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10. Mai 2026 · CactusPodcast
Ein Jahrhundert Kakteenleidenschaft – erzählt von den Menschen, die sie weitertragen.
1926 wurde in Erfurt eine Ortsgruppe der Deutschen Kakteen-Gesellschaft gegründet. Hundert Jahre später treffen sich Kakteenfreunde mehrerer Generationen dort, wo Erfurter Kakteengeschichte seit Jahrhunderten zu Hause ist: im Gewächshaus bei Kakteen-Haage.
Diese Folge des CactusPodcast ist die Aufzeichnung des Bühnengesprächs zum Jubiläum des Kakteenvereins „Walther Haage“ Erfurt am 9. Mai 2026. Die Veranstaltung war Teil des Tags der offenen Tür 2026 und wurde live aus dem Gewächshaus bei Kakteen-Haage übertragen.
Unter den Gästen waren Besucherinnen und Besucher des Tags der offenen Tür sowie unsere Kakteenfreunde aus Ústí nad Labem, mit denen uns seit Jahrzehnten eine enge Freundschaft verbindet. Sie waren gemeinsam mit ihrem Vorsitzenden angereist.
Es geht um die ersten Vereinsjahre, die nächtliche Wanderung zur Königin der Nacht, um Krieg und Neubeginn, das Vereinsleben im Kulturbund der DDR, die Wende und die Neuorganisation danach. Vor allem aber geht es um die Menschen hinter den Pflanzen.
Durch das Gespräch führt Philipp Heidel-Weizel. Mit dabei sind Hans-Friedrich Haage, Andreas Schill, Gudrun Kroll, Klaus-Dieter Lentzkow, Markus Münch und Tim Oettel. Zum Auftakt gratuliert DKG-Präsident Till Hägele.
von Ulrich Haage, Philipp Heidel-Weizel und Gäste | CactusPodcast
Für diese Runde habe ich Menschen zusammengebracht, die den Erfurter Kakteenverein über Jahrzehnte getragen, nach Brüchen neu aufgebaut und immer wieder für die nächste Generation geöffnet haben. Ihre Erinnerungen, ihr Wissen und vor allem ihr persönliches Engagement tragen diese Folge.
Till Hägele ist Präsident der Deutschen Kakteen-Gesellschaft. Der Gartenbauingenieur und promovierte Agrarwissenschaftler arbeitet seit 2001 als Abteilungsleiter der Gewächshausanlage im Botanischen Garten München. In Erfurt ordnet er die 100 Jahre Vereinsgeschichte aus Sicht der DKG ein – und richtet einen deutlichen Appell an die nächste Generation.
Philipp Heidel-Weizel moderiert das Bühnengespräch. Er gehört zur jüngeren Generation der Kakteenfreunde und arbeitet heute professionell als Pflanzenzüchter, besonders im Bereich Gehölze. Im CactusPodcast war er bereits in Episode 044 – Philipp inside DKG zu Gast. Für diese Jubiläumsrunde führt er die Geschichte bewusst von den Pflanzen zu den Menschen hinterm Kaktus.
Hans-Friedrich Haage schlägt die direkte Brücke in die Familien- und Vereinsgeschichte. Als Sohn von Walther Haage kennt er viele Erzählungen aus der Erfurter Kakteenzucht aus erster Hand. Nach seinem Gartenbaustudium übernahm er 1972 die Leitung der verstaatlichten „Brigade Kakteenzucht“ und führte den Betrieb 1990 wieder in die Selbständigkeit. Mehr zu ihm: Hans-Friedrich Haage bei Kakteen-Haage.
Andreas Schill war über viele Jahre Kassierer der Erfurter Kakteengruppe und hat die starke Zeit der großen Ausstellungen unmittelbar erlebt. Kakteen sind nicht sein einziges ausgesprochen spezielles Hobby: Andreas gehört auch zur Erfurter Gartenbahnszene. Die beiden Welten trafen bei Kakteen-Haage schon ganz praktisch zusammen, wenn die Kaktus-Bahn durch das Gewächshaus fuhr.
Gudrun Kroll hat die Chronik der Erfurter Kakteenfreunde weitergeführt und damit einen wichtigen Teil der Vereinsgeschichte bewahrt. In der Kakteenwelt ist sie außerdem für ihre Hybriden bekannt; auch 2026 ist sie mit dem Vortrag „Blühende Hybriden“ im Programm einer DKG-Ortsgruppe zu finden. In dieser Folge erzählt sie unter anderem, wie entscheidend der persönliche Kontakt dafür war, selbst wieder Mitglied einer Ortsgruppe zu werden.
Klaus-Dieter Lentzkow bringt die Magdeburger Perspektive und ein großes Stück ostdeutscher Vereinsgeschichte mit. Er wurde kurz nach der Wiedervereinigung als Beisitzer in den Vorstand der Deutschen Kakteen-Gesellschaft gewählt und war später Sprecher des DKG-Beirats. Im Gespräch erinnert er an den tiefen Einschnitt der Wendezeit – und daran, wie neue Verbindungen zwischen ost- und westdeutschen Gruppen entstanden.
Markus Münch steht für die Generation, die den Kakteenverein „Walther Haage“ Erfurt heute trägt. Er beschreibt den heutigen Vereinsabend als ziemlich unkomplizierte Angelegenheit: keine Krawatte, keine feste Sitzordnung, dafür Vorträge, Erfahrungsaustausch und jede Menge kleine Tricks, die man eben nicht aus jedem Buch bekommt. Auch außerhalb der Vereinsabende ist er mit einem breiten Pflanzensortiment auf Garten- und Kakteenveranstaltungen präsent.
