"Kümmernis - eine wieder und neu entdeckte Kultfigur", so lautet der Titel der aktuellen Sonderausstellung im Frauenmuseum Meran. Kuratorin Ulrike Wörner von der Universität Regensburg setzt sich darin mit den verschiedenen Aspekten rund um die hl. Kümmernis auseinander: ihrer Legende und Verehrung im späten Mittelalter, ihrer Darstellung als Jungfrau mit Bart und langem Kleid am Kreuz und der Vielschichtigkeit dieser androgynenen Figur. 500 Jahre lang wurde die hl. Kümmernis als Helferin und Heilerin verehrt, die nicht nur sich selbst, sondern auch andere von Kummer und Nöten befreite. Auch bei uns in Südtirol wurde die hl. Kümmernis sehr verehrt. Wörner zeigt dann auch auf, wie sich das Motiv der "Frau am Kreuz" von der ursprünglichen Ikonografie und dem religiösen Gehalt löst und zur freien Projektionsfläche wird für politische, soziale und sonstige Anliegen. Besonders auch in der Kunst und in der Pop-Kultur der Gegenwart findet das Bild der "Frau am Kreuz" vielfältigste Verwendung.