In der Unibibliothek Freiburg lagert unter der unscheinbaren Signatur Hs. 702 eine rund 1.200 Jahre alte Handschrift mit der Einleitung zum Lukas-Evangelium. Woher es stammt, war lange unklar. Nun kommen neue technische Methoden zum Einsatz, um dem Ursprung des Pergamentfragments auf die Spur zu kommen.
Hendrik Hameeuw von der Katholischen Universität Leuven in Belgien erforscht insulare Handschriften. Als „insular“ bezeichnet man Handschriften aus Pergament, die zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert in England und Irland entstanden. Charakteristisch sind ihre Schrifttypen sowie aufwendig verzierten Buchmalereien.
Für die Untersuchung des Freiburger Fragments baute Hameeuw mit einem internationalen Forschungsteam mobile Analysegeräte im 3. Untergeschoss der Universitätsbibliothek Freiburg auf. Im Interview mit uniCROSS erklärt er, wie er mit digitalen Analysemethoden, die Herkunft des Freiburger Fragments entschlüsseln will.