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Ich kam überraschend nach Flensburg und meine Hausaufgaben in Sachen Literatur sind auch noch nicht fertig. Darum sprechen wir statt über Klassiker der maritimen Literatur über Klassiker der Navigation, Norwegen, den Nord-Ostsee-Kanal und das Reisen entlang der europäischen Atlantikküste.Wer zum Segeln auf den Atlantik geht, sollte erst einmal im kleinen Üben.
Die Ostsee (und Nordseeküste Jütlands) kennt Jan Werner wie seine Westentasche. In seinen Dänemarkführern trägt er nicht nur Navigatorisches zu den Häfen zusammen. Die bereits zehnte Auflage von Dänemark 1 enthält auch jede Sehenswürdigkeit und Attraktion an Land rund um die Marinas.
Noch weiter im Norden liegt „Das Haus über dem Fjord“ in Nord-Norwegen. Die Geschichte hinterfragt, was wir über die eigenen Eltern wissen, bevor sie zu Eltern wurden. Auf dem Setting dazu lastet eine etwas düstere schicksalsschwere Geschichte. Aber Detlef ist sich sicher: „Das Buch sprüht vor Lebensfreude“ – fast. Trotzdem eine spannende Geschichte mit unerwarteten Wendungen; so toll geschrieben, dass es den Weg ins Segelradio findet, obwohl Seefahrt nur ganz am Rande vorkommt.
Die ist hingegen das zentrale Element in Jimmy Cornells „Segelrouten der Welt“. Der Klassiker erscheint seit neuestem im Eigenverlag des ARC-Erfinders. Statt auf die nächste große Auflage zu warten, hat Cornell die Rechte an dem Standardwerk der Segelroutenplanung zurückgekauft und vermarktet es nun als laufend aktualisiertes Werk. Das ist nötig, da die Klimaveränderung auch veränderte Windsysteme mit sich bringt und auch die Sicherheitslage in der Welt wird immer unbeständiger.
Ebenfalls herausgebracht hat Jimmy Cornell die „Segelreisen Weltweit“. – Das Buch richtet sich eher an die generelle Auswahl der Törnziele und beschreibt als Planungshilfe Reviere, Länder und Leute.
Dazu hätten sicher auch Anke und Uwe Müntz einiges beisteuern können. – „Alles richtig gemacht“, resümiert Detlef Jens bereits am Anfang seiner Rezension zu „Blau gemacht“ auf Literaturboot.de. Mit ihrer Reinke haben die Autoren in 500 Tagen eine 8.500 Seemeilen lange Acht in den Nordatlantik gezeichnet. Vielen ist das genug, um Ratgeber und Törnführer zu schrieben. Gerade das tun sie aber nicht, sondern geben ganz bescheiden ihre Reiseerlebnisse entlang der europäischen Atlantikküsten wieder.
Die Bücher sind alle auf www.literaturboot.de zu finden. Bei Bestellung dort bekommt Detlef eine kleine Vermittlungspauschale. Natürlich gibt es sie aber auch im Buchladen um die Ecke.
Zwischenstopp in Flensburg und aus Versehen gerät der Segelradio Literatur Podcast zum Segelradio Literaturunterricht Podcast. Denn wir stellen fest, ich habe Defizite! Also reden wir nicht nur über Melwin Fink, die Île de Ré und das Leben auf der Ostsee, sondern auch über Earnest Hemingway und Joseph Conrad. Apropos Defizite: Wer nicht versteht, warum ich von Detlefs Boot in der Flensburger Förde eigentlich als Bootsnamen Duicibella erwartet hätte, dem sei das immer mal wieder in der Folge erwähnte „Rätsel der Sandbank“ dringend empfohlen. Zu finden, wie alle besprochenen Titel, bei www.literaturboot.de
Die Geschichte hinter dem Coup, der ihn beim Mini Transat Rennen 2021 aus dem Mittelfeld zum Etappensieg brachte. Die Rezension auf Literaturboot ansehen.
Direkt vor La Rochelle in der Biskaya gelegen hat das Leben auf der Île de Ré einen ganz eigenen Charakter entwickelt. Auch, wenn Bernd Eilert über „seine“ Insel schreibt, findet Detlef, es ist genauso seine. Zu der Rezension auf Literaturboot.
