Wer sich durchlässig fühlt, empfindet auch Dinge als herausfordernd, die sich für andere selbstverständlich oder sogar angenehm anfühlen. So kann das leise Rauschen eines Radios im Hintergrund für einen durchlässigen Menschen bereits zu viel sein. Genauso überfordernd kann das leise Rauschen der Emotionen sein, das entsteht, wenn Menschen lange Zeit miteinander verbringen und wenig Möglichkeiten haben, sich zurück zu ziehen. Das Konzept der Hochsensibilität umfasst drei Grundtypen: den sensorischen, den emotionalen und den kognitiven Typen, die aber Mischtypen bilden können. Die Grenzenlosigkeit, die durchlässige Menschen ausmacht, kann anstrengend sein, wenn man keine Strategien hat, um sich selbst im Zusammensein mit Anderen wahrzunehmen und sich den eigenen Raum zuzugestehen. Um ein wenig innerlichen Abstand zu anderen Erwachsenen zu gewinnen, kann es förderlich sein, zu sagen: Diese Beziehung ist mir (die nächsten 5 Minuten/nächste halbe Stunde/ heute/ diese Woche/ etc.) erst einmal egal. So kommuniziere ich mir und meiner Wahrnehmung, dass es in Ordnung ist, die Informationen, die ich konstant durch mein Gegenüber erhalte (ob dieses das nun möchte oder nicht), zu ignorieren, bis ich mich bewusst diesen Informationen wieder zuwenden möchte.