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Tina Gauschti-Gasser ist eine Brückenbauerin. Im Militär bei den Sappeuren, im Beruf zwischen Bau und Büro und als CEO der Gautschi AG in St. Margrethen auch zwischen den Generationen.
Schon als Kind war Tina Gautschi fasziniert vom Lärm und den grossen Maschinen, trotzdem hat sie zuerst das KV gemacht. Nach der RS studierte sie Ingenieurin und absolvierte die Bauführerschule. Aber dazwischen hat es sie immer wieder auf die Baustelle gezogen, was ihr heute als Geschäftsführerin nützt: «Der Bau ist sehr praktisch und trotzdem gibt es theoretische Vorgaben.»
In dieser Folge spricht Tina Gautschi über ihr Leben zwischen Büro, Bau und Familie, über Sexismus und Teilzeit in der Baubranche und warum sie sich in ihrer Freizeit freiwillig mit Krisen beschäftigt.
Mit der Goba AG – der Mineralquelle Gontenbad hat Gabriela Manser eine aussergewöhnliche Erfolgsgeschichte geschrieben. Und das, obwohl ihr als Kind gesagt wurde, sie sei dumm: Lange glaubt sie das auch selber, bis ihre Französischlehrerin in einem Gespräch erkannt hat, dass sie Legasthenikerin ist: «Das waren die denkwürdigsten 20 Minuten meines Lebens!»
Jahrelang arbeitete Gabriela Manser mit viel Leidenschaft als Kindergärtnerin, Spitalpädagogin und war später auch Schulleiterin: «Das habe ich mir zugetraut, dann kann ich auch eine Firma leiten.» Rückblickend sagt sie, das sei damals ziemlich waghalsig gewesen. Trotzdem hat Gabriela Manser die Goba zu der Marke gemacht, die heute in der ganzen Schweiz bekannt ist. Dafür hat sie alles auf den Kopf gestellt und ihren eigenen Führungsstil hineingebracht: «Als Kindergärtnerin konnte ich gut fördern. Als Chefin musste ich Fordern lernen!» 2022 übergab Gabriela Manser die Geschäftsleitung der Goba AG an eine Stiftung. Sie ist zwar weiterhin Verwaltungsratspräsidentin, zieht sich aber Schritt für Schritt zurück: «Wir müssen zukunftsgewandt sein, wenn wir Erfolg haben wollen!»
Im Gespräch erzählt Gabriela Manser, warum es sich lohnt, den eigenen Weg zu gehen, warum der Blick von aussen wichtig ist – und was für sie nach der Goba kommt.
Vom Traum, Sportlehrerin zu werden, über das Jurastudium bis an die Schnittstelle zwischen Politik, Wissenschaft, Innovation und Künstlicher Intelligenz: Jacqueline Gasser-Beck hat sich immer wieder neu erfunden. An der Universität St. Gallen verantwortete sie den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und trieb Innovationsthemen aktiv voran. Nicht zuletzt, weil ihr die Begeisterung für technische Entwicklungen bereits als Kind mitgegeben wurde: «Mein Vater war einer der Ersten, der einen Commodore-Computer hatte. Eigentlich war er Konditor-Confiseur, aber auch einfach ein Gamer. Angst vor Technik hatten wir alle nie – wir sind mit Neugier auf das Neue aufgewachsen.»
Heute verantwortet sie die Koordination der digitalen Transformation und KI beim Kanton St. Gallen. Gleichzeitig engagiert sie sich politisch und begleitet Veränderungen, die unsere Gesellschaft nachhaltig prägen. «Mein Anspruch an mich ist es, innovativ zu sein, aber nicht zu schnell. Das allerhöchste Gut in der Verwaltung ist das Vertrauen der Bevölkerung, und das darf man sich nicht verspielen.»
Doch Veränderung ist für sie weit mehr als ein berufliches Thema. Im Gespräch erzählt sie von Umwegen, einschneidenden Erlebnissen und der Kunst, loszulassen. Sie spricht darüber, warum Vertrauen wichtiger ist als Tempo, weshalb KI den Menschen nie ersetzen wird und wie sie während ihrer Reise nach Hawaii Dankbarkeit neu entdeckte. «Für mich hat sich auch körperlich sehr schnell gezeigt, wie gut mir Hawaii tut. Die Zeit war unglaublich schön … vielleicht bin ich auch ein bisschen verändert, ein bisschen hoffnungsvoller zurückgekommen. Es war für mich ein Neuanfang.»
