Tiefgründig: Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau

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Tiefgründig: Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau episodes

  • 051 Die Planung: DER Schlüssel für Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau

    Viele wissen es bereits: Der Schlüssel zu nachhaltigen Infrastrukturprojekten liegt in der Planung!


    Aber wie können Planer:innen die Baubranche wirklich etwas verändern?

    Hannes Herzog, Projektingenieur bei CDM Smith in Leipzig, zeigt konkrete Wege auf. Trotz eines Studiums ohne Nachhaltigkeitsschwerpunkt entwickelte er sich zum Experten und gründete mit Kollegen ein Kernteam Nachhaltigkeit.

    Er betont die zentrale Rolle von Planern, die bereits in frühen Projektphasen entscheidende Weichen stellen können. Die Aufgabe besteht darin, Transparenz über Umweltauswirkungen zu schaffen und technische Machbarkeit mit Wirtschaftlichkeit zu vereinbaren. Hier erfahrt ihr, ob das auch Hand in Hand geht.

    Fakt ist, dass immer mehr Projekte konkrete Ergebnisse liefern. Hier zwei Beispiele:

    👉 Bei einem Spundwandverbau etwa stammen etwa zwei Drittel der CO₂-Emissionen aus Materialien wie Stahl und ein Drittel aus Transport und Dieselgeräten.

    👉 Überraschenderweise entstehen beim Deponiebauten 80 bis 85 Prozent der Emissionen durch die Anlieferung von Abfällen und nicht durch die Baumaßnahmen selbst. Hättest du das gedacht?

    Die Erkenntnisse können genutzt werden, um Bauprojekte neu zu denken. Die thermische Aktivierung von Tiefbauteilen zur Geothermie-Nutzung ist so eine Möglichkeit.

    Hannes Herzog fordert von der Politik konkrete Vorgaben zur Treibhausgaseinsparung und von Fachverbänden einheitliche Standards. Er betont aber auch, dass es manchmal so wirkt, als ob der Tiefbau hinter dem Hochbau zurückhinkt, obwohl Materialwiederverwendung bereits seit Jahrzehnten praktiziert und nur nicht explizit als Nachhaltigkeit bezeichnet wird.

    🎧 Hör rein und erfahre mehr über die Hebel in der Planung sowie konkrete Anwendungsfälle!

    Die Folge im Überblick:

    00:00:06 - Nachhaltigkeit in der Infrastrukturplanung

    00:01:49 - Die Rolle des Planers für Nachhaltigkeit

    00:05:22 - Nachhaltigkeitsherausforderungen in Geotechnik und Infrastruktur

    00:08:08 - Lebenszyklusanalysen im Infrastrukturbau

    00:28:44 - Tools und Datenqualität für LCA-Analysen

    00:33:16 - Transportwege und BIM-Integration im Tiefbau

    00:36:06 - Wissensaufbau in nachhaltiger Planung

    00:39:06 - Forderungen an Politik und Fachverbände für Kreislaufwirtschaft

    00:42:04 - Nachhaltigkeit im Tiefbau: Potenziale und Handabdruck


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    46 min
  • 050 Moore, Klimaschutz und Heavy Metal: Nachhaltige Erosionsschutzmatten von der Klimafarm

    Was haben Moore, Klimaschutz und Heavy Metal gemeinsam? Richtig, nachhaltige Erosionsschutzmatten von der Klimafarm!


    Dr. Elena Zydeck leitet seit 2022 "Die Klimafarm" für die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und steht vor einer kniffligen Aufgabe: Moore müssen nass sein, um CO₂ zu binden, aber gleichzeitig muss die Landwirtschaft auf diesen Flächen wirtschaftlich arbeiten können. Die Bundesregierung fördert neun Pilotprojekte mit etwa 50 Millionen Euro über zehn Jahre, um genau diese Balance zu finden und Innovationspotenziale zu identifizieren.