Tim Oettel ist Pflanzenenthusiast und Biologiestudent aus Göttingen. Gemeinsam mit Dr. Michael Schwerdtfeger produziert er die Kurzfilmreihe Doc Shorts, in der botanische und zoologische Kuriositäten niedrigschwellig in kurzen Videos erzählt werden. 2025 wurde der weitere Ausbau der Serie an der Universität Göttingen gefördert. Tim steht damit ziemlich genau für eine der Zukunftsfragen dieser Folge: Wie erreicht Pflanzenwissen heute neue Menschen – über YouTube und soziale Medien, aber am Ende möglichst auch wieder persönlich? Mehr: Doc Shorts – Wundersame Botanik.
Ulrich Haage ist Gastgeber der Jubiläumsveranstaltung und des CactusPodcast. In dieser Folge führt er vom Podcast-Intro ins Gewächshaus, begrüßt die Gäste und gibt das Gespräch anschließend an Philipp weiter.
Die Zeitmarken passen zur veröffentlichten Audiofassung und eignen sich auch für die Shownotes sowie für die Beschreibung der Videoaufzeichnung auf YouTube.
Die Livesendung aus dem Gewächshaus bei Kakteen-Haage haben wir auch im Video festgehalten.
Kakteen für die Ohren
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Ulrich: Herzlich willkommen zum CactusPodcast, Folge 47. Heute etwas ganz Besonderes: die Aufzeichnung unserer Live-Sendung zum 100-jährigen Jubiläum des Kakteenvereins „Walther Haage“ Erfurt. Am 9. Mai 2026 haben wir im Gewächshaus bei uns in der Gärtnerei gefeiert – gemeinsam mit den befreundeten Kakteenfreunden aus Ústí nad Labem. Der Präsident der Deutschen Kakteen-Gesellschaft spricht ein Grußwort, und Philipp Heidel-Weizel moderiert anschließend die Gesprächsrunde. Er blickt mit uns in die Vergangenheit und führt das Ganze in die Zukunft.
Ulrich: Ein Verein lebt nicht von Protokollen oder Mitgliederlisten – auch wenn die Chronik ziemlich voll davon ist. Das Spannende ist das, was zwischen den Zeilen passiert: was Menschen erleben, was sie zusammenbringt und wie sie ihr Wissen und ihre Leidenschaft in eine Gemeinschaft hineintragen.
100 Jahre sind ein dickes Brett. Deshalb zuerst ein Dank an die Mitglieder, an mein Team, an Freunde, Gäste und Familie und an alle, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben. Die Chronik ist für mich dabei ein wichtiges Thema geworden. Wer eigene Erinnerungen oder Geschichten hat, darf sie gern ergänzen. Gudrun Kroll hat diese Chronik weitergeführt und hilft dabei, dass sie lebendig bleibt.
Till Hägele: Die Ortsgruppe Erfurt feiert ihr 100-jähriges Jubiläum. 1926 war sie bereits der elfte Kakteenverein in Deutschland. Das Interesse an Kakteen wuchs besonders im 19. Jahrhundert mit dem aufkommenden Bürgertum und der Begeisterung für exotische Pflanzen. Fachliteratur, Gärtnereien und Vereine sorgten dafür, dass Wissen weitergegeben wurde.
Heute ist diese Aufgabe nicht kleiner geworden: Wissen bewahren, Wissen weitergeben und Menschen für Kakteen und andere Sukkulenten begeistern. Und deshalb der Appell: Engagieren Sie sich für dieses Hobby und schauen Sie bei einem Kakteenverein vorbei.
Zum Abschluss überreicht die DKG Markus Münch die Ehrenurkunde zum Jubiläum.
Ulrich: Den Appell an die jungen Leute möchte ich um einen Appell an die ältere Generation ergänzen: „Macht die Türen auf für die Jungen.“ Schaut, welche Sprache sie sprechen, was sie interessiert und wo die Gemeinsamkeiten liegen. Die gibt es immer, wenn man will.
Damit geht es direkt zur jüngeren Generation: Philipp Heidel-Weizel hat früh mit Pflanzen angefangen und macht heute beruflich das, was einmal Hobby war – er arbeitet als Pflanzenzüchter.
Philipp: Beim Stichwort Kaktus denken viele zuerst an Dornen, an Pflanzen, die angeblich kein Wasser brauchen, oder an die Fensterbänke der Großeltern. Heute geht es aber nicht nur um Pflanzen. Es geht um Freundschaften, Leidenschaft, Wissenschaft, Reisen, Vereinsabende und mehrere Generationen. „Es soll heute einmal um die Menschen hinter dem Kaktus gehen.“
Philipp: Wenn es in Erfurt um Kakteen geht, kommt man am Namen Haage nicht vorbei. Hans-Friedrich, über deine Familie gibt es eine direkte Verbindung zur Gründungszeit. Wie muss man sich 1926 vorstellen?
Hans-Friedrich: Kakteen wurden Ende des 19. Jahrhunderts zu Modepflanzen. Zunächst konnten sich vor allem Fürstenhäuser und botanische Gärten solche Sammlungen leisten. Später wurden Kakteen für breitere Schichten erschwinglich. In Erfurt gab es mit Haage und Haage & Schmidt spezialisierte Betriebe. Friedrich Adolph Haage hatte den 1822 gegründeten Betrieb früh stark auf Kakteen ausgerichtet. Wer sich keine großen Pflanzen leisten konnte, kaufte Samen und zog selbst aus.
So war es logisch, dass sich Liebhaber zusammenschlossen, Erfahrungen austauschten und Vereine gründeten. Pfarrer Bertram war bei der Gründung in Erfurt eine treibende Kraft.
