Aktuelle Betiräge | cba – cultural broadcasting archive

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Aktuelle Betiräge | cba – cultural broadcasting archive episodes

  • Vorarlberger Landestheater: Spielplanpräsentation Saison 2026/27 ohne Intendantin Gräve

    Am 2. Juni wurde der Spielplan des Vorarlberger Landestheaters im T-Café des Landestheaters präsentiert. Ungewöhnlich dabei war, dass nicht die Intendantin Stephanie Gräve das Wort ergriff. An ihrer Stelle stellte sich KUGES-Geschäftsführerin Monika Wagner vors Mikrophon sowie Juliane Schotte, die leitende Dramaturgin des Vorarlberger Landestheaters.

    Grund dafür ist, dass Intendantin Stephanie Gräve derzeit freigestellt ist. Die Freistellung erfolgte, weil Intendantin Gräve Anzeige gegen Geschäftsführerin Wagner erstattet hatte. Der Vorwurf lautete Urkundenfälschung aufgrund einer nicht genehmigten Verwendung der eingescannten Unterschrift von Stephanie Gräve unter einen Vertrag.

    Im Beitrag informiert KUGES-Geschäftsführerin Monika Wagner über die unter der Intendanz von Stephanie Gräve eingeleitete Sanierung des Vorarlberger Landestheaters. Die leitende Dramaturgin Juliane Schotte stellte den Spielplan vor. Acht Premieren, darunter drei Uraufführungen, stehen auf dem Spielplan, von den Uraufführungen ist wiederum ein an die Vorarlberger Autorin Daniela Egger beauftragtes Stück mit Bezug zu Vorarlberg.

    Empfehlenswert ist es, das Heft zum Spielplan im Vorarlberger Landestheater zu holen und auch den Newsletter zu abonnieren, denn in der Umbauphase des Stammhauses kann sich noch das eine oder andere ändern. Zu finden sind alle Informationen auf www.landestheater.org

    Die Medienvertreter*innen hatten auch die Möglichkeit Fragen zustellen. Die einzige Frage, die gestellt wurde war, ob Stephanie Gräve wieder als Intendantin eingesetzt werden wird. KUGES Geschäftsführerin Monika Wagner antwortete, sie wolle und könne den zukünftigen Ereignissen nicht vorausgreifen.

    Laut Spielplanpräsentation sind die Stücke, in denen Stephanie Gräve Regie führen wollte, bereits anderweitig vergeben oder es wird nach Lösungen gesucht. Für 2027 wird für die künstlerische Leitung, Teil der Intendanz, bereits intern nach Möglichkeiten gesucht. Laut Monika Wagner sind aber zukünftige Schritte noch nicht fixiert. Wird Monika Wagners Position als Geschäftsführerin der KUGES in Frage gestellt?

    Das Verfahren gegen Monika Wagner wurde jedenfalls von der Staatsanwaltschaft Feldkirch eingestellt, weil kein vorsätzlicher Missbrauch nachgewiesen werden konnte.

     

    27 min
  • Baba, Podcast! Anja, Andreas und Jan blicken zurück – Engagierte Stimmen Podcast #72

    Ein bisschen Wehmut ist dabei: Unsere „Engagierte Stimmen“-Folge läutet eine längere Pause ein. Bevor es soweit ist, warten aber noch zwei schöne Rückblick-Episoden auf dich.

    Im ersten Teil schwelgen Anja, Andreas und Jan in Erinnerungen: an die Interviews, die uns bewegt haben, an die Gänsehautmomente — und an die Hoppalas, die wir uns bisher nie zu verraten getraut haben.

    Und Anja verrät, was alle unsere Gesprächspartner:innen über die Jahre verbunden hat.

