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Mühlhausen 2020 – aus einer sprichwörtlichen Schnapsidee entsteht mitten in der Pandemie die Dorfpride. Gerade auf dem Land braucht es mehr Sichtbarkeit und Angebote für queere Menschen, das wissen auch die Organisator:innen. In weniger als vier Wochen entsteht mit Hilfe vieler Ehrenamtlerinnen die erste Demonstration in Thüringen. Die Dorfpride ist geboren und findet bereits in der ersten Ausgabe sehr viel Anklang bei den Gemeinden und allen Beteiligten.
Von Anfang ist klar: Die Demo wird gebraucht, denn gerade in ländlichen Regionen fehlt es häufig an Infrastruktur. Angebote wie LGBTQIA+-Gruppen mit Themenschwerpunkten, oder Beratungsräume gibt es auf dem Land selten. Größere Städte in der Region sind häufig nur mit dem Auto erreichbar und der öffentliche Nahverkehr ist kaum oder gar nicht ausgebaut. Es fehlt an genügend Infrastruktur und das ist vielen Menschen (aus den Großstädten) nicht bewusst.
In der Zwischenzeit wurde im Hintergrund viel gewerkelt. Freiwillige Helfende waren schnell zur Stelle und die meisten Beteiligten sind bereits in soziale Projekte involviert. Dadurch kennen sie sich gut mit Projektarbeit aus. Für den Anfang brauchte es ein Logo, Social Media-Auftritte und eine Homepage. Regelmäßig werden Pressemitteilungen mit aktuellen Neuigkeiten veröffentlicht um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken.
Auch Termine finden sich auf der Homepage und den Sozialen Medien. Wichtiger sind allerdings Spendenaufrufe, denn ohne finanzielle Hilfe von außen ist das Projekt nicht durchführbar. Alle Organisator:innen arbeiten ehrenamtlich und neben ihrem Hauptberuf.
Schon im Jahr 2021 wurde mit etwas mehr Vorlauf die zweite Ausgabe veranstaltet. Dieses Mal rollte der Demonstrations-Zug durch Oftersheim in Baden-Württemberg. Auch hier wurde deutlich, wie wichtig queere Sichtbarkeit auf dem Land ist. Sarah unterstreicht im Interview noch einmal dass viele queere Menschen, egal ob jung oder älter, wenig Zugang zur queeren Community haben.
Die Aufmerksamkeit steigt unterdessen immer mehr und neben der lokalen Presse werden auch das Fernsehen, Radiosender und Podcasts auf die Initiative aufmerksam.
„Frau Müller die ein Weingut hat, muss beispielweise auf dem Land bleiben. Sie hat keine Wahl, denn sie kann es ja nicht mitnehmen.“ sagt Sarah im Interview. Ihr wurde erst durch Dorfpride bewusst, dass nicht alle queeren Menschen die Wahl haben ob sie auf dem Land leben wollen oder müssen.
Wir haben mit der Mitinitiatorin über die Entstehung dieses schönen Projektes gesprochen. Vor allem hat uns interessiert, wie groß der Aufwand einer solchen Veranstaltung für kleine Gemeinden ist. Die Willenskraft aller Beteiligten und das nötige Herzblut sorgen erst dafür, dass die Veranstaltung vor Ort glatt läuft. Auch die Gemeinden selbst und sogar die Kirchen haben bisher viel Hilfe angeboten und freuen sich auf ein etwas bunteres Dorf.
Wenn ihr die Pride auch mal ins Dorf holen wollt, solltet ihr Instagram und die Homepage im Auge behalten. Dort wird immer zum Jahresende eine Abstimmung für den nächsten Ort im folgenden Jahr eröffnet. Mitmachen können alle Orte und auch Menschen, die etwas bewegen wollen. Ganz unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung.
Wenn ihr noch mehr Interviews unserer Bunten Stunde hören möchtet, könnt ihr das hier über die Homepage und alle bekannten Streamingdienste. Wir freuen uns über euer Feedback über [email protected]. Immer auf dem neusten Stand bleibt ihr, wenn ihr uns auf Instagram folgt und alle weiteren Möglichkeiten uns zu erreichen, haben wir auf Link.tree zusammen gefasst.
Der Beitrag DBS#39 – Sarah – Dorfpride – Queeres Leben auf dem Land sichtbar machen erschien zuerst auf zwischen zwei fragen - Der Interview-Podcast.
Hansjörg Nessensohn ist Schriftsteller und freier Drehbuchautor. Im Sommer 2021 hat er sein aktuelles Buch „Mut.Machen.Liebe“ veröffentlicht. Nachdem wir es mit Begeisterung gelesen haben, wollten wir gerne mehr über Hansjörg und seine Arbeit erfahren.
