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Philipp Stelzner, Creative Director bei mc-quadrat und Experte für Unternehmenstransformation, spricht mit Simone Endres, Senior Managerin bei combine, darüber, welchen Stellenwert virtuelle Arbeitswelten haben (sollten), und was wir im hybriden Miteinander noch lernen müssen.
Die Pandemie, Meta & Co. heben die Arbeitswelt momentan auf ein neues Level der Virtualität. Brauchen wir in Zukunft überhaupt noch Räume, wenn sowieso nur noch alles digital und virtuell stattfindet? Und was macht das eigentlich mit unserer Kultur – sind wir als soziale Wesen dafür geeignet, alle Begegnungen in die virtuelle Parallelwelt zu verlagern? Diese Fragen werden mehr und mehr aufgeworfen – und sie werden nicht zuletzt durch die Pandemie und das „Columbus-artige“ Vorstoßen von Meta in bislang unbekannte (virtuelle) Welten befeuert.
Was aber macht das genau mit Kultur, Kreativität und Individualität? Wir sehen jetzt schon, dass digitale oder hybride Meetings Vorbereitung, Befähigung der Teilnehmer:innen und Regeln brauchen, damit sie funktionieren. Unternehmen investieren Zeit und Geld, um ihre Mitarbeiter:innen „virtual ready“ zu machen, oftmals ohne zu hinterfragen, ob das eigentlich einen Sinn ergibt.
Diese Episode von combine on ear versucht, Antworten zu finden und Ausblicke zu wagen: Wie virtuell kann, darf und muss die Zukunft sein?
Vita Philipp Stelzner
Philipp Stelzner ist geschäftsführender Gesellschafter, Creative Director und Regisseur bei der Markenagentur und Kommunikationsberatung mc-quadrat. Er ist u.a. für die kreative Umsetzung von digitalen und Cross-Channel-Kampagnen für Kund:innen wie die BVG, Deutsche Bank und Deutsche Telekom verantwortlich. Als Spezialist für Employer Branding und Content-Marketing entwickelt er neue innovative Werbeformate. Er leitet und unterstützt das Team mit einem kreativen Blick auf die Mechaniken und Technologien, die Menschen und Marken verbinden. Dabei legt er Wert darauf, Technologietransformation im Zielgruppenkontakt so umzusetzen, dass sie Mehrwert und intuitive Orientierung für Entscheider, Mitarbeiter:innen und Kunden gleichermaßen bietet. Daran anknüpfend hält er Vorträge und gibt Workshops zum erfolgreichen crossmedialen und contentbasierten Marketing. Zudem ist er Gründer, Geschäftsführer und Executive Producer der Produktionsfirma the wy.studio.
Die Art, wie wir miteinander kommunizieren, hat sich schon lange vor der Pandemie verändert. Das persönliche, geplante Gespräch ist dem Bildschirm, den Handys und den Sprachnachrichten-Funktionen von Messenger-Diensten gewichen. Vorständ:innen bemühen sich, Tausende von Mitarbeiter:innen über den Bildschirm zu begeistern und Start-ups versuchen, über die „virtuelle Kachel“ Startkapital einzusammeln. Immer und überall virtuell erreichbar zu sein, hat sich flächendeckend gegenüber den geplanten, persönlichen Gesprächen durchgesetzt. Doch ist das wirklich besser?
Gute Kommunikation entscheidet darüber, wie erfolgreich Beziehungen laufen, und ob Unternehmen Mitarbeiter:innen halten können; letztlich verändert sie ganze Wirtschaftszweige. Besonders mit Blick auf Führung gewinnt Kommunikation zunehmend an Bedeutung. Die nachhaltige Führung von Menschen steht und fällt mit dem rhetorischen Dreieck aus glaubwürdiger, empathischer und faktenbasierter Kommunikation – bei den alten Griechen besser bekannt als „Logos, Ethos und Pathos“. Allein der Fakt, dass sich dieses Prinzip über Jahrtausende hinweg gehalten hat, spricht Bände.
Gerade mit Blick auf die Flexibilität, die uns heutige Arbeitsmethoden und -orte bieten, muss die Kommunikation noch mehr mitgedacht werden als früher. Denn nicht zuletzt in den letzten beiden Jahren hat sich gezeigt: Wer gut reden kann, macht von sich reden.
Vita Frank Asmus
Die Corona-Pandemie wirkt wie ein Brennglas, wenn es um die virtuelle Kollaboration geht. Viele Menschen arbeiten, über Branchen und Hierarchieebenen hinweg, nunmehr seit zwei Jahren virtuell mit ihren Kolleg:innen und/oder Kund:innen zusammen.
Doch wie ist die virtuelle Arbeit psychologisch zu bewerten? Was sind die großen Vorteile dieser Zusammenarbeitsform und welche Dinge kann die Virtualität schlichtweg gar nicht leisten? Und was können wir tun, um diese Herausforderungen zu bewältigen?
Klar ist, dass auch der virtuelle Raum – wie jeder physische Raum – per se weder gut noch schlecht ist. Es kommt vor allem auf die kulturellen Rahmenbedingungen an – und darauf, wie bewusst Führungskräfte und Mitarbeitende den Raum nutzen. Abseits von technischen Kompetenzen, benötigt die virtuelle Kommunikation mehr denn je ein verändertes Mindset. Ein Team, das eine Präsenz- oder gar Kontrollkultur pflegt, wird es in der virtuellen Zusammenarbeit eher schwer haben. Vielmehr geht es darum, zielorientiert und vertrauensvoll miteinander umzugehen. Führungskräfte müssen den Fokus mehr denn je auf sinnstiftende Führungsarbeit richten, um ihre Teams zu motivieren und damit auch leistungsfähig zu machen.