    —————————————–

    Die Folgen, über die wir sprechen:

    #18 – „Oksana Kuzo: 1 Jahr Krieg in der Ukraine“ (Anjas erste Folge): Ein Jahr nach Kriegsbeginn ein Gespräch über Flucht, Ankommen und Engagement.

    https://cba.media/609574

    #47 – „Demokratie in Schieflage?“ (Jans Gespräch mit Gerd Valchars): Im Wahljahr 2024 diskutiert Jan mit den Expert:innen Gerd Valchars und Sabine Schandl über Demokratie, Wahlrecht, Teilhabe und die Pass-Egal-Wahl.

    https://cba.media/675398

    #57 – „So verändert Künstliche Intelligenz das freiwillige Engagement“ (Andis KI-Folge): Host Andi fragt ChatGPT, ob KI unser Engagement ersetzt oder unterstützt — inklusive eigens programmiertem KI-Song.

    https://cba.media/700797

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    Mitwirkende dieser Folge:

    Anja Baum, Andreas Baumgartner und Jan Zaschkoda

    Alle Folgen:

    https://cba.media/podcast/zusammenhelfen

    —————————————–

    Mehr von füruns:

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    30 min
  • Die Autorinnen von „Mama deluxe“ zu Gast im Studio

    Das Buch „Mama deluxe – Von ‚perfekten Mamas‘ zu ‚echten Müttern‘“ ist ein humorvoller Wegweiser durch den Familienwahnsinn. Es ist im April erschienen und hat 272 Seiten. Zu Gast bei Radio MORA waren die Autorinnen Susanne Giefing und Silvia Fuchs. Danas predstavljamo novu knjigu „Mama Deluxe“, autorice su Silvia Fuchs i Susanne Giefing. Dvije prijateljice vode vas na svoje kaotično putovanje kroz trudnoću i roditeljstvo. S puno humora i samoironije, pokazuju da ne morate biti savršeni i da nam je svima manje više isto u ulogama roditelja.

    28 min
  • Vive l’Europe! #78 – Über Öl-Milliarden und Klimaschuld

    Norveško naftno bogastvo je ustvarilo enega največjih državnih skladov na svetu. Vrednost sklada presega 2 bilijona dolarjev, njegov vpliv pa presega meje države. Tako velika finančna moč pa prinaša vprašanja glede etične odgovornosti in vpliva na družbo ter okolje. Vigdis Evang iz skupine ATTAC Norveška predstavi kritičen pogled na delovanje sklada in predstavi pobude za nadaljnji razvoj.

    Der norwegische Staatsfonds ist mit einem Wert von rund 21 500 Milliarden Kronen (NOK) der größte Staatsfonds der Welt. Er trägt offiziell den Namen „Government Pension Fund Global“ und verfolgt das Ziel, die Einnahmen aus den norwegischen Öl- und Gasvorkommen so zu investieren, damit der Wohlstand des Landes auch dann garantiert ist, wenn die fossilen Energiebestände erschöpft sind. Zugutekommen soll das Geld den künftigen Generationen. Im Jahr 2024 konnte der Fonds eine Rendite von umgerechnet mehr als 200 Milliarden Euro erzielen.

    Obwohl der norwegische Staatsfonds darauf ausgerichtet ist, eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, ist sich der Fonds auch seiner Verantwortung gegenüber den Menschenrechten und unserem Planeten bewusst. Deshalb gibt es klare ethische, nachhaltige und soziale Richtlinien, nach denen der norwegische Staatsfonds in Unternehmen investiert.

    Die Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Vigdis Evang befasst sich seit geraumer Zeit mit den Investitionsaktivitäten des Fonds. In ihrer Analyse wirft sie einen kritischen Blick auf aktuelle Entwicklungen, berichtet über ihre investigativen Recherchen und fordert eine Abgeltung, die sie als „Klimaschuld“ bezeichnet.