Aufgewachsen ist er in einer kleinen Stadt nahe des Bodensees in Schwaben. In Thüringen hat er Medienwissenschaften studiert und nach einem Zwischenstopp in München zog es ihn nach Köln, wo er noch heute lebt.
Neben seiner Tätigkeit als freier Drehbuchautor für viele verschiedene Fernsehformate, entdeckte er auch das Bücherschreiben für sich. 2019 veröffentlichte er dann sein erstes Buch „Und dieses verdammte Leben geht einfach weiter“ das sehr viel Zuspruch bekam.
„Mut.Machen.Liebe“ ist in gewisser Weise die Fortsetzung, lässt sich allerdings auch als alleinstehendes Buch lesen und verstehen. Hier geht es vor allem um Pauls Weg zu sich selbst, dem Mut etwas zu wagen und natürlich um die Liebe.
In zwei parallelen Handlungssträngen erzählt Hansjörg Nessensohn die Geschichten von Paul und Liz in der Gegenwart, und von Helmut und Enzo Ende der 1950er Jahre in Köln. Paul und Liz hat es zum Wandern nach Italien verschlagen. Beide beschäftigt ihre ganz eigene Geschichte, die sie im Laufe der Erzählung immer enger zusammen schweißt. Denn ihre Vergangenheit holt beide gedanklich immer wieder ein und für beide spielt die Liebe eine ganz wesentliche Rolle.
Besonders Liz‘ Geschichte um Enzo und Helmut steht im Schatten des Paragraphen 175. Schwule und bisexuelle Männer wurden zu dieser Zeit auch als „175er“ bezeichnet. Somit war der Paragraph immer auch ein diskriminierendes Synonym. Er stellte mehr als 123 Jahre lang homosexuelle Handlungen unter Strafe. Schwule und bisexuelle Männer konnten für sexuelle Handlungen, sowie dem bloßen Verdacht im Gefängnis landen und wurden gesellschaftlich geächtet.
Gleichgeschlechtliche Liebe und Beziehungen durften jahrzehntelang, wenn überhaupt, nur in den eigenen vier Wänden stattfinden. Erst 1994 wurde der Paragraph endlich ersatzlos abgeschafft.
Uns hat interessiert, wie Hansjörg auf seine Geschichten kommt und ob es gerade queere Geschichten heute eigentlich noch braucht. Ist es eigentlich leicht einen Verlag zu finden, der diesen Stoff auch veröffentlichen will? Das und vieles mehr erfahrt ihr natürlich im Interview.
Weitere Bücher, Termine und Infos zu neuen Projekten von Hansjörg Nessensohn findet ihr auf seiner Homepage. Viele weitere queere Themen im Rahmen der Bunten Stunde gibt es hier bei uns zu hören. Wenn ihr nichts mehr verpassen wollt, folgt uns gerne auf Instagram und wenn ihr ein Thema besprechen möchtet, schreibt uns über [email protected]
Falls ihr euch auch für die Arbeit von anderen Autor:innen interessiert haben wir noch zwei Empfehlungen für euch. Die Newcomerin Maria Keim, hat ihre erstes Jugendbuch „Was Schildkröten im Schilde führen“ geschrieben und veröffentlicht. Im Buch möchte eine Schildkröte mit der jungen Marlin die Welt vorm Klimawandel retten. Darf es ein queeres Thema sein? Der Autor Sebastian Goddemeier hat in seinem ersten Buch „Coming-out“ 18 Interviews mit bekannten Persönlichkeiten geführt. Darin geht es nicht nur um das Thema Coming-Out, sondern zum Beispiel auch im Transidentität und Selbstliebe.
Der Beitrag DBS#39 – Hansjörg Nessensohn – Mut.Machen.Liebe – Schriftsteller & freier Drehbuchautor erschien zuerst auf zwischen zwei fragen - Der Interview-Podcast.
Barbara Wallbraun ist Autorin und Regisseurin des Dokumentarfilms „Uferfrauen„. Der Film portraitiert sechs lesbische Frauen und das Leben und Lieben in der DDR. In rund acht Jahren Arbeit setzte die gebürtige Thüringerin, ohne spezielles Vorwissen aus dem Filmbereich, ihr Projekt schrittweise um.
Alleine fünf Jahre Recherche brauchte Barbara um an die Geschichten zu kommen und vor allem auch, um die Personen dahinter zu erreichen. Für die Entstehung des Films hat Barbara Wallbraun über Internetseiten und Inserate rund 600 Frauen kontaktiert und viele Gespräche geführt. Auch aus Stasi-Akten konnte sie Erfahrungen einzelner Personen entnehmen und in ihre Doku einfließen lassen. Der Weg zum fertigen Film war lang und steinig. Protagonistinnen die zunächst zugesagt hatten, sprangen immer wieder ab oder wurden krank. Neue Kontakte mussten her, das bereits fertige Drehbuch wurde umgeschrieben und schlussendlich fehlten auch immer wieder Gelder und das benötigte Budget.
