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Um Datenbanktransaktionen, die ACID-Prinzipien und Alternativen dazu geht es in der einhundertsiebenundachzigsten Episode des IT-Berufe-Podcasts.
Datenbanktransaktionen sollten jedem/jeder ITler:in etwas sagen, da wir fast täglich mit datenbankgestützten Anwendungen arbeiten, egal, ob wir selbst diese Anwendungen programmieren oder „nur“ Abfragen gegen eine Datenbank durchführen.
Eine Transaktion ist eine Menge aus mehreren zusammenhängenden Datenbankoperationen, die gemeinsam als eine Einheit durchgeführt werden müssen.
Beispiele für Datenbanktransaktionen:
Eine Datenbanktransaktion ist nicht zu verwechseln mit einer Transaktion im Geschäftsbetrieb, z.B. einer Überweisung bei einer Bank, dem Kauf eines Autos oder der Buchung eines Fluges.
Datenbanktransaktion müssen/sollen bestimmten Kriterien genügen, die als ACID-Prinzipien bekannt sind.
Wenn Transaktionen nicht isoliert voneinander ablaufen, können verschiedene Probleme in der Datenbank auftreten.
Die Datenbank kann verschiedene Transaktionsisolationsebenen implementieren, um den obigen Problemen entgegenzuwirken. Grundsätzlich werden dabei Sperren verwendet, um die gleichzeitige Verarbeitung der Daten einzuschränken. Es kann dabei eine Lesesperre und/oder eine Schreibsperre gesetzt werden, wodurch das gleichzeitige Lesen bzw. Schreiben eingeschränkt wird.
Mit der Transaction Control Language (TCL) gibt es eine eigene Familie an SQL-Befehlen, die sich nur um die Transaktionssteuerung kümmert. Hiermit können Datenbankoperationen zu einer Transaktion zusammengefasst werden.
In vielen Datenbanken muss man nicht explizit Transaktionen starten und beenden. Sie verwenden ein sogenanntes Auto-Commit. Dabei wird jedes Statement in einer eigenen Transaktion durchgeführt.
Brauche ich als Softwareentwickler:in überhaupt Wissen über Datenbanktransaktionen? In modernen Entwicklungsprojekten werden doch sowieso objektrelationale Mapper (ORM) verwendet. Doch auch diese ORMs können natürlich nicht zaubern, sondern verwenden unter der Haube die normalen Datenbankoperationen. Daher ist auch bei Verwendung eines ORMs wichtig zu wissen, welche Operationen in einer gemeinsamen Transaktion durchgeführt werden müssen.
Dafür bieten viele ORMs entsprechende Befehle an. Jakarta EE hat sogar einen eigenen Standard dafür: Jakarta Transactions (JTA). Dort wird z.B. Annotation @Transactional verwendet. Diese wird an eine Java-Methode geschrieben, die dann automatisch innerhalb einer Datenbanktransaktion ausgeführt wird. Im Fall einer aufgetretenen Exception wird dabei dann automatisch ein Rollback durchgeführt.
Transaktionen nach den ACID-Prinzipien sind ein wichtiger Bestandteil vieler Datenbanksysteme. Sobald die Datenbank jedoch auf mehrere Knoten verteilt wird, können Transaktionen zu einem Problem werden. Das sogenannte CAP-Theorem besagt, dass es in einem verteilten System nicht möglich ist, alle drei Eigenschaften Konsistenz, Verfügbarkeit und Ausfalltoleranz gleichzeitig zu garantieren.
Angenommen, die verteilte Datenbank soll zu jedem Zeitpunkt in einem konsistenten Zustand sein (also alle Informationen auf allen Knoten sollen identisch sein), dann führt ein Ausfall eines Knoten automatisch dazu, dass eine Transaktion fehlschlagen muss, da der ausgefallene Knoten nicht sofort aktualisiert werden kann. Die Konsistenz wäre dann zwar gewährleistet, aber die Partitionstoleranz nicht.
Da heutzutage viele Anwendungen tatsächlich mit verteilten Datenbanken arbeiten, wurde mit BASE ein Gegenentwurf zu ACID geschaffen. Das Wort ist etwas konstruiert, um das Gegenstück zu ACID zu bilden. Aus der Chemie kennen wir den Unterschied zwischen Säure („acid“) und Lauge („base“). Im Kern stellt ACID die Konsistenz eines Systems sicher, während BASE die Verfügbarkeit in den Vordergrund stellt.
*
In Kapitel 13 gibt es eine gute und kurze Einführung in das Thema Datenbanken inkl. Transaktionen. Ich habe das Kapitel auch schon im Buchclub besprochen: Buchclub: Handbuch für Fachinformatiker (Teil 11: Datenbanken)
By Stefan Macke5
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Um Datenbanktransaktionen, die ACID-Prinzipien und Alternativen dazu geht es in der einhundertsiebenundachzigsten Episode des IT-Berufe-Podcasts.