    Vorweg grundsätzliche Informationen zu den Intentionen des norwegischen Öl-Fonds:

    Es handelt sich um einen Staatsfonds, und ein Staatsfonds ist einfach ein Investmentfonds, der einem Staat gehört. Dieser hier gehört also Norwegen. Der Grund für seine Gründung unterscheidet sich ziemlich von der Art und Weise, wie er heute funktioniert. Der Grund für seine Gründung war, Norwegens Haushalt auszugleichen. Ein Teil unserer Einnahmen stammt aus dem Öl, von der verstaatlichten Ölgesellschaft, die Öl und Gas aus der Nordsee fördert. Und da die Ölpreise schwanken, bedeutet das, dass Norwegen in manchen Jahren mehr Geld hätte und in anderen Jahren weniger. Die Idee war also, diesen Fonds zu gründen und in guten Jahren einfach einen Teil des Geldes in den Fonds einzuzahlen und in schlechten Jahren wieder Geld daraus zu entnehmen. Und genau das ist in den ersten Jahren, im Grunde bis Ende der 90er Jahre, nicht wirklich passiert. Es floss kein Geld in den Fonds, und danach begann er zu wachsen, und in den 2000er Jahren wuchs er dann richtig schnell, und jetzt ist er absolut groß.

    Hinsichtlich des finanziellen Umfangs meint Evang:

    In Dollar ausgedrückt sind das also etwa 2 Billionen Dollar – das entspricht in etwa dem Vierfachen des norwegischen BIP. Also ja, bei dieser Größenordnung machen die Zahlen irgendwie keinen Sinn mehr, aber es geht so weit über den ursprünglichen Rahmen hinaus, der so war wie: „Ja, lasst uns das einfach nutzen, um unsere Einnahmen zu glätten“, und jetzt ist er größer. Es ist viermal so groß wie unser BIP. Wirtschaftlich gesehen ist es also wichtiger als alles, was wir sonst tun.

    Wie bereits erwähnt, heißt dieser Fonds „Norwegian Government Pension Fund Global“. Nun, was hat der Fonds mit Renten bzw. Pensionen zu tun?

    Der offizielle Grund für diese Bezeichnung ist, dass Norwegen angibt, das Geld in Zukunft für Pensionen verwenden zu wollen. Das bedeutet also, dass es derzeit nicht für Pensionen verwendet wird. Er wird im Grunde als Teil des Staatshaushalts verwendet. Also sagt Norwegen jedes Jahr: Wir werden Geld für dies und das und jenes ausgeben. Wir werden Geld für Krankenhäuser und, ich weiß nicht, Gerichtsverfahren ausgeben – all die Dinge, die ein Staat so tut. Und es kann jedes Jahr einen bestimmten Betrag aus dem Fonds verwenden, um all das zu finanzieren. Würden da auch Pensionen mit drin sein? Ja, sicher, aber auch Krankenhäuser und Kindergärten. Ich meine, man nennt es ja nicht „Kindergartenfonds“, weißt du. Der Name ist also – je nachdem, wie zynisch man ist – entweder etwas verwirrend oder irreführend, aber offiziell heißt er so, weil er für zukünftige Pensionen gedacht ist.

    Jährlich werden etwa drei Prozent der Fondmittel für den Staat verwendet. Es stellt sich die Frage: Wofür wird das Geld noch verwendet? Wohin fließt das Geld noch?

    Es sind maximal drei Prozent. Dieses Jahr lag der Wert etwas darunter, aber das ist eine politische Vereinbarung. Alle Parteien sind sich also einig, dass es eine Obergrenze dafür gibt, wie viel von dem Fonds wir jedes Jahr in Anspruch nehmen dürfen. Das dient als Inflationspuffer, und das hat politische und wirtschaftliche Gründe. Wenn es überhaupt für etwas verwendet wird – ich meine, es wird weltweit investiert –, dann dient es in erster Linie einfach dazu, mehr Geld zu verdienen, oder? Es wird wie ein Investmentfonds geführt. Es ist ein globaler Indexfonds, der also im Grunde genommen einfach dem globalen Markt entsprechen soll. Und der größte Teil davon wird einfach dazu verwendet, die Kapitalrendite zu maximieren. Es wird nicht wirklich für etwas anderes verwendet als zur Finanzierung des norwegischen Staates und eben, ja, zur Maximierung der Einnahmen.

    Wie von Vigdis Evang erwähnt, umfasst der Fonds etwa 2 Billionen Dollar [1]. Es stellt sich die Frage: Wie transparent ist die Verwendung der Mittel und gibt es eine demokratische Kontrolle?

