Der Pragmaticus Podcast

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Der Pragmaticus Podcast episodes

  • China: Stagnation im Staatskapitalismus
    Ist China wirklich stark genug, um es mit den USA aufzunehmen? Die Sinologin Susanne Weigelin-Schwiedrzik zweifelt angesichts des neuen Staatskapitalismus von Xi Jinping. Ein Podcast vom Pragmaticus. 

    Das Thema:
    Susanne Weigelin-Schwiedrzik hat Zweifel an der wirtschaftlichen Stärke Chinas: Schon seit 2010 kann der spezifische (Partei-) Staatskapitalismus, der durch Xi Jinpin, seit 2013 im Amt, wiederbelebt wurde, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nicht aus der Prekarität führen: Die soziale Ungleichheit ist nach wie vor groß, auch wenn sich eine gehobene Mittelklasse etablieren konnte. Die Schrumpfung der Privatwirtschaft und der Niedergang des informellen Sektors wiegen schwer, und die Exportgewinne sinken. Eine soziale Absicherung gibt es für die Mehrheit der Chinesen nicht.

    Unser Gast in dieser Folge: 
    Susanne Weigelin-Schwiedrzik ist Sinologin. Von ihrer Professur für Moderne Sinologie an der Universität Heidelberg (1989 bis 2002) wurde sie 2002 an die Universität Wien berufen, wo sie bis 2020 als Professorin am Institut für Ostasienwissenschaften tätig war. Seit 2012 ist sie korrespondierendes Mitglied in der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). In ihrer Forschung hat sie sich insbesondere mit der chinesischen Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts und zeitgenössischer chinesischen Diskursen über historische Ereignisse wie die große Chinesische Hungersnot und die Kulturrevolution auseinandergesetzt. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien von ihr im Brandstätter Verlag das Buch „China und die Neuordnung der Welt“. Weigelin-Schwiedrzik schreibt als Autorin für den Pragmaticus.

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    35 min
  • Alles außer Politik: Peter Filzmaier interviewt Oliver Rathkolb
    Alles außer Politik: Peter Filzmaier und Oliver Rathkolb diskutieren über Ahnungslosigkeit als Todesurteil für Demokratien. Ein Podcast vom Pragmaticus. 

    Das Thema:
    Der Historiker Oliver Rathkolb hat eine These zu der „nervösen Zeit“ unserer Gegenwart, zu Trump, Putin und zum Erfolg der AfD in Deutschland: Irgendwo und irgendwann in den acht Jahrzehnten Demokratie in Österreich und Deutschland seit 1945 müssen die demokratischen Institutionen ausgelassen haben, bei ihrer Aufgabe, „historisches, kritisches Orientierungswissen“ zu vermitteln. 

    „Wenn ich mir heute die AfD in Deutschland anschaue, muss ich mir schon die Frage stellen: Wo ist die politische Bildung denn geblieben? Hat sie die jungen Menschen nicht erreicht?“, fragt Rathkolb.

    Wer nichts weiß, wird zur Beute jener, die aus der Vergangenheit den Giftbecher der Demokratie machen und so die demokratische Zukunft klauen – Trump, Putin und die AfD sind für den Historiker die prominentesten Beispiele für die Macht der Geschichtsverdrehung und der schleichenden Abschaffung von Demokratie. Die besteht nicht lediglich darin Mehrheiten regieren zu lassen, sondern im politischen Aushandlungsprozess. Dieser ist ohne Wissen nicht zu haben. 

    Unser Gast in dieser Folge: 
    Oliver Rathkolb wurde im November 1955 in Wien geboren und wuchs in Gmünd im Waldviertel auf. Als Professor für Zeitgeschichte an der Universität Wien prägte er die Charak­terisierung Österreichs als „paradoxe Republik“, deren ­Genese er in vielen Büchern aufzeigt. Er initiierte zahlreiche Ausstellungen zur ­Zeitgeschichte, so auch die aktuelle Ausstellung „Kontrollierte Freiheit. Die Alliierten in Wien“ im Wien Museum. Anlässlich dessen gab er dem Pragmaticus ein Interview über die Wirkung dieser Kulturpolitik. Im Interview zeigt er, dass die vier Besatzungsmächte unterschiedlich agierten, und dass der Ansatz der Sowjetunion erstaunlich restaurativ und rückwärtsgewandt war – was sich mit den Interessen der ersten österreichischen Regierung deckte, aber in überraschendem Gegensatz zur Kulturpolitik der KPÖ stand.
     
