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Im Bundesvergleich führt Frankfurt/Main seit Jahren die Kriminalitätsstatistik an. Trotzdem herrscht bei Janneke und Brix gähnende Langeweile. Ein banaler Nachbarschaftstreit im besser situierten Bereich der Stadt kommt ihnen da sehr gelegen. Computerleuchte Nils macht Ärger in der Neighbourhood. Ein Kleinkrieg hinterm Gartenzaun hat sich da entfacht. Dass hinter dem Krach in der Siedlung nicht nur ein Mord, sondern auch wieder die große Kiste der weltverändenden Informationstechnik steckt, damit hat wohl keiner gerechnet.
Außer den Zuschauer_innen. Die bekommen Dank der Inszenierung aus der Abteilung Cyberfuture relativ früh Einblick hinter die Einsen und Nullen, die über Nils' Monitore flimmern. Hauptsächlich Nullen. Ob die Mischung aus Matrixelementen, sprödem Polizeialltag und verschiedenen Filmanspielungen am Ende auch reicht für ein gelungenes Kriminalspiel, das soll im Podcast geklärt werden.
Kreuzberger Nächte sind lang. Berliner TATORTE noch länger. Zumindest wenn man das Handlungskonstrukt der Fälle von Rubin und Karow in Augenschein nimmt. 4 Filme ergeben 1 großen Fall. Doch damit ist jetzt endlich Schluss! Das Rätsel um Maihacks Mörder ist gelöst.
So manche_r Zuschauer_in dürfte bei derart langgezogener Handlungsstränge der Geduldsfaden gerissen sein. Die Quote spricht Bände. Doch Gottseidank haben die Podcaster Nerven dehnbar wie Gummiseile. Wie immer sind sie hart am Ball geblieben, wo andere längst abgeschaltet haben. Ihnen bleibt allerdings auch nix anderes übrig.
Die Zeit ist also gekommen, nach den 4 ersten Berliner TATORTEN mit der Doppelspitze Rubin/Karow, ein kleines Resümeechen zu ziehen. Und vielleicht etwas Vorfreude aufkommen zu lassen auf das was in Zukunft noch kommen mag. Vielleicht sogar mal wieder ein ganz normaler Krimi. Mit Leiche, Ermittlung, Ergebnis, Ende. Wer weiß.
Der letzte TATORT vom Bodensee. Da muss was Großes her. Aber nur was? Klara Blum = Eva Mattes = Fassbinder! Die Assoziationskette steht. Also ran mit dem gesellschaftlich-philosophischen Content. Die Grand Damen des Fassbinder-Clans werden rangekarrt, lustige Hütchen aufgesetzt, eine handvoll Drehbuchfragmente aus dem Regal geholt. Alles rein in den Topf, eine Stunde aufkochen lassen und zum Schluss einen Schuss im Gewächshaus untermischen. Fertig ist der Brei. Zum Servieren mit ein paar frischen Blättern der kleinblütigen Bergminze garnieren.
Pathos und Poesie sind zwei Sachen, die ganz nah bei Peinlich liegen. Von Pathos und Poesie haben unsere Podcaster nicht so viel Ahnung, aber von Peinlich dafür um so mehr. In diesem TATORT sollte es scheinbar sehr pathetisch und poetisch zugehen. Zum Abschied für Eva Mattes. Für, Eva, Mattes. Für sie. Und für die Zuschauer_innen? Tja, das ist die große Frage, der die zwei Supernasen in dieser Podcast-Episode auf den Grund gehen. Wollen wir mal hören.
Soll nicht heißen "6, Setzen!". Soll heißen, der sechste Murot kurz vor "Sieben". Denn unser Kommissar bekommt eine beängstigend verdächtige Pappschachtel serviert. Von einem Serienkiller. ...Doch keine Panik, Magda lebt. Vielmehr ist es Murot, der dem Killer einen Schritt voraus ist. So scheint es zumindest, denn im langwierigen Verhör zeigt sich, dass der finstere Gesell noch ein paar Ässer im Ärmel hat.
Die Podcaster hingegen spielen mit offenen Karten. Ordentlich gemischt werden Stück für Stück alle Fakten auf den Tisch gepackt. Filmvergleiche, Querverweise und Meinungsdiversität inklusive. Kann der neue Murot die hohen Erwartungen erfüllen?
1000. TATORT das hört sich erst mal ganz stark nach Event-TATORT an. Und das war es dann auch. Denn Charlotte Lindholm und Klaus Borowski bearbeiten wahrscheinlich nur alle 46 Jahre einen Fall gemeinsam. Um dieser Kombi dann noch die Krone aufzusetzen, wurde Florian Bartholomäi als Bösewicht an den Start gebracht. Man durfte zu Recht gespannt sein auf diese Symbiose. Oder doch eher nur Pup-Hose?
100. Podcast das hört sich auch erst mal ganz stark nach Event-Episode an. Und das wird sie dann auch. Das Studio ist voll, der Star-Wars-Sekt eisgekühlt, die Crimeline läuft über, es gibt ein Quiz und natürlich das herzhafte Palaver der TATORT-Analysatoren – und ganz zum Schluss liefert Kommissar Michi endlich mal wieder 'ne mörderisch schöne Meinung ab.
