Wir leisten uns Gesellschaft - Der soziologische Podcast von Berthold Vogel und Julia Kropf

Wir leisten uns Gesellschaft - Der soziologische Podcast von Berthold Vogel und Julia Kropf

By Berthold Vogel, Julia KropfSociety & CultureScienceSocial SciencesEducation
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Wir leisten uns Gesellschaft - Der soziologische Podcast von Berthold Vogel und Julia Kropf episodes

  • Wie verstehen wir Menschen und Gesellschaft? Ein Gespräch über Sozialforschung in Zeiten von Multikrisen mit Silke Borgstedt

    Menschen in ihren Wünschen, Sorgen und Bedarfen zu verstehen, ist das zentrale Feld der Sozialforschung. Die Methoden der qualitativen und quantitativen Sozialforschung, sich diesem Verstehen anzunähern, sind unterschiedlich.

    Dr. Silke Borgstedt ist Geschäftsführerin des SINUS Instituts, das sich seit den 1970er Jahren mithilfe der SINUS-Milieus Menschen in ihren Ähnlichkeiten, aber auch Unterschieden, annähert, und sie war außerdem Mitglied in der „Initiative für einen handlungsfähigen Staat“. Mit ihr sprechen Berthold Vogel und Julia Kropf über die Frage, was die permanenten Umfragen, Sonntagsfragen und Einschätzungen uns eigentlich über den „echten“ Zustand unserer Gesellschaft verraten können. Und wie man das interpretiert, was zwischen den Antworten steckt?

    „Keine Antwort ohne Frage“ – steht in Großbuchstaben im SINUS-Institut. Aber mit welchen Fragen lassen sich echte Erkenntnisse gewinnen? Wie lassen sich Menschen verstehen, wenn deren Quellen immer fragmentierter werden? Wie können wir uns auf eine gemeinsame Realität oder auf gemeinsame Wirklichkeitsquellen verständigen? Oder gibt es eine neue Form der Wirklichkeitskonstruktion? Wie finden wir einen Weg, gut im Alltag zusammen leben zu können und die Ressourcen und Infrastrukturen zu stärken, über die wir gemeinsam verfügen und darauf angewiesen sind?

    Politik kann den Menschen mehr zutrauen, darin waren sich die drei einig. Aber während wir viel über das sinkende Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in Politik sprechen, müssen wir uns auch die Frage stellen, wie es andersherum ist: Vertraut der Staat auch seinen Bürgerinnen und Bürgern?

    #wirleistenunsgesellschaft #sozialforschung #krisencoolness #wirklichkeitskonstruktion #gesellschaftlicherzusammenhalt #welchezukunftwollenwir

    1 hr 8 min
  • Anpassung und Fortschritt – ein Gespräch über die Frage, wieviel Zukunft heute möglich ist, mit Ziad Mahayni

    Wenn Soziologie und Philosophie aufeinandertreffen, dann wird es ab Frage 1 schon anders als geplant. Gast in dieser Folge ist Ziad Mahayni. Er ist Professor für Angewandte Ethik an der Hochschule in Karlsruhe und leitet das Zentrum für ethische Fragen im 21. Jahrhundert. Mit ihm sprechen wir über die Frage, ob wir angesichts einer „entfesselten technologischen Entwicklung, einer entfesselten ökologischen Krise und einer instabilen Weltordnung“ als Mensch und Gesellschaft eigentlich noch wissen, wer wir sind und wo wir hin wollen. Welche Zukunft wollen wir? Dabei waren wir uns nicht immer einig, wo wir uns befinden zwischen Anpassung und Fortschritt. Haben wir nicht viel mehr Potentiale als in den allgegenwärtigen Abstiegsnarrativen nahegelegt wird? Oder müssen wir nicht noch viel ehrlicher die Krisenhaftigkeit unserer Zeit aufzeigen? Wie gelingt Anpassung mit Gestaltung? Können wir aus dem Fortschritt der Vergangenheit lernen? Und was müssen wir bewahren und daraus Neues entwickeln in einer Welt, die zunehmend von Künstlicher Intelligenz geprägt sein wird? Ist KI overhyped oder underhyped – oder beides? Und wie ist Einigung und Verständigung über eine gemeinsame Ausrichtung (noch) möglich? Wie gestalten wir das Spannungsfeld zwischen technologischer und gesellschaftlicher Entwicklung? Unser Fazit: Das Gespräch braucht eine Fortsetzung!

