Aktuelle Betiräge | cba – cultural broadcasting archive

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  • Über Recht und Unrecht beim Kriegführen

    Aus der Welt der „Freien Radios“:

    Russland und Ukraine und Zensur, Zensur wg. Ukraine und Russland

    Über Recht und Unrecht beim Kriegführen

    Der angedrohte bzw. verhängte Ausschluss dieses Podcast ausgerechnet von „Freien Radios“ ist einige Monate her, möchte mich auch nach einigen Zuschriften noch einmal äußern, und hoffe, einigen Unklarheiten und Verständnisproblemen damit zu begegnen. Sofern es solche waren. Der Kern des Streits ist m. E. die Frage nach Recht und Unrecht beim Kriegführen, die moralischen Werte und die Sprachregelungen der Kriegsparteien. (Vgl. die Vorfälle bzw. Beiträge dazu auf: https://cba.media/768736 und https://cba.media/759259.)

    Das eher Formelle und Methodische:

    Was steckt dahinter?

    Wenn Leser / Hörer über das eigentlich Gemeinte, über Hintergründe und mögliche Intentionen meiner Beiträge nachdenken (möchten) und sich dabei schwer tun, auch was manche Quellen betrifft, dann kann das m.E. an unterschiedlichen Mängeln liegen: Dann ist es mir womöglich nicht gelungen, mich ordentlich verständlich zu machen, denn meine Überlegungen sollten klar zum Ausdruck kommen; der Text ist so gemeint, wie er vorgetragen wird, da steckt auch nichts „dahinter“; alles steht „vorne“ da. Warum sollte denn – ganz generell – jemand verschweigen oder verbergen oder verstecken, worum es ihm – „eigentlich“ und „dahinter“ – geht?

    Bin allerdings darauf aufmerksam gemacht worden, dass ich mit Anspielungen und Erinnerungen arbeite, die vielleicht Leuten, die nicht so im „Stoff“ drinnen sind, zumindest nicht auf Anhieb viel sagen, und womöglich irritierend wirken. Allerdings, wenn etwa eine Bezeichnung wie „der Westen“ eine zu generalisierende Charakterisierung sein soll, dann bin ich mir nicht sicher, was das soll – im Zweifelsfall, wenn sich da nicht jemand absichtlich blöd stellt, um mir etwas anzuhängen, könnte ich gern antworten oder präzisieren, Nachfrage genügt. Was nicht nur die Quellenlage betrifft, so gilt ein Satz, den eine anerkannte kulturelle Größe vor vier Jahren in einem Interview zitiert hat. Gespräch mit Gottfried Helnwein, Maler und Promi, also ein Künstler mit gewisser Narrenfreiheit; so eine Figur wird von Mainstream-Medien gern gefragt, wenn eine kritischen Meinung dokumentiert werden, und zugleich deren bedingter Stellenwert zum Ausdruck gebracht werden soll, der Mann ist kein Politiker, also letztlich nicht wirklich kompetent:

    Putin … „wollte den lange anhaltenden Konflikt mit der Ukraine und die Bedrohung durch das immer weitere Vordringen der NATO militärisch lösen. Das war ein schwerer Fehler. Jeder Krieg ist ein Verbrechen, für das es keine Rechtfertigung gibt. Die tägliche Berichterstattung erweckt aber den Eindruck, als hätte die Welt in Frieden gelebt, bis Putin, das größte Monster aller Zeiten, aufgetaucht sei. So hat die westliche Welt die extremsten Sanktionen über Russland verhängt, die es je gegeben hat. … Vor allem die Empörung der Amerikaner mutet seltsam an, denn seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist Amerika im permanenten Kriegszustand. In diesen Kriegen starben nach verschiedenen Schätzungen bisher 30 bis 50 Millionen Menschen. Zig Millionen wurden verletzt und verstümmelt, ganze Nationen wurden in die Steinzeit und ins Chaos zurückgebombt. Der Friedenspreisträger Obama ließ Zehntausende Bomben in sieben Länder abwerfen. Er überbombte damit sogar Bush. Laut offiziellen Statistiken werfen die USA jeden Tag im Schnitt 46 Bomben ab. Obamas Drohnen haben mehr Menschen getötet als die Inquisition in Hunderten von Jahren. Laut CIA-Dokumenten waren 89 Prozent der Getöteten unschuldige Zivilisten, viele davon Kinder. Haben sie je gehört, dass irgendjemand deshalb Sanktionen gegen Amerika verlangt hat? …

    profil: Putin führt den ersten Angriffskrieg auf europäischem Boden seit 1939.
    Helnwein: Und was war, als die Amerikaner 1999 Belgrad bombardiert haben? … Orwell hat gesagt, die mächtigste Lüge sei die Auslassung … So funktioniert Propaganda am effektivsten.“
    (profil 12/2022 bzw. https://cba.media/549372)

    „Orwell hat gesagt, die mächtigste Lüge sei die Auslassung!“ Sagt Helnwein und charakterisiert damit den Medien-Mainstream. Im ORF darf Selenskyj eine tägliche Wortspende vortragen, die Positionen der Russischen Föderation – und auch die hat welche! – kommen in erster Instanz durch Totschweigen vor. Schon das nötigt einen halt zur Benutzung anderer Quellen. Soweit es sich um Berichte von Tatsachen handelt, die von der nicht-freien Öffentlichkeit – im Unterschied zu Freien Radios; Achtung, Ironie … – gern „ausgelassen“ werden, kümmere ich mich schon darum, dass da keine Phantasieprodukte, keine Erfindungen dabei sind, auch ohne zusätzliche Quellen anzuführen oder einen Rechercheprozess zu dokumentieren. Und abweichende Meinungen sind in der Regel sehr wohl als solche kenntlich und von Tatsachen zu unterscheiden. Da erlaube ich mir, diesbezüglich Anforderungen an Hörer / Leser zu stellen.

    Zum Sachverhalt, den Helnwein damals thematisiert hat, folgender Befund: Was der für eine Diskrepanz im Rahmen der moralischen Einordnung hält, ist genau andersherum der springende Punkt; es geht um die Frage bzw. um den Anspruch, wer mit Recht Krieg führt, und wer nicht, wer also auf Gewaltverzicht festgelegt sein soll, wenn es – der Hinweis auf Serbien bzw. Jugoslawien –, wenn es um die Existenz von ganzen Staaten und um Grenzziehungen geht. Da war die Antwort der damaligen „westlichen Welt“ eindeutig und unmissverständlich; um die Propaganda bemühen sich seither die Gesprächspartner von Helnwein ebenso wie offenbar auch weniger etablierte – womöglich sog. „freie“ – Medien. Die Propaganda lebt davon, die von Helnwein monierte „Diskrepanz“ eindeutig zu thematisieren, den jeweiligen Berlin-Sprech oder Brüssel-Sprech zur Richtschnur der Berichterstattung zu machen, und auch gleich nach Abweichlern zu fahnden. Eine Variante hat das zitierte Medium ad hoc erfunden, nämlich die völkerrechtlich unbekannte, aber moralisch offenbar befriedigende „Maxime“, außerhalb sei das Kriegführen akzeptabel, aber in Europa gänzlich untragbar – dem kann man auch entnehmen, ein ordentliches politisches Magazin habe sich angesichts der Lage um die Erfindung solcher Gesichtspunkte zu bemühen: Russland wird also der Verstoß gegen Prinzipien vorgeworfen, von denen alle Beteiligten wissen, dass die gar nicht gelten. Daher ab und an auch die Bezeichnung „Lügenpresse“. Das Feindbild erläutert den Krieg als Verbrechen, weil Krieg nur der „eigenen“, der „guten“ Seite zusteht, dem Feind nicht.

