Definition, Verantwortung, Auswahl: Wie ein operatives Kennzahlensystem wirklich trägt.
In dieser Solo-Episode von „der wertstrom" beschäftigt sich Jörg Cwojdzinski mit dem Aufbau eines wirksamen operativen Kennzahlensystems.
Ausgehend vom Beispiel der Liefertreue zeigt er, wie viele Annahmen in einer scheinbar einfachen Kennzahl stecken und wie unterschiedlich sie je nach Definition ausfallen kann.
Er erläutert, warum Durchschnittswerte häufig ein verzerrtes Bild liefern, warum absolute Kennzahlen oft aussagekräftiger sind als relative und warum bei kombinierten oder aggregierten Kennzahlen besondere Vorsicht angebracht ist.
Darüber hinaus geht er auf die Verantwortlichkeit für Kennzahlen, die richtige Mischung aus vorgegebenen und selbst gewählten Kennzahlen, das Verständnis kaufmännischer Zusammenhänge sowie die passende Frequenz für die Verfolgung der Zahlen ein.
Am Ende fasst er seine zwölf Empfehlungen zusammen und gibt konkrete Fragen mit, mit denen sich jede einzelne Kennzahl im eigenen Verantwortungsbereich überprüfen lässt.
✅ Eine Kennzahl ist erst dann vergleichbar, wenn ihre Definition über alle Werke hinweg eindeutig geregelt ist.
✅ Wer eine Kennzahl nicht selbst erhebt, muss ihre genaue Zusammensetzung kennen, bevor er mit ihr arbeitet.
✅ Jede Kennzahl braucht einen klar benannten Verantwortlichen.
✅ Ein guter Mittelwert kann einzelne extreme Ausreißer verschleiern, deshalb lohnt sich der Blick auf Verteilung, Spannweite oder Median.
✅ Wo eine relative Kennzahl ständig Rückfragen nach Zähler und Nenner erfordert, ist die absolute Zahl oft die klarere Wahl.
✅ Eine kombinierte Kennzahl wie OTIF sagt nur aus, ob beide zugrunde liegenden Kriterien gemeinsam erfüllt wurden, nicht aber wie es um jedes einzelne Kriterium steht.
✅ Bei einer aggregierten Kennzahl wie der OEE verschwindet durch die Multiplikation der Faktoren jede Information darüber, welcher Faktor sich wie verändert hat.
✅ Ein gutes Kennzahlensystem braucht einen verbindlichen Rahmen von oben und ergänzende Kennzahlen aus dem Team, sonst entsteht Beliebigkeit oder Stillstand.
✅ Führungskräfte können eine Kennzahl nur dann sinnvoll steuern, wenn sie auch die kaufmännischen Zusammenhänge dahinter verstehen.
✅ Eine Kennzahl wird erst durch einen klaren Referenzwert wie Plan, Budget oder Vorjahr aussagekräftig.
✅ Beim Detaillierungsgrad lohnt sich Zurückhaltung, denn eine Verfeinerung lässt sich bei Bedarf jederzeit nachträglich vornehmen.
✅ Jede Kennzahl braucht einen eigenen Rhythmus, der zu ihrer Steuerbarkeit passt, und ein Abweichungsmanagement, das klärt, wer bis wann was unternimmt.
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