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Teil drei der Sommerreihe über Viren, die einen im Urlaub erwischen können. Nach Italien und Skandinavien geht es jetzt in die Tropen. Das Oropouche-Virus löst das Oropouche-Fieber aus und wird nicht von Moskitos, sondern von winzigen Gnitzen übertragen – denselben Blutsaugern, die auch die Blauzungenkrankheit verbreiten. Florian Krammer erklärt, warum das Virus mit gefährlicheren Verwandten wie dem Krim-Kongo- und dem Rift-Valley-Fiebervirus verwandt ist, wie es zwischen Regenwald-Zyklus (mit Faultieren, Affen und Vögeln) und einem problematischeren urbanen Zyklus von Mensch zu Mensch wechselt, und warum die Symptome oft zweimal auftreten – erst verschwinden sie, dann kcommen sie nach sieben bis zehn Tagen zurück. Meist verläuft die Infektion mild, doch in seltenen Fällen drohen Meningitis, das Guillain-Barré-Syndrom oder Schäden beim ungeborenen Kind. Impfstoffe oder Medikamente gibt es keine – Schutz vor Stichen ist alles.
Review zum Oropouche Virus [Englisch]: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11945866/
ECDC Risikoanalyse für Oropouche (veraltet) [English]: https://www.ecdc.europa.eu/sites/default/files/documents/TAB-Oropouche-august-2024.pdf
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Die Icahn School of Medicine at Mount Sinai hat Patentanträge für SARS-CoV-2 serologische Tests, Newcastle Disease Virus-basierende COVID-19 Impfstoffe und Influenza Impfstoffe und Therapien gestellt, die mich als Miterfinder anführen. Diese Patente gehören der Icahn School of Medicine at Mount Sinai aber Teile der Lizenzgebühren weden auch an die Erfinder ausbezahlt. Die Patente für den COVID-19 Impfstoff wurde an CastleVax auslizensiert, wo ich Mitbegründer und Scientific Advisory Board Member bin.
Ich habe in der Vergangenheit Merck, Pfizer, Seqirus, GSK, Sanofi, Gritstone und Curevac als Consultant beraten und ich berate momentan die Firmen Avimex (Mexiko), Third Rock Ventures (USA), NovaBioma (Österreich) und BesparkBio (Österreich).
Mein Labor in New York hat in der Vegangenheit mit GSK, Pfizer und VIR zusammengearbeitet und arbeitet zur Zeit mit den Firmen Dynavax und Inimmune zusammen. Rein wissenschafltiche Kollaborationen gibt es momentan auch mit Moderna und Sanofi.
Meine Arbeit in den USA an Immunität und Infektionskrankheiten wird vor allem von den US National Institutes of Health, aber auch von Flu Labs und Tito's Handmade Vodka gefördert. In der Vergangenheit erhielten wir auch Forschungsförderung von der Bill und Melinda Gates Foundation, PATH und dem US Department of Defense.
Unsere Forschung in Österreich wird von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und dem Iganz Semmelweis Institut durch die Medizinische Universität Wien unterstützt.
Teil zwei der Sommerreihe über Viren, die einem im Urlaub begegnen können – diesmal geht es nach Norden. Das Sindbis-Virus wird von ganz gewöhnlichen Stechmücken übertragen und löst Erkrankungen aus, die je nach Region Pogosta-Krankheit, Ockelbo-Krankheit oder Karelisches Fieber heißen. Florian Krammer erklärt, warum das Virus mit Chikungunya verwandt ist, wie es über Zugvögel nach Eurasien kam, und warum die meisten Infektionen unbemerkt bleiben (auf einen symptomatischen Fall kommen 20 bis 40 asymptomatische). Wer es erwischt, bekämpft aber oft eine hartnäckige Arthritis, die Monate bis Jahre anhalten kann. Kurios: Größere Ausbrüche in Finnland treten offenbar in Sieben-Jahres-Intervallen auf, der letzte war 2021. Impfstoffe oder Medikamente gibt es keine.
Gutes Review zum Sindbis Virus [Englisch]: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12758272/
ECDC Fact Sheet zu Sindbis Virus [Englisch]: https://www.ecdc.europa.eu/en/sindbis-fever/facts
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Auftakt zur kleinen Sommerreihe über Viren, die einem im Urlaub begegnen können: Das Pappataci-Fieber wird von Sandmücken übertragen und von Viren wie dem Toskana-, Neapel- und dem Sizilianischen Sandmückenfieber-Virus ausgelöst. Florian Krammer erklärt, warum die winzigen, kaum spürbaren Mücken ihren Namen aus dem Italienischen haben („leise essen"), warum sie schlecht fliegen und deshalb vor allem in Bodennähe zubeißen und weshalb rund 25 % der Bevölkerung in betroffenen Regionen Antikörper tragen, ohne je krank gewesen zu sein. Die meisten Infektionen verlaufen mild, das Toskana-Virus kann in seltenen Fällen aber das zentrale Nervensystem befallen. Impfstoffe oder Medikamente gibt es keine – bleibt nur der Mückenschutz.
