Es geht diese Woche um ein Thema, über das eher geschwiegen wird, da es doch tiefe Emotionen in uns auslöst, vor denen ich immer große angst hatte. Es geht um die Trauer nach einem Verlust. Ich möchte mit diesem Podcast folgende fragen für mich und vielleicht auch für euch klären:
Kann man tiefe trauer überwinden?
Was hat mir dabei besonders geholfen?
Kann Trauer krank machen?
Ab wann muss ich mir Hilfe suchen?
Kann man falsch trauern?
Ich werde vieles dieses Mal ablesen, das hat den Grund das dieses Thema doch zu wichtig ist und ich keine Facette auslassen möchte. Außerdem ist es mir so möglich Sachlich und nicht zu emotional zu bleiben.
Ihr werdet vielleicht verwundert sein das meine Kinder oder meine Familie und Freunde die auch getrauert haben nicht oder nur wenig erwähnt werden. Ich möchte aber allein über meine Trauer sprechen, alles andere ist eine Grenze die ich nicht überschreiten möchte.
Heut gibt es zwei ankes, die davor und die danacht. Die erste Anke hat sowas wie den Tod oft ignoriert und nicht an sich ran kommen lassen, wobei ich gebe zu das ich oftmals als junges Mädchen nicht in den Schlaf finden konnte wenn ich über die Endlichkeit nachdachte. Der Gedanke jemand liebes zu verlieren der selber zu sterben. Nicht zu wissen was mit mir mal ist nach dem Tod, gar nichtmal die Angst vor dem Sterbeprozess selber sondern eher die Angst vor dem Ungewissen machte mich zu dieser Zeit fertig. Klar man kann sich gut ablenken und einfach nicht mehr darüber nachdenken.. bis ja bis das Schicksal zuschlägt und auf einmal, passiert das nicht den Anderen sondern die Einschläge sind vor deiner Haustür.
Der Verlust bei Oma und Opa wird oft mit den Worten Sie waren ja auch alt und haben ihr Leben gelebt getröstet. Ist vielleicht auch so aber für den der liebt ist es immer zu früh. Sie hinterlassen eine Lücke die keiner an dieser Stelle mehr schließen kann und unser Herz muss neue Wege finden diesen Verlust auszugleichen. Erinnerungen in den Kopf zu lassen und die ein oder andere Träne in dankbarkeit zuzulassen.
Als Alex, mein Mann, 2013 an Hautkrebs starb. Waren es nicht einige neue Wege sondern eine komplettt neue Landkarte, die ich gefühlt durchlaufen musste. Die Diagnose kam 3 Jahre vorher plötzlich und unerwartet, durch einen Traum- der ihn davon träumen lies er hätte Hautkrebs. Wir waren noch am gleichen Tag beim Arzt und er bekam die Diagnose schwarzer Hautkrebs. In den folgenden 3 Jahren ging es auf und ab. Vorsorge termine, Operationen, Rückschläge, Hoffnung und schließlich das Bewusstsein für ein nahendes Ende.
Ich hatte Zeit mir vorzustellen, wie sich das wohl anfühlen wird. Die Angst kroch in mir hoch und vergiftete jede Nacht und jeder Traum wurde zum Alptraum. Wie konnte ich den dann noch funktionieren. Umgeben und Konfrontiert mit all den weltlichen Problemen die ich dann auch noch zusätzlich zur Trauer alleine bewältigen sollte. Angefangen vom Elektokasten meines Hauses bis hin zur Geld und Existensorge. Wer würde die SPinnenn aus dem Schlafzimmer tragen, die Kinder versorgen, wenn ich mal einfach fertig war vom Tag, das brüllende Kind in den Schlaf schaukeln oder mit meinem Sohn am offenen Fenster nachts sitzen wenn er mal wieder kruppte. Wer sollte die Matheaufgaben erklären oder mich einfach mal nach einem harten Tag in den Arm nehmen? Unvorstellbar dass das alles nicht mehr möglich sein würde.
So nutzen wir die Zeit uns alles zu sagen, alles für uns zu regeln und keine Zweifel mehr offen zu lassen. Er erklärte mir wie ich die Sicherungen am Stromkasten rein machen musste, drehte Musikvideos zur erinnerung für die Lieben und gab mich frei, Glück und Liebe wieder zu finden. Ich wusste was er sich für die Kinder wünschte und konnte bei jeder Entscheidung auch in seinem Sinne handeln.
Und dann ging er eines Tages und es war alles komplett anders als ich dachte. Jede Empfindung die ich mir schon vorgestellt hatte und mich reingelebt versucht hatte, war nicht ansatzweise so wie ich es mir gedacht hatte