Hans-Friedrich: Aus der Anfangszeit ist eine besonders schöne Geschichte überliefert. Nach einem Vereinsabend hieß es, bei Haage blühe die Königin der Nacht. Also machten sich die Kakteenfreunde zu Fuß auf den Weg. Es gab kaum Beleuchtung und keine bequeme Verbindung hinaus zur Gärtnerei. Im Gänsemarsch ging es durch die Dunkelheit, um dieses kurze Blütenschauspiel gemeinsam zu erleben.
Philipp: Heute würde man wahrscheinlich ein Foto per WhatsApp schicken. Damals lief eine ganze Gruppe nachts los. Genau darin steckt schon sehr viel Vereinsgeschichte.
Philipp: Mit der NS-Zeit und dem Krieg kommt der Bruch. Wie ging es danach weiter?
Hans-Friedrich: Der Neubeginn war kein einzelner Moment. Walther Haage hielt viele Vorträge über Kakteen und begeisterte damit Menschen. In der DDR konnte man einen Verein aber nicht einfach frei gründen. Naturwissenschaftliche Gruppen fanden schließlich unter dem Dach des Kulturbundes ihren Platz. Walther Haage hatte als selbständiger Gärtner Vorbehalte gegenüber staatlichen Institutionen; deshalb brauchte es Zeit, bis eine neue Fachgruppe entstehen konnte. 1961 kam es schließlich zur Gründung der Fachgruppe Kakteen.
Philipp: Jetzt schauen wir auf die starke Zeit der 1970er und 80er Jahre. Mit Andreas Schill, Gudrun Kroll und Klaus-Dieter Lentzkow sitzen Menschen hier, die diese Jahrzehnte aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt haben.
Andreas: Wir haben große Ausstellungen aufgebaut, unter anderem auf der iga. Das war stundenlange Arbeit: Sand in die Halle, Pflanzen arrangieren, ganze Landschaften aufbauen. Und es gab enormes Interesse. Ich war damals noch sehr jung und wurde sogar von der Schule freigestellt, weil das als gesellschaftliche Arbeit anerkannt wurde. Über Pflanzenverkauf kamen für damalige Verhältnisse beachtliche Summen zusammen, die wieder an die beteiligten Mitglieder verteilt wurden.
Das Vereinsleben bestand aber nicht nur aus Ausstellungen: Monatsabende, Vorträge, Austausch, Pflanzen und Samen – und natürlich das gemeinsame Erleben.
Philipp: Ende der 1980er kommt ein harter Einschnitt. Die bisherigen Strukturen brechen weg, viele Fachgruppen lösen sich auf oder verlieren Mitglieder. Klaus-Dieter, du warst kurz nach der Wiedervereinigung eines der ersten ostdeutschen Vorstandsmitglieder in der DKG. Wie hast du diese Zeit erlebt?
Klaus-Dieter: Vieles brach tatsächlich zusammen. Menschen verloren ihre Arbeit, zogen weg oder hatten andere Sorgen. Die Liebhaberei rückte nach hinten. Von den vielen Tausend Mitgliedern, die zuvor in DDR-Fachgruppen organisiert waren, fand nur ein kleiner Teil unmittelbar den Weg in die DKG. Dazu kamen Missverständnisse zwischen Ost und West. Wir mussten erst lernen, wie die jeweiligen Strukturen funktionierten.
Gleichzeitig entstanden neue Möglichkeiten. Gruppen nahmen Kontakt auf, Reisen wurden möglich, und nach und nach entstand ein gemeinsames Netzwerk.
Gudrun: Nach der Wende ging meine frühere Ortsgruppe Gotha leider kaputt. Kontakte nach Erfurt gab es aber weiterhin. Irgendwann fragte mich jemand: Warum bist du eigentlich nicht Mitglied in Erfurt? Meine Antwort war: Weil mich noch keiner gefragt hat. Und schon hatte ich die Beitrittserklärung.
Philipp: Das ist eigentlich die schönste Erklärung: persönlicher Kontakt. Gudrun, du hast später die Chronik weitergeführt. Vieles ist heute moderner, aber die Grundidee ist dieselbe – Menschen müssen miteinander ins Gespräch kommen.
Philipp erinnert an eine Erklärung seiner Großmutter für die große Vereinsdichte zu DDR-Zeiten: Freizeit, Fernsehen und Kommunikation funktionierten anders. Vereine waren wichtige soziale Räume. Genau dieser persönliche Teil ist bis heute ein Argument, auch wenn heute das Internet dazukommt.
Nach der Wiedervereinigung knüpften die Erfurter schnell Kontakte zu westdeutschen Ortsgruppen. Helmut Bude stellte beispielsweise die Verbindung nach Kassel her. Besuche in Sammlungen, Reisen bis Heidelberg und gegenseitige Einladungen machten aus einzelnen Gruppen ein immer engeres Netzwerk.
Philipp: Genau das ist doch ein starkes Argument für Ortsgruppen: Dort gibt es Sammlungen zu sehen, Wissen zu hören und manchmal fällt auf dem Rückweg auch noch ein Steckling ab. Die DKG hat viele Ortsgruppen in ganz Deutschland – wahrscheinlich ist auch in der Nähe der Hörerinnen und Hörer eine.
Philipp: Jetzt sitzen Markus Münch aus der Erfurter Gruppe und Tim Oettel, Pflanzenenthusiast und Biologiestudent aus Göttingen, hier. Die Haarfarben ändern sich plötzlich ein wenig.
Markus: Ein heutiger Vereinsabend ist ziemlich locker. Keine feste Sitzordnung, kein Krawattenzwang. Wer kommt, ist willkommen. Oft sind schon die Minuten vor dem Vortrag besonders interessant: Da hört man Tricks und Erfahrungen, die jemand gerade ausprobiert hat – Veredelungen, Aussaaten oder ungewöhnliche Versuche.