    #wirleistenunsgesellschaft #ki #anpassung #fortschritt #gesellschaftlicherzusammenhalt #welchezukunftwollenwir

    52 min
  • Gesellschaftlicher Zusammenhalt in 2025 – Ein soziologischer Jahresrückblick

    Viele der Themen, über die Berthold Vogel und Julia Kropf in diesem Jahr mit ihren Gästen gesprochen haben, gehörten 2025 zu den großen gesellschaftspolitischen Fragen – wie u.a. Lernen aus der Pandemie, innere Sicherheit, generationengerechte Politik. Ein Thema hallt noch besonders nach: Welche Spuren hinterlässt die Corona-Pandemie bis heute? Welche Erinnerungen bleiben auch im sozialen Gedächtnis?

    In dieser Folge ging es auch um diese Fragen: Wie verändert sich unser gesellschaftliches Miteinander? Welche Folgen hat Einsamkeit als kollektive Erfahrung? Wer trägt welche Lasten in unserer Gesellschaft, wer bringt welchen Beitrag ein – und wie gerecht geht es dabei zu? Welche Rolle spielen Kommunen als Orte des Zusammenhalts, und wie können Bildung und Weiterbildung Zuversicht, Horizonte und neue Handlungsspielräume eröffnen? Die Folge sucht auch nach Antworten auf das Wofür unserer Gesellschaftsform und blickt vorsichtig zuversichtlich ins kommende Jahr: Was haben wir zu verlieren, was zu gewinnen, und wie kann die große Stärke und Kraft unserer Demokratie auch emotional besser vermittelt werden?

    Ein großer Dank gilt den Gästen, die sich in diesem Jahr mit Berthold Vogel und Julia Kropf Gesellschaft geleistet haben: Natalie Grimm, Jochen Kopelke, Ronja Ebeling, Henning Sußebach und Lothar Wieler!

    0 min
  • Die Gesunde Gesellschaft – Ein Gespräch über das Lernen aus der Pandemie mit Lothar H. Wieler

    Wir können nicht mit Lothar Wieler sprechen, ohne auch über die Corona-Pandemie zu reden. Lothar Wieler, heute verantwortlich für das Cluster Digital Health und Professor für Digital Global Public Health am Hasso Plattner Institut, war von 2015 bis 2023 Präsident des Robert-Koch-Instituts. Also zu genau zu der Zeit, als die Corona-Pandemie die Welt verändert hat. Unzählige Abstimmungen, Abwägungen, Einschätzungen und Entscheidungen haben seinen Alltag in dieser Zeit bestimmt. Er war einer der zentralen Experten und Erklärer, der über neue Erkenntnisse und den Stand der Pandemie informierte.

    Wir sprechen mit ihm über die gesellschaftlichen Narben, die die Pandemie hinterlassen hat. Und über die Frage, was wir als Gesellschaft eigentlich daraus gelernt haben. Wie sind wir vorbereitet auf eine mögliche nächste Pandemie – als Gesellschaft, in der politischen Kommunikation und mit Blick auf unser Gesundheitssystem?

    1 hr 17 min
  • Was vom Leben bleibt – Ein Gespräch über soziales Erinnern und Vergessen mit Henning Sußebach

    Anna - ein Frauenleben gegen die Widrigkeiten ihrer Zeit. Anna lebte von 1867 bis 1932 und ist die Urgroßmutter von Henning Sußebach. Der mehrfach ausgezeichnete Journalist der ZEIT und feinsinnige Gesellschaftsbeobachter schreibt gegen das soziale Vergessen und fragt sich gleichzeitig, was wir von seiner Urgroßmutter heute lernen können. Für was steht Anna, welche Haltung repräsentiert sie, wie ist sie mit Wendepunkten im Leben und Transformationsprozessen in der Gesellschaft umgegangen? Dicht und anschaulich beschreibt Sußebach den gesellschaftlichen Kontext, in dem Anna Entscheidungen getroffen hat und er versucht, durch ihre Augen auf die Welt zu blicken.

