Ein Kommentar von Bernhard Loyen
Diesmal wollte das westdeutsche Deutschland alles richtig machen. Die Aufarbeitung der Verbrechen des faschistischen deutschen Geheimdienstes, wurde 1945 leider durch die fließende Übernahme der alliierten Besatzer schlicht verhindert, bzw. die junge Bundesrepublik benötigte zügigst einen qualitativen Übergang im Kampf gegen den ostdeutschen Bolschewismus.
Mit Duldung, gefördert durch die neuen amerikanischen Freunde, wurde, durch Alt-Nazis „qualitativ“ gespickt, die Organisation Gehlen gen Osten gerichtet. Generalmajor Reinhard Gehlen, Leiter der Abteilung "Fremde Heere Ost“, durfte ein paar Jahre lang in Pullach einen westdeutschen Geheimdienst aufbauen, den die CIA 1949 übernahm und einige Jahre später wieder an Gehlen abgab (1). Daraus wurde dann 1956 der bis heute tätige Bundesnachrichtendienst gebildet (2).
Im November diesen Jahres jährt sich nun zum 30. Mal der sog. Mauerfall, bzw. das Ende der innerdeutschen Grenzen. 1990 hieß es den Konkurrenzgeheimdienst nicht nur zu übernehmen und aufzulösen. Nein, es wurde flux und unmittelbar, über politische Vorgaben, sowie der dankbaren Mithilfe medialer Komplizenschaft, das Bild von dem schlimmsten Geheimdienst, den es je auf deutschem Boden gab modelliert, inszeniert und der gesamtdeutschen Bevölkerung implantiert. Schlag- und Stichwort: Stasi-Methoden.
Spätestens mit dem US-Prägestempel - Besonders Wertvoll - wurde im Jahre 2007, durch den Film „Das Leben der Anderen“ (3) Deutschland und der restlichen Welt Oscar-prämiert die nun unverrückbare Tatsache mitgeteilt - etwas schlimmeres, bösartigeres, als die DDR Staatssicherheit, samt HVA und allen sonstigen Abteilungen, hat es in Deutschland noch nie gegeben.
Sprechen sie heute mit Menschen in den Alt-Bundesländern über die DDR, können sie die Stoppuhr stellen. Sie landen spätestens nach vier Minuten bei den Themen, die über dreißig Jahre dem Verständnis der Systemgewinner eingehämmert wurden: Stasi, Mauer, bzw. Mauertote und das eingesperrt sein, also mangelnde Reisefreiheit.
In jüngster Geschichte, muss man rückblickend feststellen, gab es Zeiten, in denen Menschen in Teilen Deutschlands, der DDR, nicht ihr Land verlassen konnten. Was so nun auch nicht stimmt, aber sie durften eben nicht überall hin. Es ist nun aber auch nicht so, dass in der BRD jeder Bürger, jede Familie mehrfach im Jahr Europa und die Welt bereiste. Dies hatte unmittelbaren Zusammenhang mit dem herrschenden System des Kapitalismus zu tun. Manche konnten es sich häufiger leisten, manche manchmal und recht viele nie.
Diese Erfahrung haben nun die Ostdeutschen in den letzten 30 Jahren erst gemacht, also lernen müssen. Die Freude über offene Grenzen, hielt sich für viele dann doch eher in Grenzen. Das bedeutet, manche konnten und können es sich regelmäßig leisten zu reisen, manche manchmal und recht viele nie, oder noch nie.
Im Jahre 2001 begann die USA, nach den Ereignissen in New York, Stichwort: 2 Flugzeuge zerstören drei Gebäude, den sog. War On Terror mit weltweit geltenden Gesetzesvorgaben. Die dadurch sich forcierenden Ereignisse und Parallelphänomene wurden dank Edward Snowden der Welt im Jahre 2013 ersichtlich, verständlich. Der NSA- Skandal erschütterte die Welt, auch Deutschland.
In Gesprächen wurde der Entrüstung oft argumentativ ein „das sind ja Stasi-Methoden“ nachgeschoben. Das sollte die Unglaublichkeit der Ereignisse umschreiben, der Fassungslosigkeit einen Begriff geben. Nun gibt es aber Menschen, die mehr wissen, als der Normalbürger. Interviewzitat aus dem Jahre 2013:
Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, referiert heute an der Uni Rostock über den Unterschied zwischen NSA und DDR-Geheimpolizei.
: Herr Jahn, warum sprechen Sie vor dem Forum der Uni Rostock, bei dem es um Überwachung und Privatheit nach der Snowden- Ära geht? Was hat die NSA mit der Stasi zu tun?
Roland Jahn: Eigentlich nichts.