CactusPodcast - mit News und Facts von Kaktusgärtner Ulrich Haage

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CactusPodcast - mit News und Facts von Kaktusgärtner Ulrich Haage episodes

  • CactusPodcast 039 – Kakteengeschichte: Jubiläum – Bodo Ramelow und Goethe
    200 Jahre Kakteen-Haage – Jubiläum Teil 2​ – Episode 039
    Goethe, Kaktus und Bodo Ramelow
    Hey, ich bin Ulrich Haage, ich bin Kaktusgärtner und bin ziemlich aufgeregt wegen der heutigen Episode – aber das halte ich noch eine Weile aus.
    Wir machen heute zweierlei – wir machen Geräusche:
    erstens: / Dornengeräusche
    zweitens: / Autogeräusche
    Nachtrag zur Königin der Nacht aus Episode 038
    Eine Geschichte aus dem Botanischen Garten Dresden

    Vor den Geräuschen gibt es noch einen Nachtrag zur letzten Episode: die Geschichte vom letzten sächsischen Kaiser und der Königin der Nacht:

    Ich war vor einigen Wochen in Dresden. Dort wurde im Botanischen Garten eine zauberhafte Geschichte zur Königin der Nacht erzählt – und die erzählt euch heute kein anderer als René Burkhardt, der mich heute im CactusPodcastStudio besucht:

    In den 1960er Jahren kündigten im Sommer die Zeitungen die zu erwartende Blüte der Königin der Nacht an. Am Abend versammelten sich Tausende Besucher vor dem Botanischen Garten, weit mehr, als ins Gewächshaus passen würden.

    Um der Situation überhaupt wieder Herr zu werden wurde die Polizei gerufen, die dann „den Verkehr im Garten regelte“. So konnten alle Besucher die seltenen Blüten bewundern.

    Und damit herzlich willkommen im CactusPodcast bei Teil zwei der Serie zum Thema 200 Jahre Kakteen-Haage.

    Am liebsten würde ich jetzt stoppen und schauen, ob du da draußen tatsächlich heraushören konntest, was sich hinter den Aufnahmen verbirgt – denn das ist ja nicht so einfach, diese Sounds einzufangen.
    Aber – die Zeit haben wir nicht, deswegen löse ich das erste Geräusch gleich auf.
    Gleich.

    CactusPodcast - 03 Kakteengeschichte - Jubiläum - Goethe, Kaktus und Bodo Ramelow

    von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichte

    https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2023/04/cactuspodcast-039-kakteengeschichte-jubilaeum-goethe-kaktus-und-bodo-ramelow.mp3
    Der Großvater – fast 200 Jahre dabei

    Vorher steigen wir aber erstmal ein: uns erwartet heute eine ziemliche Promi-Dichte.
    Wir beginnen gleich mal mit dem ältesten noch lebenden Promi: >>ping
    DAS ist der GROSSVATER
    Damit ist nicht mein Großvater gemeint, also nicht Walther Haage.
    Und auch nicht dieser hier:
    >> Fagott
    Das ist der Fagott-Großvater aus Peter und der Wolf.
    DER GROSSVATER ist unser alter schöner Echinocactus grusonii, vielleicht ist er dir ja schon mal in oder vor unserem Gewächshaus begegnet.
    Und wenn nicht – auf www.cactuspodcast.de/39 findest du mindestens ein Foto von ihm. Da kannst du ihn in seiner ganzen Pracht anschauen – sogar mit Schärpe!

    Warum Schärpe?

    Na weil Jubiläum!
    Kakteen-Haage feiert 2022 Jubiläum 200 Jahre – und dieser Echinocactus grusonii – heute korrekt übrigens Kroenleinia grusonii – gehört zu dem wenigen, das uns schon über die Jahrhunderte begleitet. Konkret: diese Pflanze ist zum Beispiel schon länger da, als beispielsweise unser altehrwürdiges Geschäftshaus. Das steht erst seit den 1890er Jahren. Und 1890 – damals war die Gärtnerei auch noch am anderen Ende der Stadt – im späteren Neu-Daberstedt angesiedelt.
    Wir gehen aber noch weiter zurück in der Geschichte – in die 1820/30er Jahre und wir wechseln auch noch mal den Standort. Zu der Zeit befindet sich die Gärtnerei in der Schmidtstedter Straße – unweit des heutigen Erfurter Hauptbahnhofes.
    Wir haben eine recht gute Dokumentation, die zeigt, dass diese Pflanze unsere Gärtnerei schon seit sehr langer Zeit begleitet. Neben dem Foto mit der Schärpe gibt es Fotos, auf denen ich als Kind mit diesem grusonii zu sehen bin, mit meinem Vater in jungen Jahren und auch mit meinem Großvater, mit dem Großvater sozusagen. In welchem Jahr die Pflanze aber nun ganz genau zu uns gekommen ist – das kann ich nicht mit Gewissheit sagen – aber dazu gibt es gleich von meinem prominenten Gast eine spannende Erklärung. Der muß aber erst noch ankommen.

    Cactus Sounds und Geräusche raten

    Echinocactus grusonii – ich bleibe erstmal bei diesem Namen – zählt ohne Zweifel zu den bekanntesten Kakteen überhaupt. Da mag man denken – darüber ist längst alles Spannende erzählt. Bei der Vorbereitung sind mir so viele Aspekte in die Finger gekommen, dass ich mich entschieden habe: dafür gibt es eine eigene Episode. Wenn du sofort mehr wissen möchtest: der Wikipedia-Artikel ist schon extrem informativ.
    Die Deutsche Kakteengesellschaft hat die Pflanze 2008 zum Kaktus des Jahres gewählt – eben auch weil sie so bekannt ist.
    Die kleine Kaktusmusik, die du in der Episode hören kannst, hat übrigens mein Spontangast Rene Burkhardt eigenhändig auf den Dornen des Großvaters gespielt.
    Limousinen-Sound

    Hier kommt das zweite Geräusch: Reifen einer Limousine auf Schotter.

    Ich hab extra nachgeschaut: meine betagte Daimler B-Klasse ist auch eine Limousine. Und da du die Farbe ohnehin nicht zweifelsfrei raushören konntest, kannst du dir anhand des Abrollgeräusches vermutlich auch beim Hersteller nicht ganz sicher sein, was wir aufgenommen haben. Zum Jubiläum im September 2022 rollten jedenfalls zwei BMW 750 ld xdrive gecleant, mit Blaulicht, Sonderschutz (im Volksmund sagt man gepanzert) und ohne Standarte – und so ein Bolide kommt mit 6 Litern Diesel über die Runden.

    Weil ich mich so mit den Autos beschäftigt habe: Bodo Ramelow fährt aber nicht nur den sparsamen 6-Liter-BMW-Boliden. Bei der Recherche zu dieser Episode habe ich ein Video aus seinem ersten Jahr als Thüringer Ministerpräsident gefunden, da ist er als Egon Olsen im Volvo von Erich Honecker unterwegs.
    Ramelow im Honecker-Volvo – in der Autobild-Zeitung
    … und der ganze Bodo – Egon Olsen Spot als Filmchen auf Facebook

    Worüber ich mich etwas gewundert habe: es gibt fast keine Fotos von diesen Dienstfahrzeugen. Ich habe aber in meinem Fundus ein paar Bilder gefunden. 

    … so Sorry für so viel Aufmerksamkeit für schnöde Autos – aber es hat einfach Spaß gemacht, all diese Details noch herauszufinden …

    und wie steht es denn mit Bodo Ramelow und den Kakteen?

    Bodo Ramelow ist im Februar 1956 in Osterholz-Scharmbeck geboren und aufgewachsen. Und hier gibt es eine – weit entfernte  – Verbindung zu den Kakteen: In Osterholz-Scharmbeck war auch Kurt Petersen zu Hause. Er war der 13. Präsident der Deutschen Kakteengesellschaft und ein hervorragender Epi-Kenner. Kurt Petersen war Initiator der EPIG (Interessengemeinschaft Epiphytische Kakteen – www.epig.org ) 

    Mit den Kakteen – sagt Bodo Ramelow über sich selbst, hat er kein glückliches Händchen – das überlasse er lieber den Kakteengärtnern.

