20 Zuhause im Elternsein - Je mehr wir beruhigen wollen, desto weniger beruhigen sich unsere Kinder
Was, wenn wir unsere Kinder gar nicht beruhigen müssen?
In dieser Folge nehme ich dich mit in eine Kita, in der ein etwa einjähriges Kind trotz einer liebevollen und ausführlichen Eingewöhnung immer wieder stundenlang geweint hat. Die Fachpersonen hatten bereits vieles versucht: Körperkontakt, Streicheln, Wiegen, verschiedene Orte und trotzdem kam das Kind nicht zur Ruhe.
Gemeinsam schauen wir darauf, warum aktives Beruhigen manchmal genau das Gegenteil bewirken kann. Denn wenn das Nervensystem eines Kindes aktiviert ist, braucht es nicht noch mehr Bewegung und noch mehr Möglichkeiten. Es braucht Sicherheit, Ruhe und einen Erwachsenen, der selbst in dieser Ruhe bleiben kann.
Ich erzähle, wie wir in der Kita die Bedingungen verändert haben: einen ruhigen Ort geschaffen, Bewegung reduziert und aufgehört haben, das Weinen unbedingt stoppen zu wollen. Stattdessen ging es darum, das Kind in seinem Weinen zu begleiten und ihm zu vermitteln: Hier ist es sicher. Du darfst hier sein.
Und dann passiert etwas Entscheidendes: Das Kind beruhigt sich von selbst. Es entstehen Tränen, intensiver Augenkontakt, Nähe und plötzlich kann es essen und schlafen. Aus einem Kind, bei dem zunächst die Frage im Raum stand, ob es überhaupt für die Kita geeignet sei, wird ein Kind, das spielt, klettert, isst und entspannt schläft.
Diese Folge ist eine Einladung, das Weinen unserer Kinder nicht sofort beruhigen zu müssen. Sondern zu verstehen, was ihr Nervensystem gerade braucht – und ob wir Sicherheit wiederherstellen können.
Liebe Grüße
Desirée
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