Birett Ballett - Katholische Theologie erklärt

Birett Ballett - Katholische Theologie erklärt

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Birett Ballett - Katholische Theologie erklärt episodes

  • Reihe: Was soll das mit dem Papst? 5/15 - Petrus, die Schafe und das Hirtenamt

    Im Alten wie auch im Neuen Testament ist das Hirtenamt, also die Leitung  des Gottesvolkes, keine eigene Ermächtigung, sondern ein Ruf. Diesen  Ruf finden wir bei den Patriarchen, den Propheten und sogar bei den  Königen im 1. Buch Samuel. Im neuen Bund ist es Jesus, der die Apostel  wählt (Joh 15,16). Und sogar nach dem Ausscheiden von Judas, lassen die  Apostel gleichsam Gott das letzte Wort in der Nachbesetzung durch den  Losentscheid. Auf Eigenmächtigkeit liegt kein Segen, erinnert das Beispiel des Simon  Magus im 8. Kapitel der Apostelgeschichte. Sein Name ist seither zum  Synonym für den Kauf kirchlicher Ämter geworden – ein Missbrauch, der in  der Geschichte vielfach das Licht Christi verdunkelt hat. Ohne Ruf,  ohne Berufung gibt es kein dienendes, kirchliches Amt.

    15 min
  • Reihe: Was soll das mit dem Papst? 4/15 - Vom Herrschen und Dienen. Die besondere Stellung des Petrus

    Die Frage nach dem Papst fällt in zwei Themenbereiche: Was war die Rolle  des Petrus unter den Zwölf und hat dies eine Bedeutung nicht nur für  die apostolische Zeit, sondern auch für die folgenden Generationen.  Anders ausgedrückt: War Petrus der erste Papst und gehört das Papsttum  zum göttlichen Plan für die Kirche durch die Zeit hindurch. Dies werden  in den kommenden Folgen beleuchten.  Wir wollen hier nicht mit der klassischen Passage in Mt 16 beginnen –  dem Messiasbekenntnis und der Felsenstelle. Diese Stelle heben wir uns  noch auf. Wir beginnen beim Abendmahl. Warum? Weil der für uns relevante  Abschnitt zunächst eine Betrachtung des Herrschens und des Dienens  enthält, die grundlegend ist, um jegliche Leitung in der Kirche richtig  zu verstehen

    13 min
  • Reihe - Was soll das mit dem Papst? 3/15 - Ich seh, ich seh, was alle sehen. Die Sichtbarkeit der Kirche

    In der letzten Folge haben wir die am weitesten verbreiteten  protestantischen Kirchenbilder untersucht, die entweder eine unsichtbare  Kirche postulieren – oder deren „zwei“ Kirchen letztlich im selben  Gedanken der einen unsichtbaren Kirche münden. Doch es gibt auch  protestantische Gruppen, die eine andere Anschauung entwickelt haben.  Und wie verstehen Katholiken die Frage?

    17 min
  • Reihe: Was soll das mit dem Papst? 2/15 - Sichtbar oder Unsichtbar, das ich hier die Frage – Unterschiedliche Kirchenbilder

    Unter all den christlichen Lehren ist das Papsttum mit Sicherheit nicht  die Wichtigste. Die heiligste Dreifaltigkeit, die Göttlichkeit Christi,  unsere Erlösung am Kreuz, unsere Rechtfertigung, die Eucharistie – all  dies sind objektiv zentralere Sätze unseres Glaubens. Aber am Papsttum  entscheidet sich die Frage: soll ich katholisch sein oder nicht. Joe  Heschmeyer bringt es auf den Punkt: Stimmt die Lehre vom Papst, dann  sollten alle katholisch sein. Stimmt sie nicht, dann sollte niemand  katholisch sein.

    16 min
  • Reihe: Was soll das mit dem Papst 1/15 - Das Papst Franziskus Problem. Oder: Warum ich noch katholisch bin.

