Zukunftsschmiede

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Zukunftsschmiede episodes

  • Wie erzählen wir wieder Zukunft, Michael MĂĽller?
    „In Deutschland gehen bald die Lichter aus“: Warum erzählen wir uns vor allem Untergangsgeschichten, und wie entsteht ein positives Zukunftsnarrativ?

    In dieser Folge von Zukunftsschmiede spreche ich mit Prof. Dr. Michael MĂĽller. Er hat Literaturwissenschaft und Philosophie studiert und war bis vor Kurzem Professor fĂĽr Medienanalyse und Medienkonzeption an der Hochschule der Medien Stuttgart. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet er als narrativer Organisationsentwickler. Kennengelernt haben wir uns auf dem Podium eines Jugendkongresses im Bayerischen Landtag.

    Wir sprechen darüber, was ein Narrativ eigentlich ist und warum Politik seit dem Mauerfall fast nur noch reaktive Zukunftsgeschichten erzählt: Die Globalisierung kommt, die KI kommt, wir müssen uns anpassen. Was fehlt, sind proaktive Visionen, die Menschen emotional mitnehmen. Michael Müller erklärt, warum die Currywurst ein Stellvertreterwert ist und warum ein Narrativ nie im stillen Kämmerlein entsteht. Er stellt die vier Bausteine vor, mit denen sich ein Narrativ bauen lässt: Story-Listening, Story-Doing, Storytelling und Story-Co-Creation. Ein Beispiel ist ein Carsharing-Verein, der ganz ohne Gemeinderatsbeschluss ein Dorf verändert hat. Am Ende ist klar: Menschen glauben einer Geschichte nur, wenn sie zu ihren eigenen Erfahrungen passt.

    50 min
  • Wie verändern wir den Staat von Innnen, Tiaji Sio?
    Ich spreche mit der Ex-Diplomatin und Forbes 30 unter 30 ĂĽber Staatsreformen.
    In dieser Folge von Zukunftsschmiede spreche ich mit Tiaji Sio – und was diese Frau mit Anfang 30 schon bewegt hat, ist beeindruckend. Mit 24 hat sie im Auswärtigen Amt das Netzwerk „Diplomats of Color“ gegründet und damit das größte Diversitätsnetzwerk der Bundesverwaltung aufgebaut. Forbes zählte sie zu den 30 unter 30. Dann hat sie ihren Beamtenstatus aufgegeben, um den Staat von außen mitzuverändern. Heute ist sie Mission Lead von Re:Form bei ProjectTogether, einer Allianz von Verwaltungspionier:innen, die schon heute am Staat von morgen bauen.
    Wir sprechen darüber, warum der Staat sich oft selbst blockiert und warum es mehr politischen Mut für die dicken Bretter braucht. Dazu gehören die föderale Aufgabenverteilung, starke Kommunen und die Zukunft des Beamtentums. Es geht um Wirkungsziele statt Maßnahmenkataloge und darum, warum Vertrauen kein weicher Faktor ist, sondern ein Machtfaktor. Bei Re:Form schneiden deshalb Staatssekretär und Sachbearbeiterin auch mal gemeinsam Zwiebeln. Vorher erzähle ich, warum mein Gen-Z-Reverse-Mentoring keinen einzigen Antrag hervorgebracht und mich trotzdem verändert hat.
    Bonus fĂĽr alle, die neu in der Kommunalpolitik sind: Vernetzt Euch mit anderen innovativen Kommunen und schaut bei Re:Form vorbei.
    48 min
  • Wie machen wir Politik mit Wirkung, Laura Kromminga?

    In dieser Folge von Zukunftsschmiede spreche ich mit Laura Kromminga. Sie berät den öffentlichen Sektor und beschäftigt sich seit Jahren mit Innovation und Wirkungsorientierung in Verwaltung und Politik.

    Wir sprechen darüber, warum Politik sich oft daran misst, was sie tut, statt daran, was sie tatsächlich verändert. Anhand von Beispielen wie dem Kita-Ausbau, einer neuen Brücke oder dem Spielstraßenschild zeigt Laura, wie leicht wir Maßnahmen mit Wirkung verwechseln – und warum echte Wirkungsorientierung mit der richtigen Zielsetzung beginnt, nicht mit der Lösung.
    Es geht um den Unterschied zwischen komplizierten und komplexen Problemen, um den Mut, sich angreifbar zu machen, wenn man klare Ziele benennt, und darum, wie auch die Opposition oder das Ehrenamt wirkungsorientiert arbeiten können. Zum Schluss geben wir Dir mit dem Beispiel eines Zebrastreifens vor einer Schule drei ganz konkrete Schritte an die Hand, wie Du in Deiner eigenen politischen Arbeit vom Ziel her denken kannst.
    Bonus: Laura empfiehlt das Buch "Zukunft. Eine Bedienungsanleitung" von Florence Gaub, das sich damit beschäftigt, warum wir uns als Gesellschaft viel zu selten mit der fernen Zukunft auseinandersetzen.