    Das ist uns ganz recht! 

     

    200 Jahre und Ramelow – ist das normal?

    Wenn ich das hier so locker erzähle und es vielleicht so rüberkommt, als würde ich sowas alle Tage machen können – der Schein trügt.
    Über die zweihundert Jahre hab ich in der letzten Episode schon erzählt.

    Und ja, wir haben in 200 Jahren einige Gäste bei uns begrüßen dürfen. Und wir haben uns auf den Tag und die Gäste vorbereitet. Trotzdem war ich aufgeregt. Aber es gab einen, der war das nicht – und diese kleine Geschichte möchte ich gern vor dem Vergessen bewahren.
    Das kam so:
    Der MP kam vom Parkplatz und ich begrüßte ihn „am Großvater“. Mein Vater, Hans-Friedrich Haage war derweil neben uns ins Gespräch vertieft und hatte unseren Gast nicht gleich mitbekommen. Und da sein Personengedächtnis nur wenig besser ist als meines, habe ich versucht, ihm bei der Vorstellung eine Brücke zu schlagen.
    Ich also:
    „Mein Vater.“ >
    „Unser Landesvater.“ <
    Offensichtlich durchschauten beide mein Ansinnen, es gab jedenfalls ein schallendes Gelächter.
    Und meine Schwester hat den Moment für unser Gästebuch festgehalten.

    Und was erzählt er denn nun?

    Bodo Ramelow spricht über die Begegnung zwischen Friedrich Adolph Haage, dem Großherzog Ernst August von Sachsen Weimar, dem Freiherr Johann Wolfgang von Goethe und der Verbindung zu seinen eigenen Vorfahren, der Familie Fresenius.
    Er spricht von Höhen und Tiefen, von der Bundesgartenschau und von dem, was Gärtner durch alle Zeiten hindurch geschaffen haben und heute noch bewegen.

    Ich muss das nicht verbergen: Ich schätze unseren Ministerpräsidenten sehr, nicht wegen seiner lobenden Worte für uns – und es ist auch keine parteipolitische Ansicht.
    Ich schätze Menschen, die weiter blicken wollen, die aufrecht sind, die Fehler machen können und die auch eingestehen können.
    Das ist bei Wolfgang Tiefensee oder bei Bernhard Vogel so, ich denke an Hans-Dietrich Genscher oder Helmut Kohl. Und das ist bei ganz „normalen Menschen“ auch so und ich bin froh, viele solcher „normaler Menschen“ zu meinen Freunden zählen zu dürfen.
    Das Bild des Großherzogs, der sich die Jacke auszieht und dem Gärtner zugesellt, daran habe ich mich erinnert, als ich mit eben diesem Bodo Ramelow im letzten Sommer im Harz in der Nähe vom Dreiherrenstein auf einer Borkenkäferfläche Bäume aufgepflanzt habe. Der Fototermin war vorüber, die Kameras eingepackt und die offiziellen Reden gehalten und wir haben zu zweit Bäume gesetzt und dabei geschwitzt – schweigend und ohne Jacke. Das muß ein MP nicht machen.
    Aber er kann es tun. Und diese Nahbarkeit – das hat mich bei der Geste von Ernst August auch beeindruckt.
    Die da oben – sind auch Menschen.
    Der Job ist ein anderer und ich beneide sie nicht darum.

    Auf bald – und bleib happy!

     
    Und was kommt als nächstes?
    Das war der zweite Teil zum Kakteen-Haage-Jubiläum, diesmal mit Ministerpräsident Bodo Ramelow und Rene Burkhardt als Gast im Studio.
    In der Episode 40 wird es explosiv mit einem weiteren Kaktus und einem Gast. Ich bekomme eine Mütze – und du darfst auf die Geschichte echt gespannt sein!
     
    Und wenn du jetzt Fragen hast – oder vielleicht deine eigene Kakteengeschichte erzählen möchtest – melde dich einfach.
    • Schick mir eine Mail an [email protected] oder
    • schreib mir in unserer Facebook-Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
      Wenn du mehr wissen willst – du findest die Shownotes, Fotos und viel mehr ganz einfach unter www.cactuspodcast.de/038
      Bis zur nächsten Episode – wo wir weiter in der Geschichte schauen.
      Bleib gesund und mach’s gut!
      Shownotes:

      Darüber habe ich erzählt:

      • Echinocactus grusonii – heute – https://de.wikipedia.org/wiki/Kroenleinia_grusonii
      • EPIG – Interessengemeinschaft Epiphytische Kakteen – https://epig.org/ueber-die-epig/
      • Deutsche Kakteengesellschaft – https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kakteen-Gesellschaft
      • Thüringer Staatskanzlei über den Besuch von Bodo Ramelow bei Kakteen-Haage – https://www.staatskanzlei-thueringen.de/medienservice/veranstaltungsberichte/detailseite/default-03e2b3e90f
      • Ramelow im Volvo – https://www.autobild.de/klassik/artikel/volvo-264-te-kurioses-video-mit-sed-karosse-14708023.html
      • und das Egon Olsen Volvo-Video dazu – https://www.facebook.com/watch/?v=337172750270030
      • Deutsches Gartenbaumuseum – https://www.gartenbaumuseum.de/
         
        Stay tuned! 
        Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
        Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
         
        Wie gefällt dir diese Episode?

        Ich freue mich auf dein Feedback.

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          … und hier kannst du das Video der Episode direkt anschauen …

          Der Beitrag CactusPodcast 039 – Kakteengeschichte: Jubiläum – Bodo Ramelow und Goethe erschien zuerst auf Cactusblog.

          20 min
        • CactusPodcast – 038 Kakteengeschichte – Jubiläum – Haage am Sächsischen Hof
          200 Jahre Kakteen-Haage – Jubiläum Teil 1​ – Episode 038
          Seid Ihr wirklich die älteste Kakteengärtnerei der Welt?
          „Seid ihr wirklich die älteste Kakteengärtnerei der Welt?“
          Das ist eine der häufigsten Frage, die ich beantworte.
          Es geht heute um 200 Jahre Kakteengeschichte – nämlich die von Kakteen-Haage.
          Wie und warum – und was nicht, das gibt’s heute und in den nächsten Episoden im CactusPodcast.
          Wie lassen sich 200 Jahre Kakteen-Geschichte erzählen?
          … mit viel Respekt!

          Wir starten heute eine Serie mit einem Blick in die Geschichte von Kakteen-Haage – und zum Teil ist das ja auch die Geschichte der Kakteen – mehr als mir das im Alltag bewusst ist.
          Ganz ehrlich – genau davor habe ich einen ziemlichen Respekt, denn ich hatte keine Ahnung, wie ich das in eine Episode gepresst bekomme – deswegen wird es jetzt eine kleine Serie. Klar, auch die kann keine 200 Jahre abbilden, aber so bekommst du entspannt ein Gefühl für ein paar Dinge, die in den letzten zwei Jahrhunderten in der Kakteenwelt passiert sind.

          Mein ganz persönliches:

          Ich sitze allein mit mir und ein paar tausend Kakteen im Gewächshaus und versuche endlich die nächste Episode auf den Weg zu bringen – und es fällt mir nicht so leicht. Und DAS ist mir in letzten zwei Jahren häufiger passiert, als es mir lieb ist – und es gefällt mir nicht. Es ist ein bisschen wie meine Versprechen nicht halten und das ist blöd.
          Mein Plan, die Episode 38 rechtzeitig den Weihnachtskakteen zu widmen, ist nicht aufgegangen. Auch die angekündigte Folge 39 ist noch nicht vorbereitet. Es gibt für dieses und für jenes auch plausible Gründe – allein, ich tue mich schwer, das einfach so hinzunehmen. Sowohl Schlumbergera und vielleicht auch die Hintergrundgeschichten aus dem ZDF Fernsehgarten kommen halt eben später. Sorry dafür! Mal wieder alles etwas anders.