Markus schätzt dabei besonders das Wissen der älteren Mitglieder. Fast bei jedem Treffen gebe es etwas, auf das er allein nicht gekommen wäre. Gudruns Idee, bei der nächsten Blüte der Königin der Nacht wieder als Gruppe ins Gewächshaus zu kommen, schließt dabei wunderbar den Kreis zur nächtlichen Wanderung von 1926.
Philipp: Tim, du bist mit dem Internet aufgewachsen. Warum ausgerechnet Pflanzen?
Tim: Gerade weil ich vorher wenig darüber wusste. Je mehr man über seine Umwelt und über Pflanzen lernt, desto spannender werden sie. Bei mir war ein Schlüsselmoment die Blüte einer Phalaenopsis. Meine Oma war im Orchideenverein. Irgendwann standen 21 Orchideen in meinem Zimmer und ich hatte die Mission, sie wieder zum Blühen zu bringen. Das war meine Einstiegsdroge für Pflanzen.
Markus: Bei mir fing es ebenfalls mit wenigen Zimmerpflanzen und Kakteen an. Als ich sie als Kind auf dem Dachboden überwinterte und im Frühjahr wieder nachsah, waren die Kakteen die einzigen, die überlebt hatten. Also habe ich mich weiter auf sie spezialisiert.
Philipp: Tim, du machst Kurzdokus über Pflanzen, Tiere und ihre Lebensräume. Was steckt dahinter?
Tim: Gemeinsam mit meinem Professor machen wir an der Universität ein Kurzvideoformat. In fünf bis maximal zehn Minuten nehmen wir uns ein biologisches Kuriosum vor. Weil es kurze Dokumentationen sind, heißt die Reihe Doc Shorts. Auf YouTube erreichen wir damit Studierende, aber auch Menschen außerhalb der Universität. Wichtig ist uns, niedrigschwellig zu erzählen und die eigene Begeisterung weiterzugeben.
Die Themen führen von Göttingen bis Costa Rica, Namibia, Kenia oder Sri Lanka. Pflanzen stehen dabei oft in Beziehung zu Tieren – etwa bei Bestäubung und Blütenökologie. Das Internet ist voller Inhalte und soziale Netzwerke wie Instagram sind voller Pflanzenbilder. Umso wichtiger ist es, Wissen spannend und verständlich zu erzählen.
Soziale Medien können Menschen mit einem Spezialinteresse überhaupt erst zusammenbringen. Über Pflanzen entstehen Kontakte zu Menschen in anderen Ländern, zu botanischen Gärten und zu Sammlern. Entscheidend wird es aber dort, wo aus dem digitalen Kontakt eine echte Begegnung entsteht.
Philipp: Genau so haben auch wir uns kennengelernt beziehungsweise wurden weiter miteinander vernetzt. Social Media ist ein Sprungbrett – aber es ersetzt nicht, jemandem wirklich in die Augen zu schauen.
Auf die Frage, warum man heute Mitglied einer Ortsgruppe werden sollte, landet Tim beim Engagement: Wer seine Begeisterung ausleben und weitergeben kann, kann damit auch andere anstecken und ein Thema wieder sichtbar machen.
Philipp: Markus, wenn heute jemand hier sitzt oder im Livestream zuschaut und noch nie in einer Ortsgruppe war – was erwartet ihn?
Markus: Kommt einfach vorbei. Es erwarten euch freundliche Menschen, ein interessanter Vortrag und eine bequeme Atmosphäre. Ihr könnt erst einmal ganz unverbindlich schauen. Und die Beitrittserklärungen liegen natürlich auch da.
Damit endet die eigentliche Gesprächsrunde mit einer großen Einladung nach Erfurt – und ebenso zu den anderen Ortsgruppen der DKG.
Aus Magdeburg kommen Glückwünsche „von einem Hundertjährigen zum anderen Hundertjährigen“. Und weil Vereinsleben eben nicht nur fachlicher Austausch, sondern auch viel Gemütlichkeit ist, gibt es gleich noch etwas für den nächsten gemeinsamen Grillabend dazu.
Zum Schluss kommen die tschechischen Freunde aus Ústí nad Labem zu Wort. Die Verbindung zwischen beiden Gruppen reicht bis in die frühen 1960er Jahre zurück und wurde über Jahrzehnte mit gegenseitigen Besuchen, Pflanzen, Samen, Literatur und persönlichen Freundschaften gepflegt.
Die Gäste erinnern an Namen der frühen Verbindung und daran, dass diese Freundschaft inzwischen älter ist als viele der Menschen, die sie heute weitertragen. Ihr Wunsch ist einfach: dass diese Zusammenarbeit weitergeht und der Erfurter Verein auch die nächsten 100 Jahre schafft.
Ulrich: Das ist ein schöner Abschluss: noch einmal die internationale Freundschaft sichtbar zu machen. Liebe Grüße in die Welt im Livestream und vielen Dank an dieses tolle Publikum. Es hat sehr viel Spaß gemacht. „Auf die nächsten 100 Jahre!“
100 Jahre Kakteenverein „Walther Haage“ Erfurt – live aus dem Gewächshaus
Der Beitrag CactusPodcast 047 – 100 Jahre Kakteenverein Erfurt: live aus dem Gewächshaus erschien zuerst auf Cactusblog.