    „Wir sind Zwerge auf den Schultern von Riesen und Riesinnen.“ Diese Redewendung reicht weit zurück und macht deutlich, wie oft wir vergessen, auf welchem Fundament wir eigentlich stehen. Welches Fundament wollen wir also für nachfolgende Generationen legen?

    Das Buch von Henning Sußebach „Anna oder: Was von einem Leben bleibt“ erscheint am 11.07.2025

    56 min
  • Zukunftsfeste Politik? Ein Gespräch über die junge Generation mit Ronja Ebeling.

    Faul oder fleißig, politisch rechts oder links, fordernd oder brav. Es wird viel geredet über, aber oft nicht mit, der jüngeren Generation.

    In dieser Folge sprechen wir mit Ronja Ebeling. Sie ist Journalistin, Gründerin der E-Learning Plattform Team of Tomorrow, Autorin mehrerer Bücher und Host des Podcast „Hungry Minds – eine Generation, die fordert“.

    Die junge Generation ist gespalten, so scheint es nach den Ergebnissen der zurückliegenden Bundestagswahl. Die AfD und Die Linke haben die meisten Stimmen bekommen. Doch warum eigentlich? Wir versuchen, zu verstehen, was jungen Menschen bei ihrem Blick auf Politik wichtig ist. Wie erleben sie das Bildungssystem, in dem sie groß werden, wie die Politik und ihre Entscheidungen für ihre Zukunft? Welche Eigenschaften prägen sie? Und was macht sie interessant für Arbeitgeber?

    Ein Gespräch über die Frage, wie junge Menschen in unserer aktuell krisengeschüttelten Welt Träume und Selbstwirksamkeit entwickeln können und was sie dafür brauchen.

    1 hr 9 min
  • Innere Sicherheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Ein Gespräch über die Arbeit der Polizei mit Jochen Kopelke.

    Das Thema Innere Sicherheit steht seit geraumer Zeit im Fokus gesellschaftlicher und politischer Diskussionen. Das Gefühl der Unsicherheit im öffentlichen Raum wächst und viele fühlen sich schutzbedürftig – unabhängig davon, ob sich dieses Gefühl in offiziellen Statistiken wiederfindet.

    Wir sprechen in dieser Folge mit Jochen Kopelke, dem Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei. Er kennt das Thema aus der eigenen Arbeit als Polizeibeamter bei der Schutzpolizei und dem Landeskriminalamt in Bremen, aber auch aus der Perspektive der Politik als Büroleiter des Innensenators von Bremen, Ulrich Mäurer.

    Welche Rolle spielen die aktuellen Entwicklungen für die Arbeit der Polizei? Welche Rolle spielt überhaupt die Unterscheidung von „gefühlter Sicherheit“ und Statistik? Was heißt Unsicherheit, worauf bezieht sie sich? Wie verändern sich öffentliche Räume und Orte? Und was hat die Tatsache, dass wir immer weniger Polizeistationen oder „Kiezpolizist*innen“ haben mit gesellschaftlichem Zusammenhalt zu tun?

    1 hr 2 min
  • Das Gefühl, zurückgelassen zu werden - Aktuelles aus der Zusammenhaltsforschung mit Natalie Grimm.

    In unserer oft unübersehbaren und komplexen Welt ist es nicht unwahrscheinlich, aus unterschiedlichen Gründen „den Anschluss zu verpassen“. Welche kulturellen und ökonomischen Abwertungserfahrungen sind damit verbunden? Fühle ich mich in der politischen Ansprache noch mitgemeint? Oder fühle ich mich aus anderen Gründen in einer Art „gesellschaftlichem Abseits“?

    Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) – gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung – arbeitet an 11 Standorten in Deutschland. Einer davon ist das SOFI in Göttingen. Dr. Natalie Grimm ist hier wissenschaftliche Mitarbeiterin undkoordiniert zudem das Themenfeld „Sozioökonomische Status- und Verteilungsordnung“ am FGZ. Sie ist heute zu Gast in unserem Podcast und wir sprechen über eine einzigartige qualitative Panelstudie. Uns interessieren dabei besonders ihre Erkenntnisse zu einem ganz speziellen Aspekt: Dem Gefühl, zurückgelassen zu werden. Wie entsteht dieses Gefühl in unterschiedlichen Lebensgeschichten? Wie äußert es sich im alltäglichen Leben? Und: Wann wird es aus soziologischer Sicht zu einer Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Der differenzierte Blick auf diejenigen, die nicht vom kulturellen und ökonomischen Wandel profitieren, erweitert den Blick auf Polarisierungs- und Spaltungstendenzen in der Gesellschaft.