Ein Klassiker der Literaturgeschichte und doch ganz anders als die übrigen Hemingway Bücher. Das sehr autobiographische Werk zwischen Bimini, Florida, Cuba und dem eigenen Selbstverständnis. Mehr dazu in der Rezension auf Literaturboot.
Musik: „Mambo For Jose“ von Anthony Catacoli (FW1Q6BBWZ8UBPFRE)
Segelradio Shownotes
Die Segelsaison 2022 steht in den Startlöchern. Zeit, den Lesestoff dafür zu besprechen. Nach langer Winterpause trifft sich Hinnerk Weiler dazu wieder mit dem Macher von Literaturboot.de und Segelkrimi-Autor Detlef Jens. Es geht dabei aber nicht nur um die Bücher auf Detlefs Nachttisch oder die neuesten Werke aus der Segelfachbuchecke. Ziel der Literatur-Reihe im Segelradio ist weiterhin Lesenswertes zusammenzutragen, das Lust auf neue Küsten macht, Einblicke in Land und Leute vermittelt und zum Schmökern an verregneten Hafentagen einlädt. Diese Bücher dienen dabei stets auch als Kristallisationspunkte zum Abschweifen in Anekdoten und eigenes Erleben der beschriebenen Reviere oder Geschichten.
Während Hinnerk noch hofft, überhaupt bald ins Wasser zu kommen sind die Sommerpläne bei Detlef schon deutlich konkreter. Das Ziel Utsira ist, inspiriert vom Shipping Forecast der BBC, gesetzt
„Außer dem Reeds und Seekarten brauchst Du auf See eigentlich nichts“, meint Detlef. Der Revierführer ist eigentlich kein klassisches Werk der Literatur und deckt Häfen, Leuchtfeuer, Tiden und alles nautisch relevante zwischen der Nordspitze Dänemarks und der Küste Marokkos ab. In 2022 feiert das Buch seinen 90. Geburtstag und bereits im Herbst 2021 hatte der Trans-Ocean e.V. die Redaktion für ihren herausragenden Beitrag zur Sportschifffahrt mit dem Ocean Award ausgezeichnet.
Motorradreisen und Segeln gehören eigentlich nicht direkt zusammen. In Ferner Westen beschreibt Autor Paulo Moura allerdings die Küste Portugals und damit eine Region, die auch vielen Seglern durchaus bekannt ist. Das Buch gibt Einblicke in Geschichten hinter den Steilküsten des Atlantiks und führt weit in die Flußmündungen hinauf. Es ist eine Einladung, Portugal auch abseits vom Wasser kennenzulernen.
Dichter an Deutschland als die touristisch beliebte Bretagne lädt die Normandie noch mehr zum Ausruhen ein. Sabine Grimkowski hat hier Lebensgeschichten und Orte zusammengetragen, die Lust aufs Bummeln machen. Allerdings segeln die meisten Schiffe hier eher vorbei, denn die Anfahrten in die Häfen sind oft lang und tidenabhängig. Dabei sind viele von ihnen allein schon Ziel einer Reise wert. Außerdem mündet hier die Seine und lädt zu einer Flussetappe auf dem Weg nach Paris ein.
Ebenfalls eine lange Etappe vom Meer die Elbe hinauf bedeutet die Ansteuerung des Hamburger Hafens. Hier schickt Detlef Jens in seinem neuesten Krimi den Yachtdetektiv Fabian Timpe zu Recherchen in eigener Sache. Im dritten Buch der Reihe dreht sich alles um den Megayachtbau. – Große Summen für große Boote, bei denen immer wieder vermeintlich kleines Geld abfällt und verschwindet. Natürlich kommt auch das Segeln auf kleinen Booten nicht zu kurz und nebenbei nimmt Detlef den Leser immer wieder mit auf die Reise an Bord.
Wer Detlef mal persönlich kennenlernen möchte, kann ihn übrigens am 7. Juni 2022 in Flensburg bei einer Autoren-Lesung bei Bücher Rüfer erleben. Details dazu gibt es in einer der nächsten Bücherfolgen.
Klassischer können Krimis kaum aufgebaut werden: Eine Leiche, Polizisten mit Zuständigkeitsproblemen, Sticheleien im Grenzgebiet zwischen Deutschen und Niederländern … Doch anders als bei schnödem Tartortstoff gelingt es dem Autor Mathijs Deen, ausreichend Raum für das Setting der Wattenmeerküste zu lassen. So ist ein Buch zum Schmökern, mit starkem Spannungsbogen entstanden. Perfekt zum schnellen Lesen im Urlaub oder auch in der Vorfreude auf einen Törn ins Watt.
