Wie umgehen mit der Vergangenheit
In dieser ArchitektenTalk-Folge wird’s direkt ein bisschen groß – geschichtlich, gesellschaftlich und architektonisch. Max und Waldemar sprechen über den frisch entschiedenen Wettbewerb zur neuen Oper in Hamburg, entworfen von der Bjarke Ingels Group (BIG), und über die Frage, die gerade öffentlich diskutiert wird:
Kann man ein großes Kulturprojekt feiern, wenn der Hauptfinanzier eine problematische NS-Vergangenheit in der Firmengeschichte hat?
Genau hier steigen die beiden ein – ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit offenen Fragen:
📍Welche Verantwortung trägt Architektur gegenüber Geschichte und Gesellschaft?
📍Muss ein Architekt prüfen, wer der Auftraggeber ist – und wie dessen Vergangenheit aufgearbeitet wurde?
📍Wie politisch muss oder darf Architektur sein?
📍Wie kann ein Kulturgebäude demokratische Werte stärken?
📍Reicht es, Vergangenheit „abzuhaken“ – oder braucht es neue Formen der Aufarbeitung?
Im Gespräch geht es dabei nicht um moralische Verurteilungen, sondern um eine ehrliche Auseinandersetzung:
von NS-Architektur, demokratischen Symbolen und offenen Gebäuden bis hin zu der Frage, wie Kultur Orte schafft, die Menschen verbinden – unabhängig von Hintergrund, Herkunft oder Geldbeutel.
Max und Waldemar sprechen außerdem über Beispiele wie die Oper in Oslo, den Reichstag, Transparenz in der Architektur, historische Verantwortung – und darüber, wie man als Gesellschaft mit großen Stiftungen und deren Geschichte umgehen sollte.
Zum Schluss wird’s noch unerwartet praktisch: kostenlose Museumstage, der digitale Streichelzoo im ZKM Karlsruhe 🤫.
00:00 Einstieg & kurzer Warm-up
01:00 BIG gewinnt die Oper Hamburg – und die Kritik beginnt
03:30 Trägt Architektur Verantwortung für die Vergangenheit ihrer Bauherren?
07:00 Demokratische Architektur vs. historische Last
10:20 Wie sichtbar muss Aufarbeitung sein?
14:00 Kultur, Gesellschaft & Transparenz
18:40 Beispiele aus Oslo, Berlin & Europa
23:00 Praktische Ideen: Zugang für alle, soziale Öffnung, vergünstigte Angebote
28:00 Anekdoten: Museen, Kinder, digitale Meerschweinchen
Für alle, die Architektur, Verantwortung und Gesellschaft spannend finden:
Ein Gespräch, das nicht belehrt – sondern öffnet.