verwaltung wirklich zum Möglichmacher werden?


    Andrea Fuchs ist davon überzeugt. Sie hat einen beeindruckenden Weg von der Architektur über die Stadtplanung bis zur Systemebene in der Verwaltung zurückgelegt. Als Amtsleiterin im Umweltschutzamt weiß sie: Echte Veränderung passiert nur durch strukturelle Reformen.

    Besonders spannend wird es hier auch beim Thema Tiefbau. Nahwärmenetze bieten eine großartige Gelegenheit, Nachhaltigkeit, Schwammstadtprinzipien und grüne öffentliche Räume ganzheitlich zu integrieren. Ein Ansatz, den sie in Tettnang bereits erfolgreich umgesetzt hat.

    Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und lösungsorientierte Ansätze gelingt aus ihrer Sicht die Transformation. Sie setzt auf drei Säulen: Werte vorleben, gezielte Weiterbildung in Biodiversität und Kreislaufwirtschaft, sowie intensive Vernetzung.

    Dabei betont sie immer wieder die zentrale Bedeutung von Bürgerbeteiligung, gerade wenn nun beschleunigte Verfahren kommen, die traditionelle Partizipationsmöglichkeiten gefährden.

    🎧 Neugierig auf ihre Vision für 2035? Dann hör rein!

    Die Folge im Überblick:

    • 00:00:07 - Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung

  • 00:03:15 - Nachhaltige Stadtentwicklung durch Tiefbau

  • 00:06:29 - Nachhaltige Stadtentwicklung durch Führung und Vernetzung

  • 00:14:32 - Nachhaltige Stadtentwicklung und Wärmenetze

  • 00:17:43 - Gestaltungsbeiräte und Baukultur in Städten

  • 00:22:38 - Umbau statt Neubau: Nachhaltiges Bauen im Bestand

  • 00:25:02 - Frühzeitige Planung für bessere Lösungen

  • 00:28:51 - Photovoltaik und Bauwende standardisieren

  • 00:31:59 - Nachhaltigkeit in Ausschreibungen und Kreislaufwirtschaft

  • 00:34:32 - Frauen in Führungspositionen und technischen Rollen

  • 00:36:56 - Frauen in männerdominierten Branchen

  • 00:41:36 - Lebenszyklusanalyse für nachhaltiges Bauen

  • 00:43:35 - Inspiration durch Bücher und mutige Vorbilder

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    48 min
  • 053 Nachhaltige Baugrundverstärkung: Polyurethan-Injektionen statt Neubau

    [Werbung] Wir unterschätzen die Rolle des Tiefbaus für Gebäude massiv. Ja, richtig gehört!


    Während nämlich alle über nachhaltiges Bauen sprechen, wird der Untergrund dabei noch immer zu oft ignoriert.

    Axel Bergforth von URETEK begutachtet jährlich 300-400 Schadensfälle, während das Unternehmen in diesem Zeitraum zwischen 500-600 Gebäude saniert. Seine zentrale Erkenntnis ist, dass viele Hausbesitzer unter Gebäudeschäden leiden, die vermeidbar wären.

    Das Problem? Mangelnde Baugrunduntersuchungen.
    Er vergleicht die Situation mit einem hochwertigen Auto auf minderwertigen Reifen. Das ist genauso riskant wie eine Immobilie auf unzureichend untersuchtem Untergrund zu gründen.

    URETEK nutzt Polyurethan-Injektionen, ein Material aus dem auch Matratzen und Schuhsohlen hergestellt werden, um Bodensetzungen auszugleichen und den Untergrund dauerhaft zu stabilisieren. Das Verfahren ist umweltfreundlich, chemisch inert und sogar in Trinkwasserschutzgebieten zugelassen.

    Der Mehrwert?
    🏡 Erhalt statt Abriss und Neubau
    🏗️ Einsetzbar im Hoch- und Tiefbau
    🌱 Deutlich weniger CO₂-Emissionen und Ressourcenverschwendung
    ⏱️ Minimale Baustellenzeiten, besonders im Infrastrukturbau
    👨‍👩‍👧‍👧 Private Haushalte mit begrenzten Mitteln behalten ihre Häuser

    Natürlich erklärt der Bauingenieur auch, wo die Methode an Grenzen stößt. Außerdem erfährst du, wie es dieses technisch hoch komplexe Thema in die Sendung mit der Maus geschafft hat.

    Die zentralen Erkenntnisse für Bauherren:

    - Investiert in seriöse Baugrundgutachten. Das ist keine Kosteneinsparung, das ist aktives Risikomanagement.

    - Nachhaltigkeit im Tiefbau ist noch Neuland und der Erhalt des Bestands ist eine enrom wirksame Strategie.

    🎧 Hört rein und erfahrt mehr darüber, was Polyurethan-Injektionen im Hoch- und Tiefbau leisten können!