    Der Podcast Alles außer Politik mit Peter Filzmaier
    In „Alles außer Politik“ vollzieht der Politikwissenschaftler und Polit-Analyst Peter Filzmaier den Drahtseilakt im Gespräch mit Wissenschaftlern und Experten alles zu bereden und doch nicht bei der Politik anzustreifen. Gar nicht so leicht. Und doch ein weites Feld: Jeden 3. Donnerstag im Monat also Gespräche über Alltag, Leben, Philosophie, Kultur und neue Ideen abseits des Politzirkus.

    Was bisher besprochen wurde: 
    Das Geld mit Gabriel Felbermayr
    Die Gesundheit mit Katharina Reich 
    Der Marathon mit Julia Mayer 
    Das Land mit Lisz Hirn 

    Der Host, Peter Filzmaier
    Peter Filzmaier stammt aus Wien und ist der Politanalyst des Landes. Die Frequenz seiner Auftritte in den Nachrichtensendungen des ORF kann als Indikator für die Intensität einer politischen Krise dienen. Filzmaier formuliert dann im berühmten Schnellsprech präzise Einschätzungen zur Lage der Parteien und zum Urteil der Wähler. Der Politikwissenschaftler forscht und lehrt ansonsten an den Universitäten Graz und Krems, wo er Professuren für Politische Kommunikation sowie Politikforschung innehat. Und er ist Leiter des Instituts für Strategieanalysen (ISA) in Wien. Alles außer Politik ist der einzige Podcast, in dem er nicht über Politik spricht.

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    50 min
  • Digitaler Humanismus – eine naive Illusion?
    Die Soziologin Katja Mayer über konkrete Wege, den Humanismus im Zeitalter der Maschinen zu wahren. Ein Podcast vom Pragmaticus. 

    Das Thema:
    Angesichts der fortschreitenden Fähigkeiten der Technologie und der vollständigen Durchdringung unseres Alltags durch künstliche Intelligenz, lenkt digitaler Humanismus den Blick auf die Problemzonen des digitalen Fortschritts (Machtkonzentration, Monopolbildung, Kontrolle, Sucht und Abhängigkeit), um Lösungen anzubieten: klare Regeln, Transparenz und Mitbestimmung. Die Zeit drängt, meint die Soziologin Katja Mayer, denn: „Wir haben den utopischen Weg längst verlassen“.
    Wie finden wir zurück? Die Erfahrungen der Renaissance können uns leiten, sagt Mayer: Diese griff auf die Antike zurück, um humanistische Werte und technologischen Fortschritt zu verbinden. Im Podcast zeigt sie konkrete und technologiefreundliche Wege auf, wie das Menschliche wieder zurückerobert werden kann.

    Unser Gast in dieser Folge: 
    Katja Mayer ist Soziologin und forscht am Zentrum für Soziale Innovation (ZSI) in Wien und an der Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Open Science und Open Data im Kontext von Künstlicher Intelligenz. Vor ihrer akademischen Laufbahn hat Katja Mayer in der IT-Branche gearbeitet und war Forschungsberaterin des Präsidenten des Europäischen Forschungsrats (European Research Council ERC).

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    32 min
  • Erdbeben – unvorhersehbar und immer nah
    Die Seismologin Maria-Theresia Apoloner über die Entstehung von Erdbeben, ihre Energie und warum oft nur wenige Sekunden bleiben, um sich zu schützen. Ein Podcast vom Pragmaticus. 