(engl) Kurz vor seinem Tod veröffentlichte der englische Bootsbaupionier James Wharram im vergangenen Jahr noch seine Autobiografie. Er gibt darin einen tiefen Einblick in die Entstehung seiner berühmten Katamaranentwürfe und in die Philosophie hinter diesen, von polynesischen Schiffen inspirierten, Bauweise. Dabei kommt natürlich auch persönliches nicht kurz. Wharram lebte offen polyamor in einer Zeit, bevor das Wort überhaupt gesellschaftsfähig war. Er stieß damit nicht nur in England und Europa oft auf Unverständnis, sein Lebensstil wurde auch symbolhaft mit seinen Booten verbunden. Das englische Buch kann man nur über die Webseite und nicht im Buchhandel beziehen.
Den musikalischen Abschluss dieser Podcast Episode bildet Spanish Ladies von Matthew Wigton, gespielt von Fare Ye well. (Soundstripe QVGH3CURM94TH1AQ)
Titelmotiv: pixabay
Detlef Jens hat wieder Bücher mitgebracht. Denn nach langer Pause gibt es natürlich jede Menge neuen Lesestoff für die Saison 2021. Vorher muss Detlef aber von seinem neuen Boot berichten und wir lernen, das alles auf Booten besser geht. Sein Schiff wird für Detlef auch zur Schreibwerkstatt. Hier entsteht gerade der nächste Teil seiner Fabian Timpe Reihe. Heute geht es aber erst mal um andere Bücher, um den Zen im Ankerlichten und das Leben mit Booten.
(Transparenzhinweis: Für Bücher, die über literaturboot.de bestellt werden, erhält Detlef eine kleine Provision vom Kaufpreis)
Ein überschäumendes Feuerwerk lustiger Kindergeschichten voller Lebensfreude. Mit Kürzeren und längeren Texten, die auch Erwachsenen noch Spaß machen. Nachhaltig beeindruckt haben Detlef selbst die Killer-Seegurken und sich streitende Türme über Hamburg. Das Buch aus dem Kollektiv der „Elbautoren“ bleibt dabei im Norden und referenziert immer wieder die Region, Land und Leute. Perfekt zum abendlichen Vorlesen oder etappenweisem Selbstlesen.
Für Detlef ist Schreiben eine Herzensangelegenheit. Mit „Lenzpumpe“ hat er auf Literaturboot.de ein kleines Segelreisemagazin gestartet. Dort beschreibt er seine Sicht auf das Segeln. Schwerpunkt sind Häfen, Land, Leute und das Leben zwischen Flensburg und Gibraltar.
Wer also mehr von Detlef lesen möchte, kann das Literaturboot übrigens auch regelmäßig mit Steady auf Kurs halten.
Windsteueranlagenbauer Peter Foerthmann hat den Klassiker neu überarbeitet. Dabei geht er nicht nur auf die Windpilot-Anlagen aus eigener Produktion ein, sondern beschreibt auch die Produkte anderer Hersteller detailliert und weitgehend neutral. In der neuen Auflage spielen des quasi Standartwerks in sachen Windsteuerung kommen sogar elektrische Lösungen vor. Selbst ist Peter Foerthmann intensiv in der Segler-Szene aktiv und greift auf einen Erfahrungsschatz aus 40 Jahren zurück. Den hat er in dem stets fortgeschriebenen das Buch kondensiert. Nebenbei lernt man viel über die Meilensteine der Segelszene und gewinnt einen tiefen Einblick in die Entstehung und Funktion von Windsteueranlagen. – Gerade in der heutigen Zeit, in der das ganze Leben Chip-Gesteuert ist, stellt die Windsteueranlage eine analoge, technisch bemerkenswert einfache und zugleich spannend komplexe Anlage an Bord dar. Man kann an ihr Physik erleben und so Wind und Wasser um Zusammenspiel besser verstehen.
Es geht also um Seepferdchen – „Verrückte Viecher“, wie Detlef sie beschreibt und mit Überraschung feststellt, dass man über Seepferdchen ein spannendes und unterhaltendes Buch schreiben kann. Dabei bleiben aber auch naturwissenschaftliche Beobachtungen nicht im Hintergrund. Mit dem humorvollen Sachbuch beschreibt Till Hein das Leben dieser auffälligen Fischart und einiger Menschen, die ihnen ihr Leben gewidmet haben.
