Welterbe Hallstatt

Welterbe Hallstatt

By Friedrich Idam, Gestaltung: Reinhard PilzSociety & CultureDocumentaryHistory
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Welterbe Hallstatt episodes

  • Hallstatt Mühlbachkanäle
    historische Wasserbauten im Ortszentrum
    Am Hallstätter Salzberg, in etwa 1.200 m Seehöhe, bildet sich aus der Vereinigung von Langmoos-, Steinberg-, und Kreuzbergbach der Mühlbach, welcher das Salzberghochtal in einem steingemauerten Bett durchfließt, 250 m durch die "Höll" herabstürzt, im letzten erhaltenen Arm den Markt durchfließt und am Landungsplatz in den See mündet. Wie aus dem Namen hervorgeht, diente der Bach zum Antrieb der Mühlen. Bis ins 19. Jahrhundert war der Mühlbach im zentralen Marktbereich in mehrere "Fludern" , die als Werksgerinne für die Amtsschmieden dienten, aufgeteilt. Im Badergraben, am Haus 107 ("Alte Post") erinnert eine Nepomuk - Plastik an den aufgefüllten Arm und die nicht mehr vorhandene Brücke. Das mit monolithischen Kalksteinplatten abgedeckte Fluder entlang des Pfannhausbühels, das "neue Schmiedenfluder", wurde 1987 in Zuge des Neubaus des Kultur-und Veranstaltungshauses demoliert und zugeschüttet.
    7 min
  • Hallstatt Holzhütte
    Die Dauerhaftigkeit des Einfachen
    Vom "Oberen Weg" zweigt ein schmaler Steig zu den "Wank", dem Serpentinenweg zum Salzberg, ab. An zwei Holzhütten ist dort gut ablesbar, wie lange der Lebenszyklus einfacher Baukonstruktionen dauern kann. Die senkrechten Verbretterung ist aus unterschiedlich breite Brettern gebildet, die ohne Anstrich oder Imprägnierung, nur von der Sonnenstrahlung dunkelbraun gefärbt sind. Ein Fenster und die Türbeschläge sind offenkundig zweitverwendet und waren ursprünglich in einem Wohnhaus eingebaut. Diese einfache Bauweise, die sich aus der Optimierung knapper Ressourcen entwickelt hat, strahlt eine zeitlose Schönheit aus.
    7 min
  • Hallstatt Kerntrager-Bank
    Arbeitsalltag im 19. Jahrhundert
    Über Jahrhunderte war der See Hauptverkehrsfläche für Hallstatt. Als einzige Landverbindung verband der "Obere Weg" die Ortsteile Markt und Lahn. Die Seestraße am Ufer des Hallstättersees wurde erst im späten 19. Jahrhundert erbaut.
    Vom "Oberen Weg" zweigt ein schmaler Steig zu den "Wank", dem Serpentinenweg zum Salzberg, ab. An der Abzweigung erinnert die Kerntrager-Bank, an die Lastenträgerinnen die hier gerastet haben. Auf Ihrem Rücken trugen sie in Traggestellen, "Kraxen" genannt, auf dem Hinweg Lebensmittel für die Salzbergarbeiter bergauf und auf dem Rückweg des kristalline Steinsalz, den "Kern" bergab.
    6 min
  • Hallstatt Marienkapelle am Hallberg
    Ein Kleindenkmal an einem historischen Weg
    Über Jahrhunderte pulsierte das alltägliche Leben in Hallstatt zwischen zwei Zentren: dem Bergbau am Salzberg und der Sudpfanne im Markt. Durch die topologischen Gegebenheiten war nur eine Verbindung über schmale Fußwege möglich. Eine alte Querverbindung vom Salzbergweg in den zentralen Marktbereich am See bildet der "Müllnereinstieg" oder auch "Müllnerwechsel" am oberen Ende der Müllnerstiege. Dort ist eine kleine, bildstockartige Kapelle harmonisch in die Kulturlandschaft gesetzt. Der Entwurf aus den 1950er Jahren stammt vom Architekten Clemens Holzmeister die keramische Marienplastik von Gudrun Wittke-Baudisch.
    6 min
  • Hallstatt Müllnerstiege
    Aussicht und Mühsal
    Die Lebensmittelversorgung der Hallstätter Bevölkerung erfolgte bis ins 19. Jahrhundert überwiegend mit Getreide, das auf dem Wasserweg im sogenannten Gegenzug traunaufwärts herangeschafft wurde. Da der Unterlauf des Mühlbachs im ebenen Marktbereich bereits von den Wasserrädern für die Salzproduktionsstätten besetzt war, mussten die Getreidemühlen am Rand der höher gelegenen, steilen Mühlbachschlucht errichtet werden. Sowohl der Antransport des Getreides als auch der Abtransport des Mehls erfolgt mit reiner Muskelkraft über die mehr als 200 Stufen der Müllnerstiege. Wenn wir heute unbelastet die Stiege hinaufsteigen bietet sich neben den Panoramablick über den Hallstättersee auch eine interessante Perspektive auf die städtebaulichen Strukturen des Marktes Hallstatt.
    6 min
  • Hallstatt Parkterrasse - Mühlbachschlucht
    Über die Nutzung einer markanten Geländeform