    Ich würde sagen, dass der norwegische Staatsfonds weitaus transparenter ist als viele andere Fonds. Es ist also nicht so, dass sie sich keine Mühe geben. Man kann sich dort informieren, man kann sehen, in was investiert wird, wie sie abstimmen, auch als Aktionär. Aber was die demokratische Kontrolle angeht, da liegt meiner Meinung nach das Problem, denn als Bürger habe ich keine Möglichkeit, Einfluss darauf zu nehmen, was der Fonds tut. Was wir als Norweger hören, ist: Das ist euer Geld. Als norwegischer Bürger ist das dein Geld, oder? Nun, wenn es mein Geld ist, warum kann ich dann nicht sagen, zum Beispiel: Zieht euch aus den großen amerikanischen Tech-Unternehmen zurück? Der norwegische Staatsfonds ist ein riesiger Investor bei Palantir. Nun, ich finde, Palantir ist irgendwie ein beängstigendes Unternehmen. Ich möchte sie nicht finanzieren, oder? Viele Menschen würden dem zustimmen, aber wir haben keinen Mechanismus, um zu sagen: „Hey, gibt es eine Möglichkeit, das zu reduzieren?“, selbst bei rein finanziellen Fragen. Wenn ich zum Beispiel sagen wollte: „Ich denke, wir sollten unser Engagement in der amerikanischen Tech-Branche im Bereich KI reduzieren, weil ich glaube, dass das ein bisschen wie eine Blase aussieht“, habe ich keine Möglichkeit, das zum Ausdruck zu bringen. In den meisten Fällen hat man, wenn das Geld in einen Fonds investiert ist, die Möglichkeit, es wieder abzuziehen und woanders anzulegen, oder? Beim norwegischen Staatsfonds ist das nicht der Fall. Wir haben überhaupt keine Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen.

    Letztes Jahr untersuchte Vigdis Evang, gemeinsam mit der Aktionsgruppe „Historians for Palestine“, die Geschäftstätigkeiten des Fonds bei israelischen Unternehmungen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Investitionen in Israel gegen die eigenen Regeln des Fonds verstoßen. Ein umfassender Bericht wurde dem Finanzminister, als zuständige Behörde der Fonds-Verwaltung, übermittelt. Zur ursprünglichen Idee und den Erkenntnissen zur intensiven Recherche sagt sie:

    Die Idee war: Lasst uns mal nachsehen, welche Investitionen der Fonds in israelische Unternehmen getätigt hat. Es waren etwa 60, 65 Unternehmen, richtig? Na ja, es ist transparent genug, dass man einfach nachsehen kann, wo wir hier investiert haben. Und dann haben wir geprüft, ob diese Unternehmen gegen internationales Recht verstoßen, denn der Staatsfonds hat Regeln, oder? Es gibt Dinge, in die nicht investiert werden darf, und das wären Dinge wie Massenvernichtungswaffen, Tabak, eigentlich auch Kohle. Es gibt also diese Regeln und Grenzen. Und eine davon ist, dass wir nicht in Unternehmen investieren dürfen, die zu systematischen Verstößen gegen internationales Recht beitragen. Und das betraf vor allem die illegalen Siedlungen im Westjordanland. Wenn wir also feststellten, dass ein israelisches Unternehmen maßgeblich zur Aufrechterhaltung dieser Siedlungen beitrug, dann gibt es auch einen Präzedenzfall innerhalb des Staatsfonds, sich daraus zurückzuziehen. Also erstellten wir einen Bericht, und darin hieß es im Grunde, dass diese Unternehmen ein hohes, mittleres oder geringes Risiko darstellen, gegen die eigenen Regeln des Fonds zu verstoßen, und dann forderten wir den Fonds auf, sich an seine eigenen Regeln zu halten. Wir haben diesen Bericht im Juni letzten Jahres vorgelegt. Ich glaube, danach ist ein paar Monate lang nichts passiert, und dann ist die Sache irgendwie eskaliert.