          Jump

          Aber jetzt – wir springen jetzt zurück in der Geschichte. Erstmal nur ein paar Wochen – in den warmen Spätsommer 2022:

          CactusPodcast - 038 Kakteengeschichte - Jubiläum - Haage am Sächsischen Hof

          von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichten

          https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2023/01/cactuspodcast-038-kakteengeschichte-jubilaeum-haage-am-saechsischen-hof.mp3
          200 Jahre Kakteen-Haage
          Wir haben am 24. September 2022 gefeiert.
          Es war viel weniger pompös als mancher erwartet hat – und zugleich viel größer und schöner, als ich dachte.
          Der 24. September war ein ganz normaler Samstag – und trotzdem waren wir alle ziemlich aufgescheucht.
          Wir haben uns lange im Vorfeld Gedanken gemacht, wie wir die Feier begehen werden, Ideen haben wir schon Jahre vorher gesammelt – und wie es so ist – dann war es 2021, Corona und in Erfurt verwandelte sich. Es war BUGA in Erfurt – Bundesgartenschau und wir Gärtner hatte mehr als alle Hände voll zu tun. Und plötzlich war schon das Jubiläumsjahr angebrochen – und wir hatten immer noch zu tun.
          In unserer Familie kursiert ein Spruch, „Es ist traurig, sich allein zu freuen. Freu dich mit mir!“ Ich hab eben erst gelernt, dass dieser Text von Lessing stammt. Jedenfalls haben wir uns Gäste eingeladen, damit wir nicht allein feiern müssen.
          Unsere Gäste waren Wegbegleiter aus nah und fern. Ziemlich aufwändig war es, die Kollegen aus früheren Jahren zu kontaktieren – da sollte man doch in Zeiten von Social Media denken, wir sind alle vernetzt – Pustekuchen! Das war in manchen Fällen eine ziemliche Sucherei – und da bin ich froh, dass meine Mutter immer noch ihr altes Adressbuch führt! Ein echter Schatz!
          Aus der langen Gästeliste haben wir neun Redner ausgesucht – die – jeder aus seiner Sicht einen kleinen Blick auf eine ausgewählte Geschichte aus den 200 Jahren werfen wird. Klein – weil jeder Redner hat fünf Minuten Zeit – sonst bleibt ja keine Zeit zum Feiern mehr!
          Am Vormittag trudelten frühzeitig die Gäste ein. Unser erster Redner war übrigens der erste Gast, der morgens mit einem riesigen Dahlienstrauß auf dem Parkplatz stand.
          Gärtnerei im Jubiläums-Modus
          Seit dem letzten Sommer war am Haus die frisch sanierte Gedenktafel für Friedrich Adolph Haage angebracht. Meine Mutter und meine Tochter Maria haben zusätzlich einen Kranz aus Aloe darüber angebracht.
          Vor dem Gewächshaus stand festlich geschmückt „Der Großvater“ – unser ältester Echinocactus grusonii. Und im Gewächshaus haben sich die Gäste versammelt.
          Und wir springen 200 Jahre zurück in die 1820er Jahre. Das machen wir mit der Hilfe eines leibhaftigen Sachsens. Denn die Kakteengeschichte der Haages begann in Sachsen. Und da beginnt auch die Geschichte der kommerziellen Kakteengärtnerei.
          Auf diese Reise begleitet uns Winfried Kaiser, er ist der letzte amtierende Präsident der sächsischen Gärtner gewesen – und nun seit einigen Jahren schon im Ruhestand. Aber so richtig Ruhestand geht bei Gärtnern ja nicht – er ist oft noch in der Familiengärtnerei Kaiser Gartenbau in Weinböhla fleißig – und er hat ein heimliches Faible für Kakteen – das merkt man auch in seiner Rede.
          Wir sind jetzt in Sachsen:
          Winfried Kaiser: Friedrich Adolph Haages Ausbildung bei Sächsischen Hofgärtner Seidel

          Winfried Kaiser ist für mich immer ein besonderer Gärtner – nicht nur, weil er sich als „normaler Gärtner“ für Kakteen interessiert hat. Wann immer wir uns trafen, dann hat er sich intensiv nach den Kakteen erkundigt und immer auch eine eigene kleine Geschichte zu erzählen gehabt – das ist unter den Profigärtnern eher selten. ZVG – der Zentralverband Gartenbau, unsere berufsständische Organisation, dort haben wir uns regelmäßig getroffen, um zu schauen, wie wir gemeinsam das Leben der Gärtner in Deutschland etwas besser machen können.
          Seine Heimat Weinböhla ist übrigens auch ein bedeutender gartenbaulicher Standort – auch eine Kakteengärtnerei gab es dort, vielleicht sagt dir der Name Treuheit im Zusammenhang mit winterharten Kakteen etwas.
          Und die Familie – oder treffender – die Gärtnerdynastie der Seidels – von denen hast du sicher schon gehört – Kamelien, Schlossgarten Pillnitz – auch hier gibt es eine unheimlich spannende Familiengeschichte zu entdecken.
          Gab es zu der Zeit auch schon andere Kakteengärtnerei ?
          Ja, auch vor der Gründung von Kakteen-Haage im Jahr 1822 gab es einen Gärtner, der Kakteen zum Verkauf angeboten hat. Ich gehe davon aus, dass es nicht der einzige war. Ich hab in unserem Katalogarchiv auf den ersten Blick acht Kakteen im Schellhase-Katalog aus dem Jahr 1808 gefunden.

          Der erste Kakteen-Haage Katalog
          Bis der erste Katalog von Friedrich Adolph Haage erscheint, soll es noch einen Moment dauern – und auch da gibt es eine Überraschung: mein Großvater hat mir immer mal ein Dia von einer Kopie von der ersten Haage-Ausgabe mit einer englischen Signatur gezeigt – und so bin ich mein Leben lang davon ausgegangen, wir haben nur ein Bild von einer Kopie in unserem Archiv.
          Und dann habe ich bei den Vorbereitungen für das Haage-Buch „Kaktus, Kresse, Kohl“ in einer Kiste mit Unterlagen von meiner Großmutter das Original zutage gefördert. Das ist in dem Kasten wohl unter die Räder gekommen. Und vor wenigen Wochen habe ich sogar den zugehörigen Schutzumschlag entdeckt. Mein Großvater vermerkt darauf den unersetzlichen Wert des Dokuments, das aber für viele Jahrzehnte nicht mehr in seinem Umschlag ruht und beziffert ihn mit 20.000 Reichsmark, das entspricht heute grob 100.000 €. Spannend, was Geschichte für Werte bewegt!
           
          Und was kommt als nächstes?
          Das soll es für den ersten Teil gewesen sein. In der Episode 39 treffen wir auf weitere hochrangige Persönlichkeiten und einen weiteren Kaktus der bei uns – und überhaupt Geschichte schreibt – du darfst gespannt sein.
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            Bleib gesund und mach’s gut!
            Shownotes:

            Darüber habe ich erzählt:

            • ZVG – https://www.derdeutschegartenbau.de/
            • Deutsches Gartenbaumuseum – https://www.gartenbaumuseum.de/
            • KaktusKochbuch – https://www.kakteen-haage.de/Literatur/Kakteenliteratur/Literatur/KochbuchKaktus-Ulrich-Haage-Ulrich-Manck.html
            • Hofgärtner Seidel – https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Heinrich_Seidel
               
              Stay tuned! 
              Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
              Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
               
              Wie gefällt dir diese Episode?

              Ich freue mich auf dein Feedback.

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                … und hier kannst du das Video der Episode direkt anschauen …

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                23 min
              • CactusPodcast – 035 Interview – Im Kaktusbus in die Ukraine
                Ukraine – im Kaktusbus zum Krieg? – Episode 035
                Kaktusgärtner Matthias Uhlig war in der Ukraine
                Heute geht es hier nicht um Kakteen. Heute geht es um etwas, das mein Leben beeinflusst. Andere wirft es aus dem Leben. Der Krieg in der Ukraine.
                Ich hätte nicht geglaubt, dass so etwas mal hier Thema sein könnte. Denn eigentlich hätte ich dem gern keine Aufmerksamkeit geschenkt. Aber es kam dann doch anders.
                 
