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Wem gehört die Welt?
Pfarrer Bernard Kaufmann, Zofingen
Ein Streit zwischen zwei Kindern um ein Spielzeugauto wird zur Frage, die weit über den Sandkasten hinausgeht: «Das gehört mir!» Wie oft hören wir diesen Satz – im Kleinen genauso wie in der grossen Politik.
Bernhard Kaufmann erinnert daran, dass viele Konflikte dort beginnen, wo Menschen nur noch an Besitz und eigene Ansprüche denken. Die Bibel zeichnet ein anderes Bild: Alles, was wir haben, ist letztlich Geschenk. Und was Geschenk ist, dürfen wir dankbar annehmen – und grosszügig teilen.
Die ersten Christinnen und Christen lebten aus dieser Haltung. Nicht Zwang, sondern freiwillige Solidarität prägte ihr Zusammenleben.
Vielleicht verändert sich unsere Welt dort, wo aus «Das gehört mir» ein «Was kann ich mit anderen teilen?» wird.
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Teilen, Solidarität, Dankbarkeit, Frieden, Besitz, Gemeinschaft
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Dankbar – immer und für alles?
Pfarrer Daniel Guggisberg, Kirchgemeinde Lauperswil
Wie kommt man von einem Raum in den anderen? Die meisten denken an den kürzesten Weg. Ein amerikanischer Therapeut zeigte seinen Studenten jedoch, wie sehr wir unser Denken begrenzen – und wie viele Möglichkeiten wir übersehen.
Ähnlich ist es mit der Dankbarkeit. Oft danken wir nur für das Aussergewöhnliche. Dabei wartet das Alltägliche darauf, neu entdeckt zu werden: das Brot auf dem Tisch, der Regen, der Wind, die Vögel, die Arbeit unserer Mitmenschen, die Felder, die Kinder, die Freundschaft und das Leben selbst.
Der Epheserbrief fordert uns heraus: «Sagt Dank allezeit und für alles.»
Dankbarkeit verändert nicht nur den Blick auf die Welt – sie verändert auch unser Herz. Wer dankbar lebt, entdeckt plötzlich den Reichtum, der längst da ist.
Vielleicht ist heute ein guter Tag, einfach einmal bewusst Danke zu sagen.
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Dankbarkeit, Schöpfung, Hoffnung, Alltag, Epheserbrief, Lebensfreude
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Ich hebe meine Augen auf
Pfarrerin Kathrin Rehmat, Predigeerkirche Zürich
Manche Tage fühlen sich überwältigend an. Die Agenda ist voll, die Aufgaben wachsen und man fragt sich, wie das alles zu schaffen ist.
Dann erinnert Katrin Rehmann an die Worte aus Psalm 121: «Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher wird mir Hilfe kommen?»
Gelassenheit bedeutet nicht, dass alles einfach wird. Sie wächst aus dem Vertrauen, dass wir nicht alles allein tragen müssen. Wir dürfen unser Bestes geben und darauf vertrauen, dass Gott den Rest in seinen Händen hält.
Manchmal verändert nicht die Situation unser Leben, sondern der Blick darauf.
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Gelassenheit, Vertrauen, Psalm 121, Hoffnung, Berge, Glaube, Alltag
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Gestern, heute oder morgen?
Bruno Rainer, Geschäftsleiter, Reformierte Kirchgemeinde Worb
Was wäre, wenn wir einfach einmal alles stehen und liegen lassen würden? Den Chef anrufen, hitzefrei nehmen und an einen Bergsee fahren?
Genau davon träumt Bruno Rainer während einer Mittagspause. Vom Sprung ins kühle Wasser, von Freiheit, Ruhe und einem Tag ohne Verpflichtungen. Ein Tag, an den man sich noch lange erinnern würde.
Doch dann fällt die Bibel vom Tisch. Der Traum ist vorbei. Das Büro ist wieder da.
Und trotzdem bleibt etwas zurück: die Erkenntnis, dass wir nicht auf den perfekten Tag warten müssen. Auch mitten im Alltag können wir bewusst entscheiden, was diesen Tag besonders macht.
