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caritalks episodes

  • #113 caritalks - Herzensangelegenheit Pflegeausbildung
    Drei Pflegeexpertinnen aus den Bereichen Krankenhaus, Altenheim und Pflegeschule im Austausch über die generalistische Pflegeausbildung und wie sie verbessert werden kann.
    113 caritalks - Herzensangelegenheit Pflegeausbildung

    Drei Pflegeexpertinnen aus den Bereichen Krankenhaus, Altenheim und Pflegeschule im Austausch über die generalistische Pflegeausbildung und wie sie verbessert werden kann.

    Am 25. Februar versammelten sich beim Caritasverband für das Bistum Essen rund 30 Pflegeexpertinnen und -experten, um über die generalistische Pflegeausbildung zu diskutieren. Außer der Kinderkrankenpflege waren alle Pflegebereiche, die Krankenpflege, die Altenpflege sowie die ambulante Pflege sowie Krankenpflegeschulen vertreten.

    Das rege Interesse zeigt, wie sehr das Thema auf den Nägeln brennt. Denn die generalistische Pflegeausbildung steht durchaus in der Kritik. Auszubildende fühlen sich unzureichend vorbereitet auf ihre Einsätze in den unterschiedlichen Pflegebereichen. Altenheime, Krankenhäuser und ambulante Pflegedienste sehen Defizite beim Wissensstand und den praktischen Fähigkeiten ihrer Berufseinsteiger. Krankenpflegeschulen beklagen die unzureichende Abstimmung von Theorie und Praxis und die hohe Abbrecherquote. Bei aller Kritik, ist eines sicher. Ein Zurück zur spezialisierten Pflegeausbildung wird es nicht geben. Die 2020 eingeführte Generalistische Pflegeausbildung sollte eine umfassende Qualifizierung von Pflegefachpersonen sicherstellen. Sie ist auch ein Europäisches Projekt, wegen der EU-weiten Anerkennung des Abschlusses. Nun geht es darum, mit allen Beteiligten das Projekt zu gestalten. Kernthemen des Austausches waren Praxisanleitung, Modelle der Begleitung von Azubis, Sprachbarrieren und die Folgen von Corona.

    Was sagen die Menschen, die es wissen müssen? Wo drückt der Schuh bei der Umsetzung? Was muss getan werden, um die generalistische Pflegeausbildung praxistauglich und geländegängig zu gestalten? Welche vielversprechenden Ansätze gibt es? Christoph Grätz hat mit dreien von Ihnen gesprochen.

    Die Gäste:

    Sabine Kesting, Pflegedirektorin des Katholischen Klinikum Bochum
    Sandra Frank, stellvertretende Leitung der Katholischen Schule für Pflegeberufe Duisburg
    Birgit Skrzypczak, Leiterin der Senioreneinrichtung Liebfrauenstift der Caritas Gelsenkirchen

    Foto Caritas im Bistum Essen | Nicola van Bonn

    Ihnen ist die Pflegeausbildung Herzenssache (v.l.): Birgit Skrzypczak, Sandra Frank und Sabine Kesting

    26 min
  • #112 caritalks - Zwei Frauen und 63 Jahre Engagement für Familien
    Margret Pöhler (69) und Ihre Schwester Petra Berndt (72) bringen es zusammen auf 63 Jahre ehrenamtliche Arbeit im Second-Hand-Laden Hosenmatz

    Zufrieden wirken die beiden Frauen, die auf der Rottstraße den „Hosenmatz“ am Laufen halten - gemeinsam mit sechs weiteren Ehrenamtlichen. Eine wichtige Aufgabe, denn hier finden Alleinerziehende und junge Familien praktisch alles, was ein Baby und Kinder an Kleidung und Ausstattung brauchen. Der Laden in der Essener City wird von der Beratungsstelle für Schwangere des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Essen-Mitte betrieben. Neben Kleidung und Ausstattung bietet der Hosenmatz auch Bücher, Spielsachen, Umstandskleidung, Kinderwagen und -betten an.

