Werkeinführung Josefstadt Theater

Werkeinführung Josefstadt Theater

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Werkeinführung Josefstadt Theater episodes

  • Werkeinführung: "Romeo und Julia"
    „Romeo und Julia“ ist die wohl berühmteste Liebesgeschichte der Welt. Nicht ohne Grund gilt die Tragödie von William Shakespeare als Maßstab zahlloser Liebeserzählungen. Zwei junge Menschen aus traditionell verfeindeten Familien begegnen einander – was den Hass der beiden Parteien entzündet hat, weiß niemand mehr. Sie flüchten sich in die Liebe und entdecken sie auf den ersten Blick füreinander. Doch ihre bedingungslose Hingabe ist von Beginn an verboten.
    In seiner Bearbeitung bleibt der Schweizer Autor Lucien Haug im Shakespeare’schen Versmaß und schafft eine zeitgemäße Fassung über eine junge, naive und überbordende Liebe in einer von Feindschaft und Hass verzerrten Welt. Die beiden Liebenden Romeo und Julia treten den Beweis für eine grenzenlose Liebe an, die sich an und trotz ihrer Unmöglichkeit entzündet. Der romantische Liebesbegriff wird dabei zum Sprengstoff gegen die verhärtete Feindschaft der Elterngeneration, wofür es sich für die jungen Liebenden sogar zu sterben lohnt.
    Regisseur Stefan Pucher, vielfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen, ist u.a. für seine sinnlich-spielerischen Shakespeare-Inszenierungen bekannt. Für das Theater in der Josefstadt widmet er sich erstmals „Romeo und Julia“ und bringt damit Shakespeares radikales Liebesideal, das die beiden jungen Menschen leben, auf die Bühne.
    9 min
  • Werkeinführung: "Der tollste Tag"
    von Peter Turrini
    Figaro und Susanne, die Bediensteten des Grafen Almaviva, wollen heiraten. Voll Vorfreude richten sie ihre spärliche Kammer her und sehnen ihrer Trauung am nächsten Tag entgegen. Der Graf Almaviva hat jedoch andere Pläne. Er will sein Recht in Anspruch nehmen und, wie es in Zeiten der Leibeigenschaft üblich war, die erste Nacht mit der Braut seines Dieners verbringen. Den Machtgelüsten des Herrn kann Figaro nur seinen Witz, seine List und Redekunst entgegensetzen. Ein rasantes Spiel aus Intrigen, Verwechslungen und Verkleidungen stürzt die Schlossgesellschaft in lustvolle Verwirrungen und Irrungen.
    Beaumarchais’ Komödie galt schon 1784 als politischer Skandal. Der große österreichische Autor und Dramatiker Peter Turrini schrieb sie 1972 rigoros um: als schwarze Groteske, bei der das Lachen im Halse stecken bleibt. Turrini stellt sich die Frage: Was geschieht, wenn uns die Komödie nicht mehr retten kann? Wie blicken wir heute auf eine Elite, die sich an den ihr untergebenen Frauen vergeht?
    8 min
  • Werkeinführung "Komödie der Verführung"
    von Arthur Schnitzler
    Wien, Sommer 1914. Europa steht am Rande des Abgrunds, doch unverdrossen trifft sich die höhere Gesellschaft zum Feiern. Der Prinz von Perosa lädt zum Maskenball. In dessen Zentrum tanzen drei selbstbewusste Frauen: Die heiß umworbene Gräfin Aurelie beginnt just mit dem verwegenen Max von Reisenberg ein Verhältnis, das von vornherein unter keinem guten Stern steht. Denn dieser umwirbt auch die schöne Sängerin Judith, die wiederum in den Mann ihrer Schwester verliebt ist. Trotzdem lässt sich Judith auf Max ein, stellt aber klare Bedingungen  – eine Liebesnacht, nicht mehr. Auch Seraphine, eine aufstrebende Violinistin, hat eine Romanze mit Max. Aber als sie ein Kind von ihm erwartet, entschließt sie sich, dieses Kind allein großzuziehen und weist ihn zurück.
    Die titelgebende Verführung ist jedoch mehr als ein erotisch-flüchtiges Spiel. Es geht um Freiheit und Verantwortung, um Täuschung und Selbsttäuschung und um die Frage, welche Konsequenzen man zu tragen bereit ist. Was als vermeintlich leichtes Spiel beginnt, in dem die Figuren ihr Leben selbst als Märchen inszenieren, offenbart sich im Angesicht des herannahenden Krieges als ein Tanz auf dem Vulkan.
    In der Inszenierung der ungarischen Regisseurin Ildikó Gáspár werden musikalische Partien aus dem Operettenrepertoire eine besondere Rolle spielen. Sie ergründet die eskapistische Operettenseligkeit einer Gesellschaft, unter deren glitzernder Oberfläche die Risse einer ganzen Epoche hervortreten, einer Gesellschaft kurz vor ihrem moralischen und historischen Zusammenbruch. Schnitzlers selten gespieltes Stück, in dem Lebenshunger und Überdruss, Humor und Verzweiflung nebeneinanderstehen, zeichnet ein Bild, das erschreckend heutig scheint.
    13 min

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Das Josefstadt Theater bietet ab sofort eine Audioeinführung zu seinen Premieren der Spielzeit 26/27.