    Das Thema:
    Nicht immer spürbar, bebt und bewegt sich die Erdoberfläche permanent: Der Meeresboden schiebt sich unter die Kontinentalplatten, Erdplatten stoßen aneinander, Vulkane schleudern das Erdinnere hinaus, selbst der Wind, der die Meere bewegt, erzeugt Bewegungen in der Erdkruste. Maria-Theresia Apoloner gehört zu den relativ wenigen Forschern weltweit, die dieses kontinuierliche Wackeln, Ruckeln und Schwingen messen und immer neue Methoden entwickeln, um daraus resultierende Beben besser vorhersagen zu können. Dieser Podcast beschäftigt sich mit der Kunst der Messung und den Wissenschaften hinter den Frühwarnsystemen.

    Unser Gast in dieser Folge: 
    Maria-Theresia Apoloner hat Ingenieurwissenschaften mit den Schwerpunkten Geodäsie und Geometrie an der Universität Wien studiert – in ihrer Disseration 2016 analysierte sie das Erdbeben von Ebreichsdorf 2013 – und ist Seismologin bei GeoSphere Austria (vormals Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik), wo sie unter anderem natürliche und induzierte Erdbewegungen und Bodenunruhen überwacht und seismische Messungen durchführt. Seismische Risikoabschätzungen sind eines ihrer Spezialgebiete; ihre Expertise kommt nicht nur in Bezug auf Beben zum Einsatz sondern auch bei der Risikobestimmung von Geothermie.

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    39 min
  • Das Smartphone – ein Verhängnis?
    Der Psychiater Christoph Pieh über die Gründe für Macht des Smartphones, und wie man sie bricht. Ein Podcast vom Pragmaticus. 

    Das Thema:
    Die Netflix-Serie Adolescence hat den Alptraum vieler Eltern in ein Filmdrama gepackt: Was Kinder und Jugendliche am Handy sehen und erleben, können sie nicht kontrollieren und oft stehen die virtuellen Erfahrungen am Anfang von Gewalt, Depressionen und Angst. Der Psychiater Christoph Pieh will das Smartphone nicht verdammen, zeigt im Podcast aber auf, warum dieses omnipräsente Gerät so eine Macht über die junge Generation hat, und was Eltern dagegen tun können, denn: hilflos sind sie nicht.

    Unser Gast in dieser Folge: 
    Christoph Pieh ist Psychiater und Professor für psychosomatische Medizin und Gesundheitsforschung an der Universität für Weiterbildung Krems, wo er das Department für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie leitet. Ein Schwerpunkt seiner Forschung sind psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Er hat in mehreren Studien die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Heranwachsende untersucht.

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    33 min
  • Die Freiheit der Donauküchen
    Ein Podcast über die Vielfalt der Donauküchen. Gastrosoph Peter Peter zur kulinarischen Geschichte eines Kulturraums, der fließende Übergänge, aber keine Grenzen kennt. Ein Podcast von Der Pragmaticus.

    Das Thema:
    Beef Tartar, Weißwurst, gebackener Fisch, Krautfleckerl, Obers, Palatschinken, Kaffee, Tee, Bier, Wein, Mamaliga, Polenta, Schnitzel, Tafelspitz, Kebab, Cevapcici, Backhendl, Gulasch, Baklava – entlang der 2.857 Kilometer langen Donau treffen Esskulturen aufeinander und verbinden sich zu einer neuen Einheit. Donauküche sei „Culinary correctness“, sagt Gastrosoph Peter Peter. Es schwingt Nostalgie mit, aber warum nicht einigende Vielfältigkeit herbeisehnen oder herbeikochen? Dieser Podcast hat alle Zutaten.  

    Über machtHunger
    In unserer Podcastreihe machtHunger geht es um die Kulturgeschichte des Essens und alle wirtschaftlichen Verstrickungen und politischen Machtspiele, die mit dem Essen und mit kulinarischen Traditionen verbunden sind. macht Hunger ist ein Podcast von Der Pragmaticus. Sie finden uns auch auf Instagram, Facebook, LinkedIn und X (Twitter).