Im thüringischen Eichsfeld aufgewachsen, wollte Barbara speziell die Geschichten lesbischer Frauen aus der Provinz der DDR ergründen und erzählen. Berlin sollte dafür beispielsweise möglichst außen vor bleiben, denn die queere Geschichte Berlins ist bereits recht gut aufgearbeitet. Uferfrauen ist ein modernes Zeitzeugnis queerer Geschichte der DDR. Diese ist besonders schwierig zu ergründen, wie uns Barbara auch im Interview bestätigt hat. Speziell die Frauenbewegung ist wenig erforscht und noch viel weniger die der ehemaligen DDR.
Nicht alleine das Aufwachsen im sozialistischen Staat verbindet alle Protagonistinnen. Auch der lange Weg zu sich selbst mit allen Höhen und Tiefen. Einige führten Ehen mit Männern und bekamen Kinder. Lesbischsein hatte in diesem Zusammenhang keinen Platz und heteronormatives Leben war die einzige Möglichkeit, gesellschaftlich nicht geächtet zu werden.
Auch die Staatssicherheit der DDR hat viele Frauen über Jahre bespitzelt und teils erfolglos angeworben. Offensichtliche queere Organisationen wurden vom Staat kontrolliert und unterdrückt. Das Wort „lesbisch“ existierte im allgemeinem Sprachgebrauch noch nicht einmal. Viele konnten sich deshalb erst Jahre oder Jahrzehnte später outen und teilweise erst nach der Wende offen und frei leben.
Wir haben uns im Zuge der Recherche und auch im Kontext der Doku gefragt, warum es eigentlich so wenige dokumentarische Filme mit lesbischem Bezug gibt. Zunächst braucht es natürlich Menschen wie Barbara Wallbraun, die bereit sind solche Filme zu machen. Acht Jahre sind eine lange Zeit und es scheitert nicht selten auch an Finanzierungen und Budgets. Zudem sagt auch Barbara, dass die Präsenz schwuler Männer sowohl in der DDR als auch in der BRD stets größer und offensichtlicher war. Lesbische Frauen spielten da (wenn überhaupt) meist nur eine untergeordnete Rolle
Falls ihr mehr über Uferfrauen wissen möchtet, besucht die Homepage oder folgt dem Projekt auf Instagram. Der Film ist unter anderem über Amazon Prime und Kino-on-Demand verfügbar. Beide sind kostenpflichtig. Falls ihr Interesse daran habt, ein Screening durchzuführen, kontaktiert Barbara einfach über [email protected]
Uns könnt ihr natürlich auch gerne über Instagram folgen. Dort findet ihr Teaser zu allen Folgen und bekommt auch immer Updates zu neuen Folgen und zum Podcast. Wenn ihr noch mehr hören wollt, meldet euch für den Alert hier auf der Homepage an. Außerdem findet ihr uns bei allen bekannten Streamingdiensten und überall wo ihr eure Lieblingspodcasts hören könnt.
Eine Frage im Bezug auf Filme, dir auch wir uns schon gestellt haben:
Der Beitrag DBS#37 – Barbara Wallbraun – Uferfrauen – Lesbisches Leben und Lieben in der DDR erschien zuerst auf zwischen zwei fragen - Der Interview-Podcast.
Die Initiative TeachOut steht für queere Sichtbarkeit im Bildungsbereich. Angesprochen werden speziell queere, transidente und nicht-binäre Personen, die an Schulen, in Kitas, an Universitäten oder in ähnlichen Einrichtungen arbeiten. Inspiriert wurde das Projekt durch das ActOut-Manifest das im Februar 2021 von der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht und von 185 queeren Schauspieler:innen unterstützt wird.
Angestoßen durch den Instagram-Post eines queeren Lehrers, hat Gun Overesch einen Instagram-Kanal für TeachOut aufgebaut. Auch ein dazugehöriges Hashtag ist in Anlehnung an Actout denfinert worden. Damit hat sie offenbar einen Nerv getroffen, denn die Resonanz war sofort sehr hoch. Viele Menschen aus dem queeren Spektrum, die z.B. auch Lehrkräfte sind, haben passende Posts auf ihren Kanälen abgesetzt, sich selbst sichtbar gemacht und so kam der Stein ins Rollen. Einen Post kann jede:r übrigens ganz individuell gestalten, eine Vorgabe gibt es nicht.