    Das Gravierende:

    Mängel auf Seiten der Hörer / Leser: Die Rechts- und Moralfrage

    Wer sich im Kriegsfall die Frage nach Recht und Unrecht vorlegt oder vorlegen lässt, ergreift damit sehr prinzipiell Partei für den Krieg insgesamt und überhaupt – eben indem er der gerechten Sache die Daumen drücken will, aber wirklich nur dieser. Das tue ich mir und den Hörern / Lesern nicht an, und das mit Absicht. Statt dessen geht es darum, herauszufinden und mitzuteilen, worum es geht, welche Zwecke und Interessen die hohen kriegführenden Parteien durchkämpfen. Wer also unbedingt erfahren will, wem ich nun Recht gebe oder nicht, ist womöglich von dieser Auslassung irritiert, oder überfordert. Die gesuchte Parteilichkeit wird – zurecht – vermisst, und dann womöglich, eben dem eigenen Bedürfnis folgend, irgendwo „im Hintergrund“ vermutet oder auch an eher lächerlichen Einzelheiten wie der Quellenlage entdeckt.

    Natürlich sind „Recht und Unrecht“ immer dabei, im Krieg, auf allen beteiligten Seiten. Das liegt daran, dass Staaten – Plural! – ihre Interessen als ihre Rechte vortragen und in Anschlag bringen, und in dieser ultimativen Form Respekt verlangen, von ihresgleichen. Recht und Unrecht sind die Kategorien der Kriegsherren, Recht und Unrecht gehört zum Macht-Sprech. Im Krieg steht nicht „das Recht“ gegen „das Unrecht“, da stehen Staaten gegeneinander, die allesamt ihre Interessen als ihre Rechte reklamieren, von anderen Staaten deren Anerkennung fordern, und deswegen schon im Frieden den Krieg vorbereiten. Im Zuge dessen berufen sich alle Kriegsparteien auf Prinzipien, gegen die sie selber verstoßen oder verstoßen haben. Da möchte ich doch gern wie der zitierte Maler an die Erinnerungen der geneigten Hörer / Leser appellieren: Wie wäre es mit ein wenig Mut, sich des eigenen Gedächtnisses zu bedienen?! Dasselbe Muster noch einmal sehr ausführlich, an einem markanten Beispiel, weil die sich als „russisch“ verstehende Bevölkerung in der Ukraine auch ein Thema war bezüglich der Frage, was darf man in „Freien Radios“ alles erzählen, und was nicht:

    „Die stellvertretende Ministerpräsidentin der Ukraine, Olha Stefanishyna, besteht darauf, dass die Frage des Schutzes der russischen Minderheit in den Verhandlungen mit der EU nicht angesprochen wird. Es gäbe keine russische Minderheit, sagte sie. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der EU-Botschafterin in der Ukraine, Katarína Mathernová, räumte Stefanishyna ein, dass die Frage der Gewährleistung von Minderheitenrechten auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft sehr wichtig sein wird. Auch eine Reihe anderer Kandidaten sahen sich während ihrer Beitrittsverhandlungen mit Forderungen in diesem Bereich konfrontiert. Doch obwohl die Venedig-Kommission in ihren Entscheidungen und Empfehlungen an Kyjiw auf die ‘russische Minderheit’ eingeht, wird sie im Dialog mit der EU nicht erwähnt. ‘Es gibt keine russische Minderheit in der Ukraine. Sie existiert nicht! Es gibt keine einzige rechtlich registrierte Gemeinschaft, die sich als russische Minderheit bezeichnet. Es gibt Ukrainer, von denen einige Russisch sprechen. Ich komme aus Odessa, ich spreche Ukrainisch, wenn ich will, und ich spreche Russisch, wenn ich will. Und dafür brauche ich weder Moskau noch die Entscheidung der Venedig-Kommission’, erklärte Stefanishyna. Sie betonte, dass auch Brüssel diese Ansicht teile. ‘Ich bin froh, dass die Europäische Kommission dies verstanden hat’, sagte sie. Zuvor soll die Europäische Kommission bei einem geschlossenen Briefing in Brüssel ebenfalls erklärt haben, dass sie die ‘Rechte der russischsprachigen Bevölkerung’ auf dem Weg der Ukraine in die EU nicht berücksichtigen werde. … Im Gegensatz zur russischen Minderheit, spielt die ungarische Minderheit in der Grenzregion Transkarpatien jedoch eine entscheidende Rolle, um die Forderungen der EU im Bereich der Minderheitenrechte zu erfüllen. Stefanishyna hatte Anfang der Woche mitgeteilt, dass sie der ungarischen Regierung einen Aktionsplan zur Minderheitenfrage vorgeschlagen habe, mit Hilfe dessen die Spannungen zwischen den beiden Ländern beseitigt werden sollen. … Im Jahr 2017 hatte das ukrainische Parlament ein Bildungsgesetz verabschiedet, das die bestehenden Rechte ethnischer Minderheiten, darunter auch die ungarische, auf Unterricht in ihrer Muttersprache einschränkte. Zwei Jahre später wurde ein neues Staatssprachengesetz verabschiedet, das die ukrainische Sprache in allen Bereichen des öffentlichen Lebens für obligatorisch erklärte.“ (10. Nov. 2023)

    (https://www.euractiv.de/section/eu-aussenpolitik/news/ukraine-russische-minderheit-spielt-keine-rolle-bei-eu-beitritt/)
    (Zur Quelle: EURACTV ist ein Mediennetzwerk: https://euractiv.de/ueber-euractiv/)

    Es gibt also keine russische Minderheit in der Ukraine. Sie existiert nicht, weil von der Ukraine keine anerkannt wird. Eine ungarische Minderheit gibt es schon – notgedrungen, weil Ungarn eben Mitglied der EU ist. So einfach ist das, zumindest, wenn es nach Kiew-Sprech und Brüssel-Sprech geht. Umgekehrt, umgekehrt; wenn Putin die Existenz einer ukrainischen Nation in Frage stellt, dann ist das eine Art von „Genozid“. Zum „Hintergrund“: Die EU verlangte bisher von ihren Aspiranten, Rechte nationaler Minderheiten zu respektieren, um auf diese Weise nationale Gegensätze innerhalb der Beitrittsländer zu entschärfen, indem Minderheiten die Pflege nationaler Eigenheiten (Sprache … ) zugestanden wird; so soll deren Nationalismus befriedigt und eingehegt werden, damit Konflikte nicht als Gegensätze von Macht und Schutzmacht innerhalb der EU eskalieren.

