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Pedanten gelten nicht erst seit Wilhelm Buschs Lehrer Lämpel als Spottfiguren.
Schon die italienische commedia pedantesca lachte über jene Gestalten, die es allzu genau, peinlich genau nehmen. Der Basler Medienwissenschaftler Markus Krajewski hat eine Geschichte und Verteidigung des Pedanten geschrieben, ein Lob der Akribie gerade in Zeiten von Deepfakes und KI-Slop: "Pedanten. Die ungeliebten Meister der Akribie" (zu Klampen). Ein Gespräch mit dem Autor / "Das tickende Herz" (Suhrkamp): Lutz Seiler, Träger des Deutschen Buchpreises, legt nach "Kruso" und "Stern 111" einen weiteren Roman mit seinem literarischen alter ego Carl Bischoff vor. Eine Kritik / "Der Krieg ist anderswo" (Hanser): Die norwegische Autorin Åsne Seierstad liefert eine literarische Reportage über "Russland von innen". Eine Rezension / Evan Gershkovich: "Dieses verfluchte wunderschöne Land. 491 Tage in russischer Haft: Meine Geschichte" (DVA): Die Memoiren des amerikanischen Moskau-Korrespondenten, dessen Recherchen ihn ins Gefängnis brachten. Kritik im Gespräch / Das literarische Rätsel
Autor/in: Knut Cordsen
Moderator/in: Knut Cordsen
Als Journalist war Rudolf Augstein eine Jahrhundertgestalt. Der Gründer des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" führte es bis zu seinem Tod 2002 als gefürchteter Herausgeber.
Aber er war auch Politiker und ein verhinderter Schriftsteller, der allerdings schon 1941 wusste: „Ein Dichter wird so leicht nicht Millionär.“ Der einstige stellvertretende Chefredakteur des SPIEGEL, Martin Doerry, hatte zusammen mit dem ehemaligen SPIEGEL-Dokumentar Hauke Janssen erstmals uneingeschränkten Zugang zum Rudolf-Augstein-Archiv und konnte zahlreiche bis dato unbekannte Zeugnisse dieses Lebens auswerten. Entstanden ist so die fulminante kritische Biografie: „Augstein Ein deutsches Leben“ (C.H. Beck). Ein Gespräch mit Martin Doerry / „Die Regierung der Maschinen. Aufstieg und Fall des Künstlichen Staates“ (C.H. Beck): Die amerikanische Historikerin Jill Lepore sorgt sich um die Demokratie in Zeiten von KI und Algorithmen, die die gesellschaftliche Diskussion bestimmen. Kritik im Gespräch / „Von Vulkanen und Gebirgen“ sowie „Von Strömen und Ozeanen“: Die Kleineren Schriften des großen Forschungsreisenden Alexander von Humboldt sind viele Jahre nach dem neuedierten „Kosmos“ in bibliophiler Ausstattung in einem Doppel-Band erschienen (Klett-Cotta). Ein Gespräch mit dem Mitherausgeber, dem Berner Germanisten Thomas Nehrlich / Das literarische Rätsel
Autor/in: Knut Cordsen
Moderator/in: Knut Cordsen
"Annie Robot" sei Science Fiction, dachte die Autorin Sierra Greer beim Schreiben - aber nach den jüngsten Warnungen der Tech-Bosse vor den Risiken Künstlicher Intelligenz könnte das überholt sein.
Es geht um einen Trad-Wife-Androiden, der dazu lernt und deshalb irgendwann das Patriarchat durchschaut - und unterläuft (Liebeskind). Musen beschäftigen uns im Gespräch mit Elisa von Hof, die energisch angetreten ist, unsichtbare Musen der Kunstgeschichte, meistens Frauen, wieder in die Sichtbarkeit zu holen - auch wenn es auf Kosten der Idee geht, ein genialer Mann hätte alles allein geschaffen (Klett-Cotta). Und wir stellen den Essay „Opfer - über Verwundbarkeit als Selbstbild“ von Maria Sibylla Lotter vor (Hanser) und Dörte Hansens neuen Roman Broder (Penguin).