Ein Fischkutter namens Sansibar und ein Titel: „Der letzte Grund“. Die Bezüge zu Alfred Anderschs „Sansibar oder der letzte Grund“ sind offenkundig. Volker Pesch schreibt jedoch seine eigene Geschichte mit den Wurzeln in Anderschs Werk. Der unterhaltende Krimi mit Setting an der deutschen Ostseeküste sorgt für kurzweilige Abende an Bord.
Bei Audible
Eine Reise zum Norpol auf den Spuren Fridjof Nansens. Die Mosaic-Expedition ist genau das und gleichzeitig natürlich ganz anders. Das Schiff, Polarstern ist ein riesiger Eisbrecher und lässt sich mit einer Gruppe Wissenschaftler im Winter 2019/2020 absichtlich einfrieren. Was zu dem Zeitpunkt noch keiner Ahnen kann: Die Welt um ihre Eisscholle herum wird sich sehr verändert haben, wenn im Corona-Frühling 2020 Versorgungsfahrten und Crewwechsel kaum machbar sind. Das Hörbuch (natürlich auch gedruckt erhältlich) beschreibt als Bordtagebuch des Expeditionsleiters Marcus Rex das Leben an Bord und den Alltag der Forscher auf der Expedition. Es gibt einen Einblick in modernes Forscherleben. Am Rande zeigt Rex auch die offenkundigsten Ergebnisse der Expedition auf. Das Buch wird so zu einem Dokument des fortschreitenden Klimawandels. Dabei gelingt es dem dem Autor aber auf eine angenehme Weise, wissenschaftliche Distanz zu wahren. Er beschreibt, mahnt zuweilen deutlich die Veränderungen an, ohne aber zu Urteilen. – Beschlüsse und Maßnahmen müssen Andere treffen.
Über Literatur zu sprechen, lohnt sich nicht nur am 31. August. Der Termin für diese Folge hat aber direkt mit den Büchern zu tun, die Detlef nach langer Corona Pause zu unserer ersten gemeinsamen Sendung in 2020 mitgebracht hat:
„Das Meer am 31. August“ ist nämlich nicht nur die Titelvorlage für diese Episode der Segelradio Literaturreihe, sondern ein wundervoll „leises Buch“ über Eindrücke vom Meer während eines Tages. Das klingt für Segler, die am liebsten den ganzen Tag auf dem Meer wären eventuell irritierend, führt aber den Blick zurück auf die Exotik des Meeres. Eine Perspektive, die schnell verloren gehen kann, wenn ein gerader Horizont für Segler längst Alltag ist.
Exotik spielt auch im zweiten Titel dieser Bücherschau eine Rolle: In „Kalmann“ steckt sie in unser beider Sehnsuchtsinsel Island. Tag für Tag wandert die Hauptfigur des Romans dort über die weiten Ebenen, jagt Polarfüchse und legt Haiköder im Meer aus, um den Fang zu Gammelhai zu verarbeiten. Doch als Protagonist Kalmann eine Blutlache im Schnee entdeckt, überrollen ihn die Ereignisse, von denen Detlef Jens auch in auch seiner Rezension über das Buch auf Literaturboot.de begeistert war.
Das bei Exotik nicht unbedingt Asien, Orient oder die Karibik als Kulisse dienen müssen, sollte damit langsam klar sein. Das nächste exotische Revier ist dann auch passend dazu Alaska. Hier spielt die Geschichte von Catherine Poulain, die ihre Protagonistin als „Die Seefahrerin“ aus der Bretagne in den Hafen von Kodiak schickt, zu Fischkuttern, Bars und Piers. Gleichzeitig auf eine Insel am Rande des Ozeans und am Rande der Wildnis.