Vielleicht geht es weniger darum, an einen Bergsee zu fliehen, als darum, am Abend sagen zu können: Heute habe ich etwas Gutes getan. Heute habe ich gelebt. Heute war ein guter Tag.
Denn ob gestern, heute oder morgen – jeder Tag bietet die Chance, etwas Besonderes daraus zu machen.
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Alltag, Freiheit, Träume, Dankbarkeit, Achtsamkeit, Lebensfreude, Hoffnung
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Gott wilche
Katechet Andreas Zimmermann, Kirchgemeinde Stettlen
„Gottwilche!“ Diesen alten Ausdruck hörte Bruno Rainer bei einem Freilichttheater im Emmental. Früher begrüsste man sich so auf den Höfen und Wegen. Übersetzt bedeutet es einfach: Willkommen.
Doch in diesem alten Wort steckt mehr. Es klingt fast wie: Von Gott willkommen geheissen. So, wie Gott mich annimmt, möchte auch ich anderen begegnen.
Beim Blick über die weiten Hügel des Emmentals kam ihm ein Vers aus Psalm 36 in den Sinn: «Deine Gnade reicht, soweit der Himmel ist, und deine Treue, soweit die Wolken gehen.»
Das Leben kennt Enge, Sorgen, Neid und Angst. Aber auch Hoffnung, Liebe und Vertrauen. Gerade in solchen Momenten tut es gut, den Blick zu weiten und sich daran zu erinnern: Gottes Gnade ist grösser als unsere Sorgen.
Vielleicht braucht es manchmal nur einen Hügel, einen weiten Horizont oder ein altes Wort wie „Gottwilche“, um uns daran zu erinnern.
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Willkommen, Emmental, Weite, Vertrauen, Hoffnung, Psalm, Gnade
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Kann Beten eigentlich Sünde sein?
Toni Zulauf, Initiator Wort zum Tag, Ranflüh
Die Frage klingt seltsam. Beten gilt doch als etwas Gutes. Und tatsächlich: Wenn Menschen nach einem Fussballspiel gemeinsam beten, kann das ein schönes Zeichen sein. Ein Zeichen dafür, dass es im Leben um mehr geht als um Sieg und Niederlage.
Und doch stellt sich eine andere Frage: Was passiert, wenn Menschen glauben, Gott ganz auf ihrer Seite zu haben?
Jesus war erstaunlich kritisch gegenüber demonstrativer Frömmigkeit. Für ihn zählte nicht die Wirkung nach aussen, sondern das, was im Herzen geschieht.
Beeindruckend sind für mich nicht Menschen, die behaupten, Gott genau zu kennen. Beeindruckend sind Menschen, die trotz ihres Glaubens demütig bleiben. Die wissen, dass Gott grösser ist als ihr eigenes Verstehen.
Glaube bedeutet nicht, Gott zu besitzen. Glaube bedeutet, Gott zu suchen.
Vielleicht liegt darin die eigentliche Kraft des Gebets: Nicht als Vorführung, sondern als stilles Eingeständnis, dass wir Suchende bleiben. Menschen, die hoffen, zweifeln, danken und vertrauen.
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Gebet, Glaube, Demut, Vertrauen, Fussball, Spiritualität, Hoffnung
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Ein Baum am Wasser
Susanna Meyer Kunz, Leiterin Spitalseelsorge Universitätsspital Zürich
Titel: Ein Baum am Wasser
Autorin: Susanna Meyer-Kunz, leitende Spitalseelsorgerin am Universitätsspital Zürich
Die Sommerhitze macht vielen Menschen zu schaffen. Besonders schwer ist sie für Patientinnen und Patienten, die im Spitalbett liegen und nicht einfach an einen kühlen Ort ausweichen können.
Susanna Meyer-Kunz erzählt von einer Frau, die nach einem schweren Unfall von Albträumen geplagt wird. In den schlaflosen Nächten hilft ihr ein inneres Bild: ein kleiner Fluss, schattige Bäume und das beruhigende Gefühl von Wasser.
Dazu passt ein Wort aus dem Buch Jeremia: «Gesegnet ist der Mensch, der sich auf Gott verlässt. Er ist wie ein Baum am Wasser gepflanzt.»
