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Die ›Rittertreue‹ erzählt von einem dramatischen Konflikt, in den der fesche, aber verarmte Ritter Willekin gerät, der mit seinem letzten Geld in eine Stadt kommt, in der um die Hand der reichen Königstochter gekämpft werden soll. Dort lässt er sich auf ein verhängnisvolles Versprechen gegenüber einem fremden Ritter ein, der in Wirklichkeit ein Untoter ist, dessen Seele noch keinen Frieden gefunden hat: Dieser ist bereit, Willekin sein außergewöhnliches Pferd für das Versprechen zu überlassen, dass Willekin alles, was er im Turnier durch das Pferd erkämpft, mit ihm teilt. Willekin ist einverstanden und siegt. Doch in der Hochzeitsnacht erscheint der untote Ritter und fordert seinen Anteil an der Braut. Jetzt muss sich Willekin entscheiden: Überlässt er dem Fremden seine Braut oder bricht er sein ritterliches Ehrenwort?
Über Kommentare oder Feedback an [email protected] oder auf Instagram (unerhoertes_mittelalter) freuen wir uns natürlich auch!
Credits:
Hosts: Prof. Dr. Katharina Philipowski, Daniela Vukadin
Gast: Prof. Dr. Christian Schneider
Erzähler: Prof. i. R. Dr. Harald Haferland
Jingle: Karl Wenzel
Schnitt: Max Asmus
Ein besonderer Dank gilt außerdem der Universität Potsdam für die Bereitstellung von Mitteln, technischer Unterstützung und vor allem unserem Tonstudio.
In dieser Erzählung geht um einen hungrigen Hund, den sein Herr vom Hof gejagt hat, und um eine raffinierte Lerche, die dem verzweifelten Hund zu einer Mahlzeit verhilft. Endlich wieder satt, steht dem Hund der Sinn nach Unterhaltung. Auch diesen Wunsch erfüllt ihm die Lerche. Sie führt ihn zu einer Scheune, von deren Dach aus er dabei zusehen kann, wie sie zwischen zwei Männern, die in der Scheune dreschen, eine Schlägerei anzettelt. Darüber gerät der Hund in ein so heftiges Gelächter, dass er vom Dach stürzt. Was es mit dem Lachen des Hundes auf sich hat, ob die Lerche ihm weitere Wünsche erfüllt und worum es bei dieser scheinbar so leichtfüßigen Geschichte wirklich geht, erfahrt ihr von Prof. Dr. Hans-Jürgen Scheuer (HU Berlin), der für diese Episode zu Gast im Podcaststudio ist.
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Credits:
Hosts: Natalie Mlynarski-Jung, Hans Levin
Gast: Prof. Dr. Hans-Jürgen Scheuer
Erzähler: Prof. i. R. Dr. Harald Haferland
Jingle: Karl Wenzel
Schnitt: Max Asmus
Ein besonderer Dank gilt außerdem der Universität Potsdam für die Bereitstellung von Mitteln, technischer Unterstützung und vor allem unserem Tonstudio.
Der Ritter, um den es in dieser Geschichte geht, ist überaus verschwendungs- und selbstsüchtig. Er verprasst sein Hab und Gut, bis Gott ihm alles nimmt. Weil er den Verlust nicht ertragen kann, bittet er jemanden, der allein im Wald lebt und mit dem Teufel im Bunde steht, ihm zu helfen. Dieser fädelt eine Begegnung mit dem Teufel ein, in dessen Dienst der Ritter treten soll, um wieder zu Reichtum zu gelangen. Doch als der Teufel verlangt, dass der Ritter nicht nur Gott, sondern auch der Gottesmutter abschwört, besinnt sich der Ritter und fleht in einer Kapelle eine Holzfigur der Gottesmutter mit Kind um Vergebung an. Ob ihm wohl Vergebung zuteilwird?
Vor allem stellt sich hier aber die Frage, ob man diese Erzählung heute noch kennen und verbreiten sollte, denn der, der den Teufelsbund vermittelt, ist ein Jude. Über Antijudaismus in mittelhochdeutschen Texten sprechen wir mit unserem heutigen Gast, Prof. Dr. Andreas Hammer (Konstanz).
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Credits:
Hosts: Natalie Mlynarski-Jung, Hans Levin
Gäste: Prof. Dr. Andreas Hammer
Erzähler: Prof. i. R. Dr. Harald Haferland
Jingle: Karl Wenzel
Schnitt: Max Asmus
Ein besonderer Dank gilt außerdem der Universität Potsdam für die Bereitstellung von Mitteln, technischer Unterstützung und vor allem unserem Tonstudio.