Zum ersten Online-Treffen fanden sich direkt 30 interessierte Personen zusammen und es wurden Pläne für die Internet-Präsenz geschmiedet. Dabei entstand ein Entwurf für die jetzige Homepage, es wurde eine Konzept für den Instagram-Kanal entwickelt und Freiwillige für die Pressearbeit gefunden. Alle Position werden bis heute von ehrenamtlichen Menschen betreut, dich sich für das Projekt in ihrer Freizeit engagieren.
TeachOut soll für mehr Sichtbarkeit queerer Menschen aus dem Bildungswesen sorgen und auf ihre Lage aufmerksam machen. Noch immer ist es beispielsweise an Schulen nicht selbstverständlich, dass Lehrkräfte mit ihrer sexuellen Orientierung offen umgehen können. So reagieren Schulleitung nicht immer offen auch das Thema und auch Schüler:innen und Eltern müssen immer wieder behutsam an die Thematik heran geführt. Besonders Schüler.innen sind am Privatleben von Lehrerinnen und Lehrern interessiert und nicht wenige müssen ihre Partnerschaft verleugnen.
Das Projekt hat auch medial viel Aufmerksamkeit erlangt. So führten die Initiator:innen bereits mit vielen bekannten Medien wie dem NDR, der ZEIT, den ZDF und vielen anderen Interviews. Das merkt auch Gun Overesch, die immer wieder Anfragen verschiedener Medien erhält und von ihren ganz eigenen Erfahrungen als lesbische Lehrerin erzählt. Auch mit uns hat Gun viele ihrer Erfahrungen geteilt und uns von der Entstehung von TeachOut erzählt. Wenn ihr mehr dazu wissen wollt, hört jetzt die ganze Folge.
Unterstützt das Projekt auf Instagram oder besucht die Homepage für mehr Informationen wie ihr euch engagieren könnt.
Wir freuen uns außerdem über euer Feedback unter [email protected]. Wenn ihr nichts mehr verpassen möchtet, folgt uns gerne auf Instagram. Dort erhaltet ihr immer aktuelle Neuigkeiten zu unseren Interviews. Alle weiteren Möglichkeiten wie ihr uns erreichen könnt, gibt es auf Link.Tree.
Weitere queere Themen findet ihr in unserer Interview-Reihe „Die Bunte Stunde“. Dort hat uns, passend zu „TeachOut“, Michael vom Umgang mit seinem Schwulsein als Lehrer an einer Grundschule in Hamburg erzählt. Wolltet ihr schon immer etwas zu Regenbogenfamilien erfahren? Dazu hat uns Madita ihre Geschichte erzählt. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Frau und zwei Kindern in einer Regenbogenfamilie mit zwei Mamas.
Der Beitrag DBS#36 – Gun Overesch – TeachOut – Bildung sichtbar queer gestalten erschien zuerst auf zwischen zwei fragen - Der Interview-Podcast.
Ana ist Lehrerin an einer Sekundarschule zwischen Köln und Düsseldorf und engagiert sich für das Antidiskriminierungsprojekt „Schule der Vielfalt“. Außerdem unterrichtet sie Lachyoga und hat uns im Interview direkt am Mikro zu einer Übung animiert. So viel sei verraten: Es wirkt sofort!
Wir starten unser Podcast-Jahr 2022 mit einem positiven Blick und viel guter Laune. Anders war unser Gespräch mit Ana gar nicht möglich, denn sie sprüht einfach vor Energie. Diese bringt sie auch im Projekt „Schule der Vielfalt“ unter, bei dem es um mehr Akzeptanz und Sichtbarkeit geschlechtlicher Vielfalt im Bildungsbereich und dessen Vermittlung geht.
Bei uns in NRW ist Schule der Vielfalt unter anderem in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften tätig und schult diese für den Umgang sämtlicher Themen rund um LGBTQIA+, die Schüler:innen und Schulen im Allgemeinen betreffen. Im Jahr 2008 gegründet, startete die Organisation zunächst unter dem Namen „Schule ohne Homophobie – Schule der Vielfalt“. Heute wächst sie stetig weiter und kooperiert mit verschiedenen anderen queeren Organisationen wie zum Beispiel SCHLAU NRW oder der Rosa Strippe e.V.
Ana Jovanovic lebt selbst offen lesbisch und ihr Engagement und die Mitarbeit bei Schule der Vielfalt sind für sie auch deshalb eine Herzensangelegenheit. Auch, weil sie selbst den Schulalltag bunter und vor allem offener gestalten möchte. Dazu gehört unter anderem auch das Gendern im allgemeinen Sprachgebrauch gegenüber der Schüler:innnen. Diese kommen so schon sehr früh mit der Thematik in Berührung und berichten Ana oft ganz stolz davon, dass sie es selbst angewendet haben.