    Zur Umfahrung des engen Hallstätter Ortszentrums wurde 1964 von Seiten des Landes Oberösterreich die Ausführung eines "Doppeltunnels mit Parkterrassen in der Mühlbachschlucht" umgesetzt und 1966 dem Verkehr übergeben. Dieses Projekt weist zwei Richtungstunnels auf, die den gesamten Ortsteil Markt als Lehnentunnels in der östlichen Flanke des Hallberges unterfahren. In der Mitte der Strecke, über dem Zentrum des Marktes in der Mühlbachschlucht, sind zwei übereinanderliegenden Parkterassen angeordnet. Eine Abfahrt von diesen Parkterrassen in den Ort ist nicht möglich, jedoch ist die fußläufige Verbindung zum Markt über zwei Treppen gegeben. Wirkmächtig beherrschen die Parkdecks das Ortsbild und verdecken dabei den Wasserfall des Mühlbachs, welcher am Salzberg, in etwa 1.200 m Seehöhe entspringt, 250 m durch die "Höll" herabstürzt und am Landungsplatz in den See mündet. Die Falllinie der Mühlbachschlucht weist direkt auf den ehemaligen Standort des 1750 abgebrannten Pfannhauses im Ortszentrum. Täglich fallen von den Nachmittagsstunden bis in die späte Nacht, durch die Mühlbachschlucht Winde mit konstant starkem Druck ins Tal. Da auf diese Weise bereits in der Là-Tene-Zeit solche natürlichen Gegebenheiten zum Anfachen des Feuers in Form sogenannter "Windöfen" ausgenutzt wurden, kann so die Standortwahl für die ehemaligen Salzpfanne gut erklärt werden.
    6 min
  • Michaelikirche Hallstatt
    Friedhofskirche und Karner
    In der christlichen Tradition übernimmt der Erzengel Michael vom antiken Götterboten Hermes die Rolle des Psychopompos, des Begleiters der Seelen der Verstorbenen. Dieser Umstand erklärt das Patrozinium der Kirche am Hallstätter Friedhof, in deren ebenerdigen Sockelgeschoß ein Karner, das weltberühmte Hallstätter Beinhaus untergebracht ist. Der turmlose, gotische Baukörper ist hart an die Felswand gerückt, die in der Bauphase als Steinbruch diente. Im Karner ist dieser Bauprozess noch gut am Fußboden, der aus dem anstehende Felsen abgearbeitet worden ist, ablesbar. Die Decke des Beinhauses wird durch ein mittelalterliches Tonnengewölbe in Kalk-Schüttechnik gebildet, an dem die Abdrücke der Schalungskonstruktion sichtbar sind. Das Obergeschoß, welches durch eine südseitig angebaute, gedeckte Außenstiege erschlossen wird, bildet den chorartigen Kirchenraum. Von der ursprünglichen Ausstattung ist noch ein gotisches Buntglasfenster mit einer Michaelsdarstellung erhalten geblieben.
    7 min
  • Hallstatt Bedecke Stiege
    Ein überdachter öffentlicher Raum
    Der beengte Platz zwischen Berg und See erzwang in Hallstatt auch eine Bebauung der Bergflanke. Die dazu erforderliche Vertikalerschließung erfolgt über steile, schmale Fußwege und über zahlreiche Stiegen. Die bedeckte Stiege führt vom Marktplatz zur Katholischen Kirche. Dabei passt sich die Stiege den ortsräumlichen Gegebenheiten an und schmiegt sich mit einem S-Schwung an die felsige Steilstufe des Hallbergs. Die Besonderheit dieser Stiege besteht darin, dass sie mit einer hölzernen Dachkonstruktion überdeckt ist, welche die Benutzer_innen vor Niederschlägen schützt und im Winter eine sichere, rutschfreie Benutzbarkeit sicherstellt. Aber auch in den zunehmend heißen Sommern gewinnt öffentlich zugänglicher beschatteten Raum immer mehr an Bedeutung, besonders dann, wenn die Speichermasse des felsigen Untergrunds zusätzliche Kühlung bewirkt.
    6 min
  • Hallstatt LAWOG Wohnhaus
    Mehrgeschoßwohnbau im Welterbe
    Am Beispiel des in den 1970er Jahren errichteten und zur Jahrtausendwende sanierten Wohnhauses der Landes-Wohnungs-Genossenschaft können die Auswirkungen unsensibler baulicher Interventionen auf das baukulturelle Erbe gut abgelesen werden. Wenn auch der Versuch unternommen wurde, den überdimensionierten Baukörper durch eine mehrgiebelige Dachlösung zu entschärfen, so bilden die Rasterarchitektur der Hauptfassade, die verwendeten Materialien, die Detaillösungen und die Farbgebung einen wirksamen Kontrast zum Bestand. Wenn sich auch im Bestand die Formensprache im Lauf der Zeit gewandelt hat, so bildeten Dimensionalität sowie die verwendeten Werkstoffe und deren Verarbeitung eine Kontinuität die zu einem Ensemble von Weltgeltung zusammenwachsen konnte.
    6 min

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Das Welterbegebiet Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut ist eine einzigartige Kulturlandschaft mit einem reichen kulturellen Erbe. Mein Name ist Friedrich Idam und ich stelle ihnen in jeder Episode eine neuen Aspekt unseres Welterbes vor. Dieser Podcast wird von Welterbe - Management Hallstatt unterstützt.