Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.
Vier Ereignisse der letzten Tage sind ein Lackmustest für die deutsche Politik: Der Fall Skripal, das Massaker der Israelis an palästinensischen Demonstranten in Gaza, sowie der Angriff der Israelis auf Syrien und dort stationierte iranische Truppen als „Antwort“ auf den jüngsten angeblichen Giftgasangriff Assads in der Ghouta.
Die Führungsnationen der NATO, USA und Großbritannien, sowie Israel und Saudi Arabien suchen Anlässe für einen Krieg mit dem Iran. Das sehen nicht nur die üblichen Verdächtigen so. Die Stimmen, die vor Krieg warnen, mehren sich. So hat zum Beispiel jüngst der realpolitisch geprägte Harvard-Wissenschaftler Stephen M. Walt besorgt über den kommenden Krieg gegen Iran geschrieben, in einem Beitrag für das renommierte Foreign Policy Journal.
Obwohl immer mehr Fachleute Kriegsvorbereitungen diagnostizieren, werden Sie wegen der Atlantikbrückenfraktion in den deutschen McMedien nichts davon erfahren. Bis es zu spät ist.
Obwohl die Aktionen der psychologischen Kriegsführung, die Kriegsvorbereitungen und die Dämonisierung Russlands immer dreister werden.
Der Fall Skripal hat sich mittlerweile zur einer Groteske entwickelt, die aus einem Monty Python Film stammen könnte. Vielleicht war es ja doch kein langsam wirkender, aber blitzschnell tötender Nervenkampfstoff, von dem sich niemand erholen kann, weil es keine Gegenmittel gibt, von dem aber Julia und Sergej Skripal genesen sind? Vielleicht war es wirklich „Die Lachsschaumspeise“ aus Monty Pythons „Der Sinn des Lebens“?
Die Einheitsfront der Großbritannien Unterstützer bröckelt, denn die Regierung der Brexit-beschädigten Premierministerin Theresa May und ihres rüpelhaften Außenministers Boris Johnson hat es mit der Arroganz der Macht und dem Glauben an die unbegrenzte Dummheit der Bevölkerung übertrieben.
Selbst in den McMedien gibt es bei diesem Fall Absetzbewegungen von der vorgegebenen Linie. Sie lautet: Der Russe im allgemeinen und Putin im besonderen stecken eindeutig hinter dem Giftanschlag. Man versucht jetzt vorbeugend auch die Gegenposition zu besetzten, also einerseits den Russen die Schuld zu geben, aber andererseits auch gesagt zu haben, dass sie unschuldig sein könnten. Je nachdem, was herauskommt, hat man so auf jeden Fall recht gehabt. Aber diplomatisches Personal wird trotzdem ausgewiesen.
Aus Solidarität mit dem NATO Partner, mit einer britischen Regierung, die ein sehr kreatives Verhältnis zur Wahrheit bewiesen hat. Man könnte auch sagen, sie lügt bereits, wenn sie zuhört.
Ich schreibe absichtlich „vorgegebene Linie“, weil die Berichterstattung in den NATO Staaten nach dem angeblichen Nowitschok-Angriff innerhalb von Minuten gleichlautend einsetzte. Wer das für Zufall hält, glaubt auch an Massungsvernichtungsmittel als wahren Grund für den Krieg im Irak 2003.
Oder an die offizielle Version des Abschusses von MH17, nämlich dass es eindeutig der Russe im allgemeinen und Putin und seine ukrainischen Unterstützer im besonderen waren, die das Massaker an den Passagieren zu verantworten haben. Die Flugdatenschreiber der Maschine wurden unter Federführung des britischen Geheimdienstes analysiert. Bei einem malaysischen Flugzeug, dass überwiegend mit Holländern besetzt war und von einem amerikanischen Hersteller gebaut wurde? Und warum wurde Malaysia, dessen Fluggesellschaft betroffen war, entgegen allen Gepflogenheiten monatelang von der Unfall-Untersuchung ausgeschlossen? Warum schleppen sich Ermittlungen endlos hin, ganz im Gegensatz zu den massiven, sofortigen Schuldzuweisungen?
Wer das alles für Zufall hält, glaubt auch an die offizielle Version des Litwinenko Mordes, nämlich dass hinter dem Mord der Russe im allgemeinen und Putin im besonderen steckt, nebst zwei FSB Agenten.
Um sich ein Bild davon zu machen, wie extrem merkwürdig dieser Fall in Wirklichkeit beschaffen ist und wie unglaublich dreist die britische Untersu...