Warum das wichtig ist? Natürlich steht auch hier die Aufmerksamkeit und der Respekt gegenüber anderer Menschen an erster Stelle und schafft so ganz behutsam ein Bewusstsein dafür, dass es auch sprachlich nicht nur schwarz oder weiß gibt.
Nur weil Menschen beispielsweise männlich oder weiblich gelesen werden, müssen sie sich nicht automatisch als männlich oder weiblich empfinden. Auch hier gibt es bereits unter jungen Schüler:innen und Heranwachsenden genauere Tendenzen und teils schon ganz klare Vorstellungen, wer sie eigentlich sind und wie sie angesprochen werden möchten. Dazu gehört auch die Verwendung des richtigen Pronomens. Wer als ansprechende Person nicht sicher ist wie das Gegenüber angesprochen werden soll, kann einfach nach dem bevorzugten Pronomen fragen. Diese sind nur kleine Beispiele die Ana Jovanovic mit Schule der Vielfalt in ihrem Berufsalltag einbringt. Auch über Workshops und Fortbildungen vermittelt sie mit ihren Kolleg:innen regelmäßg Wissen an Lehrkräfte und Pädagog:innen.
Ein zweites Herzensprojekt von Ana ist Yoga. Damit kam sie schon während ihres Studiums in Berührung, es machte ihr einfach Spaß und sie mache eine Ausbildung um auch selbst Yoga unterrichten zu können. Speziell über das Lachyoga wollten wir gerne mehr wissen. Dazu hat uns Ana direkt während unserer Aufzeichnung eine kleine Übung gezeigt und wir können sagen, dass der Effekt auch im Interview hörbar ist. Lachyoga ist natürlich nicht von Ana erfunden worden, aber es macht die Welt sofort ein bisschen fröhlicher und jede:r sollte es mal probiert haben.
Wenn ihr mehr über Ana und ihre Arbeit erfahren wollt, dann folgt ihr auf Instagram.
Mehr Infos über Antidiskriminerungsarbeit findet ihr auf der Homepage von „Schule der Vielfalt“ und auf Instagram. Die Organisation ist deutschlandweit tätig und eine Übersicht dazu und wie ihr euch auch selbst engagieren könnt, gibt es hier.
Wir haben vor einiger Zeit auch ein Musical-Interview mit Anas Schwester Mili geführt, das ihr an dieser Stelle nachhören könnt. Sie ist Musical-Darstellerin und Sängerin und wir haben mit ihr über ihren Beruf gesprochen und über Nachhaltigkeit, für die sich Mili ständig engagiert. (Anm.d.Red.: Das Interview entstand Anfang 2020 – vor der Pandemie)
Auch wir freuen uns natürlich immer über neue Hörer:innen und wenn ihr nichts mehr verpassen möchtet, folgt Ausgang Podcast auf Instagram. Dort gibt es regelmäßig Neuigkeiten zu unseren Interviews und Gäst:innen.
Der Beitrag DBS#35 – Ana Jovanovic – Schule der Vielfalt trifft Lachyoga erschien zuerst auf zwischen zwei fragen - Der Interview-Podcast.
Im Mai 2021 hätte das sogenannte Transsexuellengesetz (kurz: TSG) reformiert werden können – die Chancen dafür standen gut. Doch die Reform blieb schließlich aus und das haben die beiden zum Anlass genommen, Menschen in einer Dokumentation zu zeigen, die selbst Erfahrungen mit dem TSG haben.
Noch immer geraten Transidente Personen durch das Transsexuellengesetz in erniedrigende und entwürdigende Situationen, wenn sie ihren Namens- und Personenstand ändern möchten. Dazu gehören beispielsweise zwei psychologische Begutachtungen und damit verbundene, sehr persönliche und intime Fragen. Auch im Alltag kommt es häufig zu so genannter Mikrodiskriminierung, wenn eine Transperson zum Beispiel ihre*seine EC-Karte im Supermarkt nutzen möchte und dann an der Kasse den anderen Namen erklären muss.
Gemeinsam haben sich Sophia und Sam an die Arbeit gemacht, Menschen für ihr Projekt angesprochen, viele Interviews geführt und aufgezeichnet und sich auch das erste Mal selbst intensiv mit dem Thema beschäftigt. Sam ist selbst trans*, war sich jedoch viele Jahre nicht darüber im Klaren, dass auch der Diskriminierung durch das TSG ausgesetzt ist. Heute ist das anders und er möchte zu mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung beitragen.
