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Es geht um die aktuell hochkochende Diskussion zu Perovskiten und ob sie Si-Module demnächst ablösen (hint: Nein!). Und daneben geht es auch um reale Entwicklungen mit realen Auswirkungen auf die Branche, die Welt und evtl. sogar auch Europa.
Perovskit-Wirkungsgrade
https://www.fluxim.com/research-blogs/perovskite-silicon-tandem-pv-record-updates
Perovskit-Standzeit:
https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acsami.5c24756
https://www.mdpi.com/2079-9292/14/22/4428
Sungrow 5S
https://www.photon.info/news/sungrow-praesentiert-selbst-entwickeltes-smart-module-mit-fuenf-funktionalitaeten/
https://www.sungrowpower.com/en/sungrow-renewables-page/smart-modules
Hallo, mein Name ist Andreas Wöll.
Ich bin Gründer von WOELL-Consulting, Kooperationspartner von Kathai Marketing und Consulting und seit nunmehr über 30 Jahren im Bereich der erneuerbaren Energien tätig.
Ich bin mithin ein Experte für die Energie- und Wärmewende und auch für Indoor-Farming-Konzepte und bringe meine langjährigen Erfahrungen auf internationalem Terrain, insbesondere in China, in die Unternehmensberatung und Vernetzung Deutschland – China vice versa – ein.
Zudem bin ich Vorsitzender des Fachausschusses Solarthermie – Erneuerbare Wärme der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. – kurz DGS
Der Titel der heutigen Podcast-Folge: Die Altmaier-Delle, die drohende Reiche-Delle – und warum die Energiewende globale Partnerschaften und keine Feindbilder braucht
Heute geht es also um ein Kapitel deutscher Industriegeschichte, welche man fast schon als energiepolitische Tragikomödie bezeichnen könnte: die sogenannte Peter Altmaier-Delle – ihre Ursachen, ihre Folgen für die Solarbranche – und warum sich aktuell Anzeichen mehren, dass wir vor einer Art „Reiche-Delle 2.0“ stehen könnten.
Aber keine Sorge: Wir bleiben sachlich, fundiert, mit Quellen – und erlauben uns nur gelegentlich ein leicht satirisches Augenbrauenheben.
Fangen wir zunächst einmal vorn an und gehen einen Schritt in der Geschichte zurück.
Historischer Kontext in dem Zusammenhang – wird immer wieder gerne vergessen:
Deutschland war in den 2000er Jahren tatsächlich ein weltweit führender Akteur in der Solarindustrie. Dies insbesondere im Bereich der Fotovoltaik-Fertigung und -Technologie. Diese Ära, wird oft als „Solar-Boom“ bezeichnet und wurde in der Zeit durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stark gefördert.
• Q-Cells (Thalheim/Solar Valley)
• SolarWorld (Bonn)
• Conergy (Hamburg)
• SMA (Niestatal /Kassel)
• Solon (Berlin)
• Sunways (Konstanz)
• Bosch Solar Energy (Erfurt)
• Heckert Solar (Chemnitz)
prägten die globale Fotovoltaik-Industrie.
Die Grundlage war das Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2000, unter Mitinitiator Hermann Scheer (SPD), Michaele Hustedt und Hans-Josef-Fell, beide Bündnis 90/Die Grünen, das über garantierte Einspeisevergütungen eine klare Investitionssicherheit schuf. Deutschland baute Produktionskapazitäten, Know-how, Maschinenbaukompetenz und Forschung auf und aus.
Doch 2012 kam die Wende – und die kam abrupt.
Die entscheidende Frage darf daher nicht lauten:
Mit China oder ohne China?
Sondern:
Wie kooperieren wir auf Augenhöhe?
Wie schaffen wir eine Win-win-Situation für beide Seiten?
Europa bringt ein:
• Forschung
• Maschinenbau
• Systemintegration
• Regulierungskompetenz
• Umweltaspekte
• Arbeitnehmerwohl
China bringt ein:
• Skalierung
• Lieferkettenintegration
• Kostenoptimierung
• Umsetzungs-Geschwindigkeit
• Innovationskraft
• Schnelle Entwicklungsfähigkeit
Zusammen kann daraus Wettbewerbsfähigkeit entstehen – getrennt droht Bedeutungslosigkeit.
Um das klar hervorzuheben: Wir wären die, die das Nachsehen hätten.
Kernaussage
Die Welt braucht keine geopolitischen Nebenschauplätze, wie z. B. im Bereich der erneuerbaren Energien.
Sie braucht Kooperation auf Augenhöhe.
Nicht als Einbahnstraße.
Nicht als naive Romantik.
Sondern als strategische Partnerschaft.
Globalisierung ist kein Nullsummenspiel – sie ist, richtig gestaltet, ein Wohlstandsmodell. Für uns. Für Europa. Für Asien/China. Und vor allem für die kommenden Generationen.
Es gilt daher: Brücken bauen statt Gräben vertiefen
Gerade deshalb sind interkulturelle Vermittler entscheidend. Vermittler, die in beiden Kulturen zu Hause sind und vernetzen können. Vermittler, die ein Verständnis für beide Kulturen übermitteln und verständlich machen können.
Daher sei uns an dieser Stelle ein wenig Eigenwerbung erlaubt:
Die Kooperation zwischen WOELL-Consulting in Deutschland und Kathai Marketing and Consulting in China zeigt exemplarisch, wie solche Brücken aussehen können: wirtschaftlich fundiert, kulturell sensibel und strategisch ausgerichtet. Gemeinsam sorgen wir für die Vernetzung von Unternehmen in Deutschland und China, vice versa.
Mehr dazu unter: https://woell-consulting.eu
Schlusswort
Vielleicht sollten wir aus der Altmaier-Delle eines gelernt haben:
Industriepolitik ist kein Ort für spontane Muskelreflexe.
UND
Energiewende ist kein Ort für nationale Eitelkeiten.
Wenn wir es ernst meinen, mit einer CO₂-freien Versorgung mit Strom UND Wärme, dann braucht es Technologie, Kapital, Mut – und Partnerschaften auf Augenhöhe.
Ein klares Bekenntnis zur Leistungsfähigkeit in der Industrie und Wirtschaft, bei der es gilt, wenn nötig der Politik die Rote Karte zu zeigen. Und dann entgegen, einer fehlgeleiteten politischen Orientierung und einer scheinbar persönlich orientierten Ausrichtung einer desorientiert erscheinenden Wirtschaftsministerin zu wenigen Akteuren aus ihrem persönlichen Dunstkreis, zu agieren.
Keine Scharmützel gegen vermeintlich ungeliebte Länder.
Sondern das Verstehen und Leben einer Globalisierung.
Eine Globalisierung, die Chancen schafft.
Für unseren Wohlstand.
Und für eine bessere Welt, die wir kommenden Generationen hinterlassen wollen.
Vielen Dank fürs Zuhören, euer Andreas.
In dieser Folge erzählt uns Martin Schnauss die Geschichte des Solarpioniers Josef Jenni.
Mehr Infos zu Josef Jenni findet ihr hier:
http://www.josef-jenni.ch/
https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Jenni
Wenn ihr auch Geschichten aus dem weiten Feld der Erneuerbaren veröffentlichen wollt, dann immer her damit. Ganz gleich, ob Geschichten aus der Geschichte, neueste wissenschaftliche Paper oder aktuelle Themen … Also traut euch und sendet uns euren Beitrag.
Warum Solarthermie die Zukunft der kommunalen Nahwärme sein sollte.
Hallo, heute wieder eine Folge mit mir – Andreas.
Wer mich bisher nicht kennt: Ich bin Andreas Wöll – Gründer von WOELL-Consulting und seit nunmehr 30 Jahren im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig.
Ich bin Experte für die Energie- und Wärmewende und für Indoor-Farming-Konzepte.
Und weil ich ja sonst nix zu tun habe, bin ich auch noch Vorsitzender des Fachausschusses Solarthermie – Erneuerbare Wärme der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e. V.
Heute geht es im wahrsten Sinne des Wortes um heiße Sachen – um Solarthermie.
Oder etwas genauer: Warum Solarthermie eine Schlüsselrolle in der kommunalen Nahwärmeversorgung spielt – und warum Städte und Gemeinden schleunigst den Gashahn zudrehen und stattdessen lieber die Sonne anzapfen sollten.
Also: Sonnenbrille auf, Thermometer gezückt – los geht’s!
1: Warum Wärme überhaupt ein heißes Thema ist
Wenn wir über Energiewende sprechen, denken viele zuerst an Strom – an Windräder, Fotovoltaik, E-Autos. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, der größte Brocken steckt woanders.
Rund 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf Wärme – fürs Heizen, Duschen, Warmwasser.
Und ein Großteil davon kommt immer noch aus fossilen Brennstoffen: Öl, Gas, Kohle.
Das ist ungefähr so, als würden wir versuchen, ein modernes Elektroauto mit Diesel aufzuladen – absurd, teuer und ziemlich rückwärtsgewandt.
2: Warum Kommunen hier eine Schlüsselrolle spielen
Kommunen sind die stillen Riesen der Wärmewende.
Sie betreiben Schulen, Schwimmbäder, Verwaltungsgebäude – und sie gestalten, wie Menschen vor Ort mit Wärme versorgt werden.
Vor allem die kommunale Nahwärme bietet hier enormes Potenzial:
Also zentrale Wärmenetze, die ganze Quartiere oder Dörfer versorgen – statt dass jeder für sich selbst im Keller vor sich hinheizt.
Ein Wärmenetz ist im Grunde wie eine Ader des Stadtorganismus: Warmes Wasser fließt durch, bringt Energie dahin, wo sie gebraucht wird, und kommt abgekühlt wieder zurück.
Und jetzt stell dir vor – das Herz dieser Ader pumpt keine fossile Flamme mehr, sondern Sonnenwärme.
3: Solarthermie – was ist das eigentlich?
Solarthermie ist mittlerweile die kleine Schwester der Fotovoltaik.
Also Solarenergie – eben nicht für Strom – sondern für Wärme.
Auf den Dächern oder auf freien Flächen stehen Kollektoren, die Sonnenstrahlen einfangen und sie direkt in heißes Wasser oder Heizenergie umwandeln.
Kein komplizierter Umweg über Strom, kein CO₂-Ausstoß – einfach Sonne rein, Wärme raus.
Im Prinzip wie ein gigantischer Solarkocher – nur eben nicht für Spaghetti, sondern für ganze Stadtviertel.
4: Warum Solarthermie perfekt zur Nahwärme passt
Und hier kommt der Clou: Solarthermie entfaltet ihre Stärke im großen Maßstab.
Einzeln auf Hausdächern ist sie eine gute Lösung – aber in Kombination mit kommunalen Wärmenetzen wird sie richtig effizient.
Denn große Kollektorfelder liefern im Sommer riesige Wärmemengen, die in Wärmespeichern zwischengelagert werden können.
So steht die Sonnenenergie auch im Winter zur Verfügung, wenn sie am meisten gebraucht wird.
Beispiele gefällig?
In Augsburg, Friedrichshafen oder Ravensburg laufen bereits erfolgreiche solarthermische Nahwärmenetze.
https://www.solar-district-heating.eu/wp-content/uploads/2019/05/Infoblatt_Solnet_Nr2.pdf
Und das dänische Marstal zeigt, wie’s im XXL-Format geht: Dort kommt ein Großteil der städtischen Wärmeversorgung aus Solarthermie – ganze Felder mit zigtausend Quadratmetern Kollektorfläche.
Klingt utopisch? Nein, eher sonnig realistisch.
5: Warum fossile Brennstoffe keine Zukunft haben
Eigentlich brauche ich das gar nicht mehr zu erklären, aber trotzdem hier noch einmal:
Natürlich, man könnte sagen: „Gas ist doch flexibel, Öl ist sicher, Kohle ist billig.“
Aber das war einmal.
Fossile Brennstoffe sind die Faxgeräte der Energieversorgung – sie funktionieren, aber sie sind ineffizient.
Sie machen uns abhängig von Importen, treiben die Preise in die Höhe, ermöglichen keine Dezentralisierung, stoßen CO₂ aus und blockieren die Wärmewende.
Sie passen einfach nicht mehr in unsere Zeit.
Wer heute noch neue Gasnetze baut, der installiert sich quasi einen Dieselmotor im E-Bike.
Kommunen haben deshalb eine doppelte Verantwortung – und Chance:
Sie können die Wärmewende vor Ort anstoßen, unabhängig werden, die lokale Wirtschaft stärken und das Klima schützen.
6: Die Vorteile der Solarthermie – kurz und knackig
Also, was spricht für Solarthermie in der kommunalen Wärmeversorgung?
Eine ganze Menge:
1. Klimaneutralität: keine Emissionen, kein Feinstaub, kein CO₂.
2. Unabhängigkeit: Sonne gibt’s gratis, und niemand kann sie uns abdrehen.
3. Wirtschaftlichkeit: Nach der Investition kommen kaum laufende Kosten – die Sonne schickt keine Rechnung.
4. Langfristige Stabilität: Preissteigerungen? Fehlanzeige. Die Sonne hat keinen Börsenkurs.
5. Akzeptanz: Sonnenwärme ist sichtbar, positiv und kommunal gut vermittelbar.
6. Kombinierbarkeit: Perfekt in Kombination mit Biomasse, Wärmepumpen oder industrieller Abwärme.
„Unsere Wärme kommt von der Sonne“ hat einen ganz anderen Klang als „Wir verbrennen Gas aus Sibirien“.
7: Herausforderungen – und warum sie lösbar sind. Was sind die Herausforderungen?
Solarthermie benötigt Platz – am besten große Freiflächen. Und sie braucht Investitionen.
Aber:
Diese Flächen sind oft vorhanden – Industriebrachen, Kläranlagenumfelder, oder Ränder von Gewerbegebieten.
Und die Investitionen?
Wer einmal die aktuelle Gaspreisentwicklung verfolgt hat, weiß: Die eigentliche Frage ist nicht, ob man sich Solarthermie leisten kann – sondern ob man sich fossile Abhängigkeit noch leisten will.
8: Erfolgsfaktoren – was Kommunen tun können
Was können Kommunen konkret tun?
Ein paar einfache, aber entscheidende Schritte:
1. Kommunale Wärmeplanung starten.
Ohne Plan keine Wärmewende. Zuerst Daten erfassen: Wo entsteht Wärmebedarf?
Wo gibt’s Potenzial für Solarthermie? Wie könnte ein Versorgungskonzept Wärme aussehen?
2. Flächen sichern.
Frühzeitig geeignete Areale für Kollektorfelder reservieren.
3. Kooperationen fördern.
Stadtwerke, Energiegenossenschaften, Bürger*innen – alle an einen Tisch holen.
4. Förderungen nutzen.
Es gibt massive Bundesförderungen über die BEW (Bundesförderung effiziente Wärmenetze) und einige weitere Fördertöpfe, auch für die Planungsphase.
5. Kommunikation!
Menschen lieben sichtbare Projekte. Ein Sonnenfeld am Stadtrand ist ein Symbol für Fortschritt – und das motiviert. Und je mehr man die Bürgerinnen und Bürger einbindet, umso besser. Warum nicht eine Energiegenossenschaft für die lokale Wärmeversorgung?
9: Ein Blick in die Zukunft
Wenn wir heute beginnen, kommunale Wärmenetze mit Solarthermie auszubauen, kann in zehn Jahren die Hälfte unserer Städte mit regionaler, sauberer Wärme versorgt werden.
Das bedeutet:
• Keine fossilen Preisexplosionen mehr.
• Keine CO₂-Strafzahlungen.
• Keine geopolitischen Abhängigkeiten.
• Dafür saubere Luft, zufriedene Bürger und stolze Bürgermeister.
Und vielleicht – ganz nebenbei – auch ein bisschen mehr Sonne im Herzen der Stadt.
10: Fazit – die Sonne macht’s einfach besser
Die Solarthermie ist keine Science-Fiction, kein Luxusprojekt und auch kein Öko-Hobby.
Sie ist eine bewährte, zuverlässige, effiziente Technologie – und sie ist bereit, die Wärmewende auf kommunaler Ebene zu tragen, und bietet ein großes PLUS an Resilienz bezüglich kritischer Infrastruktur.
Kommunen, die jetzt handeln, sichern sich nicht nur einen Standortvorteil – sie investieren in Lebensqualität, Zukunftssicherheit und Klimaschutz.
Wer heute auf die Sonne setzt, hat morgen einfach die wärmeren Argumente. (lacht)
So, das war’s für heute.
Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert unseren Podcast und teilt ihn mit allen, die ihre Gemeinde gern ein bisschen sonniger sehen möchten.
Und, ein bisschen Werbung muss erlaubt sein: Woell-Consulting arbeitet mit Partnern in Deutschland und China zusammen. Auch das findet ihr in den Shownotes. Unsere 30 Jahre Erfahrung und unser Netzwerk ermöglichen es uns, Projekte in diesem Bereich anzustoßen.
Wenn ihr als Kommune also Interesse an einem ersten Grobkonzept, z. B. zur Nahwärmeversorgung eures Neubaugebietes, habt – dann meldet euch bei meinem Team und mir, und wer weiß … Vielleicht wird ja etwas Nachhaltiges in der Energieversorgung eurer Kommune daraus.
Noch ganz kurz was zu diesem Kanal:
Umlauts Are Overestimated, kurz UAO, versteht sich als eine Art offener Kanal für die Erneuerbaren und die Energiewende. Wer an einem unserer Kolloquien teilnehmen, in ein Interview treten oder einen Einzelvortrag wie diesen hier halten möchte, melde sich bitte bei dem Host des Podcasts, und das Team wird dann alles Weitere klären.
So weit, und das wäre es für heute, und immer dran denken, auch wenn andere etwas anderes behaupten: Die Sonne schickt keine Rechnung!
Bis zum nächsten Mal – bleibt warm, aber klimafreundlich!
Euer Andreas
Svens Deutschlandtour:
(alle Calls auf https://umlauts.de)
3.-4. Januar – Raum Würzburg
4.-6. Januar – Mannheim/Heidelberg
6.-7. Januar – Raum Frankfurt
8.-13. Januar – HRO, HL, HST
Hallo, mein Name ist Andreas Wöll. Ich bin Gründer von WOELL-Consulting und seit nunmehr 30 Jahren in den Erneuerbaren Energien tätig. Ich bin mithin ein Experte für die Energie- und Wärmewende und auch für Indoor-Farming-Konzepte. Außerdem bin ich zudem Vorsitzender des Fachausschusses Solarthermie – Erneuerbare Wärme der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e. V.
Schon seit einiger Zeit begegnen einem Begriffe wie Agrivoltaik – manchmal auch martialisch Agrovoltaik genannt. Die Idee: Fotovoltaik nicht nur auf dem Dach, dem Carport oder an der Fassade, sondern direkt auf dem Acker, also oben Strom, unten Salat, oder Erdbeeren, oder Gemüse, oder was weiß ich! – zu installieren. Und ja – in manchen Regionen der Welt funktioniert das bereits hervorragend.
Agrivoltaik in der Nähe von Kaohshung (Taiwan) für den Anbau von Essfarn, Champignons und Lingzhi).
Agrivoltaik ist weltweit auf dem Vormarsch. In Japan, werden z. B. zwischen den Solarpaneelen Süßkartoffeln angebaut. In Frankreich nutzen Winzer die PV-Anlagen, um die Reben vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. In Deutschland, im Bodenseegebiet, wird PV mit dem Apfel- oder in der Hallertau gar dem Hopfenanbau kombiniert. In China, Kasachstan und der Mongolei nutzt man die Agrivoltaik, um die Wüsten wieder zu begrünen und zum Beispiel Heilpflanzen anzubauen.
Ich verweise bei der Gelegenheit auf das Video von Sven Tetzlaff zu genau diesem Thema.
Doch wie das immer so ist: Eine Technologie allein kann uns nicht den Hintern retten. Eine Technologie, die gar nicht so jung ist und die z. Z. noch eine eher untergeordnete Rolle spielt, ist die PVT. Diese Technologie wird immer dann interessant, wenn das Flächenangebot begrenzt ist und neben Strom auch Wärme produziert werden muss. Eigentlich trifft das auf so ziemlich jedes Eigenheim zu. Aber es gibt noch deutlich mehr Anwendungsfälle mit einem deutlich größeren Impact.
Was ist also dieses ominöse PVT? Es ist die Kombination aus Fotovoltaik und Solarthermie in einem Bauteil. Also einerseits ein thermischer Solarkollektor und andererseits ein PV-Modul. Klingt einfach, aber so simpel ist es dann doch nicht, ich werde weiter unten darauf eingehen.
PVT gibt es, man glaubt es kaum, bereits seit den 80er Jahren.
Aber wie es mit guten Ideen manchmal so ist – sie sind ihrer Zeit voraus.
Für mich war PVT lange Zeit der sympathische Außenseiter auf den Messen und Solarshows: immer eingeladen, aber selten verbaut.
Die Gründe für den zögerlichen Einsatz waren unterschiedlich. Z. B. pure Unkenntnis beim Endkunden und vor allem dem Handwerk – denn ein Heizungsbauer verbaut keine PV und ein Elektriker keine Solarthermie. Besonders in DE steht sich da die Handwerksordnung selbst im Weg.
Der meines Erachtens wichtigste Grund für die Schwierigkeiten ist – die Anlagen waren meist nicht industriell gefertigt, sondern mehr oder minder in Manufaktur – jenseits aller Industriestandards – und damit sowohl preislich als auch bezüglich der street credibility nicht wirklich attraktiv.
Hinzu kommt, dass erst mit dem Advent der Wärmepumpe bestimmte Forderungen an die thermischen Anlagen, z. B. bezüglich Temperaturen, neu definiert wurden. Um es einfach zu sagen: Die Vorlauftemperaturen sind heute deutlich niedriger als noch im Öl- oder Gasheizungs-Zeitalter.
Ich schweife hier mal kurz in die Technik ab: Die heute üblichen Silizium-PV-Module haben einen negativen Temperaturkoeffizienten – heißt – der Wirkungsgrad der Module nimmt mit steigender Temperatur ab. Man kann diesen Effekt aus den entsprechenden Kurven ablesen.
Die Module aktiv zu kühlen, ist also ein naheliegender Gedanke. Doch solarthermische Anlagen alten Typs hatten sehr hohe Rücklauftemperaturen. Um die Begriffsverwirrung hier komplett zu machen: Der Rücklauf ist das, was bei einem Kollektor auf dem Dach ankommt, und der Vorlauf das, was in den Heizungskeller fließt. Das heißt, unter Umständen würde ich die PV-Zellen aufheizen statt zu kühlen. Das wäre natürlich blöd, ist aber bei heutigen abgestimmten Systemen kein Thema mehr.
Aber! Und auch das kann man im Hinterkopf behalten – diesen Effekt kann man z. B. im Winter nutzen, wenn die Module mit Eis oder Schnee bedeckt sind, denn der moderate Rücklauf würde Module von Eis und Schnee befreien, ohne dass man im wahrsten Sinne des Wortes Hand anlegen müsste.
Sowie die Module frei sind, erzeugen sie wie gehabt z. B. 24 % Strom. Und die übrigen 75 % Wärme nehme ich dann, um z. B. in einem Restaurant in den Alpen das Spülwasser vorzuheizen – und die WP macht dann mit dem PV-Strom den Rest.
Wie gesagt, PVT dümpelte eine ganze Weile vor sich her und war höchstens für Enthusiasten mit DIY-Fähigkeiten und natürlich die Wissenschaft interessant. Das hat sich geändert. Heimlich, still und leise hat die PVT in den letzten Jahren, initiiert durch die Energiekrise, wenn wir an Gas aus Russland denken und an die daraus resultierenden steigenden Gaspreise und den Drang nach Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, ein Revival erlebt und ist in der Industrie angekommen.
Und wie kann es anders sein, hat man sich zuerst in China von dem DIY-Image gelöst und fertigt dort mittlerweile industriemäßig diese Produkte bzw. Systeme.
Und SYSTEME ist auch gleich das Stichwort. Denn ein PVT-System spielt besonders dann seine Stärken aus, wenn es in das komplette Konzept des Wärme- und Strommanagements z. B. eines Einfamilienhauses, einer Schwimmhalle oder einer Nahwärme-Stromversorgung einer Siedlung eingebunden wird.
Warum? Weil erst in der Kombination mit einem cleveren Energiemanagementsystem, einer passenden Wärmepumpe und idealerweise Wärme- und Energiespeichern die PVT ihr volles Potenzial entfaltet. Es kommt einem sofort ein Orchester in den Sinn. Ein PVT-Modul allein klingt wie ein Cello-Solo – ganz nett, aber nicht abendfüllend. Mit Wärmepumpe, Speicher und cleverem Energiemanagementsystem wird es dann aber ein Konzert. Und zwar ein ziemlich nachhaltiges.
Ein Blick über den Tellerrand sei mir an dieser Stelle erlaubt: Indoor-Farming und Energieversorgung! In dem Zusammenhang wird es richtig spannend. Diese Anwendung scheint geradezu für PVT erfunden worden zu sein. Hier wieder Hinweis in den Shownotes zu einem Film zu genau diesem Thema.
Aber es gibt noch viele weitere Anwendungen, die für diese Kombination bzw. für das System interessant sind, und ich bin weit davon entfernt, die alle zu kennen. Was wäre z. B. mit Balkon-Solaranlagen mit PVT oder im Van-Life-Bereich oder was weiß ich … Daher würde ich mich freuen, wenn ihr entsprechende Ideen, wo man das noch nutzen könnte, mir hier reinwerft.
Und wer weiß, vielleicht können wir gemeinsam solche Ideen evaluieren und zur Anwendungsreife bringen?
Meinen Kontakt findet ihr hier: https://woell-consulting.eu
Insbesondere größere landwirtschaftliche Anwendungen würden mich persönlich sehr interessieren. Evtl. sogar in Kombination mit Agrivoltaik um den Kreis wieder zu schließen.
In aller Kürze: Wo liegen die Vorteile der PVT-Technologie?
• Platzersparnis
Eine Dachfläche, zwei Nutzen: Strom + Wärme. Gerade bei kleinen Dächern ein echter Vorteil.
Das Argument der „Flächenkonkurrenz“ ist somit ausgeräumt.
• Optik
Die PVT-Module tragen nicht stärker auf als reine PV-Module und sind fast nicht von denen zu unterscheiden.
• Erhöhte PV-Leistung durch Kühlung:
Da die thermische Komponente, die PV-Modulfläche kühlt, bleiben diese effizienter.
Im Mittleren Osten hat man bereits vor einigen Jahren wissenschaftlich den Nutzen belegt – dort kann durch aktive Kühlung der PV-Module ein Mehrertrag von ca. 10 % herausgeholt werden.
Es gibt mittlerweile weitere wissenschaftliche Artikel, die sich mit der Effizienzsteigerung von PVT-Systemen befassen.
Auch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE veröffentlicht regelmäßig Studien und Berichte zu diesem Thema.
• Systemintegration:
PVT funktioniert nicht als Insellösung, sondern im System mit entsprechend abgestimmten Komponenten.
Kombiniert mit einem Wärmepumpensystem und intelligentem Speicher wird daraus ein echtes Effizienzpaket.
Wo liegen die Herausforderungen?
• Technische Komplexität:
PVT ist anspruchsvoller in der Planung und Ausführung als reine PV- oder Solarthermieanlagen.
Das Management zwischen Strom/Wärme-Verbrauch, -Speicherung, -Erzeugung ist nicht trivial. Es gibt bereits Managementlösungen von Haier, die Voraussagen bezüglich Erzeugung und Verbrauch per AI machen.
Im Film SNEC RECAP erklärt Haier seine Lösung.
Die Fachwelt – also Installateure, Fachplaner, Energieberater usw. – wird sich mit diesem Thema befassen müssen.
Und wenn mir die ketzerische Bemerkung erlaubt sei: Eine Herausforderung wird auch sein, alte Zöpfe in der Branche abzuschneiden.
• Kosten
Ja, PVT ist in der Anschaffung preiswerter als eine Thermie- + PV-Anlage einzeln.
Aber ja, der Investitionsaufwand ist anfänglich natürlich höher, wenn man das eine ODER das andere installiert.
Dennoch ist die Amortisation überschaubar und je nach Anwendung – z. B. im Industriebereich – schneller erreicht als diskrete Systeme.
• Förderungen:
In der Schweiz gibt es bereits entsprechende Zuschüsse. In DE noch nicht, aber wir bei der DGS arbeiten daran.
Ich bin mir ziemlich sicher, PVT wird in den nächsten Jahren seinen festen Platz in der Energie- und Wärmewende bekommen – nicht nur in China, auch in Europa.
Eigentlich ist das auch kein Blick in die Glaskugel, denn in China sind gerade PVT-Großanlagen in der Pipeline.
Die Verbindung intelligenter Systeme und Speicher (Strom und Wärme) mit neuen Konzepten, wie z. B. dem genannten Indoor-Farming, eröffnet uns völlig neue Möglichkeiten. Dies eröffnet neue Märkte und Einnahmemöglichkeiten für die Fachleute da draußen. Wir können damit Energie und Lebensmittel lokal, nachhaltig und effizient produzieren. Vielleicht ernten wir morgen nicht nur Strom und Wärme vom Dach, sondern auch den Salat für den Teller direkt darunter bzw. nebenan.
Und was das Wichtigste ist: Wir haben ein weiteres Tool an die Hand bekommen, mit dem wir aktiv die Klimakatastrophe abwenden können – wenn wir denn wollen.
Soweit zu meinem Vortrag zu dem Thema PVT.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen heute einen spannenden Einblick geben in diese oft unterschätzte, aber umso wichtigere Technologie.
Und, ein bisschen Werbung muss erlaubt sein: Woell-Consulting arbeitet mit Partnern in Deutschland und China zusammen. Auch das findet ihr in den Shownotes. Unsere 30 Jahre Erfahrung und unser Netzwerk ermöglichen es uns, Projekte in diesem Bereich zu realisieren.
Wenn ihr also Interesse an einer Zusammenarbeit habt oder einfach nur Ideen – auch wenn diese vielleicht noch nicht zu Ende gedacht sind – dann meldet euch bei mir und meinem Team, und wer weiß … Vielleicht wird ja etwas Großes daraus.
Noch ganz kurz was zu diesem Kanal: Umlauts Are Overestimated versteht sich als eine Art offener Kanal für die Energiewende. Wer an einem unserer Kolloquien teilnehmen, in ein Interview treten oder einen Einzelvortrag wie diesen hier halten möchte, melde sich bitte bei dem Host des Podcasts, und das Team wird dann alles weiter klären.
So weit, und das wäre es für heute, und immer dran denken, auch wenn andere etwas anderes behaupten: Die Sonne schickt keine Rechnung!
Euer Andreas.
China ist dabei, seinen extrem zunehmenden Energiehunger an den Ausbau der Erneuerbaren zu koppeln. In der Ära Hu Jin Tao gab es noch die Vorgabe, dass das Energiewachstum direkt mit dem Wachstum des GDP gekoppelt zu sein hat. Davon hat man sich 2015 aufgrund verschiedener Gründe, also z. B. geopolitscher, technologischer (Stichwort AI), sozialer, umwelttechnischer oder rein ökonomischer Sicht, verabschiedet.
Das heißt, neben dem Repowering der fossilen Kraftwerke wird der Anteil sukzessive durch erneuerbare Energien ersetzt. Und das ist bei steigendem Energiebedarf in der Tat eine zusätzliche Herausforderung. Aktuell sind über 1,3 TW Solar- und Windkapazität in Planung.
Anfang des Jahres hat die Regierung ein Dokument herausgegeben, das es in sich hat: Es trägt den spröden Namen:
„Mitteilung über die Gewichtung der Verpflichtungen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Strombereich bis 2025 und damit zusammenhängende Angelegenheiten“.
Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission – also das NDRC – und die Nationale Energiebehörde haben Ziele für den Verbrauch erneuerbarer Energien für den Zeitraum 2025-2026 in den einzelnen Regionen und den Industrien veröffentlicht. Das sind verbindliche Ziele für die Provinzen und die Schlüsselsektoren.
Neben der bereits bestehenden Aluminiumindustrie werden nun auch Stahl, Zement, Polysilizizium und neu eingerichtete Datenzentren an nationalen Knotenpunkten (z. B. Beijing, Shanghai, Guangdong) in dieses Schema eingereiht. Die Stahl-, Zement- und Polysiliziumindustrie muss zwischen 25,2 % und 70 % ihres Stroms aus erneuerbaren Quellen beziehen.
Neue Rechenzentren an nationalen Knotenpunkten müssen einen Anteil von 80 % erneuerbarer Energien am Stromverbrauch erreichen.
Der Anteil der Provinzen, die für den Verbrauch erneuerbarer Energien (ohne Wasserkraft!!!) ist unterschiedlich hoch:
Shanghai liegt bei 10,7 %
Chongqing bei 10,8 %.
Innere Mongolei, Jilin, Heilongjiang, Henan, Gansu, Qinghai und Ningxia, bei 30 % .
Die Einhaltung der Zielvorgaben wird auf der Grundlage des tatsächlichen physischen Verbrauchs in den einzelnen Provinzen beurteilt, ergänzt durch den Kauf von grünen Energiezertifikaten (GEC) aus anderen Regionen. Wobei ich anmerken muss, dass diese Zertifikate umstritten sind und man auch da Gesetzesnovellen erwarten kann. Wie zuvor erwähnt, sind die Zielvorgaben für 2025 verbindlich und müssen bis zum Ende des Jahres erfüllt werden, wobei keine Möglichkeit besteht, Fehlmengen auf 2026 zu übertragen.
Aber kann die CN-EE-Industrie das überhaupt wuppen? Bevor ich darauf eingehe, muss ich mal das oft und gerne zitierte „Solar-Dumping“ erklären.
Man meint damit, dass Module oder ganze Anlagen unter Wert angeboten werden. Das findet so nicht statt, mithin ist der Begriff zwar falsch, aber das ist jetzt nicht das Thema. Was gemeint ist, dass zT. billigste Module auf den Markt kommen – auch in China. Der Grund ist, dass es sehr unterschiedliche Technologien gibt, die auch seeehr unterschiedlich kosten. Ich habe die Technologien in meinem SNEC-Video kurz erklärt.
Diese Billiganbieter treten zwar in den realen Wettbewerb, sie brauchen gar nicht zu dumpen, denn sie sind tatsächlich so billig, aber im Sinne des technischen Fortschritts sind sie natürlich Gift. Die Endkunden interessiert nicht die Technologie, sondern nur der Preis und die Haltbarkeit. Eine Investition in z. B. eine BC- oder HJT-Anlage ist unfassbar teuer, sodass viele Hersteller an alter Technologie festhalten. Oder, wenn es ganz schlimm kommt, sogar in wirtschaftliche Schwierigkeiten treibt.
NUR, das steht im krassen Gegensatz zu den Industriezielen, DENN, um diese Ziele zu erreichen, braucht es DRINGEND neue Technologien. Deshalb hat Chinas Industrieminister Li Lecheng die 14 größten Solar-CEOs einbestellt und die Industrie aufgefordert – salopp gesagt – neue Technologien zu fördern und alte Zöpfe abzuschneiden.
Dazu zählt auch die oben genannte Polysilikon-Industrie, die nun auch die EE-Steuer aufgedrückt bekommt. Polysilizium wird in allen Solartechnologien verwendet – die Herstellung ist aber sehr energieintensiv. Polysilizium wird aber auch in der Al-BSF-Technologie (Aluminium Back Surface Field) verwendet, die in der Tat unglaublich billig ist. Was dann folgte, war, dass 10 Poly-Hersteller ihre Produktion um 30% gedrosselt haben. Noch am selben Tag stiegen die Aktien von Longi, Aiko, Tongwei usw. am Shanghai Stockmarket.
Was bedeutet das nun: Kurzfristig werden die Preise für Solar steigen. Wie kurz kurzfristig ist, wage ich nicht vorauszusagen.
Wichtig ist aber, dass mit den Profiten nun in neue Hightech-Anlagen wie BC, HJT und auch TOPCon investiert wird.
Noch wichtiger: Es wird wieder Geld für die Forschung frei, denn wir sind selbst bei den vorhandenen Hochtechnologien noch lange nicht am theoretischen Wirkungsgrad – der Shockley-Queisser-Grenze – von 33% bzw. am praktischen Limit von ca. 26-28% angekommen.
Und wenn dieses Ziel mal erreicht wird, stehen ganz neue Technologien wie Perowskit oder andere Tandem-Systeme in den Startlöchern, auf die aber noch seeeehr viel Forschungs-Geld geworfen werden muss, damit diese in der Real-Industrie ankommen.
Was bedeutet das für Deutschland bzw. Europa? Wenn ich in DE bin, freue ich mich einerseits, dass gerade im privaten Umfeld so viel installiert wird. Ich mein, die Steckersolar-Geschichte ist wirklich spektakulär. Was mich dann aber irritiert, ist, dass einige dieser Anlagen offensichtlich aus Polyzellen bestehen – also unterste Qualität und natürlich Preis sind. Diese Billigst-Anlagen werden aus dem Markt verschwinden. Ich bin mir sicher, auch Vietnam, Malaysia, Indien und Singapur werden dem chinesischen Beispiel folgen und Al-BSF beenden.
Mal abgesehen von diesen Kleinanlagen: Dieser zu erwartende Sprung in neue Technologien und die damit verbundene Industriepolitik werden für mehr Patente, effizientere Technologien und mittelfristig NOCH preiswertere Module aus China sorgen. Der Preis pro Watt wird sinken und damit gleichzeitig der wissenschaftlich-technische Fortschritt im Bereich Solar in China rasant ansteigen. Ich erspare mir jetzt hier, die Verbraucher, die Politik oder gar die Medien in DE zu belehren.
Nur einen Rat hätte ich: Die Solarindustrie und angewandte Solar-Forschung und -Technik in der EU bzw. DE sind weit abgeschlagen im Vergleich zu Asien – gleichzeitig ist die Grundlagenforschung in DE bzw. Europa immer noch TOP. Damit letzteres so bleibt, und man auf anderen Feldern wieder Anschluss bekommt, führt kein Weg an Kooperation und Informationsaustausch vorbei. Kommt nach China, besucht die Firmen, lotet Kooperationsmöglichkeiten aus, lasst koloniale Attitüden und die zivilisatorische Kränkung hinter euch und lernt von China.
Neuer Podcast – EEKolloquium & Umlauts Are Overestimated sind zu einem EE-Podcast verschmolzen.
Quellen:
https://youtu.be/rim27l8m8gY
https://guangfu.bjx.com.cn/news/20250709/1450251.shtml
https://asiabits-de.beehiiv.com/p/preiskrieg-stopp-solarindustrie
https://globalenergymonitor.org/report/chinas-solar-and-onshore-wind-capacity-reaches-new-heights-while-offshore-wind-shows-promise/
[ Diese Folge wurde von EE-KOLLOQUIUM importiert]
Dies ist die erste ECOL-Sendung mit konkreten Themen, die man nicht überall zu hören bekommt.
00:17:08 Einführung
Was das hier ist? Das ist der neue Erneuerbare-Energien-Podcasts EE-KOLLOQUIUM (ecol).
Der Name steht für das Erneuerbare-Energie-Kolloquium.
Wie das funktioniert? Drei Experten bzw. Expertinnen sitzen im Studio und stellen jeweils eine Innovation aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien vor oder erzählen eine spannende Geschichte zu dem Thema. Im Anschluss wird diskutiert.
Wir haben ein festes Team aus vier Leuten, aber natürlich laden wir auch immer mal wieder Gäste ein, die sich in ihrem Bereich der Wissenschaft, Wirtschaft oder Politik mit den EE beschäftigen.
00:01:34 Thermische Anlagen on Steroids
Vortrag von Marisol Oropeza
00:23:09 Langzeit-Energiespeicher
Vortrag von Andreas Woell
43:21:24 Christian Lindner vs. Quanten
Vortrag von Sven Tetzlaff
Christian Lindner (Bericht aus Berlin vom 24. März 2024)
https://www.ardmediathek.de/video/bericht-aus-berlin/bericht-aus-berlin-vom-24-maerz-2024/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2JlcmljaHQgYXVzIGJlcmxpbi8yMDI0LTAzLTI0XzE4LTAwLU1FWg
„Es birgt das Herz der Quantenmechanik in sich. Es ist absolut unmöglich, auf klassische Weise zu erklären. Es enthält das gesamte Rätsel der Quantenmechanik. Welcher Mechanismus steckt dahinter? Niemand weiß es. Niemand kann eine tiefere Erklärung dieses Phänomens geben.” Feynman 1967
Der Doppelspalt-Versuch (Al-Khalili):
Perovskite Kristallstruktur:
https://books.google.com/books?id=mjIji8x-N1MC&pg=PA413#v=onepage&q&f=false
Quantum Dot:
https://arxiv.org/pdf/q-alg/9712012
Eicke Weber – Vortrag:
Eicke Weber – Interview:
33.9% Longi-PV-Wirkungsgrad-Weltrekord 2023: https://www.longi.com/en/news/new-world-record-for-the-efficiency-of-crystalline-silicon-perovskite-tandem-solar-cells/
34.6% Longi-PV-Wirkungsgrad-Weltrekord 2024: https://www.longi.com/us/news/2024-snec-silicon-perovskite-tandem-solar-cells-new-world-efficiency
Hallo und herzlich willkommen zu Umlauts Are Overestimated, dem Erneuerbare-Energien-Podcast. (…) Ja, ich weiß, das klingt jetzt vielleicht ein wenig überraschend, aber es geht weiter auf diesem Kanal. Ich hatte in der letzten Folge eine Pause angekündigt. Die Idee war und ist, dass ich meine anderen Single-Podcasts auf das China-Tagebuch zusammenziehe. Das bleibt auch so.
Aber wir haben ja in der Zwischenzeit auch noch einen weiteren Podcast gestartet, auf einem eigenen Server, und zwar EEKolloquium, also Erneuerbare-Energien-Kolloquium. ABER, wir hatten diverse Schwierigkeiten, den Podcast anzumelden, wo er angemeldet werden muss. Und zweitens ist das Format etwas schwierig. Denn es hat sich herausgestellt, dass es nicht so einfach ist, vier Leute zu einer bestimmten Zeit zusammenzubekommen.
Also habe ich mich entschlossen, diese Instanz als den Ort für den Erneuerbaren-Energien-Podcast zu nutzen. Hier wird auch das EEKolloquium einfließen. Das heißt also, diese Form des Kolloquiums, dass sich mehrere Leute über Paper oder Veröffentlichungen oder ein Thema aus der erneuerbaren Energiebranche unterhalten, wird hier weiterleben.
Zusätzlich wird es Interviews auf diesem Kanal geben, so wie es die auch schon in der Vergangenheit gab. Und es wird auch einzelne Referate von mir oder von anderen Personen geben.
Die Instanz hier wird in Zukunft die erneuerbaren Energien in ihrer ganzen Bandbreite inklusive Randbereichen wie Speicher, E‑Mobilität usw. aus verschiedenen Blickwinkeln in unterschiedlichen Zuschnitten abdecken.
Lin hat acht Jahre in Beijing gewohnt und ist nun wieder zurück in Deutschland. Wir unterhalten uns über den Reverse Culture Shock, den eine solche Umstellung (vielleicht) auslöst.
Bio: Lin Böwer, Baujahr 1968, Hamburgerin, Informatikkauffrau, fünf Kinder zwischen 17 und 34 Jahren, lebt, liest, schreibt, bloggt, fotografiert jetzt in Magdeburg, vorher 8 Jahre in Peking.
eMail an Lin: [email protected]
Peking-Blog: https://ombidombi.de
Neues Blog: https://linteresse.de
Mastodon: https://machteburch.social/@lin
Instagram: https://www.instagram.com/linni_hh/
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