„Eine schräge, kaputte Welt voller kaputter Typen, die sie hier schildert und sie selbst, scheinbar mindestens ebenso kaputt, mittendrin. Aber man kann nicht aufhören, zu lesen, ja, sie schafft es, bei alledem Empathie zu wecken für die verlorenen Seelen, die im Grunde ja vielleicht sogar weniger verloren sind als wir selbst – in der „heilen“ Welt, die so viele von ihnen dann eben auch nicht ohne Grund und oft ganz bewusst verlassen haben, um hier, am ‚last frontier‘, das vergessene Leben vielleicht doch noch zu finden.“
Bleiben wir auf hoher See: Ein Leben voller klassischer exotischer Törnziele haben Lin und Larry Pardey zweifelsohne erlebt. Nachdem Larry Pardey im Sommer 2020 leider seine letzte Reise angetreten hat, zieht Detlef ein kurzes Resümee über die Geschichte eines der bekanntesten Langfahrtsegler-Paare der Welt, das seit den 60er Jahren seinen Traum nach zwei Faustregeln gelebt hat:
Go small, go simple, go now. (Larry Pardey)
Gerade mit Blick auf übertechnisierte Segelyachten heute lohnt sich der Blick in die Erfahrungen der Beiden bei ihrem Start in den späten 1960er Jahren. Eine inspirierende Lektüre, nicht nur in Zeiten, in denen die Welt gerade etwas von ihrer Linearität verloren hat: „Cruising in Seraffyn“ beschreibt das Kennenlernen der zwei, den Bau und die ersten Jahre an Bord einer, aus heutiger Sicht, winzigen Nussschale. Die Reise damit führt sie von Kalifornien südwärts an Mexiko entlang, durch den Panamakanal in die Karibik, die Ostküste der USA, Bermuda und über die Azoren, bis nach England. – Nur der erste Abschnitt ihres insgesamt 47 Jahre andauernden Segelabenteuers. Das Buch ist ein historisches Dokument über die Welt des Fahrtensegelns in den 70er Jahren und das Segeln ohne Elektronik und technischen Overkill.
Die ganze, nicht minder lesenswerte, Lebensgeschichte der Pardeys hat Herb McCormick zu einer Biografie zusammengetragen. Der Titel ist das zweite Lebensmotto von Larry Pardey:
Al long as it’s fun.
(Zur Rezension auf Literaturboot.de)
Natürlich war Detlef auch selbst nicht untätig während der langen Pause seit unserem letzten Gespräch. Der zweite Band seiner Yacht-Krimmi-Reihe: „Gefährliche Gezeiten“ spielt an, für Detlef eher vertrauten statt exotischen Orten. Yacht-Detektiv Fabian Timpe ermittelt in der Bretagne zu einem Fall, der ihn ins norddeutsche Flensburg führt.
Detlef ist Buchkritiker und betreibt die Webseite Literaturboot.de. Seine Buchtipps gibt Detlef übrigens kostenlos und unbezahlt hier im Segelradio. Für Bücher, die über den Literaturboot Webshop (Bücher.de) gekauft werden, erhält Detlef eine Provision. Wer seine Arbeit darüber hinaus unterstützen möchte, kann dies auch gern via Steady tun: https://steadyhq.com/de/literaturboot
Ich war mal wieder in Flensburg bei Detlef Jens in der Schiffbar: Es gibt Neues zu Typee, wir fragen uns, ob jemand nicht Käpt’n Blaubär kennt und geraten über die Erzählungen über die Karibik der 1960er Jahren aus „Me the boat and a guy named Bob“ in herbstlich melancholische Paradise-Lost-Stimmung.
gfk-klassiker.de
Ich bin wieder auf der Durchreise in Flensburg und zu Gast in der Schiffbar. Hier hat Detlef Jens wieder einige Bücher mitgebracht und einige auch noch nicht. – Wir reden trotzdem schon mal darüber.
Bücher im Segelradio. Zusammen mit Detlef Jens sitze ich wieder in der Flensburger Schiffbar und wir reden zum ersten Mal über Bücher.
*) Alle Links führen zum Shop auf Literaturboot.de. Bei Bestellungen über diesen Link erhält Detlef dann eine kleine Provision.
Aber bevor wir uns dem Geschriebenen widmen, stellen wir fest, dass wir offenbar beide zu wenig Stress im Leben haben, und darum keine guten Regattasegler sind. Ein Makel, mit dem wir gut leben können und ein Thema, das so rein gar nichts mit dem ersten Buch zu tun hat, das Detlef mitgebracht hat:
Das wurde von dem norddeutschen Autoren Jan Christophersen mit dem Titel „Der anständige Mensch“ geschrieben und erscheint diese Tage im Mare-Verlag
Außerdem erfahren wir, das auch Jan Christophersen, obwohl er aus Flensburg stammt, ein schlimmes Makel trägt: Er ist kein Segler.