    Die beiden Schwestern lieben die Arbeit in „ihrem“ Hosenmatz. Während Margret lieber Sachen sortiert und im Hinterzimmer arbeitet, liebt ihre Schwester Petra den Kontakt zu den Kundinnen und Kunden im Verkaufsraum. „Die Besucherinnen und Besucher schätzen, dass unsere Anziehsachen top sind und die Preise seit vielen Jahren gleich niedrig geblieben sind. Mittlerweile haben wir eine große Stammkundschaft.“, sagt Petra Berndt, die seit 15 Jahren im Team ist. „Man kommt hier schnell ins Quatschen. So erfahren wir auch, wo den Menschen der Schuh drückt. Viele haben Probleme mit gestiegenen Mieten und Energiekosten. Manchmal können wir gute Tipps geben, an wen sich unsere Kundinnen und Kunden wenden können. Bei schwerwiegenderen Problemen vermitteln wir an unsere Kolleginnen und Kollegen vom SkF.“

    Pöhler berichtet, dass es den Hosenmatz an diesem Standort schon über 20 Jahre gibt, nach mehreren Umzügen. Sie ist mit 48 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit die Dienstälteste im Team ist. So lange muss ein Engagement nicht andauern, aber es kann. Und sie lädt Interessierte zum Mitmachen ein: „Wir sind für jeden dankbar, der bei uns mitmachen will. Wer noch unentschlossen ist soll einfach vorbeikommen und reinschnuppern.“

    Das Ehrenamtsportal der Caritas

    Wer ein Ehrenamt sucht, findet vielfältige Angebote auf dem Ehrenamtsportal der Caritas

    Info zum Hosenmatz

    Second-Hand-Laden Hosenmatz

    Rottstraße 39
    45127 Essen

    14 min
  • #111 caritalks – Herz am Telefon
    Was haben ein 28-Jähriger und eine Dame in ihren 80er-Jahren einander zu erzählen? Eine Menge, weiß Cedrik Pelka, der sich beim Projekt Herz am Telefon ehrenamtlich engagiert.
    111 caritalks – Herz am Telefon

    Was haben ein 28-Jähriger und eine Dame in ihren 80er-Jahren einander zu erzählen? Eine Menge, weiß Cedrik Pelka, der sich beim Projekt Herz am Telefon ehrenamtlich engagiert.

    „Ich glaube, dass es viele ältere – aber auch jüngere – Menschen gibt, die sich nicht eingestehen wollen, dass sie einsam sind. Einsamkeit ist in Deutschland ein großes Thema, das noch viel zu wenig beachtet wird. Ich kann Freunde haben und jeden Tag unterwegs sein und mich trotzdem einsam fühlen“, sagt Cedrik Pelka.

    Der 28-Jährige Fernsehjournalist engagiert sich bei der Aktion Herz am Telefon der Caritas für die Stadt Essen (cse). Meist einmal pro Woche telefoniert er mit einer älteren Dame vom Niederrhein. Manchmal dauern die Gespräche eineinhalb Stunden, manchmal auch nur eine halbe. „Wo komme ich sonst regelmäßig in Kontakt mit über 80-Jährigen?“, fragt Cedrik Pelka, der keine Großeltern mehr hat.

    Ganz nebenbei bringt das Projekt Menschen unterschiedlicher Generationen miteinander ins Gespräch. „Wir halten uns auf dem Laufenden und sprechen über Gott und die Welt. Das Schöne ist, dass es am Telefon ganz unkompliziert möglich ist, Zeit miteinander zu verbringen“, erklärt Cedrik Pelka die Vorzüge seines Ehrenamtes.

    Ihm kommt entgegen, dass Herz am Telefon ein Ehrenamt ist, das sich auch bei begrenzten zeitlichen Möglichkeiten gut in seinen Alltag integrieren lässt – und für ihn eine echte Bereicherung darstellt.

