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Der BörseBerlin4U Podcast, der Finanzbildungskanal der Börse Berlin. Zu Gast ist Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors, der umfassend erläutert, wie bereits kleine regelmäßige Investitionen einen signifikanten Beitrag zum Vermögensaufbau leisten können. Ein 20-Jähriger, der monatlich 100 Euro investiert, kann über die Jahre oft höhere Renditen erzielen als jemand, der später mit einem höheren Betrag einsteigt. Hier wird deutlich, dass frühes Handeln mit kleinen Beträgen zu beachtlichen Ergebnissen führen kann. Hans-Jörg bringt außerdem den Punkt ein, dass der deutsche Anleger dazu neigt, „für sein Geld zu arbeiten“, anstatt sein Geld für sich arbeiten zu lassen. Beim Sparen, sparen. 3 Punkte sind wichtig: 1) Durchschnittskosteneffekte (Cost-Average-Effekt). 2) Faktor Zeit, so früh wie möglich. 3) Es sofort tun mit Selbstüberlistung.
"Börse macht Schule - und das am besten bereits in der Schule. Börse ist Bildungssache, und nicht selten eine Sache der Erziehung, wie Petra Greif vom Börsenplatz Berlin e. V. feststellt. Sie besucht Lehranstalten (mehrheitlich Gymnasien) und betreibt Finanzbildung. Der Unterricht wird aber nicht mehr zum Lokaltermin, denn physische Handelsplätze gibt es heute so nicht mehr. Börse wird in Deutschland oft kritisch gesehen. Doch wer Kritik an der Börse üben will, der muss wissen, wie Börse funktioniert, so Greif auf dem Börsentag in Dresden. Viele Jugendliche interessieren sich zudem für Politik, aber nicht für Wirtschaft. Die Wechselwirkung zwischen beiden ist oft der Schlüssel zum Interesse der Jugendlichen für Börse."
Martin Daut, CEO der Quirion AG, gibt spannende Einblicke in die Welt der digitalen Vermögensverwaltung. Der digitale Vermögensverwalter Quirion setzt auf eine innovative Kombination: Die Effizienz von KI-gestützten Prozessen im Kundenservice, gepaart mit menschlicher Expertise bei Anlageentscheidungen. Statt eigener Produkte werden kostengünstige ETF-Portfolios angeboten, die weltweit diversifiziert und risikoangepasst sind. Besonders interessant: Während Robo-Advisor für Anlagebeträge bis 100.000 Euro optimal sind, bevorzugen größere Vermögen ab 400.000 Euro eine individuellere Betreuung. Die Stärke des Systems liegt in der emotionsfreien, disziplinierten Anlagestrategie durch regelmäßiges Rebalancing. Es ist vor allem für Anleger geeignet, die sich nicht selbst mit ihrer Geldanlage auseinandersetzen möchten und sich deshalb für eine passive Herangehensweise entscheiden.
Ralf Fayad, Experte für technische Analyse, erklärt, warum sie seiner Meinung nach oft präzisere Prognosen liefert als fundamentale Kennzahlen. Die Technische Analyse identifiziert Trends und Kursziele durch Chartmuster und -indikatoren. Unterstützungs- und Widerstandszonen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Trendrichtungen sollten in verschiedenen Zeiträumen analysiert werden. Hat man mithilfe der Technischen Chartanalyse Wahrscheinlichkeiten berechnet, „muss man dem Markt lauschen, ob der das auch so sieht“, erläutert Fayad. Wendet man die Charttechnik korrekt an, kann man ohne tiefes Branchenwissen erfolgreich traden, so Fayad weiter. Dazu muss man wissen, dass diese Herangehensweise für Fundamentalanalysten völlig indiskutabel ist. Aber auch Ralf Fayad als Technischer Analyst sagt, dass es in jedem Fall hilfreich ist, zumindest zu wissen, in welcher Branche das Unternehmen tätig ist, um einen Vergleich mit anderen Unternehmen der gleichen Branche ziehen zu können.
Bei minus 7 Grad mit dem Zug durch die schwedische Nacht auf der Suche nach guten Firmen - Yannic Joekel ist Fondsadvisor für den Alpha Star Europafonds. Er sagt: "Der wichtigste Schritt ist, sich erst einmal zu fragen, wo man hinwill. Welche Art Firma finde ich überhaupt interessant - und warum?" Er fahndet nach erfolgversprechenden Smallcaps. Ein wichtiges Kriterium für ihn ist, wie ein Unternehmen wächst, denn: "Wachsen kann jeder, die Frage ist nur: wie effizient?" Viele Datenquellen, auf die er zurückgreift, sind öffentlich zugänglich. Wer sich vor dem Investment über ein Unternehmen informieren möchte, "kann sich einfach bei der Investor Relations auf den Newsletter setzen lassen." Auch Jahresberichte sind eine für alle zugängliche Informationsquelle. Überhaupt hat Yannik Joekel noch so einige Tipps für Privatanleger auf Lager. Die Möglichkeit auf Veranstaltungen wie dem Eigenkapitalforum in Frankfurt hinter die Kulissen der Unternehmen zu blicken, bleibt allerdings institutionellen Investoren vorbehalten. Jedes Jahr nehmen in Frankfurt über 250 Firmen verschiedener Größen und Branchen (davon 33 aus DAX und MDAX) teil.
