„Handel ist Wandel!“, lautet die alte Kaufmannsregel. Vor über 100 Jahren waren Kaufhäuser die neue Attraktion. Endlose Geschäfte in architektonischen Kunstwerken, für die Menschen von damals wie Jahrmärkte, touristische Magnete für Großstädte wie Berlin oder Leipzig. Gleichzeitig Orte, an denen die durch die Industrialisierung plötzlich in Massen vorhandenen Produkte zu unschlagbar günstigen Preisen verkauft werden konnten.
Über 100 Jahre später ist die Couch und damit das Netz (der Onlinehandel) das Maß der Dinge. Heute bestellt, morgen da. In Zeiten der Pandemie meidet man volle Innenstädte oder verzichtet generell gern auf verstopfte Straßen und endlose Parkplatzsuche. Während sich in Deutschland die Menschen, verstärkt durch die Pandemie, gerade so richtig an den Onlinehandel gewöhnen, liefern in Chinas Großstädten bereits automatisierte Drohnen Produkte aller Art innerhalb von 3 Stunden an den gewünschten Ort. Der Wandel des Handels schreitet rücksichtslos voran.
Wer schon jetzt deutlich sichtbar an diesem veränderten Einkaufsverhalten leidet, sind die Innenstädte. Über Jahre wurden Fußgängerzonen Land auf Land ab gleichgeschaltet. Lokale Besonderheiten, Originalität, Seltenes wurde überdeckt und verkleistert durch Filialen großer Ketten. In jeder Stadt ein ähnliches Bild. Kauferlebnis an Kauferlebnis.
Daher kämpft mittlerweile jede Stadt mit den gleichen Problemen: Leerstand an Leerstand. C&A, Saturn, Real, Karstadt verschwinden und hinterlassen wie in Rheydt trostlose Fußgängerzonen. Aber auch wenn einem im dunklen Corona-Herbst zum Jammern zu Mute ist, sollte man nicht mutlos sein.
Anpacken, kreativ werden, sich austauschen, gemeinsam Ideen entwickeln, die Zeit nutzen muss das Ziel sein, um Innenstädte wieder zu Orten zu machen, in denen man mehr erleben kann, als eine Tasse Kaffee im Stehen zu trinken, Fast-Fashion zu shoppen oder Essen „To Go“ runter zu schlingen.
Die CDU-Ratsfraktion hat deshalb gleich zu Beginn der neuen Ratsperiode zwei Anträge eingebracht, die Anstoß sein sollen, die Soforthilfen der Landesregierung für die von den Schließungen betroffenen Innenstädte (u. a. die Galerie Karstadt-Kaufhof-Schließung in Rheydt) nachhaltig für die Neuentwicklung der Zentren einzusetzen.
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Mönchengladbach hat unsere Anträge aufgegriffen und zu einer Online-Diskussion mit dem Titel „Rheydt lebt - Sofortprogramm für Mönchengladbachs Innenstädte“ eingeladen. Mit dabei das Rheydter Citymanagement, das Digital-Netzwerk next MG, die DEHOGA Nordrhein, sowie Vertreter der CDU-Ratsfraktion. Wir haben diese Diskussion für Sie aufgezeichnet. Sie können sich entweder das Video auf unserem Youtube-Kanal anschauen oder aber auch nebenbei das Gespräch als Podcast anhören.