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Stichtag 28. September 1999 - Finanziell geht es der Fortuna wieder einmal nicht gut. Der damalige Fortuna-Vorstand um Helge Achenbach, Heinz Heßling und Thomas Timmermanns unterzeichnet einen Vertrag, der den Verein noch heute beschäftigt. Vertragspartner war die Kinowelt, später Sportwelt, des Münchners Michael Kölmel. Der Deal: 15 Millionen D-Mark Darlehen, verzinst mit sechs Prozent, als Gegenleistung die Übertragung der Markenrechte auf neu gegründete Sportwerbe GmbH, an der die Sportwelt und Fortuna Anteile halten. Ähnliche Deals wurden damals auch mit anderen Vereinen geschlossen, die Fortuna war nicht alleine. Nur wenige Jahre später aber die Ernüchterung: Das Geld war ausgegeben, die Vermarktungs- und TV-Rechte erstmal weg. Das wieder ins Lot zu rücken, dauert bis heute an.
1999 war Paul Jäger schon ziemlich lange bei der Fortuna. Als Geschäftsführer, Finanzvorstand, kommissarischer Vorstandsvorsitzender und Direktor CSR war Jäger insgesamt mehr als 34 Jahre maßgeblich für zahlreiche Erfolge in unterschiedlichen Bereichen des Vereins verantwortlich. Wie er die Zeit um den Deal wahrgenommen hat, wie die Fortuna sein Leben prägte und er die Fortuna.
Stichtag 12. Juni 2001 – wieder einmal ging es der Fortuna finanziell äußerst schlecht. In der eben abgelaufenen Regionalliga-Saison war der Klub nur überaus glücklich dem ersten Abstieg in die Viertklassigkeit entgangen. Einen zahlungskräftigen Trikotsponsor zu finden, schien in dieser Situation schwierig bis ausgeschlossen, doch dann passierte etwas, das den darbenden Verein deutschlandweit in die Schlagzeilen brachte: Die Toten Hosen stiegen mit umgerechnet einer halben Million Euro ein und platzierten ihren Totenkopf auf dem Trikot. Das Hemd wurde ein Verkaufsschlager, die Verbindung Kult. Fortuna stieg trotzdem ab, war aber medial präsenter als jemals vorher oder nachher. Aber wie kann ein derartiger Mediencoup erneut gelingen – und dann hoffentlich nachhaltiger?
Das ist heute - zumindest zu einem kleinen Teil - der Job von Alexander Jobst, Vorstandvorsitzender der Fortuna. Es gibt Dinge, die er erträgt, weil er die Mechanismen des Geschäfts kennt. Jobst schätzt es aber nicht, wenn versucht wird, alles nur über seinen Namen zu verkaufen. Das „Mastermind“. Der „Vater“. Der „Schöpfer“. Solche Formulierungen mit Bezug auf seinen Anteil an der Ticket-Revolution „Fortuna für alle“ liegen ihm nicht so. Natürlich ist er einerseits geschmeichelt, Anerkennung zu bekommen, andererseits weiß er, dass er nur im Team die Transformation beim Zweitligisten vorantreiben kann.
Jobst ist seit dem 1. Februar 2022 im Amt, entsprechend wäre sein Vertrag Ende Januar 2025 ausgelaufen. Vor wenigen Monaten hatte der Aufsichtsrat seinen Vertrag vorzeitig verlängert bis Mitte 2027 – ein klares Zeichen für Kontinuität im Verein. Er hat bei der Uefa gearbeitet, bei Real Madrid und zuletzt dem FC Schalke 04. Mit Fortuna Düsseldorf will er jetzt den nächsten Schritt gehen und die Rückkehr in die Bundesliga schaffen. Schritt für Schritt. Vom Dorf nun auf Augenhöhe mit den Großen der Sportbranche.
Stichtag 18. Juni 1995 – an jenem Sonntag machte Fortuna ein Kunststück perfekt, das vor ihr noch kein anderer Verein in Deutschland zuwege gebracht hatte. Durch einen 2:0-Erfolg beim Chemnitzer FC schafften die Düsseldorfer den Aufstieg in die Bundesliga. Doch es war nicht irgendein Aufstieg: Es war der Durchmarsch von der drittklassigen Regionalliga über die Zweite Liga bis ins Oberhaus. Ohne Zwischenstopp. Und mehr noch: Erst 1992 war der Verein von der Erst- in die Zweit- und ein Jahr später in die Drittklassigkeit abgestiegen. Ebenfalls ohne Zwischenstopp. Und dann eben sofort denselben Weg wieder zurück. Von August 1992 an mit demselben Trainer: „König“ Aleks Ristic. Mehr Fahrstuhlmannschaft geht nicht.
Auf und ab, das kennt auch Friedhelm Funkel. Düsseldorf sollte eigentlich das Ende sein. Dieser Satz hat sich in das Gedächtnis von so vielen Anhängern eingebrannt. Doch die Unruhe in ihm war größer als sein Wort von gestern. Also zieht er weiter durch die Lande. Im Prinzip ist das nichts anderes wie bei Howard Carpendale, der auch schon gefühlt ein dutzend Mal seine aller letzte Tournee angekündigt hat und im nächsten Jahr schon wieder auf irgendeiner Bühne herumturnte. Bei Friedhelm Funkel heißt die Bühne Fußball. Nach seinem Karriereende hat er nur noch eben den 1. FC Köln und den 1. FC Kaiserslautern vor dem Absturz gerettet. Und er würde ein weiteres Mal als Feuerwehrmann antreten. Mittlerweile kann er sich sogar eine Rückkehr zur Fortuna vorstellen - in welcher Funktion auch immer. Die Zeit sagt er, heile alle Wunden und die Protagonisten, die ihn dereinst in Düsseldorf abgesägt hätten seien ja schließlich auch nicht mehr da. Er ist der König der Pragmatiker.
Und dieser eine Satz? Als er am 29. Januar 2020 bei Fortuna Düsseldorf entlassen wurde, verkündete er danach sein Karriereende. Tief verletzt von den Umständen, die ihn seinen Job gekostet hatten („Nix hat mich so hart im Leben getroffen wie diese Nummer“). Nicht das Publikum forderte damals seine Entlassung, die Menschen liebten ihn und nicht wenige verehren ihn bis heute. Seine Geschichte, so sieht er es, war noch nicht zu Ende erzählt.
Darüber uns noch mehr berichtet Funkel in der Premierenfolge von "18fümmenneunzich - der Podcast".
Ein Podcast nicht nur für Fans von Rot und Weiß. Wir blicken zurück auf denkwürdige Ereignisse bei Fortuna Düsseldorf, die weit über den Verein für Aufsehen gesorgt haben. Gemeinsam mit Fortuna-Gästen und dem Fortuna-Reporterteam blickt Gianni Costa zurück auf die spannendsten Momente der Vereinsgeschichte.
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