Gerade deshalb ist sie überzeugt, dass der Mensch auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz unersetzlich bleibt: «Wir haben als Menschen Fähigkeiten, die KI nicht erreichen kann. Alleine schon, wenn man an instinktive Gefühle denkt – das Bauchgefühl ist ja etwas, das wir gar nicht erklären und daher auch nicht mit einer KI nachmachen können. KI kann uns nur unterstützen.»
Ein Gespräch über Verantwortung, Intuition, Aufbruch – und darüber, warum die grössten Veränderungen oft dort beginnen, wo das Leben einen anderen Plan hat.
Mit 21 Jahren fing Michaela Silvestri beim Open Air St.Gallen an: «Für war mich sofort klar: Ich will da mitmachen. Aber ich hatte absolut keine Ahnung vom Musikbusiness!» Sie blieb 14 Jahre, war Anlaufstelle für alles und lernte dort, was sie bis heute trägt. «Man baut ja eigentlich eine kleine Stadt im Sittertobel auf.»
Die Geburt ihres Sohnes wurde zur Zäsur: «Es brachte mich zum Überlegen, ob ich weiterhin 150 Prozent geben kann und will.» Michaela Silvestri gab das Open Air schweren Herzens auf – und stellte fest, dass ihr für 15 Jahre Learning by Doing die Papiere fehlten. Es folgten eine Weiterbildung im Kulturmanagement und die Co-Projektleitung des Gallusjubiläums 2012.
Heute leitet Michaela Silvestri das Alters- und Pflegezentrum Rotenwies in Gais. Das Altersheim beschreibt sie als eigenen Kosmos: «Meine oberste Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass es den Menschen gut geht – und das schaffe ich nur, wenn ich mit ihnen rede.»
Warum sie sich trotz täglicher Angst immer wieder auf Aufgaben eingelassen hat, für die ihr auf dem Papier die Qualifikation fehlte, erzählt Michaela Silvestri in dieser Folge.
Die Feuerwehr ist für Andrea Schöb seit über 30 Jahren ein Hobby und mittlerweile auch ihr Beruf. Sie war eine der ersten Feuerwehrfrauen im Kanton St. Gallen und heute ist sie die Höchste, als Feuerwehrinspektorin und Leiterin Intervention der Gebäudeversicherung St. Gallen. Die Faszination für die Feuerwehr beschreibt Andrea Schöb als Blutgruppe F: «Wir haben es lustig, aber auch traurig zusammen und wir vertrauen einander jederzeit, egal wer was mitbringt!»
Andrea Schöb hat immer wieder mit Stereotypen gebrochen. Nicht nur als Feuerwehrfrau, sondern auch im Militär. Ebenfalls war sie 15 Jahre Vollzeitmama von vier Kindern und seit 2017 sitzt sie für die SP im St. Galler Kantonsrat. Ein Widerspruch? Nein, sondern der Lebensweg einer Frau, die weiss, was sie will und wollte.
Auch wenn Charlotte Küng-Bless von Anfang an wusste, dass Frauen in der katholischen Kirche diskriminiert werden, hat sie Theologie studiert. Sie hat gemerkt, dass man in diesem Bereich durchaus arbeiten kann, ohne sich daran zu zermürben.
Heute ist Charlotte Küng-Bless Religionslehrerin an der Kantonsschule Burggraben in St. Gallen und Seelsorgerin bei der Katholischen Kirche Region Rorschach: «Ich kann in der Kirche fast alles machen, je nachdem, wie man es gestaltet.» Trotzdem bleibt es ein patriarchales System, aber Charlotte Küng-Bless spricht Ungerechtigkeiten an und testet immer wieder Grenzen aus: «Mit der Gefahr, dass es ein halber Schritt zu weit war, aber meistens bringt es etwas in Gang».
Warum sie sich dennoch nicht als mutig bezeichnen würde, warum Theologie mehr ist, als die Bibel zu kennen, und wie sie die katholische Kirche neu denken würde, erzählt Charlotte Küng-Bless in dieser Folge.
Kunst gehört für Rebekka Ray nicht hinter Museumsmauern, sondern mitten ins Leben.
Als Bereichsleiterin Baukulturelle Bildung beim Schweizer Heimatschutz setzt sie sich dafür ein, dass wir unsere Umgebung bewusster wahrnehmen – und hinterfragen, warum wir uns an manchen Orten zu Hause fühlen und an anderen nicht. Mit ihrer Arbeit bringt sie Menschen dazu, genauer hinzusehen, den öffentlichen Raum neu zu entdecken und ihre eigene Rolle darin zu erkennen.
Ihr Weg führt sie von der Primarlehrerin über das Kunstgeschichte-Studium in die Kulturvermittlung. «Ich war ein trockener Schwamm, der im Studium das Wissen aufsaugen wollte», sagt sie. Heute verbindet sie Fachwissen mit dem Wunsch, Kultur für alle zugänglich zu machen.