Entstanden ist durch ihre Arbeit eine 45-minütige Dokumentation namens „Ab Heute – Der lange Weg zum eigenen Namen“. Insgesamt haben sie 25 Personen befragt, 20 von ihnen trans-männlich oder trans-weiblich. Sie alle erzählen von ähnlichen Erfahrungen im Zusammenhang mit dem TSG und ihrem Alltag. Sam und Sophia haben bei der Konzeption ihrer Doku Wert darauf gelegt, dass ihre Protagonist:innen aus verschiedenen Generationen kommen und genauso verschiedene Leben leben.
So erzählt zum Beispiel Nora aus der Zeit der 1970er Jahre in Berlin, als es noch gar kein Transsexuellengesetz gab. In diesen Jahren führte Nora laut eigener Aussage ein ausgelassenes Leben, das fast besser klingt als nach der Einführung des TSG. Auch jüngere Personen wie Noah oder Hana sind dabei, die viel später und in einer vermeintlich offeneren Welt aufgewachsen sind. Ihre Sorgen und Ängste sind jedoch identisch mit denen der älteren Protagonist:innen. Von einer Normalität kann leider immer noch keine Rede sein.
Wir wollten gerne mehr über die Entstehung der Dokumentation wissen und was Sophia Emmerich und Sam Arndt dazu bewegt hat, die viele Arbeit ganz alleine auf sich zu nehmen. Das Projekt haben die beiden nämlich zu zweit ins Leben gerufen und auch persönlich finanziert, ohne Förderungen oder Spenden.
Wenn ihr mehr darüber wissen möchtet, empfehlen wir euch unser Interview und natürlich auch die Dokumentation. Wer mehr zu den einzelnen Protagonist:innen erfahren möchte, schaut sich alle 25 Interviews aus „Ab heute“ einfach einzeln und in voller Länge an.
Schaut dafür auch der Homepage zu „Ab heute“ vorbei und folgt Sophia und Sam auch gerne auf Instagram. Wenn ihr keine weitere Folge von Ausgang Podcast mehr verpassen wollt, könnt ihr uns kostenlos auf allen bekannten Streamingdiensten folgen. Alle News erhaltet ihr auch regelmäßig über Instagram und alle weitern Folgen findet ihr natürlich auch hier auf der Homepage.
Ein weiterer Anspieltipp zum Thema Transidentität ist unter Interview mit Marcel, der uns von seinem Weg erzählt. Wie fühlte sich die erste Testosteronspritze an und was bedeutet ihm eigentlich Männlichkeit. Hört es euch gleich an – im Ausgang Podcast Interview.
Der Beitrag DBS#34 – Sophia Emmerich & Sam Arndt – Ab Heute – Der lange Weg zum eigenen Namen erschien zuerst auf zwischen zwei fragen - Der Interview-Podcast.
Anwält:innen gibt es für alle problematischen Themen. Vom Familienrecht über das Strafrecht bis hin zum Steuer- oder Verkehrsrecht. Sie unterstützen ihre Mandant:innen bei der Durchsetzung Ihrer Rechte oder vertreten sie vor Gericht, um sie rechtlich zu stärken.
Katja identifiziert sich selbst als queer und hat dadurch einen engen Bezug zur LGBTQ+-Community. Als Frau hat sie nicht nur privat ein Herz für andere Frauen, auch beruflich hat sie sich mit ihrer Kollegin Rebecca Richter unter anderem auf Anliegen von Frauen spezialisiert. Grundsätzlich möchten die beiden mit ihrer im März 2021 gegründeten Kanzlei Dunkelrichter vor allem Frauen einen Safe Space bieten.
Diese werde noch immer in vielen Lebenslagen benachteiligt. Sei es im privaten Bereich, beispielsweise bei familiären Schwierigkeiten. Aber auch wenn es um Rechtsfragen rund um das Berufsleben geht. Häufig werden sie in hauptsächlich männlich geführten Kanzleien abgewiesen und ihre Anliegen nicht ernst genommen. Bei Dunkelrichter ist das anders. Katja und Rebecca setzen sich für sämtliche Rechtsfragen ein und haben immer ein offenes Ohr – und zwar für alle Menschen, die zu ihnen kommen.
Katja und Rebecca beschäftigen sich hauptsächlich um Angelgenheiten rund um Medienrecht, Datenschutz und Vertragsverhandlungen. Nicht selten kommen auch hier wieder viele Frauen zu ihnen – zum Beispiel wenn um Vertragsverhandlung in der Filmbranche und ähnliches geht. Im queeren Bereich vertreten sie häufig lesbische Paare mit Kinderwunsch oder auch transweibliche- oder männliche Personen bei rechtlichen Fragen im Rahmen ihrer Transition.