    Als Beispiele für diese Unternehmen bzw. zu den Investitionen und Veranlagungen nennt Evang:

    Ja, also ich finde, besonders auffällig waren für mich die Banken. Es gab, glaube ich, vier Banken, die Kredite für den Bau von Wohnungen in den illegalen Siedlungen vergeben haben. Aber dann gab es auch mindestens ein Unternehmen, das Technologie lieferte, die auch für Waffen verwendet wurde. Das war also das Unternehmen, das vielleicht die größte Medienaufmerksamkeit erregte. Dann haben wir uns auch eine Wohnbaugesellschaft angesehen, die einfach überhaupt nicht involviert war. Wir haben also auch Unternehmen gefunden, die nicht gegen die Regeln verstoßen haben. Ich habe eines gefunden, das Schuhe in illegalen Siedlungen verkaufte, und dann dachten wir uns: Nun, es ist nicht toll, Schuhe in illegalen Siedlungen zu verkaufen, aber es ist nicht das größte Risiko. Es wäre besser, wenn sie das nicht tun würden, aber okay.

    Nochmals zurück zum veröffentlichten Bericht über jene Fondsaktivitäten, die nicht den Ethikregeln entsprachen, welche Reaktionen folgten darauf?

    Im August hat eine große Zeitung, die führende Zeitung in Norwegen, die „Aftenposten“, einen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht, und der wurde dann aufgegriffen und hat viel Aufmerksamkeit erregt. Und, wissen Sie, der Finanzminister musste im Fernsehen auftreten und sagen: Ja, wir haben einen Bericht erhalten. Dann fügte er immer hinzu: Ich bin so dankbar, dass die Zivilgesellschaft diese Berichte erstellt, das ist sehr nützlich. Und jedes Mal dachte ich: Ach ja, nein, das sind Sie nicht. Aber es ist trotzdem sehr nett von ihm, das zu sagen. Das ist Jens Stoltenberg, der ehemalige Generalsekretär der NATO. Der Name ist Ihnen also wahrscheinlich bekannt. Das Ergebnis davon ist, ich würde sagen, dass die meisten Norweger zustimmen würden, dass das, was Israel tut, nicht toll ist. Es ist nicht gut für Israel selbst.

    In der Zwischenzeit ist die Sache immer größer und größer geworden, nicht wahr? Also, ich würde sagen, das wichtigste Ergebnis dieses ganzen kleinen Skandals, den wir mit unserem Bericht ausgelöst haben, ist, dass wir jetzt über den Fonds diskutieren. Er hat sich also von einer als geklärt geltenden Angelegenheit, die man nicht anrührt, zu etwas entwickelt, mit dem wir uns wirklich auseinandersetzen und das wir verstehen müssen – vor allem, weil er so riesig ist. Also, ich würde sagen, er ist wahrscheinlich folgenreicher als unsere Außenpolitik. Und wir müssen auch die Rolle verstehen, die wir in der Weltwirtschaft spielen. Und da wir eine Demokratie sind, haben wir die Verantwortung, diese Rolle gut zu spielen, genauso wie wir es bei unserer Außenpolitik versuchen, oder?

    Im nun folgenden Hinweis beschäftigt sich Vigdis Evang mit Feststellungen, wie eine, von ihr so bezeichnete, „Klimaschuld“ beglichen werden sollte. Wie also das Vermögen des Staatsfonds für einen Ausgleich der Klimaschäden zu verwenden wäre.