4. Mai 2026 · CactusPodcast
Sechs Tage vor dem 100-jährigen Jubiläum des Kakteenvereins „Walther Haage“ Erfurt teste ich die Live-Sendung aus dem Gewächshaus – und erzähle, warum mich an dieser Feier nicht nur der Blick zurück interessiert. Es geht um Wurzeln, Menschen und die Frage, was ein Verein braucht, damit seine Geschichte auch in der nächsten Generation weitergeht.
von Ulrich Haage | CactusPodcast
Live-Test · Gewächshaus bei Kakteen-Haage · 4. Mai 2026
Die Idee zu dieser Episode kam ziemlich kurzfristig. Beim Treffen des Kakteenforums hatte Henry gefragt, wann endlich die nächste Folge des CactusPodcast kommt. Gleichzeitig mussten wir ausprobieren, ob eine Live-Sendung aus dem Gewächshaus technisch funktioniert. Also habe ich beides zusammengebracht: Mikrofon an, Kamera an – und los.
Am 9. Mai 2026 feierte der Kakteenverein „Walther Haage“ Erfurt sein 100-jähriges Bestehen. In dieser Vorschau erzähle ich, was wir für den Tag der offenen Tür geplant hatten und warum mich hinter der Chronik vor allem die Geschichten der Menschen interessierten.
„Ohne ein solides Wurzelwachstum geht es der Pflanze nicht gut – und das gilt ziemlich deutlich auch für uns Menschen.“
— Ulrich Haage
Aus dem angekündigten Podiumsgespräch wurde anschließend CP047 – 100 Jahre Kakteenverein Erfurt: live aus dem Gewächshaus. Dort erzählen mehrere Generationen selbst von Vereinsleben, DDR, Wende, Freundschaften und der Zukunft der Kakteenvereine.
Mehr über die Menschen im CactusPodcast
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So eine Ewigkeit schon wieder nichts gemacht – aber das stimmt natürlich nicht. Gemacht habe ich die ganze Zeit etwas, nur gab es keine neue Folge im CactusPodcast. Das holen wir jetzt schnell nach.
Heute auf eine andere Art: eine Sendung live aus dem Gewächshaus. Wenn du die Aufzeichnung sehen möchtest, findest du sie auf unserem YouTube-Kanal. Wir gehen jetzt einfach hinein in den Test.
Gut, wir sind live. Ganz schön aufregend.
Hi, ich bin Ulrich Haage. Herzlich willkommen im CactusPodcast – diesmal mit einer Live-Übertragung aus dem Gewächshaus. Heute habe ich noch eine zweite Mission: Das ist gleichzeitig der Teaser für eine Geschichte, die wir am 9. Mai geplant haben.
Der Kakteenverein „Walther Haage“ Erfurt feiert sein 100-jähriges Jubiläum. Wir haben beschlossen, daraus etwas Besonderes zu machen, und genau hier soll es passieren. Heute testen wir, ob das funktioniert.
Wir wollen darüber reden, wie es gelingen kann, dass Menschen sich über eine so lange Zeit und über mehrere Generationen mit einem Thema beschäftigen.
Am vergangenen Samstag war das Treffen des Kakteenforums. Henry hat mich gefragt: „Sag mal, wann kommt denn die nächste Folge im CactusPodcast?“
Ich war schon relativ lange nicht auf Sendung. Und dann kam der Gedanke: Wir nutzen diesen Test und erledigen das eine mit dem anderen. So ist diese kleine Ankündigung über den Kakteenverein entstanden.
100 Jahre Kakteenverein – das ist eine heftige Nummer. Für mich ist das nicht irgendein Termin. Ich bin froh über die vielen Menschen, die uns dabei unterstützen, diese Geschichte ein bisschen lauter und weiter zu erzählen.
Am 9. Mai werde ich hier natürlich nicht allein sitzen. Es wird eine Gesprächsrunde geben, die Menschen aus dem Kakteenverein und weit gereiste Gäste zusammenbringt. Ein Moderator wird sie löchern, damit sie erzählen, was sie in all den Jahrzehnten erlebt haben.
Ich durfte tief in die Chronik hineingucken. Dort stecken wunderbare Geschichten. Wir wollen aber keine Geschichtsstunde halten und auch nicht einfach aus der Chronik vorlesen. Uns interessiert, was dieser Verein in den vergangenen 100 Jahren für Menschen bedeutet hat und wie sie sich engagiert haben.
Wir spannen den Bogen aus den starken Zeiten der 1970er und 80er Jahre. Damals beschäftigten sich sehr viele Menschen mit Kakteen und steckten enorme Energie in ihre Vereine und Ausstellungen. Die Welt war dabei keineswegs nur so klein, wie man auf den ersten Blick denken könnte. Auch dazu werden wir eine Geschichte hören.
Mit der Wende waren Kakteen für viele Menschen plötzlich nicht mehr ganz so wichtig. Mich interessiert, wie der Verein und die ganze Kakteenwelt auf diesen Umbruch reagierten.
Der zentrale Punkt ist für mich aber: Wie geht die Geschichte weiter? Wie holen wir die nächste Generation mit ins Boot? Diese Frage möchte ich gemeinsam mit den Menschen im Gewächshaus und mit euch erobern.
Deshalb ist das heute nicht nur ein Testlauf. Erzählt es weiter und kommt nach Erfurt. Am Samstag, dem 9. Mai 2026, beginnt die Festveranstaltung um 14 Uhr im Gewächshaus bei Kakteen-Haage. Sie gehört zum Tag der offenen Tür, und dort ist ohnehin immer ziemlich Remmidemmi.
Wer nicht nach Erfurt kommen kann, kann digital dabei sein, mitfeiern und Fragen in den Live-Chat schicken.
Warum ist mir das wichtig? Als Gärtner liegt das Bild ziemlich nahe: Wurzeln – also unsere Ursprünge – sind elementar. Ohne ein solides Wurzelwachstum geht es der Pflanze nicht gut, und das gilt auch für uns Menschen.
Deswegen schaue ich gern in die Geschichte. Wir dürfen aber nicht nur rückwärts blicken. Wir müssen auch fragen, was daraus Neues entstehen kann und was uns weiterträgt.