    Staffel I
    macht Hunger I: Nationalgerichte
    macht Hunger II: Frankreich
    macht Hunger III: Italien
    macht Hunger IV: Das Schnitzel
    macht Hunger V: Globale Küche
    macht Hunger VI: Zucker!
    macht Hunger VII: Slawische Küche
    macht Hunger VIII: Jenseits des Fleisches

    Staffel II
    macht Hunger I: Die Geschichte der Muskatnuss
    macht Hunger II: Der lange Weg zum Besteck
    macht Hunger III: Weltenlenkerin Kartoffel
    macht Hunger IV: Alkohol – Geschichte einer rosaroten Brille
    machtHunger V: Salz, Ursprung von fast Allem
    machtHunger VI: Ekel: Das Grauen bei Tisch
    machthunger VII: Wie der Tee drei Mal nach Europa kam
    machthunger VIII: Es trieft! Eine Geschichte vom Fett

    Staffel III 
    machthunger I: Bittersüß: Die Geschichte der Zitrusfrüchte
    machthunger II: Warum dieses Weihnachtsessen?
    machthunger III: Klasse Wein 
    machthunger IV: Gurken für die Ewigkeit
    machthunger V: Gemästete Mäuse: Das Essen der Antike


    Über Peter Peter
    Der Kulturwissenschaftler Peter Peter ist in der bayerischen Hauptstadt München aufgewachsen, hat in Klassischer Philologie promoviert und ist Autor zahlreicher Bücher über das Reisen und die Kochkulturen dieser Welt (unter anderem verfasste er auch eine Kulturgeschichte des Schnitzels bzw. der österreichischem Küche). Er lehrte an der von Slow Food gegründeten Università delle scienze gastronomiche in Pollenzo und Colorno. Seit 2009 lehrt er für den Masterstudiengang des Zentrums für Gastrosophie der Universität Salzburg das Modul „Weltküchen und Kochsysteme“ und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Kulinaristik. Sein jüngstes Buch ist den Zitrusfrüchten und Italien gewidmet. Es heißt Blutorangen und ist im Verlag Klaus Wagenbach erschienen. Für den Pragmaticus hat er einen lesenswerten Einstieg in die Gastrodiplomacy verfasst.

     
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    39 min
  • Alles außer Politik: Peter Filzmaier interviewt Lisz Hirn
    Alles außer Politik: Peter Filzmaier und Lisz Hirn sprechen darüber, was passiert, sollten alle in die Stadt ziehen (müssen). Ein Podcast vom Pragmaticus. 

    Das Thema:
    „Nehmen wir mal an, der ländliche Raum stirbt wirklich aus oder schrumpft. Was wäre eigentlich so schlimm daran?“ Peter Filzmaier versucht die Philosophin Lisz Hirn zu provozieren. Die hat in der 4. Episode von Alles außer Politik aber zu viele Ideen für ein gutes Leben jenseits von Stadt und Land, um sich provozieren zu lassen. „Es wäre schade, diesen ländlichen Raum abzuschreiben, weil er ganz andere Qualitäten hat und andere Lebensmodelle möglich macht“, sagt sie. 
    Dass es sich dabei nur um ein Gedankenexperiment handeln kann, hat die Philosophin mit dem Verweis auf die Ernährungssicherheit zuvor nonchalant klargestellt, um sodann den Sinn der Stadt-Land-Dichotomie zu hinterfragen: „Du bist Städter oder du lebst am Land und dazwischen bist vielleicht noch ein Pendler“, fasst sie die drei Kategorien zusammen, die für das Nachdenken über Stadt und Land üblicherweise zur Verfügung stehen. Im Gespräch mit Peter Filzmaier zeigt Lisz Hirn, welche Lebensmodelle denkbar werden, wenn man diese Dreifaltigkeit mal beiseite lässt. 