    Ich denke, der wichtigste Punkt – und den vergisst man leicht, weil er so offensichtlich ist – ist, dass es sich hier tatsächlich um einen finanziellen Vermögenswert handelt. Wir nennen ihn den Ölfonds, weil das Geld aus unseren Öl- und Gasvorkommen stammt. Also ja, es ist ein Finanzvermögen, aber es steht für unsere Klimaschuld. Ich denke also, es gibt sehr gute Argumente dafür, dass wir hier eine ethische Verpflichtung haben, dieses Vermögen zu nutzen, um die Schäden des Klimawandels zu mildern, zu denen Norwegen sicherlich beigetragen hat. Wir sind ein Exporteur von Öl und Gas. Auf dem Papier sehen wir normalerweise recht gut aus, weil wir selbst nicht viel Öl und Gas verbrauchen. Es ist ein sehr elektrifiziertes Land. Unser Strom stammt aus Wasserkraftwerken, im Grunde genommen aus Wasserfällen. Auf dem Papier sehen wir also recht gut aus, bis man sich sagt: Oh ja, diese Öl- und Gasexporte, die werden ja woanders verbrannt – dann wären die CO2-Emissionen pro norwegischem Bürger enorm. Das ist also nur ein grundlegender Punkt. Hier gibt es eine Klimaschuld, die meiner Meinung nach angegangen werden sollte.

    Abschließend verweist Vigdis Evang, die sich auch bei der NGO ATTAC Norwegen engagiert, auf Vorschläge für die zukünftige Orientierung des Fonds. Sie plädiert etwa für eine Aufteilung des derzeit „riesigen Öl-Fonds“ auf mehrere kleinere Fonds, die zielgerichtet für soziale Aktivitäten genutzt werden könnten.

    Jetzt, wo wir über den Fonds sprechen, stellt sich natürlich die Frage: Was machen wir damit? Ich tendiere aus mehreren Gründen dazu, ihn aufzuteilen. Warum sollte ich den Fonds in mehrere Größere aufteilen wollen? Nun, da gibt es sozusagen zynische Gründe. Im Grunde verringert das unser Risiko in Bezug auf geopolitische Risiken. Ich weiß nicht, was in zehn Jahren mit den USA passieren wird, aber es könnte sein, dass es ein komplett autoritärer Staat ist, der einfach sagt: „Ihr habt diesen riesigen Fonds, in dem ihr viele unserer Unternehmen besitzt – vielleicht wollen wir einen Teil davon.“ Und sie sind nicht der einzige zweifelhafte geopolitische Akteur da draußen. Dann gibt es noch die eher vernünftigen Reaktionen, die andere Länder zeigen könnten. Weißt du, andere Länder könnten sagen: „Warum gehört euch unser Zeug?“ Es ist möglich, dass sich die Weltwirtschaft mehr in Richtung dieser Denkweise bewegt. Und wenn es um den Globalen Süden geht, ich weiß nicht, was sie meinen. Warum gehört uns ihr Zeug? Gute Frage.

    Wenn man es aufteilt, könnte man sagen: „Nun, dieser Teil ist jetzt der „Green-Technologies-Fonds“, und wenn das 10 Prozent sind, ist es einfacher, die Leute davon zu überzeugen, dem zuzustimmen. Das ist der Food-Security-Fonds. Davon lassen sich die Norweger sehr leicht überzeugen, weil wir nicht genug Lebensmittel produzieren, um uns selbst zu ernähren, und daher auf Importe angewiesen sind. Es ist sehr einfach zu begründen, dass wir die europäische Landwirtschaft klimafest machen sollten, denn das ist unsere Nahrung. Aber auch wenn es um Big Tech geht: Wenn wir sagen würden, dass sich der norwegische Staatsfonds aus amerikanischen Big-Tech-Unternehmen zurückziehen wird, würden wir eine sehr starke und sehr negative Reaktion aus den USA bekommen. Das wissen wir. Wenn man den Fonds aufteilt und sagt: „Aber dieser Teil ist der European Emerging Technologies Fund“ oder so, man nennt ihn einfach langweilig, dann besteht die Chance, dass sie es nicht bemerken, also ist es zumindest einfacher, oder?

    Soweit Vorschläge und Überlegungen zur Zukunft des Öl-Fonds. Diese, in diesem Interview aufgezeigten Aktivitäten verdeutlichen, dass zivilgesellschaftliches Engagement und tiefgründige Recherche die öffentliche Debatte durchaus bereichern und maßgeblich zur Aufklärung von Ungereimtheiten führen. Ob nun von einzelnen Aktivisten oder durch NGOs initiiert, sind die hier angeführten Aktionen als konstruktiver Beitrag zur Gestaltung des demokratischen Gemeinwesens zu sehen. Die in diesem Beitrag aufgezeigte Form der investigativen Recherche rund um die Veranlagungspolitik des norwegischen Ölfonds sei damit als konstruktive Kontrolle zu bewerten.