Die heutige Erzählung handelt von einem Paar, das wirklich jeder kennt: Es geht um Adam und Eva, doch die Geschichte spielt nicht im Paradiesgarten, sondern hat eine Episode zum Thema, die in der Bibel nicht erzählt wird, nämlich das Leben des ersten Paares auf der Erde. Hier begegnet ihnen auch der Teufel wieder, der ihnen bereits in Paradies nachgestellt hatte. Und er erklärt den beiden, warum er sie so hasst: Um ihretwillen nämlich wurde er von Gottes Lieblingsengel zum Satan. Wie das zu verstehen ist, erfahrt ihr von unserem heutigen Gast, PD Dr. Beatrice Trînca (HU Berlin) in der Episode ›Adam und Eva‹.
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Credits:
Hosts: Natalie Mlynarski-Jung, Hans Levin
Gast: PD Dr. Beatrice Trînca
Erzähler: Prof. i. R. Dr. Harald Haferland
Jingle: Karl Wenzel
Schnitt: Max Asmus
Ein besonderer Dank gilt außerdem der Universität Potsdam für die Bereitstellung von Mitteln, technischer Unterstützung und vor allem unserem Tonstudio.
In der Erzählung vom ›Wirt‹ geht es eigentlich um fünf Figuren: Außer dem Wirt und seiner schönen Frau sind das drei junge Männer, von denen einer sogar zaubern kann.
Die Geschichte ist in ihrer freizügigen Darstellung sexueller Handlungen zwischen den drei Männern und der Frau, die sich vor den Augen ihres Ehemannes ereignen, außergewöhnlich. Stattfinden können diese drastischen Handlungen nur, weil der Wirt sich einreden lässt, eine seltene Planetenkonstellation verwirre seine Sinne.
Ob der Erfolg dieser Behauptung mit der Dummheit des Wirtes, mit der Dreistigkeit der Männer oder doch dem vielen Alkohol, der im Spiel ist, zu erklären ist, diskutieren wir mit unseren heutigen Gästen: Prof. Dr. Astrid Lembke (Uni Mannheim) und Prof. Dr. Stephan Müller (Uni Wien).
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Credits:
Hosts: Prof. Dr. Katharina Philipowski, Prof. Dr. Franziska Wenzel
Gäste: Prof. Dr. Astrid Lemke, Prof. Dr. Stephan Müller
Erzähler: Prof. i. R. Dr. Harald Haferland
Jingle: Karl Wenzel
Ein besonderer Dank gilt außerdem der Universität Potsdam für die Bereitstellung von Mitteln, technischer Unterstützung und vor allem unserem Tonstudio.
Die Erzählung, um die es heute geht, wird ›Frauenerziehung‹ genannt. Es geht um Mutter und Tochter, eine boshafter, starrsinniger und widerspenstiger gegenüber dem Ehemann und Vater als die andere. Die Versnovelle erzählt davon, wie ihr Widerstand von einem jungen Ritter durch psychische und durch physische Gewalt gebrochen wird. Ob der Text das als ein happy end präsentiert und warum man sich mit einer solchen Erzählung trotz oder sogar gerade wegen ihrer Gewaltdarstellungen auseinandersetzen sollte, diskutieren wir mit unseren beiden Gästen
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Credits:
Hosts: Prof. Dr. Katharina Philipowski, Prof. Dr. Franziska Wenzel
Gäste: Prof. Dr. Judith Klinger, Prof. Dr. Andrea Sieber
Erzähler: Prof. i. R. Dr. Harald Haferland
Jingle: Karl Wenzel
Ein besonderer Dank gilt außerdem der Universität Potsdam für die Bereitstellung von Mitteln, technischer Unterstützung und vor allem unserem Tonstudio.
Auch die Erzählung vom 'Striegel' ist gewissermaßen eine gaslighting-Geschichte, deren Opfer eine Königstochter ist, die starrsinnig darauf besteht, nur einen Mann heiraten zu wollen, der nicht minnen (hier heißt das, Sex haben) kann, weil er keinen Penis hat. Ein findiger Ritter, der allerdings nur am Reichtum der naiven und erotisch unerfahrenen Prinzessin interessiert ist, gibt sich erfolgreich als ein solcher aus. In der Hochzeitsnacht nennt er das, was er mit ihr tut, Striegeln. Und plötzlich erweist sich die Königstochter, die zuvor partout nicht minnen wollte, als regelrecht besessen vom Striegel und vom Striegeln. Wohin das wohl führen mag? Das erfahrt ihr in unserer neuen Podcast-Folge.