    Unser Gast in dieser Folge: 
    Lisz Hirn stammt aus der Obersteiermark. Sie ist Philosophin und promovierte 2008 mit einer Arbeit zu die Lebensphilosophie bei Friedrich Nietzsche. Die Lebensphilosophie hat sie thematisch begleitet, insofern sie mit ihrer philosophischen Praxis unter anderem „Philosophie und Kunst im Alltag sichtbar machen“ möchte. In jüngster Zeit hat Hirn auch das Thema Wohnen zum Gegenstand philosophischer Betrachtung gemacht. Sie hat zahlreiche Beiträge publiziert und ist die Autorin mehrerer Bücher. Zuletzt erschien von ihr Der überschätzte Mensch. Anthropologie der Verletzlichkeit im Verlag Zsolnay.
     
    Der Podcast Alles außer Politik mit Peter Filzmaier
    In „Alles außer Politik“ vollzieht der Politikwissenschaftler und Polit-Analyst Peter Filzmaier den Drahtseilakt im Gespräch mit Wissenschaftlern und Experten alles zu bereden und doch nicht bei der Politik anzustreifen. Gar nicht so leicht. Und doch ein weites Feld: Jeden 3. Donnerstag im Monat also Gespräche über Alltag, Leben, Philosophie, Kultur und neue Ideen abseits des Politzirkus.

    Der Host, Peter Filzmaier
    Peter Filzmaier stammt aus Wien und ist der Politanalyst des Landes. Die Frequenz seiner Auftritte in den Nachrichtensendungen des ORF kann als Indikator für die Intensität einer politischen Krise dienen. Filzmaier formuliert dann im berühmten Schnellsprech präzise Einschätzungen zur Lage der Parteien und zum Urteil der Wähler. Der Politikwissenschaftler forscht und lehrt ansonsten an den Universitäten Graz und Krems, wo er Professuren für Politische Kommunikation sowie Politikforschung innehat. Und er ist Leiter des Instituts für Strategieanalysen (ISA) in Wien. Alles außer Politik ist der einzige Podcast, in dem er nicht über Politik spricht.

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    48 min
  • Die Kirche zerfällt, das Christentum lebt
    Der Philosoph Alexander Grau über die spätantike Situation des Christentums. Ein Podcast vom Pragmaticus. 

    Das Thema:
    „Wir sind sozusagen die Römer des vierten Jahrhunderts. Wir merken, wie die Tempel zerfallen.” Während Europa unter anderem durch die christlichen Kirchen im Mittelalter versank, lebte die Antike im oströmischen Reich fort, von wo Europa sie in der Renaissance wieder hervorkramen konnte: Der Philosoph Alexander Grau sieht Christentum und Kirche heute in einer Lage, die der Situation der Spätantike (hier gleichgesetzt mit dem Ende des weströmischen Reiches) vergleichbar sei. Heutige Christen lebten einen Glauben, der für Orientierung im Alltag sorge, nach Außen folkloristische Züge trage, aber die christlichen Werte – darunter auch jene der Aufklärung – bewahre, argumentiert er. Das Christentum habe sich von der Kirche entkoppelt, und das sei seine Chance.

    Unser Gast in dieser Folge: 
    Alexander Grau wurde 1968 in Bonn geboren. Er promovierte an der FU Berlin mit einer Arbeit über die Erkenntnistheorie Hegels und ist Autor zahlreicher Bücher und Beiträge über Moral bzw. Moralismus. Für den Pragmaticus schrieb er über normative Ordnungen und über die Rolle der christlichen Konfessionen heute.

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    32 min
  • Gemästete Mäuse: Das Essen der Antike
    Ein Podcast über das Essen im antiken Rom. Gastrosoph Peter Peter erklärt die Abwesenheit von Nudeln, und was es mit der Dekadenz auf sich hat. 

