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Das Wetter am 11.11. ist trüb, doch während die Faschingszeit anbricht, erkunde ich lieber faszinierende Hörspielwelten. Die vergangene Woche brachte nur zwei neue Hörspiele in meinen Gehörgang, aber bevor ich auf diese eingehe, eine Ergänzung zu meiner letzten Besprechung.
Letzte Woche erwähnte ich meine drei favorisierten Hörspiele, die für den ARD Hörspielpreis nominiert sind, doch ein Juwel war mir entfallen: „Der Betreuer“ von Nis-Momme Stockmann. Diese Satire verdient aus meiner Sicht eine Nominierung. Doch den Preis wird wohl eher irgendwelche Klangkunst abräumen. Ich bin aber trotzdem auf den Sieger gespannt. Vielleicht schaffe ich es und höre mir das Siegerstück an und kann es dann nächste Woche besprechen.
Nun aber zu „Der Wald schlägt zurück“ von Wolfgang Jeschke. Dieses Science-Fiction-Hörspiel beleuchtet nach einer großangelegten Aufforstung mysteriöse Todesfälle. Es erinnert mich an meine eigene jugendliche Buch-Idee über einen Baum-Aufstand zu schreiben.
Auf jeden Fall wirft es einen faszinierenden Blick auf die Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur. Es verdeutlicht, dass unser Handeln unvorhergesehene Konsequenzen haben kann und appelliert an die Suche nach Ursachen. Denn nur die Symptome bekämpfen, rächt sich irgendwann.
Das Hörspiel ist Teil der Podcast-Reihe „Das war morgen“. Darin diskutieren Isabella Herrmann und Andreas Brandhorst alte Science-Fiction-Hörspiele. Ihre detaillierten Nachbesprechungen mag ich sehr, da sie oft neue Blickwinkel aufzeigen und literarische, gesellschaftliche Einordnungen erlauben. Allerdings hoffe ich in Zukunft auf eine dynamischere Präsentation der beiden Moderator:innen. Derzeit wirkt alles noch etwas steif.
Ich habe mich in das vierteilige Hörspiel „Antikammer“ vertieft, das derzeit in der ARD Audiothek zu finden ist. Ich muss zugeben, es hat mich in seinen Bann gezogen, auch wenn ich eine fundamentale Sache auszusetzen habe.
Es startet mit einer Fahrgemeinschaft auf einer zunächst unspektakulären Fahrt, die aber plötzlich in einem rätselhaften Schlamassel landet. Mitglieder verschwinden und tauchen an merkwürdigen Orten und Zeiten wieder auf. Das ist der Kern des Ganzen. Doch, hey, bevor ich alles ausplaudere, ich möchte nicht spoilern.
Die Machart des Hörspiels ist klassisch, wir sind also immer Ohrenzeugen:innen des Geschehens. Man begleitet die Charaktere auf der Reise, das ist fast wie bei einem Film – nur eben hier für die Ohren.
Aber hier kommt mein größter Kritikpunkt: Die Zeitsprünge im Hörspiel betreffen ausschließlich die Menschen. Wieso nur? Das ist problematisch. Diese anthropozentrische Idee ist für mich ein herber Störfaktor. Die Zeit wirkt nur auf Menschen? Wie bitte? Scheint die Sonne auch nur für uns Menschen?
Aber trotz dieser Kritik hat es etwas Faszinierendes, dieses Hörspiel. Und wenn ihr es hört, werdet ihr vielleicht meinen Kritikpunkt nicht so stark empfinden. Ich wünsche euch viel Spaß beim Eintauchen in diese rätselhafte Welt und vielleicht habt ihr eine andere Sicht auf die ganze Angelegenheit als ich.
∞ Die nächste Folge des Hörspiel-Kritikers hört ihr am 18.11.23
Die ARD Hörspieltage 2023 sind in vollem Gange, und in dieser Kritik werde ich sechs Hörspiele vorstellen, die für den ARD-Hörspielpreis nominiert sind und die mir besonders gefallen.
Diese drei kurzen Hörspiele (maximal 15 Minuten) aus der Kategorie max15 haben es mir angetan:
Eine Geschichte über die 15-jährige Ida, die ein Praktikum bei einem Bestattungsunternehmen macht. Das Hörspiel hat ein richtig knackiges Ende. Es ist klug geschrieben, mit glasklaren Dialogen, super Sprecher*innen, tollem Sound und ist einfach sehr empfehlenswert.
Hier gehts zum Hörspiel:
https://www.ardaudiothek.de/episode/ard-hoerspieltage-hoerspiele-im-wettbewerb/max15-am-ende-wird-alles-gut-und-wenn-es-nicht-gut-ist-dann-ist-es-trotzdem-das-ende/swr2/12870275/
Dieses Monolog-Hörspiel handelt von einer Frau, die sich für eine Hysterektomie entscheidet, obwohl ihre Familie dagegen ist. Es bringt die Ungleichbehandlung von Frauen in Medizin und Gesellschaft in zehn Minuten äußerst packend auf den Punkt.