Das beschäftigt mich bei Kakteen-Haage und ganz persönlich. In dieser Episode ist es noch nicht das eigentliche Thema, aber im CactusPodcast werden wir darauf zurückkommen.
Nein, so schnell schießen die Preußen hier auch nicht. Mir galoppiert bei dieser Aufnahme die Zeit davon – deshalb noch eine Fehlerkorrektur: Natürlich ist der 9. April bereits vorbei. Wir reden vom 9. Mai 2026. Das ist ein Samstag, und um 14 Uhr beginnt die Festveranstaltung.
Wir erwarten den Präsidenten der Deutschen Kakteen-Gesellschaft und eine ganze Reihe weiterer Gäste, die zum Teil ziemlich weit gereist sind.
Wenn du die Menschen aus dem Erfurter Kakteenverein kennenlernen und dich mit ihnen über Kakteen austauschen möchtest, kommst du einfach zum Tag der offenen Tür. Dort ist die ganze Truppe versammelt.
Dieser Verein ist für mich nicht nur besonders, weil er 1926 gegründet wurde. Er trägt auch den Namen meines Großvaters Walther Haage. Darauf bin ich schon ein kleines bisschen stolz.
Natürlich gibt es bei Kakteen-Haage sehr viele Kakteen und andere Sukkulenten zu sehen – auf rund 1.500 Quadratmetern Verkaufsfläche und bei Führungen auch hinter den Kulissen. Anfang Mai stehen außerdem viele Pflanzen in Blüte.
Nach fünf Jahren planten wir eine Neuauflage von Lottes Kinderführung. Diesmal nicht digital wie im ersten Corona-Jahr, sondern wieder richtig in echt. Lotte ist inzwischen nicht mehr die Kleine aus dem Film, sondern schon groß – und sie kennt sich noch besser mit Kakteen aus.
Mit unserem Pflanzentöpfer Ragnvald Leonhardt aus Jena war ein Workshop geplant. Gemeinsam wollten wir der Frage auf den Grund gehen, wie wichtig das Gefäß für eine Pflanze ist und wie wir beides zusammenbringen.
Ragnvald macht richtig tolle Gefäße. Ich wollte durch die Gärtnerei stiefeln und zu seinen Töpfen die passenden Pflanzen suchen – also die Frage einmal umdrehen.
Zu essen sollte es natürlich Kaktusbratwurst und andere Sachen vom Grill geben. Das Cactus Café war mit frischem Kuchen und Kaffee dabei, nebenan mexikanische Quesadillas und – wenn alles gut lief – frische Limonaden.
Im Gewächshaus sollte wieder die Kaktusgartenbahn durch die Canyons rattern. Darum kümmert sich Andreas Schill, der sowohl bei den Kakteenfreunden als auch bei den Gartenbahnfreunden zu Hause ist.
Unsere Pflanzendoktorin wollte einen scharfen Blick auf mitgebrachte Sorgenpflanzen werfen. Der Kakteenverein plante Aktionen für Kinder und ein Kaktus-Quiz, bei dem es nach der Feierstunde auch etwas zu gewinnen gab.
Wenn du Fragen hast, bring sie mit oder schick eine Mail an [email protected].
Sonnige Grüße aus der Blumenstadt – and may the Force be with you. Heute ist nämlich der vierte Mai.
Das war Episode 46 im CactusPodcast. Bye-bye, ich bin raus. Ciao und bleibt gesund!
Der Test hat funktioniert. Am 9. Mai 2026 kamen beim Tag der offenen Tür Besucherinnen und Besucher, Mitglieder und Gäste mehrerer Generationen im Gewächshaus zusammen. Auch unsere seit Jahrzehnten befreundeten Kakteenfreunde aus Ústí nad Labem waren mit ihrem Vorsitzenden angereist.
Die vollständige Podiumsrunde findest du als CactusPodcast 047 – live aus dem Gewächshaus. Die aktuelle Videoaufzeichnung findest du auf YouTube.
Darüber habe ich in dieser Folge erzählt – mit ein paar Links zum Weitergucken, Weiterlesen und Weiterhören:
Der Beitrag CactusPodcast 046 – 100 Jahre Kakteenverein Erfurt: Vorschau & Einladung zum Jubiläum erschien zuerst auf Cactusblog.
4. Dezember 2024 · CactusPodcast
Gärtnerweihnacht 2026: Inzwischen gibt es den Weihnachtsmarkt auf Gärtnerart wieder: Freitag, 11. Dezember, 14–20 Uhr, und Samstag, 12. Dezember, 11–20 Uhr bei Kakteen-Haage, Blumenstraße 68 in Erfurt. Alle Informationen zur Gärtnerweihnacht 2026, das Programm und die Gärtner & Partner findet ihr auf der Veranstaltungswebsite.
Was geschieht, wenn Gärtner nicht nur Weihnachten feiern, sondern ihren eigenen Weihnachtsmarkt erfinden?
Kurz vor der ersten Thüringer Gärtnerweihnacht sitzen Dirk Büttner und ich im warmen Studio, draußen stehen bereits die ersten Hütten auf dem Hof. Wir erzählen, wie aus einer Idee des Deutschen Gartenbaumuseums und des Landesverbands Gartenbau Thüringen ein gemeinsames Fest wurde – mit Thüringer Gärtnern, regionalen Produkten, Glühwein, Gärtnerpunsch, Adventsgestecken und einer bemerkenswerten Menge Vorfreude.
