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Was Nena mit dem „Herzen von Nord-Holland“ zu tun hat und warum man ein Held wird, wenn man sein Schiff in die Luft sprengt. All das verbirgt sich in diesem Podcast.
Um die erste Frage gleich zu beantworten: Einer der großen Hits von Nena hat mit einem Leuchtturm zu tun. Der “Vuurtoren” (niederländisch für Leuchtturm) wurde nach einem Seefahrer benannt, der als großer Held in die Geschichte der “holländischen” Seefahrt einging. Die Geschichte dazu wartet im Podcast.
Ich war gerade in den Niederlanden, genau im „Hart van Noord-Holland“, also im Herzen der Provinz Noord Holland. Da ist die Nordsee nicht weit und wie es sich gehört, steht am Strand von Egmond aan Zee ein Leuchtturm. Den erklimmen wir, gemeinsam mit Piet Kager und einigen Journalisten-Kolleg:innen und es gibt viel zu erfahren in Sachen Leuchtturm und Seenotrettung.
Der Leuchtturm ist nicht nur ein ganz schöner, sondern auch ein ganz schön Alter. Und er hat viel mit der Geschichte der niederländischen Seefahrt zu tun. Benannt ