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Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit empfiehlt ein Buch des US-amerikanischen Ökonoms Antony C. Sutton aus dem Jahr 1977: "The War On Gold, der Krieg gegen das Gold." "Im Kern mein Sutton, dass das Gold für jeden Staat, für jeden Machthaber, jede Regierung gewissermaßen ein Dorn im Auge ist. Jeder Staat möchte das Gold-Geld durch das eigene ungedeckte Papiergeld ersetzten. Dieses Bestreben reicht weit in die Menschheitsgeschichte zurück. Auch schon in China vor 1.000 Jahren." Weitere Themen in diesem Podcast: 2) Die Hochinflation ist Folge der exzessiven Geldmengenausweitung. Was ist das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens? 3) Das System des Fiatgeldes: Schecken ohne Ende statt Ende mit Schrecken.
Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit: "Es ist nicht richtig, zu sagen, wennd er Dollar stark wird, ist das Gold schwach." Eine andere These wird im Marktreport diskutiert: "Dollar überbewertet, Gold unterbewertet." In Krisenzeiten fliehen Anleger oft in den vermeintlich sicheren Hafen US-Dollar. Dies kann sich durch das Einfrieren russicher Währungsreserven jedoch ändern, viele Länder könnten eher diversifizieren. Ein Gewinner dieser Entwicklung könnte laut Polleit das Gold sein.
Frisch im Degussa-Marktreport: Euro stürzt ab - Gold halten. Der DAX befindet sich in einem 20-Monatstief, der Euro auf 20-Jahrestief. "Ich befürchte, dass der Euro auch unter die Parität taucht." Chefvolkswirt Dr. Thorsten Polleit sieht hier einen Trend. Die Welt hat das Vertrauen in den Euro verloren. "Der US-Dollar ist der sichere Hafen." Doch auch die US-Börse taumelt, selbst das Gold performt schwächer. Dennoch: "Das Gold schützt den Anleger schon jetzt vor diesem erdrutschartigen Rückgang der Wechselkurse gegenüber dem US-Dollar." Polleit ist auch skeptisch, was die Transformation und die damit verbundenen Chancen angeht - vor allem, weil sie unter Zwang geschieht. "Wir haben zu viel Staat in der Klimadebatte, und zu wenig marktwirtschaftliche Elemente."
Es gibt kein Wundermittel, um sein Vermögen gegen Inflation zu versichern", sagt Thorsten Polleit, Chefvolkswirt der Degussa", aber ein Investment in physisches Gold und Silber ist eine gute Möglichkeit, sein Geld über die inflationäre Zeit hinwegzubringen." Für den Goldpreis bedeutet das momentan mehr Chancen als Risiken. "Es macht derzeit durchaus Sinn, Goldpositionen aus- und aufzubauen." Interessant für Anleger derzeit auch der Schweizer Franken. "Die Schweizerische Nationalbank lässt sich nicht an der Nase herumführen." Dem Euro allerdings droht ein Yen-Desaster nach japanischem Vorbild. Kurzum: Ist Gold Inflationsschutz? "Langfristig, Ja!"
Degussa Chefvolkswirt Thorsten Polleit hebt die Prognose für Gold und Silber an. Im aktuellen Degussa Marktreport legt er die Gründe dafür dar: "Es gibt eine Reihe von Faktoren, die sich verdichtet haben: Natürlich nehmen die geopolitischen Risiken zu, die wirtschaftliche Abschwunggefahr steigt. Ich glaube auch, dass die Inflation gekommen ist, um zu bleiben. Deshalb glaube ich, dass Gold und Silber zu aktuellen Preisen als sichere Häfen unterschätzt sind." Neue Prognose: 2.200 US-Dollar pro Feinunze Gold und ein Silberpreis von etwa 28 US-Dollar bis Sommer 2023. Besonders stark wertet der japanisch Yen gegenüber Gold ab. "Das ist ein mahnender Blick auf die Folgen der Geldpolitik." Der Blick geht außerdem nach Russland und auf die Frage: Wohlstand für alle - ist in Gefahr?