Diese Episode ist zugleich die erste gemeinsame Folge von CactusPodcast und blattgold.fm, dem deutschen Gärtner-Podcast mit Reicharts Erben. Dirk und ich entwickeln die Gärtnerweihnacht beim Reden noch ein Stück weiter – inklusive grünem Glühwein, Kaktusburger und einer Gulaschkanone, die gar keine Kanone ist.
von Ulrich Haage und Dirk Büttner | CactusPodcast – CactusEvents
CactusEvents · Rückblick
Wir haben diese Folge im Dezember 2024 wenige Tage vor der Premiere aufgenommen. Damals war noch vieles im Werden: Hütten wurden aufgestellt, Kolleginnen und Kollegen brachten Grün, Produkte und Ideen mit, und manche Programmpunkte entstanden hörbar erst während unseres Gesprächs.
Die erste Thüringer Gärtnerweihnacht fand am 13. und 14. Dezember 2024 bei Kakteen-Haage statt. Es blieb nicht bei diesem Versuch: 2025 folgte die zweite Ausgabe. Die jeweils dokumentierte Entwicklung des Projekts findest du auf gaertnerweihnacht.de.
Damit ist diese Folge heute mehr als eine Einladung zu einem vergangenen Termin. Sie hält den Moment fest, in dem aus Zusammenarbeit, ein paar Spargelverkaufshäuschen und ziemlich viel Begeisterung ein neuer Weihnachtsmarkt auf Gärtnerart entstand.
Diese Episode ist kein klassisches Interview. Dirk und ich wechseln ständig die Rollen: mal fragt einer, mal ergänzt der andere, und zwischendurch bauen wir beim Reden schon am nächsten Programmpunkt.
Dirk Büttner ist der kommunikative Nicht-Gärtner im Team von blattgold.fm. Er verantwortet das Projekt redaktionell und begleitet mit mir und Patricia Pöpel seit 2023 Themen, Menschen und Debatten im professionellen Gartenbau. In dieser Folge spielt Dirk zunächst den ahnungslosen Besucher, der über die plötzlich aufgetauchten Hütten staunt – obwohl er natürlich längst Mittäter der Gärtnerweihnacht ist.
Ulrich Haage ist Kaktusgärtner, Gastgeber des CactusPodcast und Präsident des Landesverbands Gartenbau Thüringen. In Folge 042 erzählt er, warum ihn ein Weihnachtsmarkt auf Gärtnerart sofort angezündet hat, was die Kolleginnen und Kollegen gemeinsam auf die Beine stellen – und welche kulinarischen Ideen besser noch ein wenig Versuchsküche vertragen.
Die Zeitmarken passen zur veröffentlichten Audiofassung.
Kakteen für die Ohren
Einmal folgen – und neue Episoden erscheinen automatisch in deiner Podcast-App.
Weitere Möglichkeiten: Pocket Casts · Deezer · RSS-Feed
Noch neu bei Podcasts? So funktioniert das Abonnieren.
Ulrich: Hey, ich bin Ulrich Haage – und das ist, ja, jetzt wird es schon schwierig. Nein: Das ist der CactusPodcast. Wir sind mit einer neuen Folge dabei und heute bin ich nicht allein.
Dirk: Genau, hier ist Dirk Büttner.
Ulrich: Dirk ist der Schlüssel für ganz viele Dinge. Wir haben ein gemeinsames Podcastprojekt und schon lange daran getüftelt, wie wir unsere beiden Projekte einmal zusammenschmeißen. Das zweite ist blattgold.fm, der deutsche Gärtner-Podcast mit Reicharts Erben.
Dirk: Wir machen zwar kein Carsharing und kein Jobsharing, aber ein bisschen Studiosharing. Wenn es darauf ankommt, sind wir meistens beide bei blattgold.fm zu hören.
Dirk: Ich kam vorhin auf die Cactusfarm und habe gestaunt. Eigentlich kehrt um diese Zeit Ruhe ein, die Kakteen legen sich schlafen – und plötzlich sind hier ein paar Hütten aus dem Boden gewachsen. Was hast du schon wieder vor?
Ulrich: Dirk tut jetzt ganz ordentlich so, als hätte er keine Ahnung. Das kann er gut. Er ist natürlich Mittäter. Auf dem Hof laufen die Vorbereitungen für die erste Thüringer Gärtnerweihnacht. Vielleicht sogar die erste deutsche – aber ganz so groß wollen wir es nicht machen.
Dirk: Unabhängige Recherchen haben ergeben: Wir sind nicht die Allerersten. Das tut der Sache keinen Abbruch. Die erste Thüringer Gärtnerweihnacht mit ganz vielen Thüringer Gärtnern findet jedenfalls hier auf der Cactusfarm statt.
Ulrich: Ich habe auf die etablierten Weihnachtsmärkte geschaut und oft gedacht: Das würde ich auch gern einmal machen – aber ein kleines bisschen anders. Im Team musste ich keine große Überzeugungskiste auspacken. Besonders die Kolleginnen waren sofort Feuer und Flamme: Dann schmücken wir, hängen Lichterketten auf und machen den Hof weihnachtlich.
Das Charmante ist: Wir können selbst entscheiden, was wir anbieten. Wir können Dinge ausprobieren, die zu uns und zu den Gärtnern passen.
Ulrich: Die Idee stammt eigentlich aus einer Kooperation zwischen dem Deutschen Gartenbaumuseum und dem Landesverband Gartenbau Thüringen. Dirk und ich sitzen hier und erzählen darüber, obwohl weder Joachim Lissner noch Ulrike Richter im Studio sind.
Dirk: Wann ist es so weit?
Ulrich: Am 13. und 14. Dezember 2024, Freitag und Samstag am dritten Advent. Für mich ist das genau der Moment, in dem man einen Weihnachtsmarkt wirklich genießen und sich auf Weihnachten einstimmen kann.
Ulrich: Zum ersten Mal werden bei uns auf der Cactusfarm Weihnachtsbäume verkauft. Der Thüringer Tannenhof ist dabei. Dazu kommt Fahner Obst mit Glühwein und weiteren Getränken.