    Eine Reihe von und mit Kpl. Johannes M Schwarz Wenn man so wie ich, im Herzen ein stock-katholischer,  ultrakonservativer – mit einem Wort – mit einem Schlagwort - : ein  „schlimmer Katholik“ ist, dann hatte man es nicht ganz leicht in der  letzten Zeit. Denn nachdem man jahrzehntelang in der Auseinandersetzung  mit der Moderne unzählige Sätze mit der Einleitung begonnen hatte: „Aber  der Papst sagt ...“ kommt dieser Satz nicht mehr so oft über die Lippen  seit Franziskus auf dem Stuhl Petri sitzt – oder er kommt  schmerzverzerrt in einem ganz anderen Zusammenhang. Doch  Autoritätsbeweise, das sagte schon - der von uns allen hochvereehrte -  Thomas von Aquin, sind von der schwächsten Art. Warum? Weil ein  Autoritätsbeweis voraussetzt, dass der andere die Autorität anerkennt.  Und eigentlich war dies auch genau der Grund, warum der brave  konservative Katholik seine Sätze mit „Aber der Papst...“ begann. Denn  sein Kampf gegen die Moderne verlief ja schon lange nicht mehr entlang  einer Front mit der Welt da draussen, sondern quer über die Kirchenbänke  hinweg. Da zweifelten Vorsitzende von deutschen Bischofskonferenzen den  Inhalt des Satzes an, dass Christus „für uns“ gestorben sei. Auf  Donaudampfschifffahrten legten sich rebellische Damen Seidentücher als  Stolen um. Man sammelte Unterschriften im Kirchenvolk, als sei der  Glaube nichts Gegebenes, sondern ein politisches Konsensprodukt. Bei  „Dialogveranstaltungen“ heischten Würdenträger mit „mutigen“ Forderungen  nach Applaus. Und ich selbst diskutierte als 19-Jähriger in einem  Diözesanhaus mit Vertretern katholischer Jugendverbände darüber, ob die  Enzyklika Evangelium Vitae nun für uns Katholiken eine bindende  Richtschnur im Lebensschutz war oder nicht. Dass der Pastoralamtsleiter,  der für die ungemein objektive Kirchenzeitung meiner damaligen Diözese  über diese Diskussion wachte, dann in einem Nebensatz die Erbsünde  leugnete, schmerzte, aber überraschte nicht. Bei allem Frust, den ich  damals empfand, war ich dennoch nie niedergeschlagen, denn Rom, so  wusste ich, war auf unserer Seite – egal wie verrückt sich die Kirche im  deutschen Sprachraum gebärdete. Suchte man Balsam für die Seele, las  man einfach einen afrikanischen Kardinal. Freilich auch in Rom schien  nicht alles eitel Wonne. Dass der Papst grundsätzlich fehlbar war, in  vielen Fragen und seinem praktischen Verhalten, zog niemand in Zweifel.  Der eine setzte die Grenze bei der Ausgestaltung interreligiöser  Gebetstreffen, der andere klagte über missverständliches Koranküssen;  Skepsis befiel den einen bei der zu wohlwollenden Förderung gewisser  neuer Bewegungen und Orden; für wieder andere krankte es schon seit den  60ern am liturgischen Herzen. Doch im Gros, verließ man sich auf das  theologische Gewicht der Päpste, man verteidigte ihre Aussagen mit  Eifer, rückte Fehlinterpretationen im Kontext zu recht und beklagte  offensichtliche Falschberichterstattung durch mangelhaft geschulte oder  gar ideologisch verpeilte Journalisten. Dann kam Franziskus.

    10 min
  • Reihe: Mariologie 5/6 - Über das Wörtchen „bis“, die Brüder, Gelübde und Jungfräulichkeit

    Die Jungfräulichkeit Mariens bei der Empfängnis Jesus ist in den Evangelien klar attestiert. Das Fortdauern dieser Jungfräulichkeit hingegen scheint manchen fragwürdig. Denn schließlich war Maria verheiratet und auf den Seiten der Evangelien ist von den Brüdern und Schwestern Jesu die Rede. Die Verteidiger der immerwährenden Jungfräulichkeit gehen in der Regel von entsprechenden Votum Mariens aus. Kritiker hingegen halten ein solches Enthaltsamkeitsversprechen unvereinbar mit der jüdischen Vorstellungswelt. Brant Pitre hat dazu eine interessante Erklärung geliefert, die es sich lohnt hier anzusehen.

    22 min
  • Reihe: Mariologie 4/6 - Eine neue Königin? Eine Episode über keine Maria-Magdalena-Theorien

    In den vorangegangenen Folgen haben wir Jesus gesehen als neuen Adam und als neuen Moses. In der letzten Episode ist zudem schon eine weitere Typologie angeklungen: Jesus als der neue David.  Sowohl die Genealogie (Vgl Matthew 1:1–17) als auch die Verkündigung (Luke 1:30–33), die davon spricht, dass Jesus auf dem Thron seines Vaters David sitzen und ewig herrschen wird, lassen  keinen Zweifel: Jesus ist der langerwartete, davidische und messianische König.    Nun können wir fragen: gibt es auch eine Königin? Im ersten Moment ist man geneigt den Kopf zu schüttlen. Man will doch hier keine haltlose Maria Magdalena Heiratssache aufwärmen. Jesus hatte keine Frau. Und daher hat dieser König auch keine Königin. Doch was uns offensichtlich scheint, erfährt durch die Lektüre des Alten Testaments eine vielleicht überraschende Wendung. Denn Königin ist hier nicht die Gemahlin des Königs, sondern die Königinmutter. Sie ist es die den Titel der Gebirah – hebräisch Herrin – trägt.