    Seine Empfehlung für Menschen, die sich engagieren möchten: einfach einmal im Internet stöbern und nach passenden Angeboten suchen – zum Beispiel beim Caritas Ehrenamtsportal

    Infos zu Herz am Telefon](https://www.caritas-e.de/beratung-hilfe/herz-am-telefon/))

    Die Caritas-Sozialdienste Essen (cse) ist der Zusammenschluss von Caritasverband für die Stadt Essen e.V. und dem Sozialdienst katholischer Frauen Essen-Mitte e.V. (SkF). Beide sind zu gleichen Teilen Gesellschafter.

    20 min
  • #110 caritalks – Drei Jahrzehnte Befriedung durch Schlichtung
    „Wer sich gehört fühlt ist kompromissbereiter“, sagt der Schlichter Prof. Dr. Bernd Andrick (73), der seit 30 Jahren Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmer*innen bei der Caritas im Bistum Essen beilegt.

    #110 caritalks – Drei Jahrzehnte Befriedung durch Schlichtung

    „Wer sich gehört fühlt ist kompromissbereiter“, sagt der Schlichter Prof. Dr. Bernd Andrick (73), der seit 30 Jahren Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmer*innen bei der Caritas im Bistum Essen beilegt.

    Zum Jahreswechsel begeht die Schlichtungsstelle des Caritasverbandes für das Bistum Essen ihr 30-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung hat sie sich zu einer verlässlichen Instanz entwickelt, die arbeitsrechtliche Konflikte innerhalb der Caritas schnell, kompetent und einvernehmlich beilegt. Die stolze Bilanz: Über 1100 bearbeitete Verfahren und eine Einigungsquote von rund 90 Prozent.

    Ins Leben gerufen wurde die Schlichtungsstelle Anfang der 1990er Jahre vom damaligen Diözesancaritasdirektor Günter Berghaus. Er erkannte früh, dass angesichts wachsender arbeitsrechtlicher Konflikte eine unabhängige, verbandsinterne Anlaufstelle nötig war. Für den Vorsitz gewann er den damaligen Richter am Oberverwaltungsgericht Münster, Dr. Bernd Andrick – inzwischen Professor der Rechtswissenschaft und bis heute Vorsitzender der Schlichtungsstelle.

    Christoph Grätz sprach mit ihm über seine ehrenamtliche Tätigkeit.

    Zur Person

    Prof. Dr. Bernd Andrick (73) war von 1991 bis ´96 Richter am Oberverwaltungsgericht Münster. Anschließend bis 2018 Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Seit 1995 schlichtet er arbeitsgerichtlich relevante Fragen von Beschäftigten und Dienstgebern des Netzwerkes der Caritas im Bistum Essen. Andrick lebt in Haltern, ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist stolzer Opa von 4 Enkelkindern.

    15 min
  • #109 caritalks – Die Pflegeversicherung am Limit – Ideen zur Rettung des Systems
    Pflegeexperte Frank Krursel über präventive und gesundheitsfördernde Ansätze, die zur finanziellen Entlastung der Pflegekassen beitragen können.
    109 caritalks – Die Pflegeversicherung am Limit – Ideen zur Rettung des Systems

    Pflegeexperte Frank Krursel über präventive und gesundheitsfördernde Ansätze, die zur finanziellen Entlastung der Pflegekassen beitragen können.

    Steigende Ausgaben, stagnierende Einnahmen und ein für 2026 erwartetes Defizit von 3,5 Milliarden Euro: Die Pflegeversicherung steht massiv unter Druck. Trotz mehrfacher Beitragserhöhungen – von einst 1 Prozent im Jahr 1996 auf heute bis zu 4,2 Prozent – droht dem System die finanzielle Überlastung. Diskussionen über Leistungskürzungen, wie zuletzt die Debatte um den Pflegegrad 1, verdeutlichen die angespannte Lage.