    Das Thema:
    Diese Episode von machtHunger über das Essen der Antike wird Sie mit anderen Augen auf den Hamsterkäfig blicken lassen: Das Laufrad, es ist eine Erfindung der Römer. In privilegierten Kreisen im Zentrum der Macht aß man nämlich gern gemästete Haselmäuse: Die Mäuse wurden dazu in Käfigen gehalten, wobei Laufräder die Tiere zur Bewegung animierten, damit ihr Fleisch nicht zu weich werde. „In der Antike hatte man irgendwie so eine kultische Scheu davor, Brot zu kochen“, erklärt Gastrosoph Peter Peter, auch wenn dies die gemästeten Mäuse nicht vollständig erklärt.
    Nudeln gab es also nicht. Nicht Jeder und Jede im römischen Reich musste aber zur Haselmaus greifen oder auf einem Sofa liegend essen: Ausreichend großer Mangel an Reichtum und politischer Macht schützte zuverlässig vor Überfluss und Dekadenz (Stichwort Papageienzungen), zumal die aus heutiger Sicht wohl größten Eskapaden nur im antiken Rom stattfanden. Die Küche profitierte ansonsten von den arabischen kulinarischen Traditionen, Gewürzen und Rezepten, auch die Tischkultur haben die Römer aus dem später dann oströmischen Reich mitgenommen – der Tisch in der Mitte der Triclinia etwa und die Kultur der Vorspeisen, (arab./pers. mazza, mezze), die bis heute die Dreieinigkeit von Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise der „bürgerlichen“ Küchen Europas bilden.
    Diese Tradition bewahrte die römische Küche zwar zwischenzeitlich nicht vor den gemästeten Mäusen, Dekadenz und Völlerei, aber vor der kulinarischen Monotonie, die mit dem europäischen Mittelalter in vielen ehemaligen römischen Provinzen einkehrte, denn die antiken Gewohnheiten zu wahren, gelang dort bekanntlich nicht. 
    Und: Ja, die Römer waren wahrscheinlich verantwortlich für das Aussterben des Silphiums, jener sagenumwobenen Pflanze, die vielleicht doch noch in einem türkischen Garten erhalten blieb, oder doch nicht?
    Falls Sie nach dieser Episode von machtHunger noch nicht genug von der Antike haben: Hier wäre ein weiterer Podcast. Er handelt davon, wie und anlässlich welcher Verbrechen im antiken Rom Recht gesprochen wurde. Der Gast ist die Althistorikerin Anna Dolganov.

    Über machtHunger
    In unserer Podcastreihe machtHunger geht es um die Kulturgeschichte des Essens und alle wirtschaftlichen Verstrickungen und politischen Machtspiele, die mit dem Essen und mit kulinarischen Traditionen verbunden sind. macht Hunger ist ein Podcast von Der Pragmaticus. Sie finden uns auch auf Instagram, Facebook, LinkedIn und X (Twitter).

    Staffel I
    macht Hunger I: Nationalgerichte
    macht Hunger II: Frankreich
    macht Hunger III: Italien
    macht Hunger IV: Das Schnitzel
    macht Hunger V: Globale Küche
    macht Hunger VI: Zucker!
    macht Hunger VII: Slawische Küche
    macht Hunger VIII: Jenseits des Fleisches

    Staffel II
    macht Hunger I: Die Geschichte der Muskatnuss
    macht Hunger II: Der lange Weg zum Besteck
    macht Hunger III: Weltenlenkerin Kartoffel
    macht Hunger IV: Alkohol – Geschichte einer rosaroten Brille
    machtHunger V: Salz, Ursprung von fast Allem
    machtHunger VI: Ekel: Das Grauen bei Tisch
    machthunger VII: Wie der Tee drei Mal nach Europa kam
    machthunger VIII: Es trieft! Eine Geschichte vom Fett

    Staffel III 
    machthunger I: Bittersüß: Die Geschichte der Zitrusfrüchte
    machthunger II: Warum dieses Weihnachtsessen?
    machthunger III: Klasse Wein 
    machthunger IV: Gurken für die Ewigkeit