    Der früher mal – vor der Wende unter Trump – noch einige „Westen“ hat gern mit Prinzipien aus dem Werkzeugkasten des Völkerrechts hantiert, selektiv und anlassbezogen elastisch, als da wären das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ bzw. die „territoriale Integrität“! In diesem Sinn noch einmal die Erinnerung an das berühmte aufklärerische Motto, also wieder „Mut zum Gedächtnis“! In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts war die Territoriale Integrität der „Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien“ nichts mehr wert, aus europäischer Sicht, wohingegen das „Selbstbestimmungsrecht“ der ex-jugoslawischen Teilvölker hoch im Kurs stand. Oder auch nicht, denn in der zur Selbständigkeit geholfenen ehemaligen Teilrepublik Bosnien-Herzegowina war das Selbstbestimmungsrecht der serbischen und kroatischen Bevölkerungsgruppe nichts wert, wohingegen die Territoriale Integrität dieser brandneuen staatlichen Kreation von europäischen Gnaden heilig war, und den dortigen „Entitäten“ aufgezwungen wurde.Weswegen bis heute ein „Hoher Repräsentant“ – eine Art Kolonialgouverneur – einen Teil der Staatsgewalt in einem Staat ausübt, den die Beteiligten nicht wollen. Der aktuelle Repräsentant ist keiner mehr, aber nicht, weil er sich dem Selbstbestimmungsrecht der dortigen „Entitäten“ gebeugt hat, sondern weil ihn die USA entfernen ließen. Die territoriale Integrität Serbiens, immerhin im „Dayton-Abkommen“ – wer darüber nichts weiß, soll halt einen Suchbefehl geben und Quellen suchen, ok? – noch als vertragschließende Partei anerkannt, durch welches das neue Geschöpf Bosnien das Licht der Staatenwelt erblickte, war kurz darauf nichts mehr wert, wohingegen das Selbstbestimmungsrecht der Kosovo-Albaner in Serbien hoch im Kurs stand, wodurch schon wieder ein neues Gebilde in die Staatenwelt eingeführt wurde, wohingegen das Selbstbestimmungsrecht der Serben im Norden dieses Kosovo … nun, wir ahnen es bereits. Am Selbstbestimmungsrecht der Katalanen, der Basken oder Korsen bestand und besteht kein wirkliches auswärtiges Interesse in Europa, aber genau wegen einer diesbezüglichen Präzedenz-Wirkung ist Kosovo nicht von allen Staaten der EU diplomatisch anerkannt. Wie es um das Selbstbestimmungsrecht der Kurden und der Palästinenser steht, ist bekannt: Kein auswärtiges Interesse.

    Das – wenn man es mal auch moralisch werten will – verlogene regierende und publizierende Demokratenpack in Europa handhabt die „territoriale Integrität“ so wie das „Selbstbestimmungsrecht“ instrumentell, berechnend. Entscheidend ist allein der europäische Anspruch, darüber zu befinden, was jeweils gilt; und was praktisch gilt, ist das Ergebnis der puren Gewalt, die über die Existenz von Staaten und deren Grenzen entscheidet. Der Witz so einer „regelbasierten Ordnung“ besteht eben darin, WER denn die Regeln macht, WER sich dann daran halten muss und WER sie nach eigenen Bedürfnissen interpretiert, ändert oder negiert. Oder anders, so eine „regelbasierte Ordnung“ ist vom „Recht des Stärkeren“ nicht zu unterscheiden, denn die „Regeln“ brauchen die Gewalt, um Störer zu unterwerfen, und auch die „Stärkeren“ berufen sich ab und an auf Regeln.

    [Exkurs aus aktuellem Anlass: Voriges Jahr hat bekanntlich die Trump-Administration einen 28-Punkte-Friedensplan für die Ukraine vorgelegt. Der Plan anerkennt eine russische Volksgruppe in der Ukraine, und damit Russland als deren national zuständige Schutzmacht. Er verlangt ein Ende der Entrussifizierung der Ukraine zwecks ethnischer Homogenisierung, die Verfasser von MAGA (Make America Great Again) haben sich dabei den Scherz geleistet, von der EU die Einhaltung ihrer eigenen Vorschriften zu verlangen:

    „Beide Länder werden in Schulen und in der Gesellschaft Bildungsprogramme durchführen, um das Verständnis und die Toleranz gegenüber anderen Kulturen zu fördern sowie Rassismus und Vorurteile zu beseitigen:

    Die Ukraine wird die EU-Vorschriften zur religiösen Toleranz und zum Schutz sprachlicher Minderheiten übernehmen;
    Beide Länder werden werden sich darauf einigen … die Rechte von ukrainischen und russischen Medien und Bildungseinrichtungen zu garantieren;
    Jegliche Naziideologie und nazistische Aktivitäten müssen abgelehnt und verboten werden.“
    (https://www.faz.net/aktuell/politik/ukraine/das-sind-die-28-punkte-in-trumps-ukraine-friedensplan-accg-200253054.html)

    Die EU hat ihrem demokratischen Musterknaben, dem Verteidiger der Werte, also grünes Licht für die rabiate Entrussifizierung der Sprache und Kultur und Religion gegeben, gegen ihre eigenen „Prinzipien“; und man wurde durch den MAGA-Plan wieder an den Kult um den Faschisten und Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera in der Ukraine erinnert. (Das war ein Thema in der deutschen Auseinandersetzung mit dem damaligen ukrainischen Botschafter, der darauf gehen musste. https://cba.media/618771) Klar, die Ukraine hat das Bedürfnis nach einer sinnstiftenden Historie, um durch solche Geschichten die Gegenwart zu legitimieren; die für die Moral des Kanonen- oder Drohnenfutters Zuständigen, die jubeln diesen Bandera in einer Dauerkampagne hoch. Der wurde sich als ukrainischer Nationalist seinerzeit über einige Massaker mit dem Dritten Reich in der Juden-, Polen- und Russen-Frage einig, weswegen auch in Polen und Israel gegen den Bandera-Kult protestiert wird. Bandera brachte es darüber zum „Ehren-Häftling“ im deutschen KZ Sachsenhausen, weil der damalige deutsche Staat im Unterschied zum heutigen für eine eigenstaatliche Ukraine noch nicht reif war. Insofern ist Bandera in der Tat für die Personifizierung und Glorifizierung der gegenwärtigen Ukraine in höchstem Maß repräsentativ und geeignet. In die Tradition dieser Waffenbrüderschaft des Zweiten Weltkriegs wollen sich ihre heutigen Unterstützer aber partout nicht – oder noch nicht? – stellen lassen, gerade wenn und weil es gegen Russland geht. „Geschichte“ kann manchmal ziemlich kompliziert sein. (https://de.wikipedia.org/wiki/Stepan_Bandera) In einem höchst fragwürdigen Organ, nämlich der Schweizer „Weltwoche“, die immer gern der EU deren Verlogenheit unter die Nase reibt, liest man über einen anderen Helden jener großen Zeit:

    „Was wäre, wenn Deutschland einen im Ausland begrabenen Nazi-Verbrecher exhumieren, feierlich nach Berlin überführen und in einem Staatsbegräbnis beisetzen liesse? … Soeben hat die Ukraine die Urne eines Kriegsverbrechers aus Luxemburg heimführen lassen und in Kiew feierlich beigesetzt. Staatschef Wolodymyr Selenskyj hielt die Trauerrede auf Andrij Melnyk …“ (https://weltwoche.ch/daily/die-ukraine-ehrt-einen-nazi-kriegsverbrecher-was-sagt-deutschland-dazu/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=daily)

    Um es klar zu formulieren: Ja, die Geschichte von Nazi-Kollaborateuren als ukrainischen Nationalhelden, in deren Tradition sich die heutige Ukraine stellt, die ist ein Moskauer „Narrativ“, und dieses Narrativ trifft sachlich zu. So ein Hinweis ist offenbar auch in manchen Freien Radios verpönt, weil er das verlogene Freund- und Feindbild durcheinanderbringt. Der Grund für den russischen Kriegsbeginn vor vier Jahren ist diese Tradition nicht; der Hinweis darauf soll wieder besagen, wie instrumentell und billig mit moralischen Titeln hantiert wird, sogar mit so epochalen wie dem Umgang mit dem Dritten Reich. Die Berufung auf Nazi-Waffenbrüder als Helden der Ukraine war einmal kurz ein Thema, auch die Hakenkreuz-Tattoos des Asow-Regiments – ansonsten besteht in Westeuropa in Politik und Mainstream-Medien eben kein Bedürfnis nach Skandalisierung der Ukraine; in Polen ist das ein Thema, in Israel und Russland ohnehin, und deswegen liest man ausnahmsweise auch im ORF folgendes:

    „Nach Kontroversen um Ereignisse des Zweiten Weltkrieges entzieht der polnische Präsident Karol Nawrocki dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj die höchste Ehrung des Landes – knapp eine Woche vor einer geplanten Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine im polnischen Danzig. … Die nunmehrige Aberkennung sei ‘nicht gegen die ukrainische Nation gerichtet’ und ändere nichts an der strategischen Ausrichtung der polnischen Sicherheitspolitik, beteuerte Nawrocki … Selenskyj hatte mit der Benennung einer ukrainischen Armee-Einheit nach der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) Ende Mai einen diplomatischen Eklat mit Polen ausgelöst. Die UPA war im Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der heutigen Ukraine für Massaker an Polen verantwortlich. … Die UPA galt in den 1940er Jahren als militärischer Arm der OUN, der Partei ukrainischer Nationalisten. Bei den von 1943 bis 1945 begangenen Massakern töteten UPA-Mitglieder bis zu 100.000 ethnische Polinnen und Polen in der Region Wolhynien. … In ihrem Kampf für die ukrainische Unabhängigkeit von der Sowjetunion kollaborierten OUN und UPA im Zweiten Weltkrieg zeitweise mit Hitler-Deutschland. Die Mitglieder von OUN und UPA werden in der heutigen Ukraine als Helden verehrt.“ (https://orf.at/#/stories/3433852/)

    Zum sehr zentralen Stellenwert des Getöbers: Das ist eine wuchtige ukrainische Lehre der Geschichte für die Gegenwart und kein etwas überspanntes, skurriles Geschichtsbild. Gerade weil Selenskyj ständig seine Armee geradezu als eine Söldnertruppe in europäischen Diensten anpreist, die ja tatsächlich vom Geld der auswärtigen Interessenten lebt, gerade deswegen verlangt er die Anerkennung eigenständig ukrainischer Werte und ukrainischer Helden, nur dafür, so die Lesart und der Anspruch, werden die Ukrainer gegenwärtig geopfert. Die damaligen Helden haben Russen, Juden, Polen massakriert, für die Ukraine, und durch diese Tradition die heutige Ukraine legitimiert, sagt der Staatschef höchstselbst: Das ist die aktuelle Lesart von „Ukraine über alles!“

    Soweit der eine Stoff meiner Beiträge, die rechtlichen und moralischen Kalauer, die verlogenen Sprachregelungen, die über den Krieg in Umlauf sind. Genug für heute.

    30 min
  • Alt, jung und zynisch

    Banale Themen mit einer Stimme der Vernunft

    In der ersten Pilotsendung von Robert, Gabriel und Julia wurde die scharfe Kurve vom Wohnzimmer-Sessel, zum Pensionssystem bis hin zum Autokauf genommen. Die Grenze zwischen Ernsthaftigkeit und Satire wurde durch verschiedenste Themen, wie zum Beispiel: wie werden Jugendliche in unserer Gesellschaft wahrgenommen, durchbrochen.

    Eine Sendung in Zusammenarbeit mit Streetwork Freistadt.

    59 min
  • Das Nationalparkradio – Naturschutzlegende Franz Sieghartsleitner

    Heute zu Gast im Nationalparkradio ist Franz Sieghartsleitner. Er ist Mitarbeiter in der Öffentlichkeitsarbeit des Nationalparks Kalkalpen im Ruhestand und Vorreiter im Naturschutz in Oberösterreich.

    Gemeinsam blicken wir auf viele Jahrzehnte seines Schaffens zurück.

     

    Zu Gast:

    Franz Sieghartsleitner

     

    Gestaltung und Moderation:

    Andi Hollinger

    1 hr
  • Check-in Arbeitswelt Teil 2: Dialog zwischen Jugendlichen & Unternehmen

    Zu hören ist ein Beitrag aus dem Projekt „Check-in Arbeitswelt“. Ein Projekt, das den Dialog zwischen Jugendlichen mit Migrationsgeschichte und Unternehmen stärkt – und beide Seiten einander näherbringt. In mehreren Workshops haben Jugendliche ihre eigenen Fragen an Arbeitgeber_innen entwickelt. Fragen, die direkt, ehrlich und neugierig sind – und die einen Austausch auf Augenhöhe ermöglichen.

    Zum Beispiel: Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
    Was war der dümmste Grund, jemanden kündigen zu müssen?
    Was wollen Sie in Ihrer Pension machen?
    Und: Darf man in Ihrem Unternehmen ein Kopftuch tragen?

    Diese und viele andere Fragen beantworten Unternehmerinnen und Unternehmer in den entstandenen Radiobeiträgen. So entsteht ein offener Dialog, der zeigt, welche Erwartungen es gibt – und was Jugendliche brauchen, um ihren Weg in die Arbeitswelt gut zu starten. Ein Beitrag zur Sensibilisierung, aber auch zur gegenseitigen Annäherung.

    Link zum Projekt: https://verein280.at/checkin

    Umgesetzt wurde „Check-In Arbeitswelt“ vom Verein 280 Prävention.Bildung.Teilhabe, unterstützt durch die Integrations-Kleinprojektförderung der MA 17.