                Warum die Ukraine im CactusPodcast doch eine Rolle spielt.
                Nein – im CactusPodcast soll es um Kakteen gehen.
                Das war mein Gedanke, als der Krieg in der Ukraine immer mehr Raum bei mir einnahm. Damit hatte ich das eigentlich vom Tisch gewischt. Und habe mich weiter in meine Arbeit gestürzt. Der KuaS-Kalender 2023 will vorbereitet sein. Wie viele sollten davon an Uhlig-Kakteen gehen? 
                Fix eine Nachricht absetzen. Matthias antwortet: ich bin gerade unterwegs in die Ukraine.
                Und das lässt mich nicht mehr los …
                CP035 Interview - Im Kaktusbus in die Ukraine

                von Ulrich Haage | CactusPodcast - Interview

                https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2022/03/CactusPodcast-035-Interview-Im-Kaktusbus-in-die-Ukraine.mp3
                Matthias Uhlig erzählt von seiner Reise in die Ukraine
                Einige Tage später ist Matthias Uhlig zurück und erzählt von den Gründen für diese Reise und was er gesehen hat.
                 
                Das habe ich ihn gefragt:
                 
                Eigentlich wollte ich nur schnell den KuaS Kalender für 2023 klar machen – und dann kam alles mal wieder anders.
                Als ich dich am 25.2. kontaktiert habe, da bist du auf dem Weg in die Ukraine gewesen. Dort ist Krieg! Was treibt dich dazu, dorthin zu fahren?
                 
                — 
                 
                Wie geht das mit dem „Dahin-Fahren“? Ich hab mal nachgeschaut, 1900 Kilometer, 21 Stunden von Kernen bis nach Kiew. Google warnt vor einer Baustelle in Breslau und dann gibt es noch eine Radarkontrolle. Aber vor Krieg warnt Google nicht. Wie ist das gewesen – hast du den Pass eingesteckt, ein paar Stullen geschmiert, dich in deinen Kaktusbus gesetzt und bist einfach gen Osten gefahren?
                 
                —
                 
                Ich kenne Krieg nur aus Erzählung und alten Berichten. Auch wenn der Krieg vielleicht nicht in jedem Ort tobt, Krieg lähmt, paralysiert oder mobilisiert das ganze Volk.
                 
                —
                 
                Wir erleben das Geschehen in der Ukraine von weit weg und in den Nachrichten. 1900 Kilometer sind weit, aber zu nah, um es als sichere Entfernung zu bezeichnen. Und doch bin ich mir nicht sicher, wie viel das Bild, das für uns hier in den Medien gezeichnet wird, auch mit der Realität in der Ukraine zu tun hat.
                 
                —
                 
                Wie hast du die Menschen in der Ukraine erlebt?
                 
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                Sind „die Russen“ wirklich die Feinde der Menschen in der Ukraine?
                 
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                Wo und wie können wir die Menschen unterstützen und Hilfe leisten? 
                 

                Der Beitrag CactusPodcast – 035 Interview – Im Kaktusbus in die Ukraine erschien zuerst auf Cactusblog.

                33 min
              • CactusPodcast – 034 Artenschutz – Kakteen, Kriminelle, Anwälte
                Sind Kakteen und ihre Pflege immer anständige und rechtschaffende Bürger? – Episode 034
                Von den Braven, Kriminellen und Anwälten – heute räumen wir mal mit ein paar Vorurteilen auf
                Die Fragen von Frederik Wietbrok haben mich schon oft ins länger nachdenken gebracht. 
                Diesmal ist gleich eine ganze Episode daraus geworden.
                Es geht um die Frage: alles rechtens bei den Kakteen? – wenigstens ganz grob.
                 
                Kakteen – Kriminelle – Anwälte
                CactusPodcast eine Folge für Rechtsanwälte?
                Das war zumindest mein Arbeitstitel – aber bei der Vorbereitung wurde mir sehr schnell klar: Die Anregung kam zwar von einem Anwalt, aber die Antworten sind auch für jeden normalen Kakteensammler ganz spannend.
                 
                Außerdem starten wir noch mit einem Hinweis auf ein Interview in den Bienengesprächen, bei dem es auch um rechtliche Veränderungen im Saatgutbereich und beim Pflanzenpass geht. 
                In diesem Sinne – stürzen wir uns mal ins Getümmel …
                CP034 Artenschutz - Kakteen, Kriminelle, Anwälte

                von Ulrich Haage | CactusPodcast - Artenschutz

                https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2022/02/CactusPodcast-034-Artenschutz-Kakteen-Kriminelle-Anwalte.mp3
                Fragen in dieser Episode – Artenschutz – Kakteen, Kriminelle, Anwälte
                Diesmal gibt’s kein vollständiges Transkript der Episode – aber die Fragen und die kurz zusammengefassten Antworten.

                Maestro,
                uns stellen sich einige Fragen, über deren gelegentliche Beantwortung, soweit die Zeit und der Schlaf das zulässt, wir uns sehr freuen würden.

                Gibt es Rechtsanwälte, die auf den Bereich Pflanzenrecht, Kakteenrecht spezialisiert sind ? Gibt es sowas überhaupt? Ich habe in meinen juristischen Verlagen und Datenbanken da eher nichts zu gefunden.

                Nein, Anwälte, die auf „Gärtnerbedarf“ spezialisiert sind kenne ich auch nicht. Vielleicht gibt es am Niederrhein, im Alten Land oder in Rain am Lech, – also dort wo viele Gartenbaubetriebe konzentriert sind – tatsächlich auch Fachanwälte, die sich ganz speziell auf Gärtnerbelange eingestellt haben.

                Und Ja: ich kenne spezielle Anwälte für den Bereich Artenschutz, die sind meist in Regierungsstellen als Justiziare tätig und kümmern sich um die Umsetzung der Artenschutzgesetze.
                Wenn ich als Bürger in dem Bereich in „eine Situation“ käme, dann würde ich mich wohl nach einem Anwalt für Verwaltungsrecht umsehen.

                Sind Kakteen, Zimmerpflanzen, Pflanzen allgemein ein paradiesischer Ort und Zustand, um den es keinen Streit und schon gar keine Rechtsstreitigkeiten gibt? Da fehlt mir als Anwalt allerdings die Fantasie zu.

                Ja, ein bisschen scheint es fast so. Vielleicht sind wir Gärtner ein Völkchen, das in der Lage ist, Einigung zu erreichen. Vermutlich ist es aber eher der Fall, dass ich im Moment in erster Linie von mir spreche – mir liegen Streitereien nicht so.

                Ich träume ja als Anwalt immer noch davon jeden Online Kakteenverkäufer auf Ebay OHNE EU Pflanzenpass abzumahnen. Böse Anwälte…:)

                Wenn ich das richtig verstanden habe, gilt die EU Pflanzenpasspflicht ja auch für Onlinehandel, also Ebay und zwar auch für Nicht-Unternehmer. Wobei ich da bislang wenig bis gar nichts zu gehört habe. Sicher bin ich mir da auch nicht. Und viele Ebay Verkäufer schließen den EU Pflanzenpass ja auch einfach aus… Ja ist denn das überhaupt möglich ? Wenn die Pflicht dazu besteht, dann garantiert nicht.

                Ich gehe jetzt auf dünnes Eis – ich erzähle hier von meinem Verständnis – ich kann und will hier keine Rechtsberatung leisten:
                Der Pflanzenpass ist im Fernabsatz grundsätzlich nötig – ja!
                Aber: ich glaube, bis zur Umsetzung ist es noch ein längerer Weg. Ich habe Zweifel, dass die Pflanzenschutzdienste überhaupt die Man-Power haben, um die dafür nötigen Neuanmeldungen zu verarbeiten – geschweige denn zu kontrollieren?
                Der Gesetzgeber ist da immer etwas schneller als die Umsetzung möglich ist – und an der Stelle braucht es immer etwas Zeit, bis sich das zurecht geruckelt hat. Und ich gehe davon aus, dass es – wenigstens temporär – sowas wie eine Bagatellgrenze gibt, also „kleine Fische“ um die sich im Moment noch keiner kümmert. Die Frage nach den erwähnten Ebay-Händlern habe ich die Pflanzenpass-Kommission auch schon gefragt. Ich war mir danach nicht so sicher, ob man dieses Thema vorher überhaupt auf dem Schirm hatte.