Link zu italienischer Studie die einen Anstieg in neurinvasive Toskanavirusinfektionen beschreibt [Englisch]: https://www.eurosurveillance.org/content/10.2807/1560-7917.ES.2025.30.2.2400203
ECDC Information zum Toskana Virus, aber etwas veraltet [Englisch]: https://www.ecdc.europa.eu/en/toscana-virus-infection
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Zum ersten Geburtstag von viroLOGISCH gibt es eine besondere Folge: Erstmals sitzen Florian Krammer und Producer Lukas Rabensteiner gemeinsam im Studio für die zweite Q&A-Runde. Die Fragen reichen von charmant-einfach bis hochspezialisiert: Haben Viren eigentlich Farben? Was ist das größte und längste Virus? Welche Viren können Katzen bekommen? Dazu geht es um die Verbreitung des Alongshan-Virus, um Ebola (wie oft man sich unbewusst ins Gesicht fasst, wie lange Oberflächen infektiös sind und welche Hygienemaßnahmen in Österreich sinnvoll sind), um die Frage, warum es gegen manche Viren Impfstoffe gibt und gegen andere nicht, wie eine Impfstoffzulassung abläuft und ob man sich „überimpfen" kann. Ein Ritt quer durch die Virologie, der zeigt, wie breit das Publikum dieses Podcasts ist.
Stabilität von Ebolavirus auf Flächen [Englisch]: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26079114/
Wie oft berühren wir unser Gesicht? Metastudie [Englisch]: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7350942/
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Diesmal geht es ausnahmsweise nicht um ein Virus, sondern um eine der spannendsten Entwicklungen der modernen Medizin: therapeutische Krebsimpfstoffe auf mRNA-Basis. Florian Krammer erklärt das Grundprinzip – wie der Tumor eines Patienten sequenziert wird, wie aus den mutierten Genen ein individueller Impfstoff entsteht und wie dieser das Immunsystem trainiert, Krebszellen zu erkennen und zu zerstören. Anhand zweier aktueller Studien wird klar, wie vielversprechend der Ansatz ist: ein BioNTech-Impfstoff gegen den besonders aggressiven Bauchspeicheldrüsenkrebs und ein Moderna/Merck-Impfstoff gegen schwarzen Hautkrebs (Melanom), bei dem nun die Fünf-Jahres-Daten vorliegen. Noch sind die Impfstoffe nicht auf dem Markt und teuer in der Herstellung – aber die Richtung stimmt.
Links zu den Arbeiten über den Impfstoff für Pankreaskarzinome [Englisch]:
Links zu den Arbeiten über den Impfstoff für Melanome [Englisch, und leider hinter einer Paywall]:
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Ein neues Zeckenvirus sorgt in Österreich für Schlagzeilen: Das Alongshan-Virus wurde erstmals in heimischen Zecken nachgewiesen und bei zwei Personen fanden sich Antikörper, ein Hinweis auf durchgemachte Infektionen. Florian Krammer erklärt, was dieses Virus so ungewöhnlich macht: Es gehört zu den Jingmen-Viren, einer Gruppe segmentierter Flaviviren, die wie ein Hybrid aus Flavi- und Influenzaviren aufgebaut sind. Die Episode zeichnet nach, wie das Virus 2019 in China entdeckt wurde, wie es sich von dort bis nach Europa ausgebreitet hat und was der aktuelle Nachweis aus Österreich – inklusive Funden in mehreren Bundesländern – tatsächlich bedeutet. Fazit: ein spannendes, ungewöhnliches Virus, aber vorerst kein Grund zur Sorge.
Artikel über Alongshan Virus in Österreich: https://science.orf.at/stories/3235890/
Wissenschaftlicher Artikel über Alongshan Virus in der Inneren Mongolei [English]: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1805068
Wissenschaftlicher Artikel über Alongshan Virus in Österreich [English]: https://www.thelancet.com/journals/lanmic/article/PIIS2666-5247(26)00059-5/fulltext
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Im zweiten Teil der HIV-Folge geht es um alles, was nach der Entdeckung des Virus geschah: das massive Stigma der frühen Jahre, das jahrelange Wegsehen der US-Regierung unter Reagan und den Aktivismus, der die Entwicklung von Therapien und Aufklärung entscheidend vorantrieb. Florian Krammer erklärt, wie aus einem sicheren Todesurteil eine behandelbare chronische Erkrankung wurde, was es mit PrEP auf sich hat und wie einige wenige Menschen (die „Berlin-Patienten") tatsächlich von HIV geheilt wurden. Zum Schluss ein Blick auf die aktuelle Lage: Warum die Streichung der US-Hilfsgelder laut UNAIDS Millionen zusätzliche Infektionen und Todesfälle nach sich ziehen könnte.