    Kooperationspartner: Jobmania (AusbildungsFit Maßnahme), Start-Stipendium (Stipendienprogramm für Jugendliche mit Migrationsgeschichte), Backbone (Mobile Jugendarbeit im 20. Bezirk), sowie die Unternehmer_innen, die in den Beiträgen zu hören sind (aus den Bereichen Handwerk, Gastronomie und Einzelhandel).

    Teil 2: Gastronomie

    Zusatzinfo: Jingle-Sound by audiocoffee – romantic pop background

    32 min
  • Vinothekarin Ines Glöckl im Gespräch

    Seit rund drei Jahrzehnten widmen sich Ines Glöckl und ihr Mann mit großer Leidenschaft dem Thema Wein. Ihre familiengeführte Burgenland Vinothek in Deutschkreutz ist seit vielen Jahren eine wichtige Anlaufstelle für Weinfreunde und bietet eine breite Auswahl burgenländischer Spitzenweine. Gradišćanska vinoteka u Keresturu posluje od 1999. godine i od tada je postala važno odredište za ljubitelje vina. U ponudi ima oko 450 vrhunskih vina iz Gradišća, kao i odabrane specijalitete iz drugih austrijskih vinskih regija.

    15 min
  • Die Kuh ist nie ganz vom Eis

    Die Suche nach Geld, treibt gerade viele Kommunen und Vereine in Deutschland.

    Vor kurzem demonstrierten zahlreiche Beschäftigte von Kommunen beim Aktionstag Kommunen am Limit.
    Der Aktionstag wurde ins Leben gerufen vom Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Landkreistag
    Damit wollen sie auf finanzielle Engpässe und mögliche Einschnitte in den Städten und Kommunen aufmerksam machen wollten.
    Auch die Stadt Halle beteiligte sich daran mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz.
    Vor Ort waren Mitarbeiter:innen von städtischen Betrieben, Mitglieder der Stadtverwaltung sowie Halles parteiloser Oberbürgermeister Alexander Vogt.
    Neben der Gewerkschaft Ver.di beteiligten sich auch zahlreiche soziokulturelle Initiativen und Vereine am Aktionstag.
    Darunter auch die Initiative Halle Kultur, die unter dem zusätzlichen Motto Die Kuh ist nie ganz vom Eis die Kundgebung mitorganisiert hat.
    Über den Aktionstag und die Finanzsituation der Kommunen sprach Radio Corax mit Max von „Halle Kultur“.

    8 min
  • Don’t Nuke the Climate: ​Schweizerische Atom-Eskapaden
    2017 hatte die Schweiz per Volksabstimmung beschlossen, jeglichen Neubau von AKW zu verbieten. So weit, so gut. Nun aber setzt die derzeitige, rechtskonservative Regierung mit demokratisch ganz und gar unsauberen Mitteln alles daran, dieses Verbot auszuhebeln.
    Wie lässt sich ein derartiges Manöver mit dem eigentlich so vorbildlichen Demokratieverständnis der Eidgenoss_innen vereinbaren? Und überhaupt heißt es doch, die Schweizer können gut rechnen, gut mit Geld umgehen – wie geht das mit dem Wunsch nach dem Bau neuer Atomkraftwerken zusammen? Fragen über Fragen, die wir in dieser Ausgabe mit Stephanie Eger, der umtriebigen Geschäftsführerin des Trinationalen Atomschutzverbandes TRAS erörtern – und auch darüber beraten, wie man diser himmelschreienden Fehlentwicklung doch noch entgegenwirken kann. Grenzüberschreitend, versteht sich – denn wenn’s kracht, sind wir alle betroffen!

    52 min
  • Schüler:innen auf Spurensuche: Die Geschichte des MPG St. Rupert

    125 Jahre St. Rupert – Schüler:innen erforschen ihre Schulgeschichte

    Schüler:innen des Privatgymnasiums St. Rupert in Salzburg haben sich auf Spurensuche in die über hundertjährige Geschichte ihrer Schule begeben: von der Gründung 1904 bis heute. Im Interview erzählen sie, wie sie im Rahmen eines groß angelegten Projektes recherchiert haben: etwa im Archiv der Erzdiözese Salzburg, bei der Suche nach Fotos, Dokumenten und alten Zeitungen. Auch die NS-Zeit, als die Schule zur „Deutschen Heimschule“ wurde, ist Teil der Geschichte.

    Ein Gespräch über historische Recherche, Quellenarbeit und was es bedeutet, wenn Jugendliche die Geschichte ihrer eigenen Schule erforschen.

    53 min
  • Vive l’Europe! #80 – Europa muss Schutzschild für Demokratie sein!

    Demokracija ni samoumevna – potrebuje zaupanje, sodelovanje in ljudi, ki jo vsak dan soustvarjajo. V času, ko evropske družbe zaznamujejo politična polarizacija, dezinformacije in vse večji pritisk na demokratične institucije, se postavlja vprašanje: kako lahko Evropo okrepimo kot prostor svobode, človekovih pravic in solidarnosti?

    Odgovore so iskali udeleženci srečanja Europa Dialog 2026.

    Wie können zivilgesellschaftliche Initiativen und NGOs demokratische Werte stärken? Warum bedarf es eines europäischen Schutzschildes zur Verteidigung der Demokratie? Oder, was sind die Ursachen, für die aktuellen Krisenerscheinungen der Demokratie und welche Lösungen bieten sich für eine Belebung des demokratischen Gemeinwesens? Der Europa Dialog 2026 suchte nach Antworten und der Organisator dieser Vernetzungstagung für Zivilgesellschaften, Direktor Marc Germeshausen vom Europahaus Klagenfurt/Celovec, fasst die Intentionen so zusammen:

    Im Rahmen von unserem Pro-European Values AT Projekt haben wir einmal im Jahr ein Midterm Event, was wir hier als Gastgeber, als EuropaHaus Klagenfurt, veranstalten dürfen. Und wir wollen hier die Zivilgesellschaft zusammenbringen. Also wir haben allein über unser Projekt 36 Grantees, die heuer mit dabei sind, um ihre Aktivitäten zur Stärkung der Demokratie und der europäischen Werte in der Zivilgesellschaft umzusetzen. Wir laden sie hier ein, um mit uns gemeinsam zu aktuellen Themen — und unser heuriges Thema ist: „Wie stärken wir Menschenwürde gemeinsam?“ – zu diskutieren. Und das ist sozusagen der Schwerpunkt unseres Vernetzungstages mit der Zivilgesellschaft hier in Cap Wörth in Velden-Kärnten/Koroska.

    Ein zentrales Thema der Tagung war die EU-Charta für Grundrechte und der Europäische Schutzschild für Demokratie, in dem die zivilgesellschaftlichen Organisationen einen bedeutenden Raum einnehmen, denn …

    … für uns war es total spannend, als dann letztes Jahr, Ende des Jahres 2025, die Europäische Kommission diesen europäischen Schutzschild für Demokratie vorgeschlagen hat, weil da wirklich konkrete Maßnahmen zur Stärkung des Schutzes und die Förderung starker, resilienter Demokratien in der gesamten EU vorgeschlagen worden sind. Ein offener zivilgesellschaftlicher Raum ist das Herzstück dieses Schutzschildes, und ich glaube, das ist ganz wichtig, dass hier alle Organisationen, alle NGOs, Vereine, EU-Strategien, wofür die Zivilgesellschaft steht, mitentwickeln und auch mittragen können.