                Warum ist es trotzdem nötig, genau hinzuschauen? Klar, es gibt immer schwarze Schafe, denen es auf die Füße zu treten gilt. Aber um die wirklich sicher herauszufischen, braucht es ein gerütteltes Maß an Fachwissen, die erkennt man leider eben nicht an der Farbe.

                Und hier kommt mein Appell an Anwälte – aus bitterer eigener Erfahrung: bitte hört auf, Menschen, Unternehmen pauschal abzumahnen.
                Das kann schnell eine Tätigkeit sein, in der Menschen in bittere Not gebracht werden können.

                 
                 
                Kakteen – wenn schon keine Anwälte –
                Gibt es kriminelle Fälle, oder wenigstens Rechtsprobleme?
                Gibt’s solche Sachen wie
                • Mangelhafter Kaktus?
                • Patentierte Sorten?
                • Ausfuhrprobleme?
                • Einfuhrprobleme?
                  Oder gibt’s dann einfach ein Pflanzenschutzzeugnis und fertig? Wendet man sich da frühzeitig an den Zoll?
                  Gibt’s da Bücher, die das erläutern? Oder einen besonderen Vordruck?
                  Ja, solche Sachen gibt es – ich habe viele Fehler gemacht und sehr viel dabei gelernt. Es ist trotzdem jedes Mal wieder neu. Ich habe gelernt – entweder du hältst dir eine Dauerinfusion Verwaltungsrecht, damit du wirklich immer auf dem aktuellen Stand bist – oder du bereitest dich vor und arbeitest mit den Behörden zusammen. Und manchmal habe ich zum Beispiel beim Zoll die Erfahrung gemacht, dass die nicht immer die Peilung haben. Andererseits – wie soll ein Zöllner den sich ständig verändernden Katalog der Vorschriften für alle Wirtschaftsgüter, die importiert werden, im Kopf haben? Und Pflanzensendungen zählen da zu seltenen Gästen, das merke ich jedes Mal. Selbst Speditionen mit Fachkompetenz in dem Bereich sind rar gesät. In Büchern gibt es dazu nichts zu finden – und die Webseiten, die helfen sollen, sind so komplex wie die Situation selbst. Wenn ein Kunde auf Jamaika einen Kaktus bestellen möchte, dann ist es auch für uns jedes Mal aufs neue eine Odyssee, bis wir eine halbwegs aktuelle und verlässliche Information haben und wissen, welche Dokumente müssen für die gewünschten Pflanzen in dieses Land beantragt werden. Und ob die Landesbehörden das dann auch noch so sehen – das steht auf einem anderen Blatt.
                  Alles in Bewegung sozusagen.
                   
                   
                   
                   
                  Kakteenjäger – sind das Kriminelle?
                  Ich lese gerade Kakteenjagd von Curt Backeberg. Herrlich wie der den Fric in einer Hafenspelunke kennenlernt. Da war der Hamburger Hafen noch voller Abenteuer.
                  Mein neuer Berufswunsch nach dem Anwalt ist Kakteenjäger.
                  • was dürfte man jetzt eigentlich in Amerika / Südamerika mitnehmen? Dürfte man da jetzt eine Samenkapsel mitnehmen? Ein Opuntia Ohr ? Oder kommt man dann gleich ins Trumps Abschiebeknast? Zumal ja wohl auch viele Bestände durch diese *Wilderei* gefährdet sind, wenn ich das richtig verfolge.
                  • Und da kommt der Bezug auf den Anfang. Was unterscheidet die Reisen von Curt Backeberg von der heutigen *Wilderei*? Also bis auf das die Zeiten anders sind und es heutzutage CITES gibt um wohl genau das zu verhindern…
                  • wenn ich durch Sizilien fahre, auf meinem Weg zu Al Capone und da von dem Straßenunkraut, sprich Opuntia ein Ohr oder eine Samenkapsel mitnehme, macht es das besser?
                  • Das sind wirklich herrliche Geschichten! Die kann ich nur empfehlen. Die Bücher von Backeberg gibt es heute immer noch antiquarisch – und ich überlege gerade, wer wen im Schreibstil beeinflusst haben könnte, denn auch mein Großvater hatte die Gabe, selbst seinen eher wissenschaftlich orientierten Büchern einen Hauch von Karl-May-Abenteuerduft mitzugeben.
                    Mitnehmen ist ganz einfach: verboten! Und zwar alle Pflanzenteile, also egal ob Pflanze, ein Ohr, eine Frucht oder nur ein paar Korn Samen, selbst Pollen oder totes Kaktusholz unterliegen den CITES-Bestimmungen.
                    Für Italien ist das im Grunde ebenso gültig. Allerdings gibt es keine Nachweispflicht und keine Grenzkontrollen. Und da wir im Segen eines Wirtschaftsraumes leben, können wir in der Praxis, ohne behelligt zu werden, das Opuntien-Ohr von Capone an die Alster fahren – solange wir die EU dabei nicht verlassen. Der Seeweg kann dabei also schon wieder Probleme bergen.
                     
                    Die Kakteenwelt früher – Mord und Totschlag?
                    Wie war das eigentlich so mit der Entdeckung der Kakteenwelt? Auftragsmorde?
                    Wann ging das eigentlich los? Mit Kolumbus? Ich stell mir das schon ziemlich räubermäßig vor. Schiff vollmachen und ab damit nach Europa. Als Gärtner seit 1685 habt ihr da ja bestimmt auch Erkenntnisse…
                    Gibt es das heute eigentlich noch? Oder ist die Kakteenwelt vermessen und alles bekannt? Ich hab von Bekannten gehört, die sind seit fast 20 Jahren einmal jährlich in Südamerika.
                    • Was sagt CITES dazu?
                    • Was darf man eigentlich noch ?
                    • Dürfte ich Amerika Pflanzen mitnehmen, oder Samen?
                    • oder alles nur angucken, aber nicht anfassen ?
                    • Bei all den Abenteuergeschichten – nein, von einem Auftragsmord habe ich noch nicht gehört.
                      Fric war in den USA inhaftiert – allerdings nicht wegen der Kakteen, sondern wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe – das war in der damaligen Zeit aber wohl nicht ungewöhnlich.
                      Zu Zeiten vor und von Kolumbus waren die kulturellen Unterschiede ein wichtiges Thema. Zur Zeit der Azteken bin ich mir bis heute nicht sicher, wessen Kultur nun fortschrittlicher gewesen ist. Schauen wir nach Amerika einige Generationen später, da konnte es schonmal passieren, dass ein Reisender sich im Wilden Westen in heiliges Land, auf dem die Kakteen wuchsen, verlief und hat dieses Sakrileg mit seinem Leben bezahlt. Es war eine wilde Zeit, damals. Manchmal habe ich den Eindruck – allzu viel hat sich bis heute nicht verändert.
                       
                      Die ersten Kakteen kamen schon vor Kolumbus nach Europa. Zumindest belegen dies sehr frühe Abbildungen. Wirtschaftlich gab es da aber wenig Bedarf, denn die Möglichkeiten, die Pflanzen auch am Leben zu halten, die gab es erst später an königlichen Höfen, mit Orangerien. Damit das „Schiff vollmachen“ – das gab es eigentlich nur bei Nutzpflanzen und auch das fand erst etwas später statt.
                      Und später – alles rechtens?
                      Nein – kriminelle Energie ist bis heute noch in den Menschen. Eine große Zahl von geräuberten Copiapoa ist erst im vergangenen Jahr in Italien „aufgegrifffen“ worden, zwei Jahre zuvor zeigte mir ein Zöllner Bilder von uralten Ariocarpus – und es ist wohl noch nicht das Ende der Story.
                      Wenn ich hier immer über andere berichte – auch meine Vorfahren haben Kakteen aus Mexiko oder Texas importiert – solange bis Krieg und später der eiserne Vorhang uns abgeschottet haben. Zu dieser Zeit – und nach meinem Empfinden noch bis in die 1990er Jahre hinein – war das Verständnis zum Thema Artenschutz ziemlich unterschiedlich bei den Menschen. Und wenn ich heute erfahre, dass eine Regierung geschützte Tiere zur Jagd freigibt, um Finanzlöcher damit zu stopfen, dann ist das bitter.
                       
