In dieser Folge räumen wir mit dem Mythos auf, dass Resilienz bedeutet, stillschweigend unerträgliche Verhältnisse auszuhalten oder Krisen einfach tapfer zu ertragen.
Wir werfen erneut einen Blick auf die Thesen von Klaus Bremen aus seinem Buch „Uns neu umeinander kümmern“.
Er argumentiert pointiert: Resilienz darf nicht politisch individualisiert und den Einzelnen als Last aufgebürdet werden, wenn sie scheitern. Vielmehr ist sie zutiefst relational und entsteht erst durch verlässliche soziale Strukturen, Zugehörigkeit und echte Lebenssorge (Care).
In dieser Episode diskutieren wir:
- Der Irrtum der Materialwissenschaft: Warum Menschen – anders als ein Stück Metall – nach einer Krise nicht einfach in ihre Ursprungsform zurückkehren können und warum sie Sicherheit und Handlungsspielräume für ihre Zukunft brauchen.
- Die Infrastruktur des Vertrauens: Wieso Zugehörigkeit, verlässliche Beziehungen und soziale Dienste (wie Pflege und Bildung) keine "weichen Zusatzgüter", sondern die absolute Grundvoraussetzung dafür sind, dass Menschen nach Erschütterungen überhaupt wieder Vertrauen fassen können.
- Lebenssorge in der Klimaepoche: Wie der Sozialstaat in Zeiten tiefgreifender ökologischer Veränderungen zu einem proaktiven Lebenssorge- und Care-Staat werden muss. Wir erklären, warum die Rückkehr zur "alten Normalität" keine Option mehr ist und Resilienz stattdessen als Fähigkeit zur Transformation verstanden werden muss.
Wer heute in tragfähige Lebenssorge-Strukturen investiert, investiert in die Zukunftsfähigkeit unserer gesamten demokratischen Gesellschaft.
Lass uns aufhören, Resilienz als individuelle Pflicht zur Anpassung zu begreifen – und sie stattdessen als gemeinsame Utopie-Fähigkeit nutzen!
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