    Über Peter Peter
    Der Kulturwissenschaftler Peter Peter ist in der bayerischen Hauptstadt München aufgewachsen, hat in Klassischer Philologie promoviert und ist Autor zahlreicher Bücher über das Reisen und die Kochkulturen dieser Welt (unter anderem verfasste er auch eine Kulturgeschichte des Schnitzels bzw. der österreichischem Küche). Er lehrte an der von Slow Food gegründeten Università delle scienze gastronomiche in Pollenzo und Colorno. Seit 2009 lehrt er für den Masterstudiengang des Zentrums für Gastrosophie der Universität Salzburg das Modul „Weltküchen und Kochsysteme“ und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Kulinaristik. Sein jüngstes Buch ist den Zitrusfrüchten und Italien gewidmet. Es heißt Blutorangen und ist im Verlag Klaus Wagenbach erschienen. Für den Pragmaticus hat er einen lesenswerten Einstieg in die Gastrodiplomacy verfasst.

     
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    39 min
  • Alles außer Politik: Peter Filzmaier interviewt Julia Mayer
    Alles außer Politik: Peter Filzmaier und Julia Mayer sprechen darüber, wie und warum man einen Marathon läuft. Ein Podcast vom Pragmaticus. 

    Das Thema:
    Wer diesen Podcast hört, will sofort mit dem Laufen beginnen oder wieder laufen oder weiter laufen oder für immer laufen. Laufprofi Julia Mayer und Lauflaie Peter Filzmaier wandeln Versagensängste, Frust und Ehrgeiz im Gespräch über Trainings (bei Julia Mayer maximal 220 Kilometer in der Woche), Geschwindigkeiten (bei Julia Mayer 18 km/h) und Vorbilder (Tigist Assefa, Ruth Chepngetich, Sifan Hassan und Paula Radcliffe) in pures Laufglück um. 

    Unser Gast in dieser Folge: 
    Julia Mayer stammt aus Wiener Neustadt, ist die Profi-Langstreckenläuferin Österreichs. Sie trainiert im Heeressportzentrum (Leistungssport) des Österreichischen Bundesheeres. Die Olympionikin, 4-fache österreichische Rekordhalterin, 21fache österreichische Staatsmeisterin und diplomierte Lehrerin läuft die Marathondistanz in zwei Stunden, 26 Minuten und 43 Sekunden, einen Halbmarathon in einer Stunde, elf Minuten und neun Sekunden. Im globalen karitativen Wings for Life Run belegte sie 2024 den 58. Rang auf einer Distanz von 38,1 Kilometern. Ursprünglich Fußballerin kam sie mit 24 Jahren zum Laufen (erster Wettkampf war der Vienna Night Run) und gewann sogleich ihren ersten Staatsmeistertitel. Ihr aktuelles Ziel: die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028.
     
    Der Podcast Alles außer Politik mit Peter Filzmaier
    In „Alles außer Politik“ vollzieht der Politikwissenschaftler und Polit-Analyst Peter Filzmaier den Drahtseilakt, im Gespräch mit Wissenschaftlern und Experten aus verschiedenen Bereichen alles zu bereden und doch nicht bei der Politik anzustreifen. Gar nicht so leicht. Und doch ein weites Feld: Jeden 3. Donnerstag im Monat also Gespräche über Alltag, Leben, Philosophie, Kultur und neue Ideen abseits des Politzirkus.

    Der Host, Peter Filzmaier
    In Österreich kennt ihn wohl jedes Kind: Peter Filzmaier ist der Politanalyst des Landes. Die Frequenz seiner Auftritte in den Nachrichtensendungen des ORF kann als Indikator für die Intensität einer politischen Krise dienen. Filzmaier formuliert dann im berühmten Schnellsprech präzise Einschätzungen zur Lage der Parteien und zum Urteil der Wähler. Der Politikwissenschaftler forscht und lehrt ansonsten an der Universität für Weiterbildung Krems, wo er das Department für Politische Kommunikation leitet und den Lehrstuhl für Demokratiestudien und Politikforschung innehat. Er ist Professor für Politische Kommunikation an der Karl-Franzens-Universität Graz und geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Strategieanalysen (ISA) in Wien.

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    50 min

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