    Bis 2031 werden auf 400 Hektar Flächen wiedervernässt und mit speziellen Raupenfahrzeugen bewirtschaftet. Das Ergebnis? Ein artenreicher Rohstoff aus Paludikultur, der sowohl die Klima- als auch die Biodiversitätskrise bekämpft. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und umfassen beispielsweise Erosionsschutzmatten.

    Funfact: Den ultimativen Härtetest beim Wacken-Festival haben die “Moormatten” bereits bestanden! 🤘

    Dr. Elena Zydeck sieht das große Potenzial der Landwirtschaft, gleichzeitig Rohstoffe, Energie und Lebensmittel zu produzieren sowie das Klima zu schützen. Die größte Herausforderung besteht darin, bei Landwirten wie bei Unternehmen den Mut für diese tiefgreifenden Veränderungen zu schaffen.

    🎧 Hör rein und erfahre, wie aus vernässten Mooren ein ernsthafter Wirtschaftssektor entsteht!

    Die Folge im Überblick:

    00:00:06 - Moore und Klimaschutz in der Landwirtschaft

    00:03:48 - Moorvernässung und spezialisierte Landwirtschaftstechnik

    00:07:10 - Landwirtschaftliche Transformation mit Mut und Innovation

    00:10:46 - Moore als Rohstoff für Klimaschutz und Artenvielfalt

    00:13:59 - Ernte, Rohstoffverkauf und Projektmeilensteine

    00:17:48 - Moormatten: Vom Projekt zur Wacken-Premiere

    00:22:12 - Härtetest beim Wacken Festival erfolgreich bestanden

    00:24:38 - Nachhaltige Produkte aus Moorprojekten

    00:27:26 - Paludikultur als Rohstoff der Zukunft

    00:38:04 - Politik und Wirtschaft für nachwachsende Rohstoffe

    00:42:13 - Mittelstand als Treiber der nachhaltigen Transformation

    00:45:07 - Moore und Klimaschutz für die Gesellschaft

    00:48:39 - Nachhaltigkeit braucht Mut und Innovation


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    51 min
  • 049 Flüssigboden: Der Alleskönner für nachhaltigen Tief- und Infrastrukturbau

    Wie können wir Baustellen revolutionieren und dabei gleichzeitig die Umwelt schonen? In dieser Episode lade ich euch in die faszinierende Welt des Flüssigbodens ein!


    Wolf-Hagen Stolzenburg, der in zweiter Generation die Flüssigboden Engineering GmbH führt, erklärt uns in dieser Folge ganz genau, wie man jeden Ausgangsboden zeitweise fließfähig macht und ihn später wieder verfestigt. Das Besondere ist die Möglichkeit, spezifische Eigenschaften direkt auf der Baustelle zu definieren.

    Die Technologie besteht zu 95 Prozent aus Ausgangsboden und ermöglicht echte Kreislaufwirtschaft. Statt den Aushub zu transportieren, zu entsorgen und neues Material zu kaufen, wird vorhandener Boden vor Ort aufbereitet und wieder eingebaut.

    Dies reduziert Transportkosten erheblich und spart CO₂-Emissionen ein. Die Technologie macht Platz in beengten Innenstädten, optimiert Bauabläufe und reduziert Lärm sowie Umweltbelastungen erheblich. Bei Linienbauwerken, wie Kanalleitungen, Fernwärme oder Stromkabeln schafft sie zusätzliche Vorteile wie bessere Wärmeabfuhr und Schwingungsisolierung.

    Besonders hervorzuheben ist auch, dass durch Tonmineralogie sogar Schadstoffe wie PFAS und Schwermetalle immobilisiert werden können, und zwar ohne den Boden zu verschlechtern. Flüssigboden ist eine Möglichkeit, sich von traditionellen Entsorgungswegen zu befreien. Das ist nicht nur ökologisch klug, sondern wirtschaftlich intelligent.

    Was mich außerdem überrascht hat, ist, dass man damit sogar den Japanischen Knöterich, eine wahre Plage im Infrastrukturbau, bekämpfen kann.

    🎧 Hört rein und erfahrt mehr über Flüssigboden, seine Einsatzmöglichkeiten und ganz konkrete Beispiele aus der Praxis!

    Die Folge im Überblick:

    00:00:17 - Flüssigboden: Material und Einsatzmöglichkeiten

    00:05:25 - Flüssigboden in der Infrastruktur und Nachhaltigkeit

    00:07:56 - Flüssigboden: Material, Logistik und Arbeitsabläufe

    00:11:38 - Flüssigboden bei kontaminierten Böden einsetzen

    00:17:27 - CO2-Bilanz von Flüssigboden und Verbautechniken

    00:20:53 - Flüssigboden in Linienbauwerken: Vielseitige Anwendungen

    00:29:06 - Kommunales Stoffstrommanagement mit Flüssigboden

    00:38:07 - Kommunale Partnerschaften und Wärmplanung

    00:41:19 - Japanischen Knöterich mit Flüssigboden bekämpfen

    00:47:52 - Funktionsnachweise und Grenzen von Flüssigboden

    00:53:40 - Nachhaltigkeit im Tiefbau: Ökologie und Ökonomie


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    56 min
  • 048 Zertifiziert nachhaltig: Die Rolle des Concrete Sustainability Council im Bauwesen

    Wusstest du, dass Beton einer der meistgenutzten Baustoffe der Welt ist, aber seine Nachhaltigkeit oft im Dunkeln bleibt?


    Die gute Nachricht: Das ändert sich gerade.

    Andreas Tuan Phan vom Bundesverband der Deutschen Transportbetonindustrie zeigt, wie das Concrete Sustainability Council (CSC) durch ein internationales Zertifizierungssystem Transparenz schafft. Nicht durch Marketing-Versprechen, sondern durch verifizierte Umweltproduktdeklarationen und strenge Kriterien.

    Das Interessante: Die Nachfrage kommt nur indirekt von der Politik. Bauherren setzen Gold- oder Platin-Standards für ihre Gebäude und das treibt Planer und Hersteller automatisch zu nachhaltigeren Lösungen. DGNB-Zertifizierungen wie diese werden zum Wettbewerbsvorteil und versprechen höhere Mieteinnahmen bei ESG-orientierten Kundengruppen.

    Besonders in Ballungszentren ist CSC-zertifizierter Beton mittlerweile gängig in Ausschreibungen. Für Betonhersteller entstehen dadurch echte Geschäftschancen und gleichzeitig interne Effekte durch bessere Dokumentation und kontinuierliche Verbesserung.

    Ein großes Potenzial liegt noch weitgehend brach: Der Infrastruktur- und Tiefbau. Zertifizierungssysteme wie im Hochbau stehen hier noch ganz am Anfang. Die Bundesregierung könnte durch ihre Infrastrukturoffensive Vorreiter werden und nachhaltige Standards in Ausschreibungen verankern. Ob dieses Potenzial wohl genutzt wird?

    Positiv sehe ich insbesondere, dass das CSC-System ist nicht statisch. Version 3.0 ist aktuell und bis 2027 plant man bereits eine stärkere Fokussierung auf Dekarbonisierung und Ressourceneffizienz. Alle Kriterien sind öffentlich dokumentiert und können diskutiert werden, was für echte Transparenz statt Greenwashing spricht.

    Glaubt ihr, dass Zertifizierungssysteme wie CSC die Baustoffindustrie wirklich transformieren? Oder braucht es stärkere regulatorische Hebel?

    🎧 Höre jetzt rein und mach dir ein eigenes Bild!

    Die Folge im Überblick:

    00:00:06 - Beton nachhaltiger machen mit CSC-Zertifizierung

    00:05:16 - CSC-Zertifikat: Verbreitung in Europa

    00:08:02 - CSC-Zertifizierung im Infrastrukturbau verankern

    00:12:14 - CSC-Zertifikat für nachhaltige Betonbauweise

    00:16:32 - CSD-Zertifizierungskriterien und Bewertungssystem

    00:19:14 - CSC-Zertifizierung: Prozess und Herausforderungen

    00:22:46 - Kosten der CSC-Zertifizierung im Überblick

    00:25:36 - CSC-Zertifikat als Wettbewerbsvorteil

    00:29:59 - CSC-Zertifikat: Transparenz und Weiterentwicklung

    00:33:09 - Digitalisierung und Weiterentwicklung des Systems

    00:36:04 - CSC-Zertifizierung und Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau

    00:39:09 - Digitale Modelle und Nachhaltigkeit im Tiefbau

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    43 min
  • 047 Kreislaufwirtschaft im Hafen Neuss: Bauabfälle in Rohstoffe verwandeln

    Wusstest du, dass die Baubranche etwa 60 Prozent der Abfälle in Deutschland verursacht?


    Doch was, wenn wir diesen Abfall als Rohstoff betrachten würden?

    Genau das macht die STRABAG jetzt konkret: Mit dem neuen Wertstrommanagement-Standort im Hafen von Neuss wird Bauabfall in hochwertige Rohstoffe umgewandelt.

    Darüber spreche ich mit der Technischen Betriebsleiterin Melanie Hegemann und dem Kaufmännischen Bereichsleiter Andreas Thull.

    Der Prozess ist elegant: Mineralische Abfälle werden mit modernster Technik in drei Fraktionen getrennt, zertifiziert und direkt als Ersatzbaustoffe weiterverwendet. Kapazität: 250.000 Tonnen pro Jahr. Gelebte Kreislaufwirtschaft.

    Was mich außerdem beeindruckt hat ist, dass das Team sowohl HVO-Treibstoff als auch vollständig elektrisch betriebene Maschinen nutzt. Der elektrische Radlader, liebevoll "Biene" genannt, wurde anfangs skeptisch betrachtet, ist jetzt aber das Lieblingsgerät aller Mitarbeitenden.

    Auch die Trimodalität des Standorts macht diesen nachhaltig. Materialien können per Lkw, Schiff oder Schiene an- und aptransportiert werden. Ein Schiff ersetzt etwa hundert Lastwagen. Das senkt CO₂-Emissionen deutlich. Gleiches gilt auch für Zugtransporte.

    Die eigentliche Erkenntnis: Nachhaltigkeit entsteht durch Überzeugung, Offenheit für Neues und aktives Gestalten.

    🎧 Höre jetzt rein und erfahre alles über den neuen Wertstrommanagement Standort, seine Entstehung und Möglichkeiten!

    Die Folge im Überblick:

    00:00:06 - Kreislaufwirtschaft im Infrastrukturbau

    00:01:58 - Wertstrommanagement bei der Strabag Nordrhein-Westfalen

    00:04:06 - Strabags Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft

    00:06:10 - Standortwahl Hafen Neuss durch Netzwerkanalyse

    00:08:01 - Genehmigung und Flächenübernahme 

    00:10:27 - Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz umsetzen

    00:13:33 - Kreislaufwirtschaft in der Praxis umsetzen

    00:16:04 - Technischer Ablauf der Bauabfallverarbeitung

    00:17:59 - Nachhaltige Materialaufbereitung und elektrische Maschinen

    00:20:41 - Neue Recycling-Anlage mit trimodalem Anschluss

    00:28:11 - Trimodalität als Schlüssel zur Nachhaltigkeit

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    35 min
  • 046 Nachhaltigkeitszertifizierungen im Bau: Den Dschungel der Labels durchblicken

    Die verwirrende Vielfalt an Nachhaltigkeitszertifikaten im Bauwesen ist ein echtes Problem für viele Unternehmen.


    Diana Krüger und Alice Becke vom Bayerischen Industrieverband und der Fachvereinigung Deutscher Betonfertigteilbau haben deshalb eine umfassende Orientierungshilfe veröffentlicht, die endlich Klarheit in diesen Dschungel bringt.

    Warum war das nötig? Weil Baustoffhersteller zunehmend unter Druck stehen, ihre Nachhaltigkeitsbemühungen nachzuweisen. Doch welche Zertifikate sind wirklich relevant? Was ist der Unterschied zwischen einer EPD und einem CO₂-Fußabdruck und wann braucht man was?

    DIE HARTE REALITÄT:
    Es gibt keine universelle Empfehlung. ISO 14001, EMAS, EPDs, Cradle to Cradle, CSC-Zertifikate, der Blaue Engel – jedes System hat eigene Stärken. Die richtige Wahl hängt ab von den jeweiligen Zielen, Kundenanforderungen und verfügbaren Ressourcen.

    WARUM ZÖGERN VIELE UNTERNEHMEN?
    Die umfangreiche Datensammlung entlang des gesamten Produktionsprozesses ist aufwändig. Audits, Validierung und Rezertifizierungen verursachen darüber hinaus erhebliche Kosten. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen eine echte Herausforderung.

    ABER:
    Verschiedene Systeme lassen sich kombinieren. EPDs und CSC-Zertifikate bauen zum Beispiel auf derselben Ökobilanz-Grundlage auf, so dass hier echte Synergien entstehen.

    ZWEI KONKRETE ERKENNTNISSE:
    • Nachhaltigkeit ist inzwischen ein wirtschaftlicher Faktor, der in Ausschreibungen zunehmend gefordert wird
    • Die neue Bauproduktenverordnung bringt endlich mehr Harmonisierung durch einheitliche Umweltmerkmale

    🎧 Höre jetzt rein und bahne dir deinen Weg durch den Dschungel der Umweltproduktinformationen gemeinsam mit den Experinnen!

    Die Folge im Überblick:

    00:00:16 - Nachhaltigkeitszertifikate im Baubereich erklärt

    00:09:19 - Lebenszyklusanalyse und Ökobilanz erklärt

    00:14:35 - Einheiten und Datenbanken bei Ökobilanzen

    00:17:32 - Zielgruppen und Umweltzertifizierungen in der Branche

    00:21:20 - Umweltproduktdeklaration und ihre Bedeutung

    00:24:50 - Zertifizierungssysteme und Datenerfassung für Unternehmen

    00:28:31 - CSC und SPC Zertifizierungen für Beton

    00:32:21 - CO2-Fußabdruck im Baubereich richtig einordnen

    00:35:09 - Cradle to Cradle: Vision und praktische Herausforderungen

    00:38:26 - Cradle-to-Cradle Zertifikat und Kreislaufwirtschaft

    01:00:52 - Zertifikate und Nachhaltigkeitsziele richtig wählen

    01:04:58 - Umweltmerkmale und EPD in Bauprodukten

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    1 hr 11 min
  • 045 SABINA: Nachhaltiger Straßenbau über den gesamten Lebenszyklus

    Die meisten Straßenbauplanungen treffen Entscheidungen ohne verlässliche Umweltdaten. Das ist ein echtes Problem.


    Thomas Pohl und sein Team bei UTech AG entwickeln mit SABINA gerade eine Lösung, die das ändern könnte. Das Projekt macht Nachhaltigkeit im Straßenbau endlich messbar und zwar über den gesamten Lebenszyklus.

    Die Herausforderung war gigantisch: Datenlücken in Deutschland, Österreich und der Schweiz, fehlende einheitliche Standards, unterschiedliche nationale Begrifflichkeiten. Wie harmonisiert man drei Länder mit völlig verschiedenen Datengrundlagen?

    Das Team hat es geschafft. Sabina erfasst jetzt alle Phasen:
    • Herstellung und Errichtung
    • Nutzungsphase (inklusive Staus und Straßenzustand)
    • Rückbau und Recycling

    Der Clou: Das Tool berücksichtigt nicht nur direkte CO₂-Emissionen, sondern auch indirekte Effekte wie Treibstoffverbrauch durch Straßenzustand. Planer können verschiedene Bauweisen objektiv vergleichen und konkrete Verbesserungspotenziale identifizieren.

    Die bisherigen Ergebnisse sind beeindruckend. Mit optimierten Recyclingquoten, energieeffizienteren Bauweisen und besseren Erhaltungsstrategien lassen sich die CO₂-Emissionen um bis zu 25 Prozent oder sogar mehr senken.

    Das Beste: Möglicherweise wird das Tool sogar kostenlos verfügbar gemacht!

    Das ist nicht nur ein weiteres Software-Projekt. Das ist konkrete Dekarbonisierung im Tiefbau, einem Sektor, der bislang oft übersehen wird, aber enormes Einsparpotenzial hat.

    Wie siehst du das? Denkst du, solche objektiven Datengrundlagen können wirklich Entscheidungen in der Infrastrukturplanung verändern?

    🎧 Höre jetzt rein und erfahre alles über die Potenziale von SABINA und warum der Januar so entscheidend für das Projekt ist!

    Die Folge im Überblick:

    00:00:07 - Das SABINA-Projekt: Nachhaltigkeit im Straßenbau

    00:02:26 - SABINA-Tool für nachhaltige Straßenbauweisen

    00:10:26 - BIM-Integration im Tiefbau und Datenstandards

    00:13:29 - Internationale Standards und Datenqualität in SABINA

    00:17:08 - Modularität in Produktökobilanzen für Straßenoberbau

    00:20:59 - Standards im Infrastrukturbau integrieren

    00:25:16 - Validierung des Rechenmodells mit Pilotanwendungen

    00:29:22 - Emissionsreduktion im Straßenbau mit SABINA

    00:33:09 - Tool-Zugang und Roadmap für kommende Jahre

    00:35:55 - Nachwachsende Rohstoffe im Infrastrukturbau

    00:38:58 - Ökobilanzdaten für nachhaltigeren Bausektor

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    42 min
  • 044 Beton der Zukunft: Umweltfreundliche Lösungen für den Tunnelbau

    Jeder Tunnel ist ein Unikat.


    Der Baugrund unterscheidet sich immer und genau das macht Tunnelbau so faszinierend, findet Anna-Lena Hammer.

    Tunnelbau schafft Lebensqualität. Der Rheinufertunnel in Düsseldorf ist dafür das perfekte Beispiel: bessere Luftqualität, weniger Lärm, höhere Lebensqualität für Bürger. Über diese soziale Dimension spricht aber kaum jemand, denn Tunnelbau verbraucht massive Mengen Stahl und Beton.

    Das ist aufgrund der hohen Emissionen dieser Materialien ökologisch problematisch, weshalb auf diesem Gebiet auch intensiv geforscht wird. Wenn es gelingt hier zu optimieren, dann sparen wir im großen Maßstab.

    Carla Neuhaus vom KIT bringt es auf den Punkt: "Bauen ohne Beton ist nicht möglich. Also muss Nachhaltigkeit in der Betontechnologie essentiell sein."

    Die gute Nachricht: Durch moderne Betontechnologie und ressourcenschonende Materialien lassen sich 30–70 % CO₂ einsparen. Nicht irgendwann, sondern bereits jetzt!

    Konkrete Hebel:
    • Klinkerreduzierte Zemente mit besserer CO₂-Bilanz
    • Recyclingbeton als Gesteinskörnung
    • Optimierte Packungsdichten durch bessere Körnerabstimmung
    • Alternative Bindemittel wie Geopolymere

    Das Entscheidende: Nachhaltigkeit muss FRÜH in der Planung verankert werden, nicht erst zum Ende hin.

    Das Projekt U5 der Hamburger Hochbahn zeigt es bereits deutlich, dass nachhaltig bauen wissenschaftlich fundiert und technisch möglich ist. Dazu braucht es insbesondere den Willen von Auftraggeber und Planungsteam.

    Die Technologie ist da. Jetzt brauchen wir klare Vergabekriterien und verbindliche Nachhaltigkeitsziele in den frühen Planungsphasen.

    🎧 Höre jetzt rein und erfahre mehr über das Forschungsprojekt Umweltfreundlicher Betonbau!