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Credits:
Hosts: Natalie Mlynarski-Jung, Hans Levin
Gäste: Prof. Dr. Anna Kathrin Bleuler
Erzähler: Prof. i. R. Dr. Harald Haferland
Jingle: Karl Wenzel
Schnitt: Max Asmus
Ein besonderer Dank gilt außerdem der Universität Potsdam für die Bereitstellung von Mitteln, technischer Unterstützung und vor allem unserem Tonstudio.
Dass in mittelhochdeutschen Versnovellen durchaus nicht immer Frauen die Dummen sind, zeigt diese Geschichte. Ihr Held ist ein junger Bauer, dem seine fehlenden Kenntnisse über die weibliche Anatomie zum Verhängnis werden. Der reiche Bauernsohn Hunor ist so einfältig und unerfahren, dass er sich von seiner gewitzten Braut, die eigentlich lieber den Ritter geheiratet hätte, in der Hochzeitsnacht einreden lässt, sie habe keine fud, aber der Ritter könne ihr eine anfertigen. Ob Hunor, als er seine Braut nach sechs Wochen beim Ritter wieder abholt, zufrieden ist, erfahrt ihr in der heutigen Folge.
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Credits:
Hosts: Natalie Mlynarski-Jung, Hans Levin
Gast: Prof. Dr. Elke Koch
Erzähler: Prof. i. R. Dr. Harald Haferland
Jingle: Karl Wenzel
Schnitt: Max Asmus
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Der „Rosendorn“ ist besonders, denn eine der beiden Hauptfiguren ist ein weibliches Genital, das durch ein Heilkraut die Fähigkeit erlangt, zu sprechen. So kann es, die fud, sich endlich der Dame gegenüber, (zu) der es gehört, über die fehlende Wertschätzung beklagen, die ihr und ihrem Aussehen stets zuteilwurde. Anklage und Forderungen der fud führen allerdings nicht zu größerer Anerkennung durch die Dame, sondern zur Trennung, die beide etwas Wichtiges lehrt. Expert*innen im Studio sind Prof. Dr. Judith Klinger (Potsdam) und Prof. im Ruhestand, Dr. Harald Haferland (Osnabrück).
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Credits:
Hosts: Natalie Mlynarski-Jung, Hans Levin.
Gäste: Prof. Dr. Judith Klinger, Prof. i. R. Dr. Harald Haferland
Erzählerin: Prof. Dr. Franziska Wenzel
Jingle: Karl Wenzel
Schnitt: Max Asmus
Ein besonderer Dank gilt der Universität Potsdam für die Bereitstellung von Mitteln, des Tonstudios sowie für die technische Unterstützung.
Anders als der Titel dieser Erzählung vermuten lässt, sind nicht die beiden Studenten die Hauptfiguren, sondern die Elben Irreganc und Girregar.
Die sind zwar von den Studenten und der Ehefrau und Tochter des Hausherrn, der die Studenten beherbergt, nur erfunden worden, um den Hausherrn an seinem Verstand zweifeln und verzweifeln zu lassen. Doch das heißt nicht, dass es in dieser Geschichte nicht um das Unheimliche geht. Es hat hier aber eher mit dem Sozialen als mit dem Magischen zu tun. Das 'Studentenabenteuer' ist also durchaus als moderne Gaslighting-Erzählung zu verstehen.
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Literaturhinweise aus der Folge:
Judith Klinger: Fremdes Begehren. Spiele der Identitäten und Differenzen im späten 12. Jahrhundert. Berlin/Boston 2025 (Literatur - Theorie - Geschichte 31).
Philip Reich: Der fahrende Schüler als prekärer Typus. Zur Genese literarischer Tradition zwischen Mittelalter und Neuzeit. Berlin/Boston 2021 (Deutsche Literatur. Studien und Quellen 39).
Credits:
Hosts: Natalie Mlynarski-Jung, Hans Levin
Gast: Prof. Dr. Judith Klinger
Erzähler: Prof. i. R. Dr. Harald Haferland
Jingle: Karl Wenzel
Schnitt: Max Asmus
Ein besonderer Dank gilt außerdem der Universität Potsdam für die Bereitstellung von Mitteln, technischer Unterstützung und vor allem unserem Tonstudio.
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