    51 min
  • Wie bleiben wir gesund in einem kranken System, Nina BĂĽrklin?
    Ich spreche mit der Therapeutin und GrĂĽnderin Dr. Nina BĂĽrklin: Was macht ein System krank? Und wo beginnt meine eigene Verantwortung?

    Wann macht ein System krank – und wo beginnt meine eigene Verantwortung, ohne dass ich daran zerbreche? In dieser Folge spreche ich mit Dr. Nina Bürklin, Psychotherapeutin, Coach und Gründerin von MEANING + More, genau darüber. Wir reden über die Grenze zwischen gesunder Anpassung und Selbstverrat, darüber, warum "ich bin nicht zuständig" für mich kein Schlusspunkt, sondern eher ein Semikolon ist, und über die Frage, wie viel wir eigentlich weglassen dürfen, statt immer noch mehr an Systemen, To-Dos und Selbstoptimierung anzuhäufen. Ich erzähle außerdem, was sich bei mir im Team seit meinem öffentlichen Moment auf Social Media im letzten Jahr konkret verändert hat – von der festen Mittagspause bis zur geschützten Schreibtischzeit im Kalender.

    Nina teilt zum Schluss ihr Impact-Stipendium: eine kostenlose Begleitung für Menschen, die sich gesellschaftlich engagieren und dabei an ihre Grenzen kommen. Wer sich dafür bewerben möchte, findet mehr Infos direkt bei ihr.

    Mehr zu Nina BĂĽrklin: meaningandmore.com

    M-PACT Stipendium (Bewerbung): meaningandmore.com/m-pact

    44 min
  • Wie funktionieren Machtspiele, Paula Piechotta?

    Paula Piechotta ist Bundestagsabgeordnete für Leipzig, Fachärztin für Radiologie und eine der schärfsten Kritikerinnen von Jens Spahn in der Maskenaffäre. Seit 2021 sitzt sie für die Grünen im Bundestag, ist Mitglied im Haushaltsausschuss und praktiziert weiterhin zweimal im Monat als Radiologin.

    In dieser Folge der Zukunftsschmiede spreche ich mit Paula Piechotta über eine unbequeme These: Der politische Betrieb belohnt systematisch die Falschen. Als Ärztin bringt Paula einen medizinischen Blick auf ein politisches Problem mit, das sie selbst öffentlich gemacht hat.

    Im Zentrum steht eine zentrale Diagnose: Wer in der Politik bleibt, ist immer öfter nicht der oder die Beste, sondern der oder die Härteste. Paula bringt es auf den Punkt: Ein Bundestag, in dem Jens Spahn und Alice Weidel bleiben, aber Kevin Kühnert und Robert Habeck gehen, ist ein Alarmsignal.

    Eine Folge über die Schattenseiten des Politikbetriebs – und darüber, warum echte Veränderung nur gelingt, wenn wir die Strukturen benennen, die Politik heute krank machen.

    42 min
  • Wie wird der Staat wieder handlungsfähig, Herr Klingst?
    Wie reparieren wir den Maschinenraum der Republik? Martin Klingst ĂĽber Selbstblockaden, fehlendes Vertrauen und den Weg zu einem Staat, der endlich wieder liefert.

    Mehr als 70 Prozent der Menschen in Deutschland glauben nicht mehr daran, dass unser Staat handlungsfähig ist. In dieser Folge spreche ich mit Martin Klingst (Jurist, ehem. Politikchef der ZEIT und Geschäftsführer der „Initiative für einen handlungsfähigen Staat“) darüber, wie wir den Weg aus dieser lähmenden Selbstblockade finden.

    Genau das bespreche ich in dieser Folge mit Martin Klingst. Er ist Jurist, Autor, langjähriger Journalist (unter anderem Politikchef der ZEIT) und war Leiter der Strategischen Kommunikation des Bundespräsidenten. Zuletzt fungierte er als Geschäftsführer der „Initiative für einen handlungsfähigen Staat“ und leitet nun die daraus entstandene Plattform Staatsmodernisierung an der Hertie School.