Manchmal können uns Bilder, Erinnerungen, Musik oder ein vertrauter Bibelvers durch schwere Stunden tragen. Sie schenken Ruhe, Halt und Zuversicht, wenn Sorgen oder Ängste uns nicht schlafen lassen.
Welcher Ort, welches Lied oder welcher Gedanke schenkt Ihnen Frieden?
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Trost, Hoffnung, Vertrauen, Spital, Ruhe, Schlaf, Jeremia, Zuversicht
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Pfarrer Bernard Kaufmann, Zofingen AG
„Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei.“ Der bekannte Song von Udo Jürgens erzählt von der Sehnsucht nach einem Ausbruch aus dem Alltag, nach einem Leben ohne Zwänge und Grenzen.
Doch was bedeutet Freiheit wirklich? Muss man dafür um die halbe Welt reisen? Muss man besondere Orte sehen und aussergewöhnliche Abenteuer erleben?
Bernhard Kaufmann erinnert daran, dass Freiheit oft viel näher liegt. Im Duft eines Waldes. In der Weite eines Bergpanoramas. Im Lachen eines Kindes. Im Gesang einer Amsel am frühen Morgen.
Der Apostel Paulus schreibt: «Ihr seid zur Freiheit berufen.» Eine Freiheit, die nicht von Orten abhängt, sondern im Herzen beginnt. Eine Freiheit, die von Sorgen und Ängsten entlastet und uns offen macht für die kleinen Wunder des Alltags.
Vielleicht wartet die Freiheit, nach der wir suchen, nicht in New York oder Hawaii, sondern genau dort, wo wir heute stehen.
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Pfarrer Daniel Guggisberg, Kirchgemeinde Lauperswil
Der Garten steht in voller Blüte. Blumen, Gemüse, Schmetterlinge und Vögel zeigen eindrücklich, was aus einem kleinen Samen entstehen kann.
Daniel Guggisberg erzählt die Geschichte von Elzéard Bouffier. Nachdem er Frau und Sohn verloren hatte, zog er sich in eine trostlose Gegend zurück. Doch statt zu verzweifeln, begann er Eicheln zu pflanzen. Jahr für Jahr. Aus seiner Ausdauer entstand ein Wald, Wasser kehrte zurück und neues Leben begann.
Die Geschichte erinnert daran, dass Hoffnung oft klein beginnt. Ein Samen, eine gute Tat, ein freundliches Wort können mehr bewirken, als wir ahnen.
Vielleicht gibt es auch in unserem Leben Orte, die auf eine solche Eichel der Hoffnung warten.
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Hoffnung, Natur, Garten, Neubeginn, Vertrauen, Ausdauer, Leben
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Was zählt wirklich
Bruno Rainer, Geschäftsleiter, Reformierte Kirchgemeinde Worb
Aktuell jagt eine Weltmeisterschaft die nächste. Erst die Eishockey-WM, jetzt die Fussball-WM. Wir fiebern mit, hoffen, freuen uns und diskutieren über Siege und Niederlagen.
Dabei fällt mir auf: Jeder hat seine eigene Meinung. Das ist ein grosses Privileg unserer Demokratie. Wir dürfen unterschiedlich denken und miteinander diskutieren.
Doch manchmal frage ich mich, ob wir unsere Energie nicht noch stärker auf das richten könnten, was wirklich zählt. Auf das Miteinander. Auf Lösungen statt auf Gräben. Auf Frieden statt auf Streit.
In der Bibel wird die Welt als etwas beschrieben, das uns anvertraut ist. Menschen, Tiere und die ganze Schöpfung verdienen Sorge, Respekt und Aufmerksamkeit.
Vielleicht braucht unsere Zeit weniger Rechthaberei und mehr Bereitschaft, einander zuzuhören.
Denn am Ende sind nicht die lautesten Stimmen entscheidend, sondern die Schritte, die zu mehr Frieden und Verständnis führen.
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Frieden, Demokratie, Gemeinschaft, Respekt, Verantwortung, Zuhören
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