Das wiederum darf man uneingeschränkt von Heide und Erich Wilts behaupten. Das Paar segelt seit Jahrzehnten und hat bereits eine ganze Reihe Bücher über ihre Fahrten veröffentlicht. Heide Wilts neuestes Werk „Eskapade“
Um die dreht es sich in der dritten Buchvorstellung dieser Folge: Autor Tom Blass hat, mit „Die Nordsee“ einen Rundumschlag über die Landschaft und vor allem die Leute rund um die Nordsee abgeliefert. In einer Reihe von Portraits beschreibt er darin das Leben und Geschichte des Lebens an den Küsten rund um die Nordsee. Dennoch driftet er nicht ins belanglose Erzählen von Einzelschicksalen ab. Der Autor verknüpft die Erlebnisse von Küstenbewohnern zu einer Geschichte des Meeres.
Land und Leute an kargen Küsten führt uns noch einmal zurück zur Nordwestpassage: Die „Nordwestpassage für dreizehn Arglose und einen Joghurt“ von Tina Uebel, beschreibt die Reise einer 13-köpfigen Crew und den Versuch, unterwegs Johgurt zu machen. Tina Uebel erzählt die Geschichten der Entdeckung der Nordwestpassage und blickt auf den Entdeckergedanken in einer Welt, in der es nichts Neues mehr zu entdecken gibt. (https://literaturboot.de/2013/02/nordwestpassage-fur-dreizehn-arglose-und-einen-joghurt)
Viel zu entdecken gab es noch für Alexander von Humboldt auf seinen Reisen. Die romanhafte Biografie „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ stammt von Andrea Wulf und ist bereits 2016 erschienen. Anlässlich des aktuellen Humboldtjahres hat der Penguin Verlag das Buch nun auch als Taschenbuch herausgegeben. Darin zeigt Andrea Wulf allerdings nicht nur die Reisen und Entdeckungen des berühmten Naturforschers. Stattdessen zeichnet sie auch sein Lebensumfeld vor und zwischen den Abenteuern auf.
Neue Serie im Segelradio: Reden wir doch mal über gute Bücher und vielleicht auch über den passenden Wein dazu
Detlef Jens ist Segel-Journalist, schreibt Segelbücher, verkauft Segelbücher, liebt Wein und betreibt die Schiffbar in Flensburg. Das schwimmende Weinlokal bietet das perfekte Ambiente, um über Bücher vom und rund ums Segeln zu reden. Das ist zumindest unser Plan für die Reihe „Segelradio Literatur“. Doch bevor wir uns über Bücher unterhalten, reden wir erst einmal über Jens selbst.
Der blickt nicht nur auf eine bewegende Geschichte als Magazin Macher, Chefredakteur und Autor zurück. Er weiß auch, wovon er schreibt und stand so ziemlich in jeder Ecke der Welt auf schwankenden Planken, in denen man segeln kann.
Detlefs Bücher im Webshop seiner Seite Literaturboot.de
In den kommenden Episoden der Literaturreihe geht es dann um anderer Leute Bücher und Geschichten. Die erste echte Folge gibt es Anfang kommender Woche. Wir planen im Moment etwa alle zwei bis drei Monate neue Bücher vorzustellen.
Die gute Nachricht vorweg: Wer ein Buch über das Segeln schreiben möchte, sollte die Sache am Besten spielerisch angehen. Das jedenfalls ist einer der zahlreichen Tipps, die Blogger, Buchautor und Verleger Thomas Käsbohrer angehenden Autoren in diesem Segelradio Interview mit auf den Weg gibt. Und er muss es wissen, denn Thomas hat nicht nur selbst Bücher vom Segeln geschrieben, sondern blickt auch auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in Buchverlagen zurück.
Auf der Hamburger Messe Hanseboot traf ich ihn Anfang November 2017 zu diesem Interview über das Schreiben vom Segeln. Am Messestand seines Verlags Millemari erfuhr ich dabei nicht nur praktische Hintergründe, wie beispielsweise zur Bedeutung eines Lektors möglichst früh in einem Buchprojekt, sondern bekam auch einen ganz persönlichen Eindruck in wesentliche Momente bei der Entstehung seiner eigenen Segelbücher.
Hier geht es zu seinem Blog: www.marepiu.blogspot.de
Musik: „Southside“ von Lee Rosevere (CC-BY)
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