    15 min
  • Reihe: Mariologie 3/6 - Indiana Jones, Maria und die Bundeslade

    Das erste Mal, dass ich von der Bundelade etwas hörte, war nicht bei der Lektüre der Heiligen Schrift, sondern durch den peitschenschwindenden Hutträger Indiana Jones. Dem Plot des Abendteuerstreifens zufolge, entnahm ich auch, dass die Bundeslade offensichtlich verschollen war. In der Tat, als Jesus den Tempel in Jerusalem besuchte, war der innerste Bezirk, das Allerheiligste leer. Wie es dazu kam und was das für die Mariologie bedeutet, sehen wir uns in dieser Folge an. In der letzten Episode haben wir mit Jesus als dem neuen Adam begonnen. Hier fahren wir damit fort, dass Jesus auch als neuer Moses in Erscheinung tritt. Die Evangelien weisen darauf hin. So wie Moses für 40 Tage und Nächte am Berg Sinai fastete (Ex 34,28), tut dies auch Jesus am Beginn seinen Wirkens (Luke 4:1–2). Moses und das Manna (Exodus 16:1–31) bilden Jesus und die Brotvermehrung voraus, selbst wiederum Bild für das eigentliche eucharistische Himmelsbrot (Luke 9:10–17). Moses ist der große Gesetzgeber des Volkes. Jesus tritt in seiner Predigt als der Geber eines neuen Gesetzes auf (Mt 5). Und so wie Moses den Bund zwischen Gott und den 12 Stämmen Israels vermittelte, setzt Jesus im Kreis seiner Zwölf einen neuen Bund in seinem Blute ein. Auch der Exodus, als das große Ereignis, das Gott in die Hände des Moses gelegt hatte, ist nur das Urbild eines neuen Exodus, den Christus ermöglicht. Entkam man einst der Sklaverei Ägyptens, entkommt man in Christus der Sklaverei der Sünde. Christus ist der neue Moses, der sein Volk in die wahre Freiheit führt. Das Wichtigste, das Moses und das Volk damals begleitete war die Lade des Bundes. Und hier wird es für diese Reihe interessant...

    16 min
  • Reihe: Mariologie 2/6 - Wenn Jesus der neue Adam ist, wer ist dann die neue Eva?

    Der Kern des christlichen Glaubens besteht darin, das Christus uns durch  seinen Tod erlöst hat. Seine Liebe bis ins Äusserste hat die Kraft die  Lieblosigkeit aller Sünden, aller Menschen, aller Zeiten aufzuwiegen.  Doch Erlösung bedeutet nicht nur unsere Rettung und die Öffnung des  Himmels für eine Rückkehr zu Gott. Die Erlösung vollzieht sich als eine  Neuschöpfung.  In diesem Sinn spricht Paulus: „Wie es also durch die Übertretung eines  einzigen für alle Menschen zur Verurteilung kam, so wird es auch durch  die gerechte Tat eines einzigen für alle Menschen zur Gerechtsprechung  kommen, die Leben gibt. Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die  vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen  die vielen zu Gerechten gemacht werden.“ (Röm 5,18-19). Die  Korintherbriefe nennen Christus ausdrücklich das Haupt einer neuen  Schöpfung (2 Kor 5,17-18), sprechen von ihm als Adam und lebendig  machendem Geist (1 Kor 15,45), benennen den himmlischen Ursprung dieses  neuen Stammvaters (1 Kor 15,45).  Die Vorstellung von Christus als neuer Adam, hat ihre Wurzeln jedoch  schon im Alten Testament, in denen das messianische Reich einen neuen  Himmel und eine neue Erde verheißt. Zwar leben wir, auch jetzt nach dem  Kommen des Messias, hier noch in einer gewissen Vorläufigkeit, doch  dieses Neue, diese Neuschöpfung, das neue Leben aus der Gnade hat  bereits begonnen. Und das nicht zuletzt durch die Sakramente. Wir sehen  es in der Taufe, deren Ritus ein Sterben – wir gehen im Wasser unter –  und ein Auferstehen – wir tauchen aus dem Wasser auf – darstellt und im  Inneren der Seele diese Neuschöpfung wahrhaftig bewirkt. Wir sollen als  neue Menschen leben. Wir sind die Nachkommen eines neuen Adams An diesem Punkt stellt sich eine Frage. Wenn es einen neuen Adam gibt,  gibt es dann auch eine neue Eva?

    16 min

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Deep-Dives und Plantschen in den stillen Wassern der Theologie. Mehrteilige Themenreihen von A wie Aberglaube bis Z wie Zölibat. Ein bisschen Philosophie hier, ein bisschen Aristoteles dort und auf jeden Fall Thomas von Aquin querbeet.