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Mit der letzten WA-Sonderausgabe vom Dokumentar- und Animationsfilmfest DOK Leipzig kehren wir noch einmal zurück in das Hommage-Programm für den Regisseur Jon Bang Carlsen. Diesmal sehen wir zwei mittellange Filme von ihm, die besonders extrem aus jedem Doku-Rahmen fallen. Zu unserer großen Freude konnten wir auch Christian Steiner vom Film-Podcast Second Unit in den Kinosaal mitschleppen und anschließend ans Mikrofon zerren. Direkt im Anschluss an die Vorführung besprachen wir so zu später Stunde und unter freiem Himmel die zwei Filme:
Hotel of the Stars, Dänemark / USA 1981
Phoenix Bird, Dänemark / USA 1984
Im Rahmen der Retrospektive „Volkseigener Blick – Die Kamera im DEFA-Dokumentarfilm“ kamen auch ausgewählte Filme des Kameramanns Wolfgang Dietzel zur Aufführung. Direkt im Anschluss haben wir unsere Eindrücke besprochen und ausführlich die filmischen Mittel der gezeigten Dokus diskutiert.
Umkohlung, DDR 1965
Ewa – Ein Mädchen aus Witunia, DDR 1972
Abhängig, DDR 1983
Eisenbahnerfamilie, DDR 1983
Unsere zweite Gesprächsrunde direkt von der DOK Leipzig widmet sich dem Kameramann Werner Kohlert. Im Rahmen der diesjährigen Retrospektive“Volkseigener Blick – Die Kamera im DEFA-Dokumentarfilm“ konnten wir fünf ausgewählte Filme von Kohlert sichten:
Memento, Regie: Karlheinz Mund
Wäscherinnen, Regie: Jürgen Böttcher
Somalia – Die große Anstrengung, Regie: Winfried Junge
Die italienische Reise von Johann Wolfgang von Goethe, Regie: Werner Kohlert
Bergmänner, Regie: Werner Kohlert
Wir starten unsere WA-Sichtungen auf der DOK Leipzig mit dem ersten Hommage-Block an den Filmemacher Jon Bang Carlsen und besprechen die Filme It’s now or never und How to invent reality [Verlinkung akutalisiert am 13.11.2020]. Im ersten Film zeigt der dänische Regisseur Carlsen einen irischen Farmer bei der Brautschau. Wie der Filmemacher dabei gezielt die tradierten Grenzen des Dokumentarfilms überschreitet, reflektiert er offenherzig im zweiten Film dieses Blocks.
Kommt ein Arzt auf ein U-Boot. Nein, das ist nicht der Anfang eines Witzes, sondern die Ausgangssituation in René Cléments Les maudits (DT: Das Boot der Verdammten). Der Zweite Weltkrieg ist fast vorüber, doch von Oslo aus setzt sich eine Gruppe von Nazis und Sympathisanten per Unterseeboot gen Südamerika ab. Als sich eine Person an Bord verletzt, muss ein Mediziner helfen. Dazu wird der eingangs erwähnte Arzt entführt.
Während sich im Oktober viele Filmfans mit Horrorfilmen auseinandersetzen, nehmen wir uns also den realen Horror des Krieges vor. Im Gespräch zeigen wir uns überaus angetan von der handwerklichen Meisterschaft, mit welcher dieser Film gedreht worden ist. Das betrifft nicht nur das Geschick an der Kamera, auch die hochwertigen Studiobauten sind beeindruckend. Christian hat jedoch arge Probleme mit dem Gebaren einiger Darsteller, was ihn doch ab und an aus dem eigentlich tragisch-ernsten Geschehen rausreißt. Trotz diverser Szenen, in denen die Dialoge alles auszubuchstabieren scheinen, finden wir noch genug kleinere Gesten und Szenen, die dem positiv gegenüberstehen.
Sichten konnten wir den Film dank der frisch erschienenen Grauwert Edition No. 4 (OFDb-Fassungseintrag *) von Subkultur Entertainment (facebook-Seite des Labels). In der Folge gehen wir auch auf diese Ausgabe ein.
Der Film im Netz: OFDb * | IMDb | moviepilot
Nachdem Christian im Kino Die Geliebten Schwestern gesehen hat, war er wieder voll im Dominik-Graf-Fieber. Also hat er gesucht und fand Die Katze. Und die Steilvorlage der Sendung gibt es vor dem Film dazu: „Amerika hat Michael Mann. Deutschland hat Dominik Graf.“ Ist das so? Nach der Sichtung sezieren wir den Film und lassen kein Hotelzimmer auf dem anderen.
Die Katze dreht sich um Götz Georges Kriminellen, der sich in einem Düsseldorfer Hotel einquartiert hat, von wo aus er einen Banküberfall dirigiert. Doch jeder der Beteiligten hat eigene Pläne – und Dämonen, denen sich gestellt werden muss.