    In dieser Episode spricht Christoph Grätz mit Frank Krursel, Pflegeexperte und zuständig für die stationäre Altenhilfe im Caritasverband für das Bistum Essen. Krursel rückt einen Aspekt in den Fokus, der seiner Meinung nach in der politischen Debatte zu kurz kommt: Prävention und Gesundheitsförderung als echte Chance zur Entlastung der Pflegekassen. Gemeint sind medizinische, pflegerische und organisatorische Veränderungen, die auf einen möglichst späten Eintritt der Pflegebedürftigkeit abzielen. Dazu zählen, Ernährungsberatung und Aktivitäten gegen Einsamkeit, präventive Hausbesuche, Reha-Elemente in der Pflege, die helfen Mobilität und Selbständigkeit zu erhalten und regelmäßige Medikations-Checks.

    Krursel ist überzeugt: Ein stärker präventiv ausgerichtetes System würde langfristig nicht nur Kosten senken, sondern auch die Lebensqualität von Seniorinnen und Senioren verbessern.

    Zur Person Frank Kursel (58)

    Nach seiner Ausbildung in der Krankenpflege hat Frank Krursel Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Pflege gesammelt, unter anderem als Fachpfleger in der Nephrologie. Danach hat er den Bereich der „Hochleistungsmedizin“ verlassen, in die ambulante Pflege gewechselt und die Leitung eines Pflegedienstes im Münsterland übernommen. Berufliche Weiterbildungen und das Studium der Pflegewissenschaften haben sein besonderes Interesse für Gesundheitsförderung und Prävention geweckt. Seit 17 Jahren ist Krursel beim Caritasverband für das Bistum Essen, zunächst als Referent für ambulante Pflege und palliative Versorgung tätig, seit zwei Jahren für die stationäre Altenhilfe und palliative Versorgung.

    15 min
  • #108 caritalks - Caritas öffnet Türen 3 - „Wir helfen Eltern, Vorbilder für ihre Kinder zu sein.“
    Brandhelfer und Türöffner: Wie ein Projekt in Oberhausen Eltern in eine Beschäftigung vermittelt und ihnen ein neues Selbstwertgefühl verhilft. Inga Kellermann von der Caritas Oberhausen und Projektleiterin Stephanie Janßen von der Kurbel erzählen.
    108 caritalks - „Wir helfen Eltern, Vorbilder für ihre Kinder zu sein.“ Caritas öffnet Türen 3

    Brandhelfer und Türöffner: Wie ein Projekt in Oberhausen Eltern in eine Beschäftigung vermittelt und ihnen ein neues Selbstwertgefühl verhilft.

    In drei Anlaufstellen an den Standorten Sterkrade, Alt-Oberhausen und Osterfeld arbeiten Berater*innen des Projektes SITAO-Plus aktiv daran, Armut zu bekämpfen. Die drei Träger die Kurbel, das Zentrum für Arbeit und Qualifikation (ZAQ) der AWO und die Oberhausener Caritas haben sich zusammengetan, um Menschen in eine Beschäftigung zu vermitteln und ihnen damit in ein Selbstwertgefühl zurückzugeben. Sie machen Eltern stark, sich als Vorbilder für Ihre Kinder zu fühlen.

    Die Teams unterstützen Familien und Alleinerziehende, die, Leistungen nach SGB-II beziehen, das sogenannte Bürgergeld oder Grundsicherung nach dem SGB-XII. Hauptantragsteller ist die Kurbel, ein Träger der Jugendberufshilfe in Oberhausen und Mülheim. Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Akti(F) Plus - Aktiv für Familien und ihre Kinder“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.

    Christoph Grätz sprach mit Inga Kellermann von der Caritas Oberhausen und Projektleiterin Stephanie Janßen von der Kurbel.