Autor/in: Judith Heitkamp
Ingo Schulze gehört zu den Stammgästen auf den Longlists und Shortlists des deutschen Buchpreises. Auch dieses Jahr war er dort zu finden, mit seinem Roman "Das Wasser im August".
/ Viele kennen sie als Autorin von tollen Jugendbüchern. Aber Susan Kreller schreibt auch wirklich sehr besondere Bücher für Erwachsene - wie ihren neuen Roman über einen Mann, der vier Jahre in Haft gelebt hat und dann wieder frei ist: Ein Gespräch über "Licht nach oben". / In diesem Jahr ist Tschechien Ehrengast auf der Buchmesse Frankfurt und neben bereits bekannten Autorinnen und Autoren wird auch Alice Horácková zu Gast sein, mit ihrem neuen Roman "Geteiltes Haus". / Der internationale Booker Preis ging 2025 an die indische Autorin und Aktivistin Banu Mushtaq - und seitdem freut sich die internationale Literaturwelt, diese Autorin endlich wirklich kennenzulernen. Auch ins Deutsche wurde ihr Geschichtenband mittlerweile übersetzt: "Meistens bleibt ja die Frau zu Hause". / Lösen Sie unser literarisches Rätsel?
Autorin: Marie Schoeß
Wir schauen uns Monchis Buch "Jenseits der Brandmauer" an, über das Leben in der Provinz in Mecklenburg-Vorpommern mit AFD-Mehrheiten und der Frage 'Gehen oder Bleiben?‘.
Bleiben, sagt der linke Punkrocker. Außerdem: ein Gespräch mit Eva Menasse über Szenen mit Fledermäusen, Schreiben auf Reisen und ihren Roman "Alleinruhelage". Eine Besprechung zu "Anton und Alma" von Dana Vowinckel, ein Roman, der eine Geschichte von Liebe in Zeiten des Hasses erzählt. Und wir beschäftigen uns mit "Staatsräson nach Gaza. Das deutsch-israelische Verhältnis und das Völkerrecht", so heißt nämlich das Sachbuch des Göttinger Völkerrechtlers Kai Ambos. Am Mikrofon Judith Heitkamp.
Autor/in: Judith Heitkamp
"Die Lücken", so heißt Shida Bazyars neuer Roman, der schon vor dem Erscheinen diese Woche auf der Long List des Deutschen Buchpreises steht und migrantische Perspektiven und deutsche Geschichte verbindet.
Außerdem in diesem Büchermagazin: Neues von der koreanischen Nobelpreisträgerin Han Kang, ein schmales, persönliches Bändchen mit dem Titel "Der goldene Faden". Und ein Poet*innenfest-Gespräch mit Miriam Carbe über "Unerwünschte Töchter". Zum Schluss gehen wir wandern, zusammen mit dem Schriftsteller Norbert Scheuer. In seinem Roman "Holunderholz" spielen neben der Bewegung an frischer Luft alte Tonbandschnipsel und die Explosion eines Munitionslagers wichtige Rollen. Lauter Bücher, die unsere Gegenwart mit ihren widersprüchlichen, schockierenden und verblüffenden Vorgeschichten verbinden.
Autorin: Judith Heitkamp.
31 Jahre jung und die derzeit erfolgreichste deutschsprachige Autorin: Caroline Wahl, die Verfasserin der Bestseller "22 Bahnen", "Windstärke 17" sowie "Die Assistentin", legt Jahr für Jahr einen neuen Roman vor.