Ist das Unternehmen gesund, freut sich der Investor … "Ein Fondsmanager muss einerseits zusehen, dass er seinen Fonds in den Vertrieb bekommt, andererseits muss er die Aktienselektion leisten." Deshalb ist Jan Neynaber, institutioneller Kundenbetreuer und Aktienberater bei der mwb faitrade Wertpapierhandelsbank AG, auch auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt präsent und trifft sich mit den CEOs und CFOs. Gruppengespräche und Vorträge sind wie ein Wind, der über die Wiese weht: "Ich sehe die Reaktion anderer Investoren." Bei Einzelgesprächen aber sind "findige Fragen" erlaubt: "Es überwiegt eher die Strenge." Wenn das EKF nicht stattfindet, hilft auch ein Blick auf die Webseite http://www.research-hub.de, die Neynaber auch Privatanlegern empfiehlt. Ein gut aufgestelltes Unternehmen hat wie ein Hocker drei Beine: Wie steht es um Kredite? Ist die Firma innovativ? Zahlt das Unternehmen Dividende?
25 Jahre börsengehandelte Fonds. Der Dreiklang "einfach - transparent - flexibel" gilt eigentlich noch immer. Eigentlich, weil die Produktvielfalt für zunehmende Unübersichtlichkeit sorgt. Wie finden Anlegende in diesem großen Angebot den für sie passenden ETF? Welche Auswahlkriterien gibt es? Und welche Fehler gilt es zu vermeiden? Dr. Markus Thomas, Gründer der XENIX Strategie- und Wirtschaftsberatung, hat dazu nicht nur diesen Ratschlag: "Sie sollten nicht nur ein einziges Kriterium für den besten ETF aussuchen. Auch Pferderennen funktionieren nicht nach Amateurkriterien." Peter Heinrich von Börsenradio hat ihn bei der Preisverleihung der von der XENIX vergebenen ETF-Awards getroffen.
Meine Rendite, die hat drei Ecken … keine Angst vor Aktien und Co.! In der Finanzbildung steckt auch das Versprechen, dass es sich beim Börsenhandel um keine Zockerei handelt. "Über einen langen Zeitraum kann ich an der Börse immer Rendite erzielen, auch wenn es einmal runter geht." Petra Greif von der Börse Berlin erklärt im Börse Berlin 4U Podcast und auf dem Hamburger Börsentag das Renditedreieck und das magische Dreieck der Geldanlage. "Sicherheit und Rendite liegen weit auseinander. Wenn ich eine sichere Anlage möchte, dann muss ich auch Abstriche bei der Rendite machen. Für die höhere Rendite muss ich ins Risiko." Greif empfiehlt zwei bis drei Nettogehälter auf dem Tagesgeldkonto, mit dem Rest soll man aufmerksam, langfristig und diversifiziert in die Märkte. "Wichtig ist, dass man aus seinen Fehlern lernt. Setze dich mit dem Unternehmen auseinander, lies die Geschäftsberichte. Und höre nicht auf jeden heißen Tipp."
Wer eine Aktie kaufen möchte, muss viele Dinge beachten:
"Männer neigen zur Selbstüberschätzung, Frauen sind wesentlich realistischer", das ist nur einer von 10 Fehlern an der Börse, so Felix Grimme und Jörg Franzen, beide sind Vermögensverwalter bei Franzen Gerber & Westphalen. Die 10 größten Fehler an der Börse: Wobei der erste Punkt nicht unbedingt ein Fehler ist, vielmehr eine wichtige Weichenstellung: 1) Passende Strategie finden - Was will ich erreichen (- Anlageziel definieren, - Risikoneigung, - zeitliche & finanzielle Ressourcen, - Anlagehorizont, - persönliche Bedürfnisse). 2) Zu kurzer Anlagehorizont. 3) Fehlende Diversifikation. 4) Selbstüberschätzung. 5) Fehlende Disziplin und blinder Aktionismus. 6) Vergangenheit überbewerten und am Einstandskurs einer Aktie haften. 7) Von einer hohen Bewertung einer Aktie abschrecken lassen. 8) Crash-Propheten und viele News können verunsichern. 9) Intransparente bzw. komplexe Produkte meiden. 10) Steuerliche Effekte beachten.
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