Zu seiner Veröffentlichung war der Film von der Kritik gemischt aufgenommen worden. In der epd Film 2/88 kam Dietrich Kuhlbrodt zu der Erkenntnis, dass „Die Katze […] kein Thriller [ist], sondern ein Fanfilm.“ (Quelle). Im Lexikon des Internationalen Films wird der Film hingegen mit Lob überschüttet: „Technisch perfekt inszenierter, spannender Gangsterfilm-Thriller. Als eigenständiger bundesdeutscher Genrefilm mit außergewöhnlichen Darstellerleistungen und handwerklichem Können bemerkenswert.“ (Quelle)
Die Zuschauer rannten zu Beginn des Jahres 1988 – der Film startete am 21. Januar in den Lichtspielhäusern – in Massen in den Film und bescherten der Neuen Constantin ordentlich Einnahmen. Insgesamt sahen mehr als 1,3 Millionen Kinogänger den Film, was Die Katze zu Platz 13 in der Besucher-Wertung 1988 verhalf (noch vor Stirb Langsam, aber – wie Christian eingangs erwähnt – hinter Doris Dörries Ich und Er). (Quelle)
Der Film im Netz: OFDb* | filmportal | moviepilot | IMDb
„Berg. Alexander Berg.“ – Unsere Zeitreise durch die Welt des deutschen Films hat uns diesmal zu einem richtigen Agenten-Thriller geführt. Doch statt James Bond, dem Agenten mit der Lizenz zum Töten, gibt es Alexander Berg, Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit – und bester Fotograf der gesamten Abteilung. Während die Propaganda-Maschinerie auf Hochtouren läuft, stören wir uns daneben auch an dem wenig mitreißenden Plot. Es ist eher die Inszenierung, der wir im wahrsten Sinne des Wortes die Schauwerte zu verdanken haben.
Und worum geht es eigentlich in dem Film? Nun, zunächst schnappt die Stasi einen „kleinen Fisch“ namens Gwendoleit, der gefälschte Pässe sowie falsche Nummernschilder zustellen soll. Um auch die hintermänner der offensichtlich geplanten Republikflucht ausfindig zu machen, wird Agent Alexander Berg als falscher Gwendoleit beauftragt, zu ermitteln. Und schnell kommen noch Ehebruch, Industriespionage und was nicht noch alles dazu. Kann Berg das gefährliche Spiel erfolgreich durchziehen?
Übrigens findet ihr uns mittlerweile auch auf Twitter: Follow @wiederauffuehrg
Der Film im Netz: OFDb* | filmportal | IMDb
Berlin in den 20er Jahren – dazu arrangierte Regisseur Walther Ruttmann nach einem gemeinsamen Konzept mit dem Kameramann Karl Freund eine spektakuläre Dokumentarfilm-Collage. Wir besprechen in dieser Ausgabe, wie durch die assoziative Montage ein gesellschaftskritisches Portrait entsteht, das damals wie heute sehr wirkungsvoll auch ohne erklärende Texte oder Off-Kommentare funktioniert.
Der Film im Netz: OFDb* | moviepilot | Filmportal
Auf geht’s zu einer weiteren Zeitreise. Wir haben uns den Film Decoder angesehen. Ein Film mit einer äußerst illustren Besetzung: F.M. Einheit (Ex-Mitglied der Gruppe Einstürzende Neubauten), Christiane F., Ralph Richter (Bruder von F.M. Einheit), William S. Burrouhgs sowie Bill Rice.
Bei unserem Gespräch bemerken wir, dass hier wohl noch viel mehr Ebenen lauern, als wir es erkennen können. Da fehlt uns dann wohl auch ein wenig das selbst Erlebte genau dieser Zeit. Was aber nichts daran ändert, dass wir über weite Strecken von dem Film angetan sind. Wobei Christian es insgesamt etwas schwerer fällt, in die Welt einzutauchen, während Max dank Musik und Farbwahl gleich reinrauscht.
Der Film ist anlässlich seines 30-jährigen Jubiläums nun auch in Deutschland auf DVD erhältlich. Die Scheibe gibt es im Delicatessen-Shop.
Der Film im Netz: OFDb* | moviepilot | IMDb | filmportal
Foto-Copyright: Salzgeber & Co. Medien GmbH
Während draußen der Spätsommer die Menschen beglückt, sitzen wir bei der Aufnahme dieser Episode hinter den abgehangenen Fenstern des Heimkinos und begeben uns mit dem DEFA-Film Sieben Sommersprossen auf eine Zeitreise ins Jahr 1978. Dort erleben Caroline und Robert in einem Ferienlager die erste große Liebe. Wir sind begeistert von Herrmann Zschoche´s einfühlsamer Regie und besprechen ausführlich, wie dieser „Coming-in-the-Age“-Film auf uns gewirkt hat.
Der Film im Netz: OFDb* | moviepilot | Filmportal
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