    • 00:03:13 - Injektionsverfahren für Bodenstabilisierung

  • 00:06:11 - Bauen im Bestand und Baugrundverstärkung

  • 00:09:33 - Grenzen der Bauwerksanhebung und Schadensanalyse

  • 00:11:57 - Infrastrukturanwendungen und Brückenrampen

  • 00:14:57 - Unterpressen: Straßenschäden ohne große Sperrungen

  • 00:17:51 - Schnelle Aushärtung und CO2-Reduktion

  • 00:20:31 - Tiefbau als Grundlage für stabilen Gebäudeerhalt

  • 00:23:50 - Baugrundrisiko und Verantwortung beim Bauen

  • 00:26:23 - Auftritt in der Sendung mit der Maus

  • 00:29:28 - Harzinjektionen wie Tortenschichten erklären

  • 00:31:58 - Kirchensanierung mit Injektionstechnik

  • 00:34:51 - Nachhaltigkeit im Tiefbau: Klimawandel und Baugrund

  • 00:37:20 - Bäume und Bauschäden in Städten

  • 00:39:07 - Präventive Anwendung vor dem Bauen


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    42 min
  • 052 Georadar: Die unsichtbare Infrastruktur sichtbar machen

    Können wir die unsichtbare Infrastruktur sichtbar machen?🔎


    Stell dir vor, du planst ein Bauprojekt und entdeckst statt einer erwarteten Leitung plötzlich sieben. Daniela Hofmann, Geophysikerin und Leiterin des Georadars bei der DB Engineering & Consulting, erzählt von genau solchen Überraschungen. Seit knapp zwanzig Jahren arbeitet sie mit dieser faszinierenden Technologie, die wie ein Röntgenblick in den Untergrund funktioniert und sich stetig weiter verbessert.

    Das Problem mit Leitungsplänen ist oft gravierend: Die tatsächliche Position kann um zehn Meter oder mehr von den Unterlagen abweichen, und diese sind an sich schon häufig veraltet oder schlichtweg ungenau. Das führt häufig zu teuren Planungsfehlern oder sogar zu bösen Überraschungen beim Baggern, von denen wir dass über die Medien erfahren.

    Nicht ohne Grund ist das Georadar also auch international gefragt. Die Technologie hat sich von einer einzelnen Antenne vor dreißig Jahren zu Systemen mit 28 Antennen entwickelt, die bei 120 km/h arbeiten. Wie wird sich das Georadar in den kommenden Jahren weiterentwickeln? Werden KI-gestützte Auswertung die Analyse revolutionieren?

    🎧 Hör rein und erfahre, wie diese Technologie nachhaltigeren Infrastrukturbau ermöglicht!

    Die Folge im Überblick:

    00:00:07 - Georadar: Technologie für unterirdische Infrastruktur

    00:04:54 - Georadar: Blick unter die Oberfläche

    00:13:19 - Georadar: Zerstörungsfreie Untergrunderkundung

    00:17:10 - Georadar: Kontinuierliche Untergrunderkundung ohne Lücken

    00:21:34 - Georadar-Daten in BIM-Modelle integrieren

    00:26:02 - Grenzen und Einsatzbereiche des Georadars

    00:31:53 - Georadar findet unbekannte Tunnel und Leitungen

    00:34:43 - Geo-Radar und Nachhaltigkeit im Untergrund

    00:38:17 - Nachhaltige Infrastruktur durch Generalsanierung

    00:42:29 - Zukunftspläne: KI-gestützte Auswertungen und Multisensor-Plattformen

    00:47:45 - Georadar als Standardverfahren der Zukunft

    00:51:53 - Normen und Georadar in der Infrastrukturplanung

    00:55:17 - Zentrales Leitungsregister und Datensicherheit

    00:58:14 - Nachhaltigkeit beginnt jetzt umzudenken


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    49 min
  • 051 Die Planung: DER Schlüssel für Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau

    Viele wissen es bereits: Der Schlüssel zu nachhaltigen Infrastrukturprojekten liegt in der Planung!


    Aber wie können Planer:innen die Baubranche wirklich etwas verändern?

    Hannes Herzog, Projektingenieur bei CDM Smith in Leipzig, zeigt konkrete Wege auf. Trotz eines Studiums ohne Nachhaltigkeitsschwerpunkt entwickelte er sich zum Experten und gründete mit Kollegen ein Kernteam Nachhaltigkeit.

    Er betont die zentrale Rolle von Planern, die bereits in frühen Projektphasen entscheidende Weichen stellen können. Die Aufgabe besteht darin, Transparenz über Umweltauswirkungen zu schaffen und technische Machbarkeit mit Wirtschaftlichkeit zu vereinbaren. Hier erfahrt ihr, ob das auch Hand in Hand geht.

    Fakt ist, dass immer mehr Projekte konkrete Ergebnisse liefern. Hier zwei Beispiele:

    👉 Bei einem Spundwandverbau etwa stammen etwa zwei Drittel der CO₂-Emissionen aus Materialien wie Stahl und ein Drittel aus Transport und Dieselgeräten.

    👉 Überraschenderweise entstehen beim Deponiebauten 80 bis 85 Prozent der Emissionen durch die Anlieferung von Abfällen und nicht durch die Baumaßnahmen selbst. Hättest du das gedacht?

    Die Erkenntnisse können genutzt werden, um Bauprojekte neu zu denken. Die thermische Aktivierung von Tiefbauteilen zur Geothermie-Nutzung ist so eine Möglichkeit.

    Hannes Herzog fordert von der Politik konkrete Vorgaben zur Treibhausgaseinsparung und von Fachverbänden einheitliche Standards. Er betont aber auch, dass es manchmal so wirkt, als ob der Tiefbau hinter dem Hochbau zurückhinkt, obwohl Materialwiederverwendung bereits seit Jahrzehnten praktiziert und nur nicht explizit als Nachhaltigkeit bezeichnet wird.

    🎧 Hör rein und erfahre mehr über die Hebel in der Planung sowie konkrete Anwendungsfälle!

    Die Folge im Überblick:

    00:00:06 - Nachhaltigkeit in der Infrastrukturplanung

    00:01:49 - Die Rolle des Planers für Nachhaltigkeit

    00:05:22 - Nachhaltigkeitsherausforderungen in Geotechnik und Infrastruktur

    00:08:08 - Lebenszyklusanalysen im Infrastrukturbau

    00:28:44 - Tools und Datenqualität für LCA-Analysen

    00:33:16 - Transportwege und BIM-Integration im Tiefbau

    00:36:06 - Wissensaufbau in nachhaltiger Planung

    00:39:06 - Forderungen an Politik und Fachverbände für Kreislaufwirtschaft

    00:42:04 - Nachhaltigkeit im Tiefbau: Potenziale und Handabdruck


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    46 min
  • 050 Moore, Klimaschutz und Heavy Metal: Nachhaltige Erosionsschutzmatten von der Klimafarm

    Was haben Moore, Klimaschutz und Heavy Metal gemeinsam? Richtig, nachhaltige Erosionsschutzmatten von der Klimafarm!


    Dr. Elena Zydeck leitet seit 2022 "Die Klimafarm" für die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und steht vor einer kniffligen Aufgabe: Moore müssen nass sein, um CO₂ zu binden, aber gleichzeitig muss die Landwirtschaft auf diesen Flächen wirtschaftlich arbeiten können. Die Bundesregierung fördert neun Pilotprojekte mit etwa 50 Millionen Euro über zehn Jahre, um genau diese Balance zu finden und Innovationspotenziale zu identifizieren.

    Bis 2031 werden auf 400 Hektar Flächen wiedervernässt und mit speziellen Raupenfahrzeugen bewirtschaftet. Das Ergebnis? Ein artenreicher Rohstoff aus Paludikultur, der sowohl die Klima- als auch die Biodiversitätskrise bekämpft. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und umfassen beispielsweise Erosionsschutzmatten.

    Funfact: Den ultimativen Härtetest beim Wacken-Festival haben die “Moormatten” bereits bestanden! 🤘

    Dr. Elena Zydeck sieht das große Potenzial der Landwirtschaft, gleichzeitig Rohstoffe, Energie und Lebensmittel zu produzieren sowie das Klima zu schützen. Die größte Herausforderung besteht darin, bei Landwirten wie bei Unternehmen den Mut für diese tiefgreifenden Veränderungen zu schaffen.

    🎧 Hör rein und erfahre, wie aus vernässten Mooren ein ernsthafter Wirtschaftssektor entsteht!

    Die Folge im Überblick:

    00:00:06 - Moore und Klimaschutz in der Landwirtschaft

    00:03:48 - Moorvernässung und spezialisierte Landwirtschaftstechnik

    00:07:10 - Landwirtschaftliche Transformation mit Mut und Innovation

    00:10:46 - Moore als Rohstoff für Klimaschutz und Artenvielfalt

    00:13:59 - Ernte, Rohstoffverkauf und Projektmeilensteine

    00:17:48 - Moormatten: Vom Projekt zur Wacken-Premiere

    00:22:12 - Härtetest beim Wacken Festival erfolgreich bestanden

    00:24:38 - Nachhaltige Produkte aus Moorprojekten

    00:27:26 - Paludikultur als Rohstoff der Zukunft

    00:38:04 - Politik und Wirtschaft für nachwachsende Rohstoffe

    00:42:13 - Mittelstand als Treiber der nachhaltigen Transformation

    00:45:07 - Moore und Klimaschutz für die Gesellschaft

    00:48:39 - Nachhaltigkeit braucht Mut und Innovation


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    51 min

About Tiefgründig: Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau

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Ich möchte Dich einladen mit mir in die Tiefen des Baugewerbes einzutauchen! In meinem Podcast "Tiefgründig" lenke ich den Fokus auf den oft übersehenen Infrastrukturbau und gebe den Expert:innen aus…