    Norveški državni sklad je bil ustanovljen leta 1990 z namenom dolgoročnega upravljanja prihodkov iz norveške nafte in plina, pojasni Vigdis Evang iz skupine ATTAC Norveška. Danes velja za največji državni sklad na svetu, saj upravlja približno 2 bilijona dolarjev sredstev, kar je večkratnik norveškega BDP. Približno 3 % dobička sklada se letno porabi za financiranje norveškega državnega proračuna, glavnica pa se vlaga in veča, da bo na voljo prihodnjim generacijam.

    Vigdis Evang s svojo skupino Historians for Palestine si je lani podrobneje ogledala naložbe sklada v izraelska podjetja. Analiza približno 60 podjetij je pokazala, da so nekatera med njimi morda povezana z dejavnostmi, ki nasprotujejo etičnim pravilom sklada, predvsem glede sodelovanja pri nezakonitih naselbinah na Zahodnem bregu. Evang poudarja, da bi moral sklad upoštevati lastna pravila.

    Kot možne spremembe Evang izpostavlja večji demokratični nadzor nad delovanjem sklada in možnost preusmeritve naložb v bolj trajnostne cilje. Predlaga tudi razdelitev na več manjših skladov, ki bi bili namenjeni področjem, kot so zelene tehnologije, prehranska varnost in družbene potrebe.

    Pomembno vprašanje ostaja tudi podnebna odgovornost Norveške. Ker je premoženje sklada nastalo iz fosilnih virov, Evang meni, da predstavlja tudi »podnebni dolg«, ki bi ga bilo treba uporabiti za blaženje posledic podnebnih sprememb.

    Kurzbiografien:

    Vigdis Evang ist ausgebildete Historikerin und hat am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz promoviert. Sie lebt und wirkt derzeit in Norwegen und betreibt redaktionelle Arbeiten, freiberufliche Schreibtätigkeiten und bewirbt sich derzeit für ein Postdoktorat. Derzeit ist sie vorwiegend für die NGO Attac Norwegen im Bereich des Ölfonds aktiv und vertritt diese Organisation bei internationalen Treffen.

    Weiterführende Informationen:

    Weiterführende Informationen zum Government Pension Fund Global sind verfügbar unter: https://www.nbim.no/

    [1] Der Wert des Fonds wird auf der Homepage von Norges Bank Investment Management aktuell angezeigt und lag am 2. Juni 2026 bei rund 21 410 Milliarden Kronen (NOK): https://www.nbim.no/

    [2] Grundsätzliche Informationen zu diesem US-Tech-Konzern unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Palantir_Technologies Informationen zu „Palantir: Warum die Firma von Peter Thiel so umstritten ist“ eine ZDF-Reportage unter: https://www.zdfheute.de/politik/ausland/palantir-peter-thiel-usa-software-100.html

     

    Oblikovanje I Gestaltung: Heinz Pichler & Neža Katzmann Pavlovčič

    21 min
  • Beschwingt am Vormittag T 199 mit Diethard Grammer

    Das war wieder die Live Sendung „Beschwingt am Vormittag “ mit Diethard Grammer im Radio B 138

    mit dabei waren,

    This was another live broadcast of "Get Lively in the Morning" with Diethard Grammer on Radio B 138.
    Also present were.