Auch Museen sieht sie in der Verantwortung, sich zu öffnen: «Ich finde es problematisch, dass man in Museen vieles nicht darf.» Gleichzeitig beobachtet sie einen Wandel – hin zu Institutionen, die Vermittlung stärker mitdenken und neue Zugänge schaffen.
Warum sie sich als Brückenbauerin versteht, weshalb sie ihre eigenen Fähigkeiten oft erst im Nachhinein erkennt und welchen Beitrag sie bis ins hohe Alter leisten möchte – darüber spricht Rebekka Ray in dieser Podcast-Folge.
Manchmal führt der Weg nach Hause genau dorthin, wo man zuerst weg wollte.
Anna Lehmann lebt 10 Jahre fernab des kleinen Thurgauer Dorfs Lanterswil. Als Architektin gestaltet sie Räume, plant Projekte und baut sich ein Leben ausserhalb der Familienbäckerei auf. Doch als die Zukunft des Betriebs plötzlich auf dem Spiel steht, trifft sie eine Entscheidung, die alles verändert und sie herausfordert: «Am Anfang habe ich das Wort ‹Chefin› nicht einmal benutzt. Erst nach fünf Jahren konnte ich es benutzen.»
Statt sofort Veränderungen durchzusetzen, nimmt sie sich Zeit, zuzuhören und zu verstehen. «Ein paar Jahre schaute ich nur, wie es lief und beobachtete es. Erst nach einer Weile veränderten wir Dinge.»
Heute leitet sie den Bio Beck Lehmann mit einer Haltung, die sie aus ihrem ersten Beruf mitbringt: «Die Aufgaben als Architektin und Chefin einer Bäckerei sind gar nicht so verschieden.» Denn in beiden Welten gehe es darum, Handwerk, Menschen und Bedürfnisse zusammenzubringen.
Wie aus einer Architektin eine Bäckerei-Unternehmerin wird, warum Führung für sie zunächst ungewohnt ist und was sie auf diesem Weg über sich selbst lernt – darüber spricht Anna Lehmann in dieser Folge.
Mit 21 Jahren landet Franziska Ryser «um die Liste zu füllen, nicht mit der Absicht, gewählt zu werden» auf der Liste der Jungen Grünen für das St.Galler Stadtparlament – und wird prompt gewählt. «Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es geschätzt wird, wenn sich junge Personen engagieren. Da gibt es viel Goodwill. Man muss die 21-Jährigen hören. Es ist eine so wichtige Perspektive. Diese Generation wird heute getroffene Entscheidungen, die teilweise erst in 10 bis 15 Jahren Wirkung haben, viel stärker erleben.»
Seit 2019 vertritt Franziska Ryser den Kanton St.Gallen im Nationalrat. «Vor meiner Wahl in den Nationalrat war ich nie im Bundeshaus. Es war ein grosser Schritt. Es gab so viele erste Male: das erste Mal im Nationalratssaal, das erste Mal abstimmen.»
Welche Auswirkungen ihre Mutterrolle auf ihr politisches Engagement hat und welche Zukunft sie sich für kommende Generationen wünscht, erzählt sie in dieser Podcastfolge.
Rabea Huber ist Co-Geschäftsleiterin im Verein Chupferhammer und setzt sich mit grossem Engagement für Chancengerechtigkeit ein. Für sie ist klar: «Bei Chancengerechtigkeit braucht es ein Hinschauen und individuelle Lösungen. Nicht alle starten mit den gleichen Voraussetzungen ins Leben.» In ihrer Arbeit gestaltet sie Lebens- und Arbeitsräume für Menschen mit Behinderung: «Wir sprechen im Verein Chupferhammer von Menschen mit Behinderungen, weil unsere Gesellschaft sie behindert.»
Neben diesem Pensum engagiert sie sich als Präsidentin der Ludothek Rheineck und auch privat ist sie vielseitig eingebunden: als Mutter, Partnerin und Pferdebesitzerin ihres Wallachs Lupo.
Im Podcast spricht Rabea Huber darüber, warum sie schon beim dritten Date die Vereinbarkeit von Beruf und Familie thematisiert hat – und wie sie dieses Modell heute lebt. «Es ist wichtig, früh zu besprechen, wie ein Paar das Leben mit Kind organisieren möchte, nicht erst während der Schwangerschaft. Ich habe meinem Mann beim dritten Date gesagt, dass ich auch als Mutter weiterarbeiten möchte und zwar in Führungspositionen.»
Eine Folge über Engagement, klare Haltung und wie es gelingt, viele, viele Leidenschaften unter einen Hut zu bringen.
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