Wir wollten gerne wissen wie Katja die juristische Laufbahn eingeschlagen hat und welche Hürden sie als Frau überwinden musste. Welche Menschen kommen eigentlich in ihre Kanzlei und welche Probleme haben sie? Das und vieles weitere besprechen wir im Interview. Braucht es wirklich noch diesen Fokus auf eine Gruppe, oder bedeutet das nicht doch wieder den Ausschluss vieler anderer Personen. Wir denken dass es genau das braucht. Hört selbst!
Folgt Katja Dunkel und Rebecca Richter auf Instagram, dort sind die beiden regelmäßig aktiv und nehmen erste Anfragen entgegen. Wenn ihr ein Problem habt, traut euch und sprecht die beiden an.
Katja war außerdem im Juli in der Sendung „Queer in 2021“ zu Gast und hat auch dort über ihre Arbeit und queere Themen gesprochen.
Wenn ihr keine Folge mehr verpassen möchtet, könnt ihr uns gerne kostenlos abonnieren. Das geht über jede Plattform über die ihr Podcasts hören könnt. Folgt uns gerne auf Instagram, dort informieren wir euch regelmäßig über kommende Folgen. Alle weiteren Kontaktmöglichkeiten bekommt ihr auch noch einmal aufgelistet über Link.Tree.
Der Beitrag DBS#33 – Katja Dunkel – Rechtsanwältin – Rechtsbeistand mit Fokus auf LGBTQIA+-Menschen & Frauen erschien zuerst auf zwischen zwei fragen - Der Interview-Podcast.
Sebastian Goddemeier ist Journalist, in Münster geboren und aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Coming-Out war für ihn lange ein persönliches Thema, das er jetzt auch in seinem gleichnamigen Buch verarbeitet hat. Darin spricht er allerdings nicht nur über sein eigenes Coming-Out, sondern teilt auch die Erfahrungen von 18 queeren, öffentlichen Persönlichkeiten. Diese hat er als Ergebnis persönlicher und bewegender Interviews aufgeschrieben. Die Mehrzahl der Interviewten ist männlich, das bedauert Sebastian nach eigener Aussage sehr. Aber er sagt auch, dass es nicht so einfach für ihn war, lesbische oder trans-weibliche Personen für so ein Gespräch zu finden.
Dennoch zeigt sich die Auswahl seiner Gesprächspartner*innen vielseitig und beschränkt sich nicht nur auf jüngere Personen, die vielleicht gerade besonders präsent oder angesagt sind. Ralf König, Drangsal, Kevin Kühnert, Aquamarin oder Jolina Mennen, sind nur ein paar der Namen auf der Liste der 18 Interviewten. „Coming-Out“ ist für Sebastian Goddemeier ein Traumprojekt und das Resultat ist jetzt nach neun Monaten intensiver Arbeit veröffentlicht.
Das Buch macht deutlich, dass alle Menschen die er interviewt hat, ihre ganz individuellen Probleme mitbringen. Dennoch hat Sebastian Goddemeier in fast allen Gesprächen auch viele Parallelen zu seinen eigenen Erfahrungen gefunden. Im Interview sprechen wir über Sebastians Weg aus der kleinen Stadt in NRW, nach Berlin in die große Metropole. Dort, wo er sich endlich frei fühlen und die Anonymität genießen kann.
Natürlich haben auch wir unsere eigenen Erlebnisse im Zusammenhang mit Coming-Out gemacht und sind froh, dass wir damit nie große Probleme hatten. Von diesem Glück können allerdings nicht alle jungen Menschen reden. Oft haben Eltern auch Probleme zu akzeptieren, dass ihre Kinder schwul, bi, trans*, queer oder oder einfach unsicher sind. Diese Unsicherheit und vielleicht auch Angst um das Kind, spielt keine unwesentliche Rolle. Es braucht auch für Eltern häufig Zeit zu verstehen und sich mit dem Thema auch erst einmal selbst zu beschäftigen.
Deshalb ist Sebastians Buch auch für Eltern eine wertvolle Quelle, aus den Erfahrungen anderer zu schöpfen und sich zu informieren. Niemand muss mit der Situation alleine bleiben und auch die Familie und Freunde brauchen Zeit, sich mit der Situation auseinander zu setzen. Viel miteinander reden ist dabei hilfreich, Vorurteile abzubauen und die Hand zu reichen und die Eltern ein Stück weit in die eigene Erlebniswelt mitzunehmen.
Wie Sebastian die Arbeit an seinem Buch erlebt hat, welches Aha-Erlebnis er beim Schreiben hatte und wie er seine Gesprächspartner*innen ausgewählt hat, erfahrt ihr im Interview. Wenn ihr Sebastian folgen möchtet, schaut mal auf seinem Instagram vorbei.