    Ein Beitrag des Caritasverbandes für das Bistum Essen zum Caritas-Jahresthema 2025 "Caritas öffnet Türen. Da kann ja jeder kommen."

    19 min
  • #107 caritalks - PingPongParkinson - Das Herz gehört dem Menschen am anderen Ende der Platte
    Wie Tischtennis Parkinsonerkrankten gegen Einsamkeit und Symptome hilft

    **#107 caritalks - PingPongParkinson **

    Das Herz gehört dem Menschen am anderen Ende der Platte - Wie Tischtennis Parkinsonerkrankten gegen Einsamkeit und Symptome hilft

    Viele Menschen mit Parkinson ziehen sich aus Scham über ihre Krankheit und deren Symptome aus dem öffentlichen Leben zurück. Der aus New York stammende Musiker Nenad Bach, selbst an Parkinson erkrankt, wollte dem etwas entgegensetzen. 2017 gründete er die Initiative PingPongParkinson, um Betroffenen durch gemeinsames Tischtennisspielen neue Lebensfreude zu schenken. In Deutschland gibt es die Bewegung seit 2020 – und sie wächst stetig.

    In dieser Episode besucht Christoph Grätz die PingPongParkinson-Gruppe im Schulzentrum Stoppenberg in Essen. Jeden Dienstag treffen sich dort 12 bis 20 Spieler*innen, um gemeinsam an der grünen Platte zu trainieren – mit beeindruckenden Effekten: Viele berichten von einer spürbaren Verbesserung ihrer Symptome.

    Zu Wort kommen unter anderem:

    • Annette Paul (57), Leiterin einer Selbsthilfegruppe in Essen, die regelmäßig an der PPP-Gruppe teilnimmt.
    • Peter Renneberg (69), ehemaliger Apotheker, der seit zweieinhalb Jahren dabei ist – gemeinsam mit seiner Frau. Er erzählt, wie Tischtennis ihm hilft und was den besonderen „spirit“ der PPP-Gruppe ausmacht.
    • Olaf Wetzel (63), Trainer der Gruppe, der mit großer Bewunderung über die Sportler*innen spricht.
    • Helga Grell (72), die mit ihrer Schwester kommt – weniger aus sportlichen Ambitionen, sondern wegen des gemeinsamen Miteinanders.

    Auch Tobias Papies (42), Sportwissenschaftler und stellvertretender sportlicher Leiter beim DJK Franz Sales Haus e.V., erzählt von seinem Engagement. Seit 18 Jahren trainiert er mit Leidenschaft Menschen aller Altersgruppen und Fähigkeiten im Tischtennis – und war maßgeblich an der Gründung der PPP-Gruppe in Essen beteiligt.

    Auf dem Foto des Episodencovers (vlnr): Tobias Papies, Helga Grell, Peter Renneberg, Annette Paul und Olaf Wetzel. Foto: Caritas / Nicola van Bonn

    Ab Anfang Oktober ist auch die Ausgabe 3/2025 der Zeitschrift Caritas in NRW verfügbar mit weiteren spannenden Beiträgen zum Thema „Sport und Caritas“.

    Der DJK Franz Sales Haus e.V. bietet Sport für rund 2.300 Aktive in 15 verschiedenen Sportarten – inklusiv, vielfältig und engagiert. Hier findet auch jährlich das Inklusives Tischtennis-Turnier "MitMensch" statt – das größte Tischtennisturnier für Menschen mit Behinderung in Deutschland. Rund 600 Teilnehmer*innen treten hier an drei Tagen gegeneinander an. Oder sollte es besser heißen miteinander? Die Besonderheit: Jeder bekommt eine Medaille.

