Von 1940 bis 1942, also gleich im Anschluss an die Option, lief in Südtirol die größte volkskundlich Feldforschung der Geschichte: die sog. Südtiroler Kulturkommission, eine Dienststelle der SS-Forschungsgemeinschaft „Das Ahnenerbe“, war im ganzen Land unterwegs, um das kulturelle Erbe der deutschen und ladinischen Optanten zu dokumentieren, die sozusagen vor der Umsiedlung ins Deutsche Reich standen. Die Auswanderer sollten nämlich nicht nur ihr materielles Hab und Gut in die neue Heimat mitnehmen, sondern auch ihr immaterielles Kulturgut. Diese immensen Feldforschungen betrafen vor allem den Bereich Volkskunde, also die Bräuche, Volkslieder und -tänze, die Trachten, die Dialekte, die Sagen und Erzählungen und die Bauernhöfe. Um das alles zu sammeln, zu erforschen und zu dokumentieren, gab es 13 wissenschaftliche Arbeitsgruppen; das Büro der Südtiroler Kulturkommission war im Hotel Mondschein in Bozen. Mehr über diese ideologische Feldforschung hören Sie von Prof. Thomas Nußbaumer, Experte für Volksmusikforschung am Mozarteum Salzburg.