Dirk: Roten, weißen und rosé Glühwein kennt man. Grüner Glühwein wäre doch noch eine Anregung.
Ulrich: Wir machen etwas Eigenes: Gärtnerpunsch. Warum soll der nicht grün werden? Das ist genau der Punkt – wir können selbst gestalten. Vor ungefähr zehn Jahren haben wir sogar schon einmal einen Kaktusglühwein entwickelt. Den können wir heute nicht mehr genauso bauen, aber uns fällt bestimmt etwas Neues ein.
Ulrich: In der Vorbereitung war von einer Gulaschkanone die Rede. Ich sah schon das Ofenrohr und die Räder vor mir und fragte mich, wie Pascal Klenart, der Staudengärtner aus Erfurt, das Ding hierherbekommt. Dann sagte er: Meine Gulaschkanone ist tragbar. Es gibt also keine fahrbare Kanone, dafür aber frischen Wildgulasch aus dem Erfurter Steigerwald.
Natürlich grillen wir auch Kaktusbratwurst. Und ich tüftle noch daran, ob wir einen veganen Burger aus Kaktusfleisch hinbekommen. Das ist noch im Werden – und ich habe Respekt davor, so etwas in größerer Menge zu bauen.
Für die süße Strecke backt meine Tochter Maria. Am Samstag soll unser familiäres Makronenbattle öffentlich werden: Kokosmakronen, zwei Lager und eine Jury, die man wahrscheinlich schon vorher mit Probemodellen zu beeinflussen versucht.
Dirk: Die Gärtnerweihnacht ist kein rein familiäres Projekt. Was macht das Deutsche Gartenbaumuseum auf der Cactusfarm?
Ulrich: Ganz praktische Dinge: Die Floristinnen zeigen, wie adventliche und weihnachtliche Gestecke entstehen. Man darf mitmachen und ihnen über die Schulter schauen. Unsere Nachbarn von der Kräutergärtnerei Valeriana sind ebenfalls dabei. Dort geht es unter anderem um selbst gemachtes Räucherwerk; für das Seminar muss man sich vorher anmelden.
Dirk: Ein Weihnachtsmarkt ist nicht nur zum Essen, Trinken und Schauen da. Man möchte auch etwas mit nach Hause nehmen. Welche Gärtner kommen noch?
Ulrich: Christoph Seever aus Dornheim bringt selbst gepresste heimische Öle mit. Antje Kochlett vom Rosenhof Holzhausen kommt mit Rosenprodukten – von Seifen und Düften bis zu Bonbons. Rose Saatzucht hat Aromen, Hydrolate und weitere Erzeugnisse aus Demeter-Anbau dabei.
Der Interessenverband Thüringer Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen bringt eine Teeverkostung mit. Wer das auf der Bundesgartenschau 2021 erlebt hat, weiß, wie überraschend solche Thüringer Kräutertees sein können.
Dirk: Wo ein Märchenerzähler ist, sind die Kinder nicht weit.
Ulrich: Es gibt Musik, Weihnachtslieder und ein richtiges Bühnenprogramm. Kulinarisch kommen außerdem die Erfurter Brunnenkressesuppe von Ralf Fischer, Weihnachtsstollen – in Erfurt natürlich Schittchen – Waffeln, Plätzchen, Tee und die sogenannte Alpakaspucke von den Alpakas von der Fahner Höhe dazu. Bei Letzterer wissen wir selbst noch nicht ganz genau, was uns erwartet. Sie soll aber lecker sein.
Ulrich: Das Charmante an der Idee ist, dass die Gärtnerkollegen gesagt haben: Wir schmeißen uns zusammen. Selbst Betriebe, die nicht persönlich dabei sein können, stellen Tannengrün, Material und Unterstützung bereit. Ein Kollege leiht uns seine Spargelverkaufshäuschen – deshalb stehen hier jetzt kleine Weihnachtsspargelbüdchen.
Unterstützung kommt auch von der Klassik Stiftung und vom Garten- und Friedhofsamt. Dreh- und Angelpunkt sind der Landesverband Gartenbau Thüringen und das Deutsche Gartenbaumuseum. Da ist ein großer Berg Hilfe zusammengekommen.
Dirk: Wir freuen uns auf Freitag, den 13., und Samstag, den 14. Dezember 2024 – das Wochenende zum dritten Advent. Vor allem freuen wir uns auf viele Besucher, die mit uns anstoßen und einen oder zwei schöne Nachmittage und Abende auf der Cactusfarm verbringen möchten: diesmal nicht mit Sommerfestgefühl, sondern mit Winter-, Weihnachts- und Adventsgefühl.
Ulrich: Mehr Informationen gibt es auf gaertnerweihnacht.de und bei den beteiligten Partnern. Und ganz wichtig: Am Freitag geht es um 14 Uhr los, am Samstag um 11 Uhr.
Ulrich: Das war eine ziemlich coole Kooperation. Dies hier ist der CactusPodcast – und ich freue mich, wenn ihr auch zu unserem zweiten Projekt rüberwechselt: zu blattgold.fm, dem deutschen Gärtner-Podcast mit Reicharts Erben.
Dirk: Was wir völlig vergessen haben: Haben wir euch eigentlich eingeladen?
Ulrich: Wir freuen uns riesig, wenn ihr uns zur Gärtnerweihnacht auf der Cactusfarm bei Kakteen-Haage besucht. Bis dann!
Gärtnerweihnacht – der Weihnachtsmarkt auf Gärtnerart
Der Beitrag CactusPodcast 042 – CactusEvents: Gärtnerweihnacht – der Weihnachtsmarkt auf Gärtnerart erschien zuerst auf Cactusblog.
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