Am 27.3. steht uns laut diversen Medien ein "Superstreik" bevor, der "Deutschland lahmlegt" und die "Versorgung gefährdet". Die Gewerkschaften "missbrauchen" ihr Streikrecht argumentieren interessierte Kreise, agieren "unverhältnismäßig", würgen gar der Wirtschaft "die Luft zum Atmen" ab und "bedienen Rituale" aus "Selbstzweck".
Hallo, gehts noch? Hier nehmen gering verdienende Kolleginnen und Kollegen ihr verfassungsmäßig geschütztes Grundrecht wahr, weil ihnen infolge niedriger Tarifabschlüsse der Vergangenheit und der ausufernden Inflation das Wasser finanziell am Halse steht und die Arbeitgeber mit Scheinangeboten und in scheinbar enger Kooperation mit der Politik und Teilen der Medien und anderer Institionen versuchen, die Gewerkschaften auszumanövrieren. Warnstreiks sind da das Normalste von der Welt, und wenn man verhindern will, dass Urabstimmungen und mehrtägige Arbeitsniederlegungen folgen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, nicht auf die Leute draufzuhauen, sondern verhandlungsfähige Angebote auf den Tisch zu legen. Ich mache mir in dieser Podcast Folge etwas Luft, mit etwas spezifischerem Blick auf die Bahn.