    Links zur Folge:

    Die Initiative für einen handlungsfähigen Staat:

    Alle Informationen zur Initiative, den Zielen und ihren Initiatoren (Thomas de Maizière, Peer Steinbrück, Andreas Voßkuhle, Julia Jäkel):
    https://www.ghst.de/initiative-fuer-einen-handlungsfaehigen-staat

    Der Abschlussbericht der Initiative:

    Hier findet ihr das Dokument mit allen 35 konkreten Handlungsempfehlungen fĂĽr die Politik:
    https://publicgovernance.de/media/PG-Sommer-2025-Initiative-handlungsfaehiger-Staat.pdf
    Das Open Access PDF des Buches im Herder Verlag:
    https://www.herder.de/geschichte-politik/shop/p4/94956-initiative-fuer-einen-handlungsfaehigen-staat-open-access-pdf/

    Die neue Plattform Staatsmodernisierung an der Hertie School:

    Das Zuhause der neu gegrĂĽndeten Plattform, die Martin Klingst nun leitet und die aus der Initiative hervorgegangen ist:
    https://www.hertie-school.org/de/initiative-staatsreform

    Die Stiftungspartner:

    Erfahrt mehr über die vier Stiftungen, die das Projekt fördern:

    GemeinnĂĽtzige Hertie-Stiftung: https://www.ghst.de

    Stiftung Mercator: https://www.stiftung-mercator.de

    ZEIT STIFTUNG BUCERIUS: https://www.zeit-stiftung.de

    Fritz Thyssen Stiftung: https://www.fritz-thyssen-stiftung.de

    Mehr zu Martin Klingst:

    Vernetze dich mit dem Journalisten, Juristen und Geschäftsführer der Plattform:
    https://www.linkedin.com/in/martin-klingst-82577726

    Mein Einsatz für einen handlungsfähigen Staat:

    Meine Arbeit im Landtag:

    Verfolge meine aktuellen Anträge und Initiativen zum Thema Staatsmodernisierung und Öffentlicher Dienst:
    https://juliapost.de/themen

    51 min
  • Wie geht Kommunalpolitik, die etwas bewegt, Tini Hesse?
    Ich spreche mit Tini Hesse aus dem Bezirksausschuss Sendling ĂĽber Kommunalpolitik

    Wie schafft man es, dass Kommunalpolitik nicht nur aus endlosen Tagesordnungen und Papierbergen besteht, sondern dass sich das eigene Viertel wirklich sichtbar verändert? Darüber spreche ich mit Christina „Tini“ Hesse, Kultur- und Nachhaltigkeitsmanagerin und langjährige Fraktionsvorsitzende im Bezirksausschuss Sendling in München.

    Tini erzählt, wie sie mit einer achtköpfigen ehrenamtlichen Fraktion gestartet ist, welche Rolle Vertrauen, Augenhöhe und das bewusste Sichtbarmachen von Stärken im Team gespielt haben – und warum sie früh entschieden haben, nicht nur auf die Vorlagen der Verwaltung zu reagieren, sondern eigene Ziele zu formulieren. Anhand ganz konkreter Beispiele (Fahrradstellplätze, Spielplätze, Bücherschrank) zeigt sie, wie aus großen Träumen („ein fahrradfreundlicheres Viertel“) kleine, regelmäßige Schritte werden („pro Sitzung ein Antrag“) und wie eine einfache „Selbstbeweihräucherungswand“ dabei hilft, Motivation und Überblick zu behalten. Wir sprechen auch darüber, wie gute Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen gelingt, warum es oft klüger ist, gemeinsam zu feiern statt exklusiv „Wir haben das durchgesetzt“ zu sagen, und wie man Erfolge nach außen kommuniziert, ohne das Ehrenamt weiter zu überfrachten.
    Wenn du in Gemeinderat, Stadtrat, Bezirksausschuss oder einfach lokal engagiert bist und wissen willst, wie man mit begrenzten Ressourcen maximale Wirkung erzielt, ist diese Folge eine Einladung zum Abgucken.
    WeiterfĂĽhrende Informationen & Links:
    • Tini Hesse – persönliche Seite: https://christinahesse.de
    • Infos zum Bezirksausschuss Sendling: https://www.gruene-muenchen.de/ov-sendling/stadtteilpolitik/bezirksausschuss-6-sendling/

    44 min
  • Wie erreicht man ĂĽberparteilich einen Konsens, Natascha Sagorski?
    Natascha Sagorski hat den gestaffelten Mutterschutz nach frühen Fehlgeburten erkämpft.

    In dieser Folge spreche ich mit Natascha Sagorski darüber, wie aus einer sehr persönlichen Erfahrung politische Veränderung entstehen kann. Nach ihrer eigenen Fehlgeburt hat sie erlebt, wie wenig Schutz, Verständnis und politische Aufmerksamkeit es für Betroffene gibt – und genau daraus ist ihr Engagement entstanden. Heute ist sie Gründerin von Familie sind Alle und eine der prägenden Stimmen hinter dem Kampf für den gestaffelten Mutterschutz nach Fehlgeburten.