Hier gehts zum Hörspiel:
https://www.ardaudiothek.de/episode/ard-hoerspieltage-hoerspiele-im-wettbewerb/max15-hysterektomie/swr2/12870271/
Eine unterhaltsame Erzählung darüber, wie die Hauptfigur Ingrid als Kind glaubte, ihr Geschlecht mit fünf Jahren auswählen zu können. Das Hörspiel thematisiert Geschlechtsklischees auf humorvolle Weise.
Hier gehts zum Hörspiel:
https://www.ardaudiothek.de/episode/ard-hoerspieltage-hoerspiele-im-wettbewerb/max15-ingo3000/swr2/12870309/
Diese drei langen, nominierten Hörspiele fand ich hörenswert:
Die meisten der längeren Hörspiele sind wirklich recht avantgardistisch oder deprimierend. Dennoch gibt es drei, die für mich positiv hervorstechen:
Das sind kleine Minihörspiele, bei denen alle Rollen von einem Schauspieler gesprochen werden. Es ist humorvoll und satirisch sind, aber genau deswegen glaube ich, dass es keine Auszeichnung dafür geben wird.
Hier gehts zum Hörspiel:
https://www.ardaudiothek.de/episode/ard-hoerspieltage-hoerspiele-im-wettbewerb/antonio-fian-dramolette/swr2/12850877/
Ist mehr Feature als Hörspiel. Es geht darin um Rassismus in Bezug auf die Stimme, besonders im Fokus: Synchron und Musik. Mit höchst interessanten Einblicken von bekannten Synchronsprechern schwarzer Schauspieler, wie etwa Samuel L. Jackson.
Hier gehts zum Hörspiel:
https://www.ardaudiothek.de/episode/wdr-hoerspiel/playblack-radio-was-ist-eigentlich-eine-schwarze-stimme/wdr/12624269/
Ein Monolog-lastiges Hörspiel, das interessante Ideen präsentiert, gut gespielt ist, jedoch manchmal ein wenig zu lang und weniger griffig ist.
Hier gehts zum Hörspiel:
https://www.ardaudiothek.de/episode/ard-hoerspieltage-hoerspiele-im-wettbewerb/sebastien-david-goldmaedchen-ein-modernes-maerchen-in-vier-verwandlungen/swr2/12851883/
Und nun noch zwei Hörspiele außerhalb der ARD-Hörspieltage 2023
Ein zweiteiliges Hörspiel mit jeweils etwa einer Stunde Laufzeit. Dieses Hörspiel erzählt die Geschichte eines Justizirrtums und eines gebrochenen Mannes, der für eine Straftat büßt, die er nicht begangen hat. Die Produktion ist wunderbar, hochwertig und sehr gelungen.
Hier gehts zum Hörspiel:
https://www.ardaudiothek.de/episode/ndr-hoerspiel-box/patricia-highsmith-die-glaeserne-zelle-1-2/ndr/12866583/
In der Podcast-Reihe "Knallhart" wird dieses Hörspiel aus dem Jahr 1997 präsentiert. Es stellt eine bemerkenswerte Interpretation des Klassikers dar. Richtig toll ist, dass hier die Figur des Utterson von Rolf Schult, Captain Picards Synchronstimme, gesprochen wird.
Hier gehts zum Hörspiel:
https://www.ardaudiothek.de/episode/knallhart-die-ard-thriller-hoerspiele/dr-jekyll-und-mr-hyde-1-2-kult-klassiker-von-r-l-stevenson/ard/12850997/
∞ Die nächste Folge des Hörspiel-Kritikers hört ihr am 11.11.23
In dieser neuen Folge des Hörspiel-Kritikers werde ich diesmal 4 Hörspiele besprechen. Das erste Hörspiel ist ein interaktives Kinder-Hörspiel mit dem Titel „Die Villa im Wald“. Das fand ich tatsächlich nicht so gut. Warum? Das werde ich natürlich in dieser Folge erklären. Dann gehe ich auf das Hörspiel „Follower“ ein und auf das Hörspiel „Der Hals der Giraffe“ und auch auf ein fast 100 Jahre altes Hörspiel von Friedrich Wolf. Es wird eine aufschlussreiche Hörspiel-Kritiker-Folge versprochen.
∞ Die nächste Folge des Hörspiel-Kritikers hört ihr am 04.11.23
In dieser Folge bespreche ich nur ein Hörspiel, und zwar: „Ich hörte vom Ende der Welt“ von Joseph Bolz. Den kennen wir schon vom Hörspiel „Who lives there“, was ich in dieser Folge meines Podcasts besprochen habe. Das Hörspiel erscheint am 23.10.23 in der ARD Audiothek, ich hatte aber schon die Möglichkeit hineinzuhören.
„Ich hörte vom Ende der Welt“ handelt von einem mysteriösen Radiosender, der scheinbar aus der Zukunft sendet. Allerdings hatte ich so einige Probleme mit diesem Hörspiel, die ich glücklicherweise mit dem Dramaturgen des Hörspiels: Michael Becker per Mail besprechen konnte.
Doch auch auf den neuen ARD-Podcast „100 aus 100: Die Hörspiel-Collection“ möchte ich in dieser Folge kurz eingehen. Das scheint eine echt tolle Sache zu werden.
∞ Die nächste Folge des Hörspiel-Kritikers hört ihr am 28.10.23
Boudicca war eine keltische Königin, die im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt in England den Römern eins gehörig auf die Schnauze haute. Dafür ist sie auch heute noch berühmt. Ob die Hörspielserie des WDR über Keltenkönigin ebenfalls berühmt wird, erfahrt ihr in dieser Folge des Hörspiel-Kritikers. Außerdem verrate ich euch, was ich von „Sisi“, der 4-teiligen Hörspiel-Reihe nach einem Roman von Karen Duve halte.
∞ Die nächste Folge des Hörspiel-Kritikers hört ihr am 21.10.23
Sheriff Lucian Wing ist geduldiger Mann, seine Frau Clemmi hat ihn aus dem Haus rausgeschmissen und lebt jetzt mit ihrem ehemaligen Freund zusammen. Aber der Sheriff darf sich noch ums Haus kümmern, also Reparaturen durchführen, wie Glühbirnen wechseln, weil der Neue das nicht kann? Um das geht es in Castle Freemans Hörspiel „Der Klügere lädt nach“. Aber dann bespreche ich noch das Leben nach dem Tod auf einem Campingplatz und in der Hölle, dem überfüllten Himmel und der Erde.
∞ Die nächste Folge des Hörspiel-Kritikers hört ihr am 14.10.23
In „Das krumme Haus“, einem Krimi von Agatha Christie, zeigt uns Jens Wawrczeck, dass viel mehr in ihm steckt als nur Peter Shaw. Es ist ein intelligent gemachtes Hörspiel mit einem wirklich überraschendem Ende. Und auch „Mord und Wischmopp“ erfreute mich in dieser Woche. Warum? Nun, Pamela Schlonski ist nicht nur ein geiler Name für eine Ermittlerin, es macht auch Spaß diese Figur zu begleiten, wenn sie versucht, den Mordfall am Vorsitzenden eines Fotoclubs zu enträtseln.
∞ Die nächste Folge des Hörspiel-Kritikers hört ihr am 07.10.23
Diesmal möchte ich zwei brandneue Hörspielserien mit euch bereden sowie einen Hörspiel-Klassiker. Bei den Serien handelt es sich um „Slughunters. Jagd auf die Jäger“ – ein Sci-Fi-Thriller – sowie „Last Exit Kur-Oase“ – ein Comedy-Hörspiel. Das Klassiker-Hörspiel heißt „Demolition“ und ist das weltweit erste Hörspiel, was in Kunstkopfstereofonie produziert wurde. Seine Ausstrahlung war im Jahr 1973.
∞ Die nächste Folge des Hörspiel-Kritikers hört ihr am 30.09.23
Letzte Woche habe ich „Tannenklirren“ mit den beiden Regisseur:innen Mark Ginzler und Susanne Janson besprochen. Heute werde ich nochmal mein kleines Fazit zur Hörspiel-Serie ziehen. Außerdem gehe ich auf die Satire „Algor Mortis – Hirnfrost“ näher ein und kläre, ob sie Spaß macht. Und zu guter Letzt werde ich „Flüsterwelt“ näher durchleuchten und euch verraten, was ich von dieser Hörspiel-Podcast-Serie halte. Es wird eine abwechslungsreiche Folge, garantiert.
∞ Die nächste Folge des Hörspiel-Kritikers hört ihr am 23.09.23
Ich bespreche vorwiegend Hörspiele aus der ARD-Audiothek, doch diesmal mache ich eine Ausnahme. Die 8-teilige Hörspiel-Serie „Tannenklirren“ vom SRF ist nämlich so genial, dass ich es euch unbedingt vorstellen möchte. Dazu habe ich mir 2 prominente Unterstützer eingeladen, und zwar die beiden Regisseur:innen des Hörspiels Mark Ginzler und Susanne Janson. Mit ihnen führte ich ein ausführliches Interview, was im ersten Teil spoilerfrei ist, und im zweiten Teil gibt es dann ein paar Spoiler. Diese sind jetzt wirklich so dezent, dass man unmöglich wissen kann, wie sich das Hörspiel entwickelt. Die Serie könnt ihr ab dem 14. September auf der Webseite des SRF vollständig anhören. Die 1. Folge „Tannenklirren“ gibt es jetzt schon im Stream.
∞ Die nächste Folge des Hörspiel-Kritikers hört ihr am 16.09.23
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