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Copyright-Hinweis:
Der Beitrag DBS#32 – Sebastian Goddemeier – Journalist & Autor – Coming-Out erschien zuerst auf zwischen zwei fragen - Der Interview-Podcast.
Sven Rebel ist Integraler Life-Coach und Business-Coach und sorgt mit seinem Beruf dafür, dass Menschen für sich einen Weg zu einem zufriedeneren Leben finden können. Natürlich müssen seine Klient*innen dafür auch bereit sein. Wer etwas an sich oder seinem Leben ändern möchte, muss realisieren dass dieser Schritt nur mit eigener Initiative gegangen werden kann.
Nachdem Sven einige Coachings als Klient wahrgenommen hat und selten richtig überzeugt war, beschloss er selbst Coach zu werden. Erst kam ein bisschen Ernüchterung, dann platzte der Knoten und Sven Rebel arbeitet heute erfolgreich mit vielen Klient*innen die häufig auch in der Öffentlichkeit stehen.
Seine Methoden sind dabei so vielseitig wie seine Klient*innen und er ist gefordert sie an ihre Bedürfnisse anzupassen. Uns ist Sven in zwei Fernsehformaten des RBB Fernsehens aufgefallen. Bei Queer4You war er einer von vier queeren Coaches, die in drei Folgen queeren Menschen zu mehr Selbstvertrauen verholfen haben. Nicht nur Coaching war dabei ein wichtiges Thema, auch in Sachen Umstyling und Ordnung im eigenen Lebensbereich wurde den Protagonist*innen geholfen.
Eigentlich haben fast alle Menschen das Bedürfnis nach Hilfe, Zuneigung und auch Veränderung im Leben. Deshalb haben die Mitwirkenden zusammen mit der Produktionsfirma Leitwolf entschieden, dass man „Queer4you“ zu „Ganz schön Berlin“ macht. So ist es dann auch geschehen und „Ganz schön Berlin“ wurde zur Erweiterung des ursprünglich queeren Formats. Zwei Teams helfen, abwechselnd in sechs Episoden, ab sofort auch Menschen die nicht alle nur queer sind. Sei es der alleinerziehende Familienvater, oder die Mama die über die Kindererziehung und die kleinen Familienprobleme sich selbst ganz vergessen hat.
Dabei ist den Helfer*innen während den Episoden ein respektvoller Umgang sehr wichtig. Niemand sollte während der Produktion bloßgestellt werden und das merkt man dem Format auch an. Die Dreharbeiten waren besonders für Sven anspruchsvoll, denn sein Segment „Coaching“ musste in einer ganzen Sitzung durchgedreht werden. Pausen sollten dabei nicht entstehen, denn sonst hätten seine Methoden und Ansätze einfach nicht ordentlich greifen können. Gelungen ist es ihm und auch seinen Kollegen, ihre jeweilige Expertise effektiv zu nützen und den Protagonist*innen ein gutes Gefühl zu geben.
Wir wollten natürlich erstmal genau wissen, was Coaching eigentlich ist und was es hinsicht Svens Arbeitsmethoden bedeutet. Es gibt für den Begriff „Coaching“ nicht die eine Definition. Wer verstehen möchte was genau Coaching ist, sollte sich unser Interview anhören. Sven hat selbst medialen Hintergrund, leitete jahrelang selbst eine Produktionsfirma. Am Ende wollte er als Chef aber nicht mehr der Ausbeuter seiner Mitarbeiter sein.
Heute arbeitet er seit vielen Jahren, auch über Deutschlands Grenzen hinaus und die Nachfrage steigt stetig an. Dabei muss Sven Rebel auch für sich entscheiden, welche Fälle er bearbeiten kann. Wenn die Chemie zwischen den Klient*innen und ihm nicht stimmt, wird es schwierig. Da lehnt er einen Fall auch schon einmal ab und leitet ihn an seine Kolleg*innen weiter. Wie genau Sven den Weg zum Coaching ging und was er bei der Produktion von Queer4you und Ganz schön Berlin erlebt hat, erzählt er uns ausführlich im Interview.
Wer Kontakt zu Sven aufnehmen möchte, kann das über seine Homepage oder Instagram tun. Uns hört ihr wie immer über die bekannten Streamingdienste und er nicht genug von Ausgang Podcast bekommt, kann jetzt mehr als 100 weitere Interviews hören. Wir freuen uns auf eure Geschichte über [email protected] und wenn ihr weiterhin nichts verpassen möchtet, schaut auch gerne mal auf Instagram vorbei.
Der Beitrag DBS#31 – Sven Rebel – Integraler Life-Coach & Business Coach erschien zuerst auf zwischen zwei fragen - Der Interview-Podcast.
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