                      Wie machst du das?
                      Zählst du zu den „guten Pflanzensammlern“? 
                      Oder hast du auch schon mal im Treppenhaus einen Steckling stibitzt, oder im botanischen Garten eine Samenkapsel gemopst?
                       
                      Schreib mir, was du magst! Per Mail an [email protected] 
                       
                      Stay tuned! 
                      Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                      Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                       
                      Shownotes:

                      Darüber habe ich erzählt:

                      • Bundesamt für Naturschutz
                      • CITES.org 
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                          Interviews im CactusPodcast:
                          • CP005 – Emily Cox – Mrs Echeveria
                          • CP012 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 1
                          • CP013 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 2
                          • CP021 – Georg Schwarz über Kunststofftöpfe für Kakteen
                          • CP023 – Melanie Öhlenbach fragt zum Thema Aloe vera
                          • CP031 – Bundesgartenschau in Erfurt – mit Oberbürgermeister Andreas Bausewein und BUGA Chefin Kathrin Weiß
                          • CP033 – Mit dem Auto Kakteen platt fahren – Forza Horizon 5 – das Racing Game – Interview mit Wasted Journalist Jan Bojaryn
                          • noch mehr Interviews im restlichen Äther:
                            • 10/2017 – Ulrich Haage zu Gast in Bienengespräche 31 bei Lothar Bodingbauer – Thema: Kakteen, Kakteengeschichte, Kakteen-Haage und Erfurt – mit über 5 Stunden Laufzeit einer der ganz dicken Episoden
                            • 11/2021 – Ulrich Haage zu Gast im On the ledge Podcast von Jane Perrone – Thema: Kakteen und der ganze Rest 
                            • 01/2022 – Ulrich Haage zu Gast in Bienengespräche 75 von Lothar Bodingbauer – Thema: Saatgut und Vielfalt und die Einschränkungen durch die EU Pflanzenschutzverordnung
                            •  

                              Der Beitrag CactusPodcast – 034 Artenschutz – Kakteen, Kriminelle, Anwälte erschien zuerst auf Cactusblog.

                              48 min
                            • CactusPodcast – 033 Kakteengeschichten – Forza Horizon 5 – Autogames in Mexiko – wir fahren die Kakteen platt
                              Auto-Racing-Game – wenn du in der Wüste durch die Kakteen fährst – Episode 033
                              Ein Game, das schön aussieht – aber nichts für Kakteenliebhaber!
                              Im November 2021 erscheint das Auto-Racing-Game Forza Horizon 5.
                              Die Handlung: du steuerst dein Auto durch Mexiko. Journalist Jan Bojaryn ist von der Detailtreue der Bilder, insbesondere auch der dargestellten Kakteen begeistert. Er wollte von mir wissen, wie ich das sehe – und was eigentlich wirklich passiert, wenn du mit dem Auto gegen einen Kaktus fährst.
                              Ich würde zwar auf solch eine Idee nicht kommen – aber ein schönes Gespräch ist es dennoch geworden. Und ein paar eigene Geschichten gibt es noch dazu.
                               
                               
                              Forza Horizon 5 – eine schlimme Geschichte!
                              Heute gibt’s schlimme Geschichte – ganz schlimm! Wenigstens für den Kaktusgärtner.
                              Heute geht richtig was kaputt. Ich nehme dich mit in ein Interview – und zwar für ein neues Gaming Magazin. Und es geht um ein Spiel mit Autos und Kakteen.
                              Außerdem ist es nicht mehr lang bis Weihnachten – und dazu habe ich eine passende Frage von Florian bekommen – und da geht’s um Weihnachtskakteen. Florian hat sich Videos auf YouTube angeschaut und war sich danach nicht mehr sicher, was er jetzt glauben soll. Deswegen hat er bei uns nachgefragt, wie die Profis Schlumbergera bewurzeln. Die Antwort gibt’s gleich in „Frag den Kaktusgärtner“
                              Was man als Kaktusgärtner alles so tut.
                              Ende November. Vor ein paar Tagen hatte ich eine recht spezielle Anfrage.
                              Jan Bojaryn, Journalist ist dabei einen Artikel zu schreiben. Sowas machen Journalisten. Er schreibt aber für ein Magazin, dass es noch nicht gibt, wenigstens noch nicht. Das ist seltener – und das macht das Interview gleich ein bisschen konspirativ und wir dürfen auch das eine oder andere nicht beim Namen nennen. Das war aber kein Problem.
                              Und dann ging es natürlich um Kakteen: du fährst mit dem Auto durch Mexiko und dabei kommt dir der eine oder andere Kaktus vor den Kühler…
                              An der Stelle kommt bei Jan richtig Begeisterung auf. Die Spielemacher sind für die Vorbereitungen nämlich extra nach Mexiko geflogen und haben Wüste, Straßen, Kakteen dokumentiert, damit das Spiel für den Spieler möglichst echt wirkt.
                              Klar, wir Kakteenleute finden da natürlich sofort diverse Haare in der Suppe – aber für uns ist das Spiel ja nicht gemacht.
                              Wer sich in Sachen Games auskennt: wir unterhalten uns über Forza Horizon 5, ein Arcaderennspiel das im November 21 erschienen ist.
                              Was Jan an dem Spiel besonders ins Auge gefallen ist – und deswegen hat er sich bei mir gemeldet: da ist eine wirklich tolle virtuelle Kakteen-Landschaft entstanden – und die wirkt ganz schön nah an der Realität. Dort brettert der Spieler  durch die Wüste und hämmert Kakteen um, macht alles platt, was dort herumsteht.
                              Nicht so witzig?
                              Komm einfach mal mit – vielleicht erzähle ich nach dem Interview mal meine eigene kleine Wüstenstory …
                               
                              Noch ein technischer Hinweis: bei der Aufzeichnung gab es ein paar Probleme – deswegen ist die Tonqualität ein bisschen besonders – sorry dafür.
                              Aber jetzt springen wir einfach ins Interview mit Jan.
                              CP033 Kakteengeschichten - Kakteen platt machen in Forza Horizon 5

                              von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichten

                              https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2022/02/CactusPodcast-033-Kakteengeschichten-Forza-Horizon-5-Kakteen-platt-fahren.mp3
                              Text zum Interview
                              Unser Interview gibt es nur im Podcast in voller Länge zu hören – oder inzwischen online in der Zeitschrift Wasted zu lesen.
                              >> „Dann wächst kein Gras mehr“ – Forza in den Augen eines Kaktusexperten
                              Link: https://wasted.de/2021/11/dann-waechst-kein-gras-mehr-forza-in-den-augen-eines-kaktusexperten/

                              Wenn du mehr dazu wissen möchtest – oder die Idee des Spiels für dich ganz furchtbar ist – schreib deinen Kommentar hier oder schick mir eine Nachricht an [email protected].