    In Deutschland gibt es mittlerweile rund 80 PingPongParkinson-Gruppen, davon ca. 20 in NRW. Bei der Suche nach einer geeigneten Gruppe hilft der Stützpunktfinder

    Weitere Informationen zu PPP](https://www.pingpongparkinson.de/))

    21 min
  • #106 caritalks - Pflege in der Krise: Kann eine Rechenformel den Weg aus dem Personalmangel weisen?
    Die Suche nach dem optimalen Personalmix - Personalbemessung (PeBem) in der stationären Altenhilfe.

    **#106 caritalks - Pflege in der Krise: Kann eine Rechenformel den Weg aus dem Personalmangel weisen?

    Die Suche nach dem optimalen Personalmix - Personalbemessung (PeBem) in der stationären Altenhilfe.

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    In dieser Episode spricht Christoph Grätz mit seinem Kollegen Frank Krursel über die Personalbemessung (PeBem) in Altenheimen - ein zentrales Thema für die Qualität der Pflege und die personelle Ausstattung in der stationären Altenhilfe. Sein Gast, Frank Krursel, ist Fachreferent beim Caritasverband für das Bistum Essen und unter anderem zuständig für die fachliche Begleitung der stationären Altenhilfe und Pflege. Er erklärt, warum das Pflegesystem unter Druck steh und erläutert die größten Herausforderungen für die Pflege. Eine davon ist der Fachkräftemangel.

    Pflegewissenschaftler Krursel erklärt das Konzept der PeBem als Instrument zur Bemessung des tatsächlichen Personalbedarfs in Altenheimen. Das Konzept beruht auf einem Algorithmus, den ein Team von Pflegewissenschaftlern auf der Grundlage umfangreicher wissenschaftlich erhobener Daten entwickelt haben. Begründer der Personalbemessung ist Professor Heinz Rothgang von der Uni Bremen. Der Algorithmus berechnet auf der Grundlage der Pflegegrade der Bewohner*innen eines Altenheimes den Personalbedarf je Qualifikationsniveau.

    Frank Krursel berichtet, wie sein Verband Altenheime in seinem Netzwerk bei der Umsetzung der PeBem unterstützt. Die praktische Anforderung bestehe in einer Analyse der Personalstruktur und - als Aufgabe für die Sozialwirtschaft - in der Nachqualifizierung von Hilfskräften. Das Modell der PeBem stößt, so Krursel, aber auch auf Vorbehalte – besonders weil viele hochqualifizierte Pflegende nicht die Verantwortung für die Arbeit weniger qualifizierter Kollegen übernehmen wollen.

    Der Zeitplan der Bundesregierung sieht vor, dass die Personalbemessung bis zum 31. Dezember 2025 flächendeckend umgesetzt sein soll. Krursel rät den Altenhilfeeinrichtungen, die Informations- und Schulungsangebote der Spitzenverbände intensiv zu nutzen.

    Weiterführende Infos

    Ein Praxisbeispiel

    Für eine Einrichtung mit 74 Bewohnerinnen und unterschiedlichen Pflegegraden ergibt die PeBem-Berechnung, wie sich der Personalbedarf auf Pflegehilfskräfte, Assistenzkräfte und Pflegefachkräfte verteilt.
    • 74 Bewohnerinnen
    • 0 davon mit Pflegegrad 1
    • 20 haben Pflegegrad 2
    • 28 Pflegegrad 3
    • 20 Pflegegrad 4 und
    • 6 Pflegegrad 5

    Die PeBem-Berechnung ergibt einen Bedarf an Pflegehilfskräften von 10,77, bei den Assistenzkräften sind es 7,844 und bei den Pflegefachkräften sind es 13,647.

    Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Rothgang-Studie

    Die Forschungsgruppe um Professor Heinz Rothgang hat im Zuge der Datenauswertung Erkenntnisse gewonnen, die zeigen, dass pflegerische Interventionen oft aufgrund von Zeitmangel nicht durchgeführt werden (können) und wesentliche Arbeitsschritte, wie Händedesinfektion oder Kontrolle der Wassertemperatur teilweise ausblieben. Dies sei umso häufiger, je schlechter die personelle Ausstattung in einem Altenheim ist. Die wohl wichtigste Erkenntnis der Studie ist, dass es einen besonders hohen Mehrbedarf an Assistenzkräften mit ein- bis zweijähriger Ausbildung (+69 %) gibt. Die Empfehlung lautet, Qualifikationen besonders auf diesen Bereich zu fokussieren. Bei den Pflegefachkräften liegt der Mehrbedarf bei ca. 3,5 %.
    Eine Empfehlung der Wissenschaftler*innen an die Pflege ist, Personal passgenauer einzusetzen, zum Beispiel, dass Pflegefachkräfte sich auf fachlich anspruchsvolle Aufgaben konzentrieren sollen, während weniger qualifizierte Kräfte Routineaufgaben übernehmen.

    **Weiterführende Links **

    • Infos vom Pflegenetzwerk Deutschland zur Personalbemessung (PeBem) https://pflegenetzwerk-deutschland.de/schwerpunkte/arbeitsbedingungen/das-personalbemessungsverfahren-nach-prof-rothgang

    • Eine kritische Auseinandersetzung mit der PeBem der Pflegekammer NRW https://www.pflegekammer-nrw.de/pflegepersonalbemessung-gesetzliche-umsetzung-der-rothgang-studie-verunsichert-die-pflegepraxis-2/
    • Informationen zur Zeitschrift Caritas in NRW https://www.caritas-nrw.de/

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    21 min
  • #105 caritalks - „Gastmahl“ in St. Barbara: Ehrenamt, das verbindet und Hoffnung schenkt
    Wie ehrenamtliches Engagement in Essen-Kray Menschen zusammenbringt und eine lebendige Kirche schafft.

    „Gastmahl“ in St. Barbara: Ehrenamt, das verbindet und Hoffnung schenkt

    Wie ehrenamtliches Engagement in Essen-Kray Menschen zusammenbringt und eine lebendige Kirche schafft.

    Lisa Wiegand ist eine von rund 25 Ehrenamtlichen in der Gemeinde St. Barbara in Essen-Kray. Unter anderem arbeitet sie beim „Gastmahl“ mit. Jeden Dienstag lädt die Gemeinde zu einem kostenlosen Mittagessen in die Kirche St. Barbara ein. Christoph Grätz hat sie besucht und nach ihren Beweggründen gefragt.

    Die 64-jährige Hauswirtschafterin sagt: „Ich erlebe hier eine lebendige Kirche. Früher habe ich die Kirche niemals so kennengelernt. Hier ist ein Ort der Nähe, der offen ist für alle. Durch mein Ehrenamt bekomme ich sehr viel zurück.“

    Die Gemeinderatsvorsitzende Elke Scheermesser, die unter anderem die Ehrenamtsarbeit koordiniert, berichtet, wie sie vor sieben Jahren mit einigen Engagierten begonnen haben, die Sozialkirche St. Barbara aufzubauen: „Die Sozialkirche ist eine Antwort auf die vielen sozialen Herausforderungen in unserem Stadtteil. Wir haben festgestellt, dass die Armut hier in Essen-Kray zugenommen hat. Auch Drogen spielen dabei eine Rolle. Hier leben viele Zugewanderte und Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.“

    Was damals mit zehn Ehrenamtlichen begann, wird heute von 25 Engagierten weitergeführt. Unterbrochen durch Corona, währenddessen die Aktivitäten eingeschränkt waren, konnte das Ehrenamts-Team die Arbeit wieder aufnehmen und als erstes ein Flüchtlingscafé, das „Ukraine-Café“, eröffnen. So kamen auch die ersten Ehrenamtlichen ins Team, die sonst nichts mit der Kirche zu tun hatten – einige traten sogar wieder in die Kirche ein, so wie Lisa Wiegand. Für sie war ihr Ehrenamt ein Grund, nach 13 Jahren ihre Kirchenmitgliedschaft zu erneuern.