Information der österreichischen Aidshilfe zu PrEP: https://aids.at/prep/
Infos der deutschen Aidshilfe zu Lenacapavir: https://www.aidshilfe.de/de/aktuelles/lenacapavir-zulassung-europa-hiv-prep
Film Dallas Buyers Club: https://www.imdb.com/de/title/tt0790636/
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Den Auftakt zu einer zweiteiligen Folge über HIV macht das Virus selbst und seine Geschichte. Florian Krammer erklärt, warum HIV zu den raffiniertesten Viren überhaupt zählt: Es infiziert ausgerechnet die Zellen des Immunsystems, schreibt sich dauerhaft in unser Erbgut ein und versteckt sich vor der Immunabwehr. Außerdem geht es darum, wie sich das Virus übertragen lässt, warum rund ein Prozent der Europäer:innen von Natur aus vor einer Infektion geschützt ist, wie HIV vermutlich vom Affen auf den Menschen übersprang und wie es Anfang der 1980er-Jahre entdeckt wurde - inklusive des Mythos rund um „Patient 0". In Teil 2 geht es dann um Stigma, Aktivismus, Therapien und die aktuelle Lage.
Reviewartikel zum Ursprung von HIV-1 und HIV-2 [Englisch]:
Review zur Entdeckung von HIV von Gallo und Montagnier [Englisch]:
Link zur Aidshilfe Wien: https://aids.at/
Link zur HIV Informationsseite des Robert Koch Instituts:
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Zum Abschluss der Hepatitis-Reihe geht es um den letzten Buchstaben: Hepatitis E. Ein Virus, das für die meisten harmlos verläuft, oft sogar unbemerkt, aber für Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich werden kann. Florian Krammer erklärt, warum Hepatitis E sowohl ein menschliches als auch ein zoonotisches Virus ist, wie man sich über kontaminiertes Wasser und unzureichend gegartes Schweinefleisch ansteckt, und warum es trotz rund 20 Millionen Infektionen pro Jahr kaum bekannt ist. Außerdem: ein Virus, das im Blut und im Stuhl unterschiedlich aussieht, ein Impfstoff, der es nie auf den Markt schaffte.
Link zu WHO Information ueber HEV [Englisch]: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/hepatitis-e
Reviewartikel zur globalen Epidemiologie von HEV [Englisch]: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7384095/
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Im Kongo wütet gerade ein Ebola-Ausbruch ausgelöst nicht durch das bekannte Ebola-Zaire, sondern durch das Bundibugyo-Ebolavirus, gegen das es weder zugelassene Impfstoffe noch erprobte Therapien gibt. Die Episode gibt zunächst einen Überblick über Ebola-Viren, ihre verschiedenen Spezies und den Krankheitsverlauf. Danach erklärt Florian, warum dieser spezielle Ausbruch so schwer zu kontrollieren ist: späte Erkennung, aktiver Bürgerkrieg in der Region, der Wegfall amerikanischer Hilfe und ein Virus, für das die Werkzeuge schlicht fehlen. Für die Weltbevölkerung außerhalb der Region bleibt das Risiko gering. Für die lokale Bevölkerung ist es eine Tragödie.
Ausbruchtracking der DRC [Französisch] https://sante.gouv.cd/epidemie/ebola-bundibugyo-2026
Review zu seltenen Filoviren (inklusive Bundibugyo) [Englisch]: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4931228/
WHO Ausbruchüberblick zu Bundibugyo [Englisch]: https://www.who.int/emergencies/disease-outbreak-news/item/2026-DON603
Link zu Episode #6 - Ebola: https://virologisch.podigee.io/6-6-ebola-ein-virus-mit-90-sterblichkeit
Link zu Episode #30 - Marburg-Virus: https://virologisch.podigee.io/30-30-marburg-virus-hochgefahrlich-aber-kaum-verbreitet
Link zu Episode #33 - Lloviu-Cuevavirus: https://virologisch.podigee.io/33-33-lloviu-cuevavirus-ein-seltenes-virus-mit-vielen-fragezeichen
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