    Das Leben in einem demokratischen Gemeinwesen sei ein Menschenrecht, so der Generalsekretär von Human Rights, Manfred Novak, der in seiner Analyse verdeutlichte, dass aktuell nur noch rund sieben Prozent der Weltbevölkerung in „echten Demokratien“ leben – ein Rückgang, der sich seit Jahrzehnten abzeichnet. Die Ursachen für diese „Demokratiekrise“, wie auch für weitere aktuelle Krisenerscheinungen in der Gesellschaft, benennt er so:

    Für mich ist es kein Zweifel, dass die Hauptursache fast aller Probleme, die wir heute haben, ob das jetzt die große Umweltkrise ist, also nicht nur der Klimawandel, sondern der Rückgang der Biodiversität, die ganze Verschmutzung, aber auch Wirtschaftskrisen, die globalen Finanzmärkte und so weiter, ist das neoliberale Wirtschaftssystem, das leider der Westen in Reaktion auf die Implosion der Sowjetunion, das Ende des Kalten Krieges, wirklich eingeführt hat. Die USA unter Reagan, das Vereinigte Königreich unter Thatcher, aber dann mit dem Washington Consensus haben es alle anderen übernommen. Die Weltbank, der Internationale Währungsfonds, die Welthandelsorganisation, aber leider auch die Europäische Union. Und das neoliberale Wirtschaftssystem, beruht im Wesentlichen auf Privatisierung, weitgehend bis hin zu den Gefängnissen. Die Deregulierung gerade der globalen Finanzmärkte, aber auch die Minimisierung der Rolle des Staates ist verheerend, weil für einen wirklichen Menschenrechtsschutz brauchen wir starke Staaten, starke staatliche Strukturen, eben eine soziale Gerechtigkeit, einen Sozialstaat, aber auch einen Staat, der die Menschen schützt, also auch eine funktionierende Justiz, funktionierende Polizei und so weiter brauchen wir, um Menschenrechte zu schützen. Und wie Thomas Piketty als Ökonom festgestellt hat, ist durch das neoliberale Wirtschaftssystem die ökonomische Ungleichheit zwischen den Staaten, aber insbesondere auch innerhalb der Gesellschaften ins Unermessliche gestiegen.

    Es ist einfach absolut untragbar, dass es Billionäre gibt wie den Elon Musk, dass ein paar dieser Milliardäre und Billionäre viel, viel mehr verdienen als die Hälfte der Menschheit, oder haben, und dadurch natürlich eine unglaubliche Macht ausüben. Das heißt, diese ökonomische Ungleichheit untergräbt den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaften und damit die demokratische Legitimität. Und wir sehen das in der Polarisierung unserer Gesellschaften, in der Radikalisierung, in der Zunahme von Faschismus, von Rassismus und so weiter. Und wir sehen dies seit 25 Jahren, seit Beginn des 21. Jahrhunderts geht die Zahl der gut funktionierenden Demokratien stetig zurück, heute eben nur mehr 6,6% der Weltbevölkerung. Und die meisten dieser 6,6% sind europäische Staaten, nordeuropäische Staaten. Das heißt, die Europäische Union und Europa hätte eine große Verantwortung, indem sie das neoliberale Wirtschaftssystem verändert, wieder hin zu mehr Solidarität, zu mehr Umverteilung – „taxing the rich“ ist der klassische Satz dafür.

    Neben der angesprochenen neoliberalen Durchdringung der Gesellschaft und den verteilungspolitischen Schieflage verweist der ehemalige Landeshauptmann von Kärnten Peter Kaiser, dass Ungleichverteilung ausgelotet werden müsse. Denn: Armut und Demokratie widersprechen sich:

    Eine sehr kluge Analyse, nicht von mir, sondern vom berühmten griechischen Philosophen Aristoteles, der gemeint hat, Demokratie und Armut können nicht nebeneinander existieren. Wenn wir die Weltlage, wenn wir die europäische Lage, wenn wir auch unser eigenes Land analysieren, denn wenn wir verstehen, dass Demokratie eigentlich Armut nicht zulassen kann. Ich begrüße daher moderne Sozialstaatsideen, wie sie auch Österreich repräsentiert, die aber natürlich immer wieder auch den ökonomischen Entwicklungen Folge leisten müssen, darauf reagieren müssen. Letztendlich wird die Welt, letztendlich wird Europa, letztendlich wird Österreich nicht umher kommen, auch zu schauen, dass Vermögen und Ungleichverteilungen in ein geraderes Lot gerückt werden. Jedenfalls profitieren würden davon Armutsbekämpfung, Klimaschutz, aber auch Perspektiven für die Jugend im Bildungsbereich.

    Demokratien seien weltweit, wie auch in Europa, unter einem starken Druck, so die Analyse von Christian Wigand, Stellvertretender Leiter der Europäischen Kommission in Österreich. Neben Angriffen, die das Innenverhältnis der Europäischen Union betreffen sind auch massive Einflüsse von Außen festzustellen.

    Also ich glaube, die Demokratie weltweit und auch in Europa ist unter Druck und wird angegriffen. Ich glaube, es gibt da drei Dimensionen, die die Demokratie herausfordern. Die eine ist die Innendimension, also wir sehen sozusagen Angriffe von innen auf die Demokratie, sei es jetzt populistische Kräfte. Einfach ein Vertrauensverlust, den wir sehen in demokratische Institutionen, in die Politik ganz allgemein. Die zweite Dimension ist die von außen. Wir sehen ganz klar, und da ist natürlich in erster Linie Putins Russland zu nennen, aber auch andere autoritäre Akteure, die gezielt mit Manipulation von außen darauf abzielen, die europäischen Demokratien zu destabilisieren, Zwietracht zu säen, Desinformation zu verbreiten und damit eben die Demokratien anzugreifen, die ihnen ein Dorn im Auge sind. Und die dritte Dimension ist, sage ich einmal, die digitale Dimension und auch besonders KI. Und die ist jetzt per se weder gut noch schlecht. Die digitale Dimension, auch Social Media, alles das ist, glaube ich, gleichzeitig eine Riesenchance und eine Riesenherausforderung für demokratische Prozesse, weil man unglaublich viel natürlich an Möglichkeiten, an Informationen hat und auf der anderen Seite aber auch sehr, sehr leicht damit Missbrauch betrieben werden kann und das sozusagen als ein Verstärker wirkt für verschiedenste Formen der Angriffe auf die Demokratie. Und das ist, sage ich einmal, der Hintergrund dessen, warum wir uns zusammentun müssen und Demokratie verteidigen müssen auf europäischer Ebene.