    „Seitdem weiß ich wieder, was Glück bedeutet“, sagt sie und berichtet, wie freundlich sie ins Team der Gastkirche aufgenommen wurde. „Ich habe durch diese Arbeit eine Veränderung bei mir bemerkt und wieder ein warmes Herz bekommen“, sagt die stolze Oma von sieben Enkelkindern. „Hier kann ich wie zu Hause sein.“

    Info:

    Heute finden in der Kirche St. Barbara die verschiedensten Aktivitäten statt – vom gemütlichen Kaffeetrinken freitags über Kleiderkammer, Lebensmittelausgaben, Nachhilfe bis hin zum Gastmahl am Dienstag.

    Wenn Sie Interesse an einem Ehrenamt wie in St. Barbara haben, besuchen Sie doch unser Caritas-Ehrenamtsportal.

    Hier finden Sie über die Postleitzahlensuche spannende Angebote von Institutionen und Projekten in Ihrer Nähe, die ehrenamtliche Unterstützung suchen. Über die Suchmaske können Sie angeben, welche Tätigkeiten Sie sich in Ihrem Ehrenamt vorstellen können und welche Themen Sie interessieren.

    9 min
  • #104 caritalks - Caritas öffnet Türen -2- „Eine psychische Erkrankung ist wie eine Grippe, sie geht nur tiefer.“
    Ein Gespräch mit Michael Lisiecki und Stephan Buckers, zwei Besuchern des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ) der Contilia in Essen-Borbeck.
    103 caritalks - Caritas öffnet Türen -2-

    „Eine psychische Erkrankung ist wie eine Grippe, sie geht nur tiefer,“ sagt Michael Lisiecki. Christoph Grätz sprach mit ihm und Stephan Buckers, einem weiteren Besucher des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ) der Contilia in Essen-Borbeck. Beide reden sehr offen und meinungsstark über ihre Erkrankung.

    Michael Lisiecki (46) ist seit einigen Jahren Gast in der Tagesstätte des SPZ. Im Gespräch erklärt er, was ihn an der öffentlichen Wahrnehmung von psychischen Erkrankungen ärgert und wirbt für einen offeneren und ehrlicheren Umgang mit diesem Thema.

    Stephan Buckers (51), genannt „Buckie“ ist Ruhrpott-Kind durch und durch. Nach einer schweren seelischen Krise hat er 2010 bis 2012 das SPZ besucht. Ab 2019 ist er, mit einer Unterbrechung, Teilnehmer in einer ZFJO Maßnahme (Zentrum für Job Orientierung) und arbeitet im Sozialpsychiatrischen Zentrum am Empfang. Außerdem ist er Peerberater und hilft als „Betroffener“ anderen psychisch erkrankten Menschen therapiebegleitend.

    Zum Schluss der Episode erklärt Jana Gurk, die Leiterin des SPZ, welche Folgen Corona für einige Besucherinnen und Besucher des Zentrums hatte und wie das SPZ psychisch belastete Menschen stabilisiert. Die 42-jährige Psychologin hat zuvor für das Jugendamt der Stadt Essen die Fachstelle Elternschaft und seelische Erkrankungen aufgebaut und tritt für die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen ein.

    Weitere Infos zum SPZ

    Diese caritalks-Episode ist in Beitrag zum Jahresthema der Caritas. „Da kann ja jeder kommen! Caritas öffnet Türen.“

    17 min

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caritalks ist der Podcast zu sozialen Themen der Caritas in NRW, nicht nur für Führungskräfte der Sozialwirtschaft. In regelmäßigen Episoden berichten wir über Themen aus unserem Netzwerk. Wir bereiten Informationen, Perspektiven und Argumente aus der sozialen Arbeit auf. Wir führen Gespräche mit Expertinnen und Experten des sozialen Sektors und berichten von Projekten und Veranstaltungen.