    1 hr 19 min
  • Gegen die Mutlosigkeit!

    Am Ende des Jahres blicken wir zurück auf Gespräche, Begegnungen, Reisen und Lektüre. Und wir suchen nach Erklärungen, warum wir aktuell oft so viel Mutlosigkeit wahrnehmen – in der Gesellschaft und im politischen Handeln und Entscheiden. In diesem Zusammenhang fragen wir uns, was Deutschland von einigen mittel- und osteuropäischen Nachbarländern lernen kann und welche Rolle die Kommunen in Europa für eine nach vorne gerichtete Politik spielen. Den Blick weiten und zugleich genauer hinschauen, wie und wo Gesellschaft gestaltet wird – das kann gegen Mutlosigkeit helfen.

    Wir wünschen schöne Weihnachtstage, einen gesunden Start in 2025 und freuen uns auf ein Wiederhören!


    Was Berthold Vogel in den letzten Wochen gerne gelesen hat:

    Jens Bisky (2024): Die Entscheidung. Deutschland von 1929 bis 1934.

    Peter Kurz (2024). Gute Politik. Was wir dafür brauchen.

    Marko Martin: Gewalt kann eine Lösung sein, Süddeutsche Zeitung 2024, S.11 oder: https://www.sueddeutsche.de/kultur/marko-martin-literatur-bundespraesident-frank-walter-steinmeier-gewalt-lux.C3LGvNcCWPu4G9wM7b8Jh8?reduced=true (€)

    Marko Martin (2024): Und es geschieht jetzt. Jüdisches Leben nach dem 7.Oktober.


    Was Julia Kropf in den letzten Wochen gerne gelesen hat:

    Steffen Mau (2024): Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt.

    Anne Rabe (2023): Die Möglichkeit von Glück.

    Peter Dausend/Horand Knaup (2020): „Alleiner kannst Du gar nicht sein“ Unsere Volksvertreter zwischen Macht, Sucht und Angst.

    53 min
  • #wird gut: Auf dem Weg in eine bessere Zukunft mit Lars Castellucci

    Prof. Dr. Lars Castellucci, Mitglied des Deutschen Bundestages für die SPD-Fraktion, ist in dieser Folge zu Gast bei Berthold Vogel und Julia Kropf. Lars Castellucci vertritt den Rhein-Neckar-Kreis im Deutschen Bundestag und ist geschäftsführender Vorsitzender des Innenausschusses. Er ist außerdem Professor für Nachhaltiges Management an der Hochschule der Wirtschaft für Management in Mannheim und hat dort, gemeinsam mit Kollegen, das Institut für Soziale Nachhaltigkeit gegründet.

    Wir nehmen diese Folge ein paar Tage nach dem Sieg von Donald Trump bei den US-Wahlen und dem Bruch der Ampelkoalition auf. Genug Gesprächsstoff also, um zu fragen: Wie blickt ein Politiker aktuell in die Zukunft, der sich selbst als „Abgeordneten auf der Suche nach der Zukunft“ bezeichnet? Haben wir, wie er sagt, „verlernt, uns eine bessere Zukunft vorzustellen“ (Zum Blog: http://ifsn.eu/blog/)? Welche Art von Politik brauchen wir jetzt? Mit seiner Initiative #wirdgut möchte Lars Castellucci Menschen zusammenbringen, die zuversichtlich, innovativ und kraftvoll an unserer gemeinsamen Zukunft arbeiten. Also jene „Virtuosen des Wandels“, von denen Berthold Vogel meint, dass wir mehr von ihnen brauchen.

    1 hr 3 min

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Wir leisten uns Gesellschaft | Wir, das sind: Berthold Vogel, Geschäftsführender Direktor des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI) sowie Sprecher des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) am Standort Göttingen und Julia Kropf, Soziologin und freie Moderatorin. Wir leisten uns Gesellschaft im Gespräch über Fragen und Themen, die unsere Zeit bewegen.