    Daher brauche es diesen europäischen Schutzschild für Demokratie, der quasi eine Resilienz für Demokratie schaffen soll:

    Genau, Grundgedanke des Schutzschildes ist, die Demokratie zu schützen, auch zu stärken von innen. Da geht es um verschiedene Dimensionen. Das eine ist, sage ich mal, der Schutz des Informationsraums und der Meinungsfreiheit. Das andere sind schlicht und einfach freie und faire Wahlen und auch freie Medien, wo wir verschiedene Initiativen auf EU-Ebene schon gesetzt haben. Um eben auch das zu stärken. Ein Medienfreiheitsgesetz beispielsweise, das es mittlerweile gibt, und letztlich ist natürlich auch ganz wichtig die Zivilgesellschaft an sich und der Austausch unter den Menschen, der Zivilbevölkerung, die wir auch stärken wollen mit einer eigenen Strategie, die damit zusammenhängt. Für die Zivilgesellschaft. Das sind so, sage ich mal, einige der wesentlichen Elemente und vielleicht noch zusätzlich zu nennen, weil auch ein zentrales, ganz praktisches Element ist, dass ein neues Zentrum für die Resilienz der Demokratie aufgebaut wird derzeit, was sozusagen die verschiedenen Handlungsstränge zwischen den Mitgliedsstaaten auch zusammenführen soll und sowohl Informationsaustausch, aber auch Reaktion auf verschiedenste Formen der Bedrohungen in Zukunft besser koordinieren soll.

    Eine bereits angesprochene Problematik der Europäischen Union und ihrer Institutionen betrifft einen vielfach geäußerten „Vertrauensverlust“. Ana Blatnik, Vizepräsidentin des Europahauses in Klagenfurt, betont in diesem Zusammenhang:

    Ich glaube, in etwas Vertrauen, ist die Grundidee, um etwas positiv entwickeln zu können. Wenn man in die EU nicht mehr vertraut, dann muss man sich fragen, warum. Und ich muss ehrlich sagen, ich glaube, dass dieses BürgerInnen-Einbinden, dieses die Bürger und Bürgerinnen zu informieren, die Europäische Union eher spürbar und erlebbarer zu machen, dass man so wieder das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen kann. Denn ich glaube nicht, dass die EU sich im positiven Sinne im positiven demokratischen System entwickeln kann, wenn die Menschen kein Vertrauen in diese EU haben. Und das müssen wir stärken, das müssen wir absolut stärken. Man muss sich auch bewusst machen: In jeder Ortschaft gibt es so viele Projekte, die durch die EU gefördert werden. Aber man sieht sie nicht. Man spürt sie vielleicht, aber man weiß es nicht, dass dieses Projekt zum Beispiel ohne EU-Förderung überhaupt möglich ist. Ich meine, wenn ich jetzt den Koralmtunnel hernehme, in 45 Minuten ist man von Klagenfurt in Graz oder umgekehrt. Ich meine, das ist ja ein Vorteil, den eigentlich jeder spüren müsste, aber es ist leider Selbstverständlichkeit.

    Engagierte Bürger:innen die sich gegen autoritäre Tendenzen einsetzen, wären mit der Dissidentenbewegung in Osteuropa zu vergleichen, meint der slowakische Schriftsteller Michal Hvorecky und bezeichnet sie als die „Dissidenten des 21. Jahrhunderts“, indem er verdeutlicht:

    Ich schätze sehr das Erbe der Dissidenten aus dem Kalten Krieg, die 1970er, 1980er Jahre, das sind Superhelden der Geschichte Osteuropas. Aber ich glaube, wir brauchen dringend Menschen, mehr Menschen im Widerstand gegen autoritäre Tendenzen. Und ich habe mal auf meiner Slowakei-Reise in den letzten zweieinhalb Jahren sehr viele engagierte Bürger:innen kennengelernt, getroffen, die basisdemokratisch agieren und in ihren Ortschaften, in ihren Städten, Gemeinden versuchen, wirklich die Demokratie zu stärken, neue Netzwerke aufzubauen und tatsächlich den Rechtsstaat zu verteidigen. Für mich sind das die neuen Dissidenten des 21. Jahrhunderts, des digitalen Zeitalters. Wenn Dissens anders ist als in der Vergangenheit und neue innovative Formen suchen muss, aber weiterhin ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens der Gesellschaft sein soll.

    Für ihre unverzichtbare Einflussnahme auf das gemeinschaftliche Leben benötigen NGOs nicht nur die erforderlichen finanziellen Mittel, so Ines Mahmoud von der Kulturinitiative Salam Oida, sondern auch Austausch und Vernetzung, damit sich gegenseitige Perspektiven eröffnen.

    Zivilgesellschaftliche Organisationen arbeiten am Feld, sie arbeiten mit den Menschen. Das haben wir ganz stark gesehen bei den Organisationen, mit denen wir uns hier an diesem Wochenende vernetzen konnten. Das sind Menschen, die von Mensch zu Mensch arbeiten. Sie sitzen nicht oben oder in irgendwelchen Räumen oder in irgendwelchen Treffen, sondern sie sind mit den Menschen beschäftigt und arbeiten mit jenen Menschen, die vielleicht nicht Zugang zu diesen Räumlichkeiten haben, die nicht Zugang haben zu Ressourcen, wo wir aber die Möglichkeit haben. Und deswegen ist es auch wichtig, dass wir auf EU-Ebene hier die Initiative ergreifen und diese Werte auch leben und ermöglichen.

    Eines, was sehr wichtig ist: Wir kommen aus der Kunst- und Kulturszene und uns wurden hier auf Bundesebene sehr viele Wege und Möglichkeiten, um unsere Arbeit auch weiterführen zu können, gestrichen. Und da ist es gut, dass es EU-Projekte gibt, die hier zivilgesellschaftliche Initiativen fördern. Zivilgesellschaftliche Initiativen brauchen die Unterstützung auf EU-Ebene, auf finanzieller Ebene. Wir brauchen die finanziellen Ressourcen, wir brauchen aber auch die Räume und Möglichkeiten, um uns miteinander zu vernetzen, um Bündnisse zu schaffen, um hier Möglichkeiten uns gegenseitig zu eröffnen und Perspektiven miteinander zu teilen, was notwendig ist, um ein gemeinsames Leben, um für ein gemeinsames, besseres Leben einstehen zu können.

    Abschließend ein Hinweis auf das Projekt „Europa ist auch dein Kaffee“ das Cornelia Göll, Pressesprecherin des Europahauses Klagenfurt/Celovec vorstellt – mit dem mobilen Europa-Café auf vier Rädern wird vorwiegend das Gespräch mit Menschen in ländlichen Regionen gepflegt:

    Mit dem Europa-Café, da touren wir durch verschiedene Gegenden, ländlich auch gerne, und das Ziel dabei ist quasi, Leute zu animieren, Kaffee zu trinken hier bei uns und sich über Europa auszutauschen, in den Dialog zu kommen. Wir haben die Europa-Café-Sommertour zum Beispiel, und das ist ganz spannend. Ja, also es ist ganz interessant, weil da Menschen mit unterschiedlichen Meinungen vorbeikommen, durchaus Kritik äußern, die teilweise natürlich auch berechtigt ist. Die positive Erfahrung, würde ich sagen, ist einfach, dass man sich zusammenfindet, dass man bei einem Kaffee zusammensteht und sich gemeinsam einfach austauscht.