1000 vs. 100. Es ist Zeit für Rückblick, Vorblick, Seitblick, ran. Es ist Zeit für Bodycount und Sexcount, für Actionfilmzitate und Enstehungsgeschichten. Es ist Zeit für die Wahrheit. Nichts, als die Wahrheit.
Schon wieder Religion. Borowski und Brandt sollen den Mord an einer jungen Dame aufklären, doch statt brav nach Schema F zu ermitteln, driften die Komissare in die Welt fanatischer Gläubiger ab. Mittendrin: die Konvertitin und Verdächtige Julia Heldhäuser, eine Vollgläubige und Halbweise, die sich in die Arme eines strammen IS-Kämpfers träumt und dabei ernste Miene zum bösen Spiel macht.
Um die Sache noch ein bisschen vertrackter zu machen, kommt Jürgen Prochnow als Mister Staatsschutz um die Ecke und fährt dem engagierten Kommissar-Duo ordentlich in die Schweineschnitzelpanade. Am Ende muss in der Moschee noch jemand dran glauben. Die Podcaster sind es zum Glück nicht und können deshalb weiter ganz ungeniert ihren Audio-Nonsens predigen. Dünnes Eis Religionskritik - Welcome to the Show.
Korrektur: Der im Podcast fälschlicherweise dem Kaberett zugeordnete Philipp Möller ist eigentlich Pädagoge und Publizist.
klick klick, klack klack_ rescuego2. car kernel overridden. brrrt. piep. Wie wild wird auf die Tastatur gehämmert, um den Zugangscode zu Nessa zu knacken. Die neue App von Golden Birds. Die hat Infos über das Auto, das gehackt wurde, um damit einen Unfall zu verursachen, der die Chefin der Firma über den Jordan schicken soll. Ach Du Kacke!
Was sich im ersten Moment anhört wie eine neue Nerd-Serie auf Netflix ist leider nur ein TATORT gewesen. Es gibt eine Szene, da stehen lauter Einsen und Nullen auf die Tafel geschrieben. Und wurden dann durchgestrichen. Mit Kreide. So wie man sich ein überhyptes Start-up-Unternehmen nun mal vorstellt. Wenn man keine Ahnung hat.
Die Podcaster derweil greifen die wirklich wichtigen Themen dieses TATORTS auf. Warum wurde der Döner erst mit der Gabel gegessen und dann über die Hälfte liegen gelassen? Wieso werden E-Mails im Querformat ausgedruckt? Und wieso war dieser TATORT eigentlich so ausgesprochen whack? Alle Antworten hier. Von real human beings!
Messerattacke auf offener Straße. Das gibt leider Ableben beim Getroffenen. Aber ist ja zum Glück nur Fiktion. Doch der Morde nicht genug, es geht munter weiter. Treibt doch ein Serienmörder in München sein Unwesen. Mitleitmayr und Burnout Batic stecken alsbald bei der Tätersuche fest und die Ermittlungen strecken sich über ein halbes Jahr. Zum Schluss gibts gar noch ein offenes Ende. Der Cliffhanger ist gesetzt.
Die Podcaster hingegen setzen zum Sprint an und flitzen durch die Themenpunkte. Es bleibt gewohnt informativ und redselig. Und auch die Podcast Kommissare sind sich wie die Fernsehermittler herrlich uneins. Zum Schluss gibts natürlich auch wieder Crimelinemeinung.
Wenn Rockerbanden in Morde verwickelt sind, dann heißt es für die Kommissare alle Energie und Konzentration auf die Ermittlungen. Nicht so in Dortmund. Hier gibts schon ausreichend Beef hinter den Kommissariatstüren. Ein interner Ermittler schleicht durch die Gänge und will Faber ans Leder. Zum Glück ist der zu lösende Mordfall da nicht allzu komplex, so dass die Dortmunder Crew weiter ihre eigenen Sorgen beackern kann.
Wie immer wurde dieser Fall auch von den Podcastbauern beackert. Der Tatort streut die Saat, der Podcast fährt die Ernte ein. Der Fall wurde geschrubbt, geputzt und die Spreue wurde getrennt. Als Erntehelfer kamen schlussendlich die Anrufer der Crimeline zu Wort. Kochen. Umrühren. Servieren.
Draußen herrscht Kälte. Eisige Kälte. Doch nicht nur das Wetter ist am graupeln. Nein, auch gesellschaftlich ist einem da ziemlich zum bibbern. Es ist Tatort Dresden.
Macht, Missgunst, Mord. Ein Mann wurde von der Brücke geschubst. Die Verdächtigen ziehen sich durch alle Schichten und die Ermittler ihre Kreise. Am Ende mündet alles auf der Theaterbühne. Mordaufklärung inklusive.
Welche Gefühle und gesellschaftliche Fragen da auftun, das ist die Pflicht der Podcaster, diese Fragen zu ergründen. Es geht um Begriffsklärungen, Abstraktionskräfte und Gehaltsvorstellungen. Gemischt mit Hintergrundfakten und Bier. Podcast anschalten. Meinungsbild erweitern.
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