                              Ich fand das tatsächlich ganz spannend – das war so ein bisschen wie in eine andere Welt eintauchen.
                              Und ich war nach den ganzen Geschichten auch neugierig und wollte jetzt auch mal Bilder dazu sehen. Ich hab ein Video auf YouTube gefunden, in dem die Story erzählt wird – und auch fast keine Kakteen draufgehen. Doch, ich glaube ein Agavenfeld, vermutlich eine Tequila-Plantage kommt darin vor. Also kein Herzensbrecher für Kakteenfans. Ich hab das Video für dich hier verlinkt.
                              Frag den Kaktusgärtner
                              Bevor ich die versprochene Geschichte, die ich selbst erlebt habe erzähle, kümmern wir uns erstmal um die Rubrik – „Frag den Kaktusgärtner“.
                              Die Vorgeschichte von Florian hab ich ja schon erzählt – es geht um die Frage:
                              Wie kann ich Schlumbergera bewurzeln – mich würde mal interessieren wie das der Profi macht.
                              Und es geht um das klassische Phänomen, was du vermutlich von YouTube auch kennst: Du suchst eine Antwort auf deine Frage – und du bekommst mindestens drei Antworten – und die meisten sind widersprüchlich, oder dein gesunder Menschenverstand meldet ernsthafte Zweifel an.
                              Mir ist das jedenfalls schon häufig so gegangen – deswegen habe ich erstmal zurückgefragt, was denn die Techniken der Youtuber sind und worin sie sich unterscheiden.
                               
                              Was empfehlen denn die Youtuber bei Schlumbergera?
                              Der eine verwendet halt einzelne Blattglieder der andere zwei bis drei zusammenhängende.
                              Einer steckt sie direkt in die Erde, der andere bewurzelt sie im Wasser und der dritte Fall nutzt Wurzelaktivator und steckt dann auch direkt in die Erde.
                              Außerdem schwört jeder auf ein anderes Substrat. Von Kakteenerde über Aussaaterde bis hin zu Blumenerde.  Und die ist aus meiner Sicht ja dann schon zu stark gedüngt und ist deswegen für das Wurzelwachstum nicht so gut.
                              Wenigstens würde ich es so beurteilen. Ich habe vor 5 Jahren im GaLaBau gelernt. Und ich kann mir weiß Gott nicht vorstellen dass das der Profi das genauso kompliziert macht wie diese Youtuber.
                              Schlumbergera bewurzeln – das läuft bei uns in der Kakteengärtnerei so:
                              Wir machen Stecklinge mit drei Gliedern, die wir in lockere Kakteenerde stecken. Es geht aber auch anderes Substrat – wichtig ist: es sollte nicht gedüngt sein.
                              Die Bewurzelung in Wasser ist natürlich auch möglich – aber aus Profi-Sicht ist ein Wechsel des Mediums immer ein Rückschlag für die Pflanze, deswegen stecken wir direkt in Erde.
                               
                              Das ist schon der ganze Zauber.
                              Und: wer mit anderen Methoden gute Erfahrungen gemacht hat – alles fein.
                              Hilfreich beim Bewurzeln sind erhöhte Luftfeuchte und mäßige Wärme von unten – das unterstützt die Wurzelbildung.
                              Am Ende: kompliziert ist selten hilfreich – einfach mal machen und Erfahrungen sammeln. Besonders zu Anfang ist weniger einfach mehr.
                              Nur Mut!
                              Kaktus platt machen – ist das der ganze Spielinhalt?
                              Meine Kaktusgärtnerfragen an Jan Bojaryn
                              Ich habe Jan noch mit ein paar Kaktusgärtner-Fragen gelöchert.
                               
                              1. Ich wollte wissen, ob man die Landschaft auch genauer anschauen kann und auch mal vom Gas runtergehen.
                                Ja! Man kann:
                                Langsam fahren ist erlaubt! Das komplette Spiel bleibt auf der offenen Landkarte. Ist ein Rennen vorbei, steht das Auto einfach hinter der Ziellinie und kann frei losfahren. Auf den Straßen und auch abseits davon warten viele Entdeckungen. Es gibt etwa Oldtimer, die in Scheunen vor sich hin rosten, und die nach dem Fund generalüberholt im Fuhrpark der Spieler landen.
                                Als Einladung verstehe ich auch den neuen, besonders einfachen Schwierigkeitsgrad „Tourist“. Und über Einstellungen zur Barrierefreiheit lässt sich sogar die komplette Geschwindigkeit des Spiels herunterregeln. Außerdem gibt es einen Fotomodus.
                                 
                                1. Wenn ich das richtig gesehen habe, dann bringt mir jeder Kaktus den ich umniete Punkte aufs Konto. Richtig?
                                   
                                  Spieler werden tatsächlich ermuntert, Kakteen umzufahren. Erstens gibt es Punkte für gefährliche Fahrmanöver, und eines heißt „Kräschtus“. Zweitens gibt es ein Achievement, also eine Art Fleißkärtchen, wenn Spieler insgesamt 500 Kakteen umgefahren haben. Von dem Ziel bin sogar ich nach meinen Recherchen noch weit entfernt.
                                   
                                  1. Ich hätte das Spiel gern nochmal selbst aus der Nähe angeschaut und hab überlegt wie ich das anstellen kann. Dann hatte ich die Idee meinen Sohn zu bitten, mal ein paar Runden durch die Wüste zu drehen. So ganz einfach wie ich mir das vorgestellt hatte ist es aber nicht. Aber – falls du jetzt neugierig geworden bist, ich habe die Infos von Jan bekommen, dann kann ich das auch weitergeben.
                                    Erhältlich ist aktuell nur die teure „Premium Edition“ des Spiels mit Zusatzinhalten, die man nicht unbedingt braucht. Die Standardversion erscheint aber schon am 9. November. Das Spiel läuft auf der Xbox (One, Series X/S) oder Windows-PCs.
                                    Der beste Weg, es auszuprobieren, ohne mindestens 60 Euro zu bezahlen, ist der Gamepass. Das ist eine Art Netflix-Abo für Spiele. Grundsätzlich kostet es 10 bis 13 Euro pro Monat, aber Neueinsteiger können drei Monate für 1 Euro spielen. Mit einer schnellen Internetverbindung lassen sich die Spiele sogar streamen, dann laufen sie ohne Installation auch auf schwächeren Laptops.
                                    Link zum Gamepass
                                     
                                    Wirklich immer nur Kakteen umfahren?
                                    Und die Antwort auf die Eingangsfrage habe ich selbst herausgefunden: Es geht in dem Spiel keinesfalls nur darum, die Kakteen umzufahren. Das ist nur eine Aufgabe von gefühlten 500.
                                     
                                    Wie ist das jetzt bei dir?
                                    Findest du bereits den Gedanken furchtbar, gegen einen virtuellen Kaktus zu fahren?
                                    Oder hast du jetzt auch Bock bekommen, mal selbst mit dem Auto durch die Wüste zu fahren?
                                    Ich bin bei der Recherche übrigens noch auf weitere Games gestoßen, bei denen Kakteen eine Rolle spielen.
                                    • Flippin Kaktus auf xbox: https://www.xboxdynasty.de/news/flippin-kaktus/stachliger-2d-action-plattformer-erscheint-fuer-xbox/
                                    • Kakteen Standorte killen in Fortnite: https://www.eurogamer.de/articles/fortnite-zerstoere-verschiedene-typen-von-kakteen-fundorte
                                      Zurück in die Realität.
                                      Kakteen-Leute schaffen es heute regelmäßig, die Kakteen in ihrer Heimat zu besuchen. Dort ist das Auto allerdings ein wichtiges Transportmittel und kein Renninstrument – und um die Kakteen zu finden, werden oft lange und mühsame Strecken zu Fuß zurückgelegt. Das liest sich in den Reisebeschreibungen meist ganz locker. Ich glaube aber, dazu gehört echt Kondition und ich habe großen Respekt vor den Männern und Frauen, die oft in glühender Hitze oder auch eisiger Kälte unterwegs sind.
                                       
                                      Echte Kakteen in der echten Wüste
                                      Meine eigenen Erlebnisse in Echt sind nicht so anstrengend und sicher auch nicht so spektakulär gewesen – aber es geht da auch um eine echte Wüste – mit echten Kakteen.
                                      Die Anza Borrego Desert in Kalifornien ist relativ leicht zu erreichen und das letzte Mal habe ich neben den allgegenwärtigen Opuntien auch spannendere Gattungen gefunden: unter anderem Ferocactus, Fouquiria und Yuccas. Ich war allerdings immer noch in gut erschlossenen Gebieten unterwegs – dementsprechend bin ich nicht über irgendwelche seltenen Sachen gestolpert.
                                      Aber dafür hat mich eine Schlange erschreckt. Zuerst hab ich noch gedacht, wer hat denn hier ein Stück Gartenschlauch verloren, bis ich dann geschnallt habe: da guckt dich eine Schlange an. Sofort waren da die ganzen gruseligen Geschichten im Kopf: Springt die mich gleich an? Ist die giftig? Wie viele Meter davon sind noch im Gebüsch versteckt?
                                       