    Das Vernetzungstreffen der zivilgesellschaftlichen Organisationen wurde von ProEuropeanValuesAT mit mehreren Kooperationspartnern, unter anderem mit dem Europahaus Klagenfurt/Celovec in der Jugendherberge Cap Wörth in Velden am Wörthersee / Kärnten/Koroska vom 19.-20. Juni 2026 organisiert. ProEuropeanValuesAT ermöglicht die Finanzierung von Aktivitäten und neuen Lernwegen für NGOs, Vereine und Non-Profit Organisationen aus Mitteln der Europäischen Union.

     

    Na letošnjem srečanju Europa Dialog so predstavniki 36 avstrijskih organizacij in društev raziskovali, kako lahko civilna družba pomaga zaščititi demokracijo. Direktor organizacije Europahaus, ki je pripravila srečanje, Marc Germeshausen poudari, da je bil cilj srečanja povezovanje organizacij, ki na terenu krepijo demokratične prakse. Po njegovih besedah je odprt prostor za civilno družbo srce evropskega zaščitnega mehanizma za demokracijo.

    Generalni sekretar organizacije Human Rights Manfred Nowak pa opozarja, da demokracija globalno izgublja moč. Med temeljnimi vzroki za krizo demokracije so velike družbene in gospodarske neenakosti.

    Podobno meni nekdanji koroški deželni glavar Peter Kaiser in izpostavi povezavo med socialno varnostjo in demokracijo. Spomnil je na Aristotelovo misel, da demokracija in revščina ne moreta obstajati ena ob drugi.

    Predstavnik Evropske komisije v Avstriji Christian Wigand pa opozori, da je demokracija danes pod pritiskom iz več smeri: zaradi notranjih političnih kriz, zunanjih vplivov in digitalnega okolja. Pri tem poudari pomen direktive European Democracy Shield, torej evropskega zaščitnega ščita za demokracijo, ki naj bi okrepil zaščito informacijskega prostora, svobodnih medijev in civilne družbe.

    V ospredju razprav je tudi vprašanje zaupanja v Evropsko unijo. Podpredsednica Europahaus Ana Blatnik meni, da je treba Evropo približati ljudem. Če ljudje v EU ne zaupajo, se moramo vprašati zakaj, poudari. S projektom mobilna kavarna organizacija Europahaus poskuša evropske teme približati tudi prebivalcem podeželja. Preprost pogovor ob kavi pogosto omogoči neposreden dialog, tudi kadar so mnenja različna, pa zaključi tiskovna predstavnica organizacije Cornelia Göll.

     

    Kurzbiografien:

    ANA BLATNIK war bis 2023 Abgeordnete des Kärntner Landtages und Mitglied des österreichischen Bundesrates in dem sie 2014 das Amt der Bundesratspräsidentin leitete.

    Mag. CORNELIA GÖLL ist im Europahaus Klagenfurt/Celevoc für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Social Media Auftritt zuständig. Sie ist mitverantwortlich für verschiedene EU-Projekt, u.a. für EUROPE DIRECT Kärnten oder dem Europa.Café.

    INES MAHMOUD ist bei Salam Oida – Verein zur Förderung von Vielfalt in Kunst und Kultur, einer on- und offline Community-Plattform in Wien engagiert. Die Initiative wurde im Rahmen von ProEuropeanValuesAT aus Mitteln der EU gefördert.

    Ao. Univ.-Prof. Dr. MANFRED NOWAK ist Generalsekretär von European Inter-University Centre for Human Rights and Democratisation (EIUC) in Venedig, unabhängiger Experte und Leiter von United Nations Global Study on Children Deprived of Liberty sowie Gründer des Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte. Weiterführende Informationen zur Biografie unter: https://www.humanrights.at/das-team/manfred-nowak-2/

    MICHAL HVORECKÝ ist Schriftsteller und lebt in Bratislava. Für sein literarisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet. Er schreibt regelmäßig für slowakische Zeitungen und publiziert seine Essays auf Deutsch, etwa im FALTER, in DIE ZEIT oder der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Hvorecký ist eine der bekanntesten Stimmen im Widerstand gegen das seit 2023 in der Slowakei regierende nationalistische Parteienbündnis.

    Dr. PETER KAISER war bis März 2026 Landeshauptmann von Kärnten/Koroska und in dieser Funktion Mitglied im EU-Ausschuss der Regionen. Für sein langjähriges politisches Wirken auf Landes- und Bundesebene erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.

    Dr. CHRISTIAN WIGAND ist stellvertretender Leiter der Europäischen Kommission in Österreich und für deren politischen Berichterstattung verantwortlich. Er war unter anderem Sprecher und Kabinettsmitglied für europäische und internationale Beziehungen der Justizminister Wolfgang Brandstetter und Beatrix Karl. Der gebürtige Grazer hat Theologie und internationale Beziehungen studiert und ist Absolvent der Diplomatischen Akademie Wien.

    MARC GERMESHAUSEN BA, MSc ist Direktor des Europahauses Klagenfurt, engagierter Gesellschafter in der Veranstaltungstechnik und ist im Serviceclub Round Table International aktiv. Er ist u.a. auch Mitglied des Präsidiums der Katholischen Aktion Kärnten und Berater des bischöflichen Konsistorium der Diözese Gurk/Klagenfurt.

     

    Weiterführende Informationen:

    Weiterführende Informationen ProEuropeanValuesAT sind verfügbar unter: https://proeuropeanvalues.at/

    Informationen zum Europahaus Klagenfurt sind verfügbar unter: https://europahaus-klagenfurt.at/

    Weiterführende Informationen zum Europäischen Schutzschild für Demokratie unter: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_25_2660

     

    Oblikovanje I Gestaltung: Heinz Pichler & Neža Katzmann Pavlovčič

     

    Die Sendung wurde in Zusammenarbeit mit Euranet Plus – dem führenden Radiosender für europäische Nachrichten – produziert.

    Oddajo pripravljamo v sodelovanju z Euranet Plus – vodilno radijsko mrežo za evropske novice.

    22 min
  • Beschwingt am Vormittag T 201 mit Diethard Grammer

    Das war wieder die Radio B 138 Live Sendung “ Beschwingt am Vormittag “ mit Diethard Grammer

    mit dabei waren,

    Alvin Stardust, Tommy Roe, The Byrds, Joe South, Tommy Boyce-Bobby Heart,

    Janis Joplin, The Monkees, Daniel Boone, Los Bravos, The Beach Boys, Dave Edmunds,

    The Bobby Fuller Band, The Troggs, Albert Hammond, The Dave Clark Five,

    John Lennon-Yoko Ono, Manfred Mann, Jesse Green, Tommy James&The Shondells,

    1910 Fruitgum Company, Ohio Express, The Lovin’Spoonful, Procol Harum,CCR, Sweet,

    Sonny&Cher, Simon&Garfunkel, Dave Dee,Dozy,Beaky,Mick&Tich, Dr. Hook

    1 hr 32 min

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