Datenbanktransaktionen sollten jedem/jeder ITler:in etwas sagen, da wir fast täglich mit datenbankgestützten Anwendungen arbeiten, egal, ob wir selbst diese Anwendungen programmieren oder „nur“ Abfragen gegen eine Datenbank durchführen.
Eine Transaktion ist eine Menge aus mehreren zusammenhängenden Datenbankoperationen, die gemeinsam als eine Einheit durchgeführt werden müssen.
Beispiele für Datenbanktransaktionen:
Eine Datenbanktransaktion ist nicht zu verwechseln mit einer Transaktion im Geschäftsbetrieb, z.B. einer Überweisung bei einer Bank, dem Kauf eines Autos oder der Buchung eines Fluges.
Datenbanktransaktion müssen/sollen bestimmten Kriterien genügen, die als ACID-Prinzipien bekannt sind.
Wenn Transaktionen nicht isoliert voneinander ablaufen, können verschiedene Probleme in der Datenbank auftreten.
Die Datenbank kann verschiedene Transaktionsisolationsebenen implementieren, um den obigen Problemen entgegenzuwirken. Grundsätzlich werden dabei Sperren verwendet, um die gleichzeitige Verarbeitung der Daten einzuschränken. Es kann dabei eine Lesesperre und/oder eine Schreibsperre gesetzt werden, wodurch das gleichzeitige Lesen bzw. Schreiben eingeschränkt wird.
Mit der Transaction Control Language (TCL) gibt es eine eigene Familie an SQL-Befehlen, die sich nur um die Transaktionssteuerung kümmert. Hiermit können Datenbankoperationen zu einer Transaktion zusammengefasst werden.
In vielen Datenbanken muss man nicht explizit Transaktionen starten und beenden. Sie verwenden ein sogenanntes Auto-Commit. Dabei wird jedes Statement in einer eigenen Transaktion durchgeführt.
Brauche ich als Softwareentwickler:in überhaupt Wissen über Datenbanktransaktionen? In modernen Entwicklungsprojekten werden doch sowieso objektrelationale Mapper (ORM) verwendet. Doch auch diese ORMs können natürlich nicht zaubern, sondern verwenden unter der Haube die normalen Datenbankoperationen. Daher ist auch bei Verwendung eines ORMs wichtig zu wissen, welche Operationen in einer gemeinsamen Transaktion durchgeführt werden müssen.
Dafür bieten viele ORMs entsprechende Befehle an. Jakarta EE hat sogar einen eigenen Standard dafür: Jakarta Transactions (JTA). Dort wird z.B. Annotation @Transactional verwendet. Diese wird an eine Java-Methode geschrieben, die dann automatisch innerhalb einer Datenbanktransaktion ausgeführt wird. Im Fall einer aufgetretenen Exception wird dabei dann automatisch ein Rollback durchgeführt.
Transaktionen nach den ACID-Prinzipien sind ein wichtiger Bestandteil vieler Datenbanksysteme. Sobald die Datenbank jedoch auf mehrere Knoten verteilt wird, können Transaktionen zu einem Problem werden. Das sogenannte CAP-Theorem besagt, dass es in einem verteilten System nicht möglich ist, alle drei Eigenschaften Konsistenz, Verfügbarkeit und Ausfalltoleranz gleichzeitig zu garantieren.
Angenommen, die verteilte Datenbank soll zu jedem Zeitpunkt in einem konsistenten Zustand sein (also alle Informationen auf allen Knoten sollen identisch sein), dann führt ein Ausfall eines Knoten automatisch dazu, dass eine Transaktion fehlschlagen muss, da der ausgefallene Knoten nicht sofort aktualisiert werden kann. Die Konsistenz wäre dann zwar gewährleistet, aber die Partitionstoleranz nicht.
Da heutzutage viele Anwendungen tatsächlich mit verteilten Datenbanken arbeiten, wurde mit BASE ein Gegenentwurf zu ACID geschaffen. Das Wort ist etwas konstruiert, um das Gegenstück zu ACID zu bilden. Aus der Chemie kennen wir den Unterschied zwischen Säure („acid“) und Lauge („base“). Im Kern stellt ACID die Konsistenz eines Systems sicher, während BASE die Verfügbarkeit in den Vordergrund stellt.
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In Kapitel 13 gibt es eine gute und kurze Einführung in das Thema Datenbanken inkl. Transaktionen. Ich habe das Kapitel auch schon im Buchclub besprochen: Buchclub: Handbuch für Fachinformatiker (Teil 11: Datenbanken)

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