    Wir sprechen darüber, warum Fehlgeburten so lange als rein privates Thema behandelt wurden, was sich verändert, wenn Betroffene öffentlich darüber sprechen, und weshalb Nataschas Buch „Jede dritte Frau“ für sie selbst zu einem politischen Wendepunkt geworden ist. Im Gespräch geht es auch darum, wie sie mit Unterstützung von JoinPolitics ein überparteiliches Netzwerk aufgebaut hat und warum gerade diese Bündnisse entscheidend dafür waren, dass das Thema im parlamentarischen Betrieb nicht wieder versandet ist.

    Besonders spannend finde ich an dieser Geschichte, dass sie auch viel darüber erzählt, wie Politik gelingt: nicht nur über Parteien und Ämter, sondern über Beharrlichkeit, klare Anliegen, Netzwerke und Menschen, die bereit sind, über politische Lager hinweg zusammenzuarbeiten. Dass der Bundestag den gestaffelten Mutterschutz am 30. Januar 2025 einstimmig beschlossen hat und die Regelung seit dem 1. Juni 2025 gilt, zeigt, was möglich ist, wenn politische Mehrheiten nicht nur taktisch, sondern inhaltlich gesucht werden.

    Mit Natascha spreche ich deshalb nicht nur über Fehlgeburten, Familienpolitik und feministisches Netzwerken, sondern auch über eine größere Frage: Warum gelingt parteiübergreifende Zusammenarbeit so selten – und was können wir aus den Momenten lernen, in denen sie doch funktioniert?

    45 min
  • Wie können wir die Politik verändern, Caroline Weimann?
    Ich spreche mit der GrĂĽnderin von JoinPolitics ĂĽber eine neue Politik von morgen

    In dieser Folge der Zukunftsschmiede spricht Julia Post mit Caroline Weimann, Gründerin von JoinPolitics – einer Initiative, die politische Talente parteiübergreifend dabei unterstützt, Verantwortung zu übernehmen und Veränderung anzustoßen.

    Im Zentrum des Gesprächs steht eine zentrale Diagnose: Mit einem „Weiter so“ wird Politik den aktuellen Herausforderungen nicht gerecht. Es braucht neue Perspektiven, andere Lebensläufe und mehr Menschen, die den Mut haben, sich einzubringen.
    Caroline Weimann erklärt, wie JoinPolitics gezielt Menschen fördert, die Politik anders denken – von Kandidaturen bis hin zu zivilgesellschaftlichen Initiativen. Der Ansatz: frische Ideen, mehr Diversität in Erfahrungen und Kompetenzen und ein politisches System, das durch neue Köpfe von innen heraus erneuert wird.
    Gemeinsam diskutieren Julia Post und Caroline Weimann, welche Hürden es für Quereinsteigende gibt, warum politische Strukturen oft abschreckend wirken und wie gezielte Talentförderung dazu beitragen kann, Politik zukunftsfähiger zu machen.
    Eine Folge über neue Wege in die Politik – und darüber, warum echte Veränderung nur gelingt, wenn sich auch die Menschen verändern, die sie gestalten.

    35 min
  • Wie mĂĽsste sich die Politik ändern, Luisa Hofmeier?
    Ein Gespräch über den Politikbetrieb

    In dieser Folge der Zukunftsschmiede spricht Julia Post – selbst Abgeordnete im Bayerischer Landtag – mit Luisa Hofemeier vom Projekt „Beruf:Politik“ der Gemeinnützige Hertie-Stiftung über die Realität des Berufs Politik.

    Ausgangspunkt ist eine Frage, die Julia seit Längerem beschäftigt: Warum gilt der Beruf der Politikerin als so belastend – und wie kann er attraktiver werden?
    Gemeinsam werfen sie einen ehrlichen Blick auf den politischen Arbeitsalltag: lange Arbeitszeiten, hohe Erwartungen, permanente Öffentlichkeit und wenig Fehlertoleranz. Luisa Hofemeier bringt dazu die Perspektive aus der Nachwuchsförderung ein und zeigt, warum viele talentierte Menschen vor einer politischen Karriere zurückschrecken – und was sich strukturell ändern müsste.
    Im Gespräch wird deutlich, dass es nicht nur um individuelle Belastung geht, sondern um grundlegende Rahmenbedingungen: fehlende Vereinbarkeit, intransparente Karrierewege und eine politische Kultur, die oft abschreckend wirkt statt einladend zu sein.
    Gleichzeitig diskutieren Julia Post und Luisa Hofemeier konkrete Ansätze, wie Politik als Beruf neu gedacht werden kann – offener, nachhaltiger und zugänglicher für mehr Menschen.
    Eine Folge über die Frage, wie politische Arbeit zukunftsfähig wird – und warum es sich lohnt, den Beruf Politik neu zu gestalten.

    42 min

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