Doch was bleibt, wenn die Pandemie zu Ende geht und wir wieder in unsere Büros zurückkehren können? Unternehmen und Organisationen aller Couleur werden in Zukunft bewusster entscheiden müssen, welche Formate virtuell und welche physisch stattfinden – oder gar hybrid. Der Grad der virtuellen Zusammenarbeit wird nicht auf das prä-pandemische Maß zurückgefahren werden – und so stellt sich am Ende die Frage: Wofür werden Büros in Zukunft noch stehen und ist der virtuelle Raum nicht einfach nur ein weiterer Arbeitsort, neben dem Büro?
Vita Julia Kohlmann
Julia Kohlmann, Gründerin und Geschäftsführerin der InCompany GmbH, ist Expertin für Team-, Organisations- und Persönlichkeitsentwicklung. In ihren Coachings, Workshops und begehrten Online-Kursen verhilft sie Menschen zum Erfolg und zeigt ihnen, wie sie gelungenes Stressmanagement betreiben können. Die erfahrene Business-Trainerin und Motivatorin unterstützt Unternehmen dabei, optimale Voraussetzungen für ihre Arbeit zu schaffen – dabei folgt sie stets ihrem Motto: Hinschauen, was ist – spüren, was fehlt – verändern, was guttut. Julia Kohlmann ist überzeugt: Alles, was wir für Veränderung brauchen, ist Mut und Bereitschaft zur persönlichen Weiterentwicklung, ein Mindset-Training sowie den gelegentlichen Sprung über den eigenen Schatten.
Wir wollen wir in Zukunft arbeiten? Diese Frage haben wir uns in den vergangenen beiden Jahren schon oft gestellt. Feststeht: Wir alle sehnen uns nach Flexibilität. Von überall auf der Welt arbeiten – und das im gleichen Job? Check! Dabei virtuelle Tools nutzen, um mit den Kolleg:innen in Verbindung bleiben zu können, und den Anschluss im Unternehmen nicht zu verlieren? Check!
Doch wie können Unternehmen diesen Anforderungen eigentlich gerecht werden und ist die vielzitierte virtuelle Arbeitswelt tatsächlich die Antwort darauf? Virtuelles Arbeiten erleichtert uns sicher an zahlreichen Stellen die Zusammenarbeit: Digitale Meetings, unabhängig von Ort und Zeit, bringen Projekte in Geschwindigkeiten voran, die wir bislang nicht kannten. Mitarbeiter:innen stecken während ihrer Projektarbeit die Füße in den Sand und kommen erholt aus der „Workation“ zurück und Metaversen ermöglichen uns mehr und mehr ein Arbeitserlebnis, das weit über unsere bisherigen Vorstellungen der virtuellen Zusammenarbeit hinausgeht – einzig durch das Tragen einer speziellen Brille. Heute können wir sicher nur einen Bruchteil dessen erahnen, was in der Arbeitswelt noch auf uns zukommen wird, doch wir sollten auf den Erfahrungen der letzten beiden Jahre aufbauen, und Flexibilität, Virtualität und physische Realität miteinander zu verbinden lernen. Denn bei all der Virtualität, die da noch auf uns wartet, ist die physische Verbindung, die man mit anderen Menschen eingeht, wenn man im selben Raum ist, noch durch kein digitales Tool zu ersetzen.
Jana Tepe
Die Themen Diversität und Inklusion werden zwar auch im „Mainstream“ immer präsenter, scheinen aber noch häufig nur eindimensional erfasst zu werden. Beispielsweise werden barrierefreie Bürogebäude oft nur aus dem Blickwinkel von Rollstuhlfahrer:innen gesehen – eine sehr einseitige Betrachtung. Zudem werden Gebäude noch immer vorwiegend nach DIN-Normen geplant – dabei ist es meist hilfreicher, Gebäude aus der Perspektive von Personen mit Einschränkungen zu sehen, statt nur auf Richtlinien und Gesetze zu achten. So kann bereits mit kleinen baulichen und/oder organisatorischen Maßnahmen viel erreicht werden. Aber welche sind das? Und wie gelingt es, das eigene Bewusstsein oder das Bewusstsein der Organisation davon zu überzeugen, dass Inklusion nicht nur ein Plus für Menschen mit Einschränkungen bedeutet, sondern einen Mehrwert für alle Mitarbeitenden im Unternehmen bietet? Welche Maßnahmen müssen hier ergriffen werden und wann ist im Planungsprozess der richtige Zeitpunkt, diese umzusetzen?
Vor diesem Hintergrund geben Marie Boden, Managerin Campus & Projects bei Beiersdorf, und Constantin Grosch von den Sozialheld*innen spannende Einblicke in die Entwicklung des neuen Beiersdorf Campus in Hamburg – aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. Moderiert wird das inspirierende Gespräch von Martin Krause, Senior Manager bei combine.
combine begleitet das Projekt bei Beiersdorf bereits seit 2015 und zeichnet u.a. für die Durchführung des Architektenwettbewerbs verantwortlich. Bis zum finalen Umzug in die neue Unternehmenszentrale ist combine weiterhin für die Nutzer- und Betreiberkoordination sowie das interne Projektmanagement verantwortlich. Darüber hinaus wurde seitens combine das Beiersdorf „Dynamic Working“ Konzept mitentwickelt.
Vita Constantin Grosch
Florian Scholbeck, Managing Director Communications, ALDI Nord
**Dirk Schülgen, Managing Director Marketing International, ALDI Nord **
Vita Pa Sinyan
Judith Muster
Andreas Hermwille
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