Nun erscheint ihr vierter: "1999 Meter über dem Meer" (Rowohlt). Eine road novel, eine Hochstapler-Geschichte, in deren Zentrum einmal mehr eine selbstbestimmte junge Frau mit einem gnadenlosen Blick auf ihre Umwelt steht. Ein Gespräch mit der Schriftstellerin über ihr neues Buch / "Orca" (Kein & Aber): Die Augsburger Autorin Franziska Gänsler erzählt in ihrem auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stehenden Roman von Klimaaktivistinnen. Eine Rezension / "Mein privates Glück" (Hanser): Der Österreicher Michael Köhlmeier literarisiert erstmals seine eigene Familiengeschichte. Eine Kritik / Das literarische Rätsel.
Autor: Knut Cordsen
Coolness, Klimaanlagen und Kühlschränke: Der Historiker Jan Eike Dunkhase hat eine "Kulturgeschichte der Kälte" geschrieben - und zeigt in seinem Buch "Kühle neue Welt.
Eine Geschichte der Moderne" (Reclam) wie wir in einen Teufelskreis geraten, denn: Je mehr wir kühlen, desto wärmer wird unsere Erde. Ein Gespräch mit dem Autor / Der Philosoph Rüdiger Safranski nimmt in seinem neuen Sachbuch "Die vierte Kränkung. Menschlicher Geist im Schatten der Künstlichen Intelligenz" (Hanser) unter die Lupe, wie Mensch und Maschine zusammenleben können. Eine Rezension von Jochen Rack / In ihrem Romandebüt "Zeppelin und Karpfen" (Aufbau) porträtiert die Schriftstellerin Hannah Mann eine polnische Familie im Westberlin der 1980er Jahre. Eine Kritik von Niels Beintker / Der Journalist und Podcaster Don Pablo Mulemba erzählt in "Hundeheimat" (Rowohlt Berlin) von seiner Kindheit und Jugend in Ostdeutschland. Eine Rezension von Marie Schoeß / Das literarische Rätsel.
Autor: Julian Ignatowitsch
Die amerikanische Bestseller-Autorin Lily King legt neuerlich einen komplexen Liebesroman vor: "Herz König" (C.H. Beck). Eine Rezension von Kirsten Böttcher
/ "Das Alter der Elbe" (S. Fischer): Der Dresdner Lyriker Uwe Kolbe besingt variantenreich einen Fluss. Eine Kritik von Niels Beintker / Die französische Moralphilosophin Corine Pelluchon versucht sich an einer Rettung der Demokratie aus dem Geiste des Feminismus: "Die Macht des Weiblichen. Ideen zu einer Demokratie ohne Herrschaft" (C.H. Beck). Kritik im Gespräch von Katja Engelhardt / "The Shards" auf Disney+: Was taugt die Serien-Adaption von Breta Easton Ellis‘ Roman? Eine Besprechung von Tobias Stosiek.
Autor: Knut Cordsen
Von der Radikalisierung der jungen ostdeutschen Generation erzählt die preisgekrönte Journalistin Manuela Müller in ihrem Reportage-Band "Die Jugend malt wieder Hakenkreuze" (Tropen).
Seit 2001 beobachtet sie als feine Seismographin die sozialen Beben und Verschiebungen in der Gesellschaft in Ostdeutschland, in dem plötzlich Alice-Weidel-Plakate in Kinderzimmern hängen und die AfD die in der DDR hergestellte Simson für ihre Zwecke zu vereinnahmen sucht. Ein Gespräch mit der Autorin / "Das Picknick. Der Traum von Freiheit und der Fall des Eisernen Vorhangs" (Residenz): Der Amerikaner Matthew Longo rekonstruiert mit Hilfe von Zeitzeugen das Paneuropäische Picknick in Ungarn am 19. August 1989 und dessen Folgen. Kritik im Gespräch / "Ich ertrinke in den Wassern meiner eigenen Liebe. Rilkes letzte Geliebte" (Pfaueninsel): Die Schriftstellerin Julia Franck erzählt von der ungleichen Beziehung des Lyrikers Rainer Maria Rilke zur ihm bedingungslos ergebenen Malerin Baladine Klossowska. Ein Gespräch mit der Autorin / Das literarische Rätsel.
Autor: Knut Cordsen
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