Seit ihrem Debüt »Einladung an die Waghalsigen« findet Dorothee Elmiger in jedem Text zu einer neuen Form, um mit den Lücken, Abgründen und Rissen der Wirklichkeit umzugehen. Ihre Bücher sind an gesellschaftlichen Verhältnissen interessiert, zugleich stellen sie ihre eigenen Verfahren selbstreflexiv aus. Sie lassen sich als Suchbewegungen verstehen, wie sich unserer Gegenwart literarisch gerecht werden ließe. Vorsichtig und sprachlich präzise bewegen sie sich an den Grenzen des Erzählens und halten doch stets das Erfinden hoch.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist Dorothee Elmigers letzter Roman »Die Holländerinnen«, für den die Autorin 2025 den Deutschen, den Schweizer und den Bayerischen Buchpreis erhielt. Mit Barbara Bausch spricht sie über ihr Verhältnis zum Erzählen von Geschichten und die Wichtigkeit des Nichtverstehens, über das Ich-Sagen und den Trend erfahrungsbasierten Schreibens, über das Verhältnis ihrer letzten beiden Bücher zueinander, sowie über Frage, wo das Politische der Literatur zu verorten sein könnte.
Dorothee Elmiger »Die Holländerinnen« (Hanser, 2025)
Dorothee Elmiger »Aus der Zuckerfabrik« (Hanser, 2020)
Dorothee Elmiger »Schlafgänger« (Dumont, 2014)