"Inflation ist immer ein Übel und niemals etwas Gutes", sagt Degussa Chefvolkswirt Thorsten Polleit, aber sie gehört nun mal dazu, "denn das Ideal eines wertstabilen Geldes gibt es nicht." Es wird zwar versucht, durch Euphemismen Inflation schönzureden ("grüne Inflation"). "Ich rate zur kritischen Distanz, Inflation ist ein Übel und läuft auf Täuschung und Betrug hinaus." Eine gewaltige Geldmengenausweitung trifft jetzt auf einen negativen Preisschock. Die Folge: "Ein fortgesetzter Preisanstieg auf breiter Front." Das gefährdet die Wirtschaft und fördert markt- und menschenfeindliche Politik. "In der Geschichte gibt es leider viele Beispiele, wie Wirtschaft und Gesellschaft zu Schaden kommen!" Insofern ist es für Anleger derzeit besonders wichtig, "zumindest einen Teil des Portfolios in physischem Gold oder Silber zu halten."
"Man sollte die Preisentwicklung des Goldes nicht vergleichen mit Aktienkursen. Sondern: die Kaufkraft des Goldes mit der Kaufkraft des Dollars", sagt Degussa Chefvolkswirt Thorsten Polleit. Und da schneidet Gold auf lange Sicht um Klassen besser ab. "Gold ist das bessere Wertaufbewahrungsmittel als Geld. Für langfristige Investoren hat Gold die Nase vorn". Aber Vorsicht: Gold ist nicht per se der sichere Hafen! "Es gibt keine Regelmäßigkeit, dass man sagen kann, in dieser Krise muss der Goldpreis steigen!" Anlagestrategie? "Ich empfehle, einen Teil des Portfolios in physischem Gold und Silber zu halten. Ich empfehle aber auch langfristig Aktien, den es wird nicht so viele Zinsanhebungen der Notenbanken geben, wie bereits eingepreist sind. Da werden wir deutlich höhere Kurse sehen."
"Trotz Zinssteigerungen: die finanzielle Repression geht weiter!", lautet der Titel des Degussa Marktreports in dieser Woche. Thorsten Polleit, Degussa Chefvolkswirt und Autor des Reports erläutert: "Zwar fangen die Notenbanken an, die Nominal-Zinsen zu steigern, doch die Real-Zinsen bleiben negativ, weil die Inflation höher ist." Klartext: Die Anleger haben Verluste eingefahren und werden auch in Zukunft Verluste einfahren. "Das wird als finanzielle Repression bezeichnet." Eine echte Zinswende kann Polleit nicht erkennen, die Kurve zeigt nach unten. "Ich glaube, dass der Zinsauftrieb recht schnell wieder zum Stillstand kommt." Das wiederum spielt dem Goldpreis in die Hände, denn hohe (Real)Zinsen würden den Goldpreis eher belasten. Für die derzeitige Situation lautet die Strategie: "Neben Gold und Silber langfristig auch im Aktienmarkt bleiben! Nicht durch Kapriolen herausschütteln lassen!"
Thema im Degussa Marktreport: Die "Ent-Dollarisierung" der Welt. Erstmals wurden im Zuge der Sanktionen gegen Russland die Währungsreserven eines Landes eingefroren. Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit: "Das ist eine Maßnahme, die weltweit sehr genau beobachtet wird, insbesondere von China, Brasilien, Indien. Die haben gesehen, dass möglicherweise das Halten von US-Dollar-Währungsreserven gerade in konfliktträchtigen Zeiten kein sicherer Hafen mehr ist." Der Weg wird aufgezeichnet von Bretton Woods ("Pseudo-Goldstandard") bis heute. Was könnte als Alternative zum US-Dollar verwendet werden?
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