                                      Eine Schlange lauert im Gebüsch

                                      Ich hab ein Foto gemacht und auf Facebook hochgeladen und ich war echt platt: ein paar Minuten später schrieb mir Ralf Holzheu aus Thüringen: „die ist ungefährlich, mach dir keine Sorgen.“ Hat die Schlange sich auch gesagt und ist wieder verschwunden.
                                      Aber das war jetzt gar keine Autogeschichte. Ich bin mit einem freundlichen und schlichten Mietwagen durch die Wüste gefahren – und vermutlich hat mir meine Erfahrung als Traktorist da gute Dienste geleistet – ich hab zum Glück immer rechtzeitig bemerkt, wenn die Piste nicht mehr trägt und musste keinen der freundlichen Abschlepper in Anspruch nehmen und hab trotzdem eine ganze Menge Natur in mich aufsaugen können.
                                       
                                      Neuseeland – cross Country
                                      Ein Erlebnis, das dem Spiel tatsächlich etwas nahe kommt, das ist mir am anderen Ende der Welt widerfahren, und zwar in Neuseeland. Ich habe meine Tochter dort besucht, die damals im Norden des Landes lebte. Ich hatte eine Verabredung für den nächsten Tag um neun in einer Stadt knapp 600 Kilometer weiter im Süden. Für die Fahrt hatte ich einen ganzen Tag Zeit und einen Mietwagen. Das war ein Ford und der sah aus wie die typischen Hausfrauen-Autos. Nur der Motor hatte ganz schön Bass.
                                      Ich dachte mir: sechs Stunden Highway und dann bist du schon angekommen. Da mach ich doch lieber einen Abstecher ans Meer und fahre ein Stück auf den kleinen Straßen an der Küste entlang.
                                      Hab ich gemacht, das war idyllisch, das Meer wild und um 14 Uhr sagt das Navi: du solltest jetzt besser umkehren!
                                      Ich hab aber ganz genau gesehen: da ist eine Straße, die führt die ganze Strecke die Küste entlang.
                                      Also bin ich weitergefahren. Die Straße wurde immer schmaler, dann war der Asphalt zu Ende und irgendwann hatte das Handy keinen Empfang mehr.
                                       
                                      Ich bin irgendwo im Nirgendwo
                                      Umkehren war längst keine Alternative mehr, dafür war ich schon zu lange unterwegs. Ich hatte auf der Karte gesehen, dass es endlose Stichstraßen gibt, die zu den Farmen im Landesinneren führen und dort enden. Abbiegen machte also auch keinen Sinn.
                                      Was ich auf dem Schotter der Straße begriffen habe: mein biederes Hausfrauenauto war wohl eher ein Wolf im Schafspelz.
                                      Mir sagte der Name Ford Falcon nichts. Das war auch kein Wunder, der wurde damals nur noch in Australien gebaut und hatte echte Rennqualitäten. Es war ein Ford Falcon XR6 mit 333 PS. Einmal zu viel Gas und ich stand quer auf der Piste.
                                      Ich hab mich tierisch erschreckt, als plötzlich eine Frau hinter einer Kurve auf der Straße lief. Irgendwo im Nirgendwo. Sie wollte zum Meer und nicht mit mir mitkommen. Als nächstes erschreckten mich noch ein Schaf, sowas wie ein Emu und dann erlebte ich einen wunderbaren Sonnenuntergang über dem Meer.
                                      Und dann war es dunkel auf meiner Schotterpiste. Das mit der Gas-Dosierung wurde jetzt noch wichtiger. Gegen elf tauchten in der Dunkelheit plötzlich kleine gelbe Augen auf. Racoons oder Skunks – Roadkill – das fehlte mir noch. Ich hatte schon keine Ahnung, was der Schotter mit dem Unterboden veranstaltet – wenn ich jetzt noch so ein armes Tier erwische!
                                      Es wurde immer später und ich hatte immer noch keine Peilung wo ich überhaupt bin.
                                      Endlich, kurz nach Mitternacht meldete sich das Handy wieder – und auch das Navi hatte nun wieder eine Idee wo es weitergeht. Noch etwa zwei Stunden bis zum Ziel.
                                      Das war Autoabenteuer und es ist mir bis heute eine ganz besondere Erinnerung.
                                       
                                      Apropos Erinnerung:
                                      Noch ganz kurz der Hinweis auf ein für mich ganz besonderes Interview mit Jane Perrone auf ihrem Podcast On the ledge. – der Link:
                                      https://www.janeperrone.com/on-the-ledge/german-cactus-ulrich-haage
                                       
                                      Und jetzt reichts für heute!
                                      Falls wir uns nicht mehr hören: frohe Weihnachten, oder ein glückliches neues Jahr, frohe Ostern – wann immer du das hörst!
                                      Die nächste Episode kommt – und ich hab noch keine Ahnung, was das Thema wird – aber ich freu mich schon drauf!

                                      Und schreib mir, was du magst – ob du das Thema heute eher furchtbar, oder spannend findest!

                                      Schick mir eine Mail an [email protected] – oder siehe unten …

                                       
                                      Stay tuned! 
                                      Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                      Ulrich Haage,
                                      mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                                       
                                      Shownotes:

                                      Darüber habe ich erzählt:

                                      • Hier kannst du das Interview in Wasted lesen: „Dann wächst kein Gras mehr“ – Forza in den Augen eines Kaktusexperten – der vollständige Artikel ist aktuell leider hinter einer Bezahlschranke
                                      • Link zum Gamepass – falls du es selbst probieren willst
                                      • Flippin Kaktus auf xbox: https://www.xboxdynasty.de/news/flippin-kaktus/stachliger-2d-action-plattformer-erscheint-fuer-xbox/
                                      • Kakteen Standorte killen in Fortnite: https://www.eurogamer.de/articles/fortnite-zerstoere-verschiedene-typen-von-kakteen-fundorte
                                         
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                                          Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                                           
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                                          Interviews im CactusPodcast:
                                          • CP005 – Emily Cox – Mrs Echeveria
                                          • CP012 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 1
                                          • CP013 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 2
                                          • CP021 – Georg Schwarz über Kunststofftöpfe für Kakteen
                                          • CP023 – Melanie Öhlenbach fragt zum Thema Aloe vera
                                          • CP031 – Bundesgartenschau in Erfurt – mit Oberbürgermeister Andreas Bausewein und BUGA Chefin Kathrin Weiß
                                          • CP033 – Mit dem Auto Kakteen platt fahren – Forza Horizon 5 – das Racing Game – Interview mit Wasted Journalist Jan Bojaryn
                                          • noch mehr Interviews im restlichen Äther:
                                            • 10/2017 – Ulrich Haage zu Gast in Bienengespräche 31 bei Lothar Bodingbauer – Thema: Kakteen, Kakteengeschichte, Kakteen-Haage und Erfurt – mit über 5 Stunden Laufzeit einer der ganz dicken Episoden
                                            • 11/2021 – Ulrich Haage zu Gast im On the ledge Podcast von Jane Perrone – Thema: Kakteen und der ganze Rest 
                                            • 01/2022 – Ulrich Haage zu Gast in Bienengespräche 75 von Lothar Bodingbauer – Thema: Saatgut und Vielfalt und die Einschränkungen durch die EU Pflanzenschutzverordnung
                                            •  

                                              Der Beitrag CactusPodcast – 033 Kakteengeschichten – Forza Horizon 5 – Autogames in Mexiko – wir fahren die Kakteen platt erschien zuerst auf Cactusblog.

                                              49 min

                                            About CactusPodcast - mit News und Facts von Kaktusgärtner Ulrich Haage

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