    Stempeders, Fludd, Prism, Chalk Circle, Foghat, Toronto, Teaze, The Beach Boys,

    Billie Jo Spears, Elvis Presley, Hermes House Band, The Beatles, CCR, Chris Montez,
    The Rolling Stones, Sweet, Journey, Eagles, Mike Oldfield, ABBA, Jennifer Rush,
    Genisis, Robert Palmer, Lionel Richi ,

    1 hr 32 min
  • R(h)eingehört Veranstaltungstipp Fiesta Flamenca

    J A L E O – Verein zur Förderung der Flamencokultur veranstaltet wieder die Fiesta Flamenca

    Samstag, 13. Juni 2026, 17 – 22 Uhr
    Kästlepark Innenhof | Kaiser-Franz-Josef-Str. 61 | 6845 Hohenems

    Die jährlich stattfindende Fiesta des Jaleo Flamencovereins bringt spanisches Ambiente nach Hohenems – mit Flamenco, Tapas und Sangria. Infos findet ihr auf  http://www.jaleo.at

    FIESTA FLAMENCA Der Eintritt ist frei. Bei schlechtem Wetter findet die Fiesta im LLEGANDO Studio im Kästlepark Hohenems statt.

    Der Jaleo Flamencoverein lädt ein zur jährlichen Veranstaltung „Fiesta Flamenca“.  Am Samstag, 13. Juni 2026 gibt es ab 17 Uhr Flamenco im Innenhof des Kästleparks in Hohenems zu erleben. Die vergangenen Jahre fand die Fiesta mit zahlreichen Interessierten bei strahlendem Sonnenschein statt und auch heuer bringt der Jaleo Flamencoverein wieder spanisches Ambiente nach Hohenems – mit Flamencotanz und -musik, Tapas sowie spanischen Weinen und Sangria.

    Die Tänzerinnen und Tänzer des Jaleo Flamencovereins werden Einblicke in vielfältige Choreographien des Flamencotanzes gewähren. Der Flamencounterricht findet mit Rachel Bowman im LLEGANDO Studio in Hohenems statt.

    Verein

    Der Jaleo Flamencoverein versteht sich als Kulturverein, welcher sich darauf spezialisiert hat, Flamenco-Veranstaltungen wie die Fiesta im Kästlepark oder Workshops zu organisieren. Des Weiteren ist der Verein darin bestrebt, die Flamencoszene im Vierländereck zu vernetzen und diese vielseitige Kunstform einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zu etablieren.

    1 min
  • Svetovni dan beguncev 2026 – Mir, solidarnost in skupna prihodnost

    Weltflüchtlingstag 2026 – Frieden, Solidarität und gemeinsame Zukunft

    20. junija obeležujemo Svetovni dan beguncev. V Celovcu bo ob tej priložnosti potekal dogodek »Peace in a Box«, ki združuje umetnost, glasbo, ples in informacije o življenju ljudi na begu. Kaj pomeni ta dan, zakaj je pomemben tudi za našo družbo in kakšno sporočilo prinaša letošnji program? O tem bomo govorili z Bettino Pirker in Martinom Diendorferjem iz društva Kärnten andas.

    Prisluhnite prispevku >>

    Am 20. Juni wird weltweit der Weltflüchtlingstag begangen. In Klagenfurt findet aus diesem Anlass die Veranstaltung „Peace in a Box“ statt, die Kunst, Musik, Tanz und Informationen über das Leben von Menschen auf der Flucht verbindet. Welche Bedeutung hat dieser Tag, warum ist er auch für unsere Gesellschaft wichtig und welche Botschaft vermittelt das diesjährige Programm? Darüber sprechen wir mit Bettina Pirker und Martin Diendorfer vom Verein Kärnten andas.

    Zum Nachhören >>

    Oblikovanje I Gestaltung: Asja Boja

    23 min
  • Polskie Radio w Gornej Austrii – 14.06.2026

    W dzisiejszej audycji zapowiadamy XVI Zlot i Igrzyska Polonijne w Górnej Austrii, które odbędą się 20 czerwca 2026 roku w Linzu.

    Opowiadamy o programie wydarzenia oraz o tym, dlaczego warto wziąć udział w tym wyjątkowym spotkaniu polonijnej społeczności. W audycji wracamy także wspomnieniami do ubiegłorocznych Igrzysk i przedstawiamy najważniejsze informacje o najbliższych wydarzeniach organizowanych przez Wspólnotę Polaków w Górnej Austrii.

    Zapraszamy do odsłuchania audycji!

    1 hr 1 min

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