    Die Folge im Überblick:

    00:00:15 - Nachhaltiger Tunnelbau mit Beton und Stahl

    00:13:28 - CO2-Einsparung und Ressourcenschonung im Betonbau

    00:17:30 - Nachhaltiger Betonbau: Praktische Lösungsansätze

    00:20:42 - Betontechnische Anforderungen im Tunnelbau

    00:25:36 - C-Ansätze zur CO2-Einsparung im Beton

    00:29:14 - Materialeinsparungen durch digitale Planung

    00:34:55 - Materialeinsparungen durch optimierte Bemessungsmethoden

    00:43:32 - Nachhaltigkeit von Anfang an in Planungsphasen

    00:56:11 - Diversität und Frauen im Tunnelbau

    01:00:08 - Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau: Neuland oder Ladenhüter?

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    1 hr 5 min
  • 043 Verkehrswende ohne Plan? Nachhaltigkeit im Bundesverkehrswege- und Mobilitätsplan 2040

    Verkehrswende ohne Plan? Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der Verkehrswegeplanung?


    Fakt ist, was im Bundesverkehrswegeplan (BVMP) steht, entscheidet darüber, welche Straßen, Schienen und Wasserwege wir bauen. Und damit auch, ob wir unsere Klima- und Biodiversitätsziele erreichen, oder eben nicht.

    In dieser Podcastfolge spreche ich mit Patrick Balasa, Referent für Verkehrspolitik beim NABU e.V., über:

    ✅ warum „mehr Straßen = weniger Stau“ ein Trugschluss ist

    ✅ wie Klimaziele in die Infrastrukturplanung integriert werden müssten

    ✅ weshalb die aktuelle Methodik ökologische Kosten systematisch unterschätzt

    ✅ was wir uns von der Schweiz abschauen könnten

    ✅ warum Hochgeschwindigkeitsstrecken nicht automatisch eine nachhaltige Lösung sind

    ✅ wie Umweltverbände zwischen Klimaschutz und Naturschutz abwägen

    Ein Gespräch, das klar macht: Infrastrukturplanung ist ein zentraler Hebel für die Verkehrswende.

    🎧 Jetzt reinhören und mitdiskutieren, wie zukunftsfähige Mobilität aussehen kann.

    52 min
  • 042 Nachhaltigkeit im Anlagenbau: Warum Verträge die Spielanleitung für die Transformation sind

    Was wäre ein Spiel ohne klare Regeln? 🎲 Richtig, sinnfrei!


    Gleiches gilt für Verträge, wenn es um Nachhaltigkeit im Anlagen- und Infrastrukturbau geht. Sind Begriffe schwammig und Anforderungen unklar, dann streitet man am Ende über die Auslegung statt über Lösungen.

    Doch wie übersetzt man ESG, Taxonomie & Co. in Verträge, Finanzierungsmodelle und handfeste Projekte?

    Darüber spreche ich in dieser Podcastfolge mit Michael Korn, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht bei Friedrich Graf von Westphalen & Partner mbB | FGvW.

    Wir beleuchten:

    🔎 Warum die EU-Regulatorik mehr ist als ein „Bürokratiemonster“

    🔎 Wie Verträge zur „Spielanleitung“ für nachhaltige Projekte werden

    🔎 Welche Rolle Versicherungen und Finanzströme für die Transformation spielen

    🔎 Wie Nachhaltigkeit praktisch in Bau- und Infrastrukturprojekte integriert werden kann

    🔎 Warum Modelle wie die integrierte Projektabwicklung (IPA) echte Chancen bieten

    🔎 Wie Greenwashing rechtlich greifbar wird

    Ein Gespräch, das zeigt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur CO₂-Bilanzen, sondern handfeste Rechts- und Finanzfragen und die betreffen jedes Projekt, vom Windpark bis zur Verkehrsinfrastruktur.

    🎧 Jetzt reinhören und mitdenken, wie wir die Zukunft unserer Infrastruktur gemeinsam gestalten.

    1 hr 26 min

About Tiefgründig: Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau

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Ich möchte Dich einladen mit mir in die Tiefen des Baugewerbes einzutauchen! In meinem Podcast "Tiefgründig" lenke ich den Fokus auf den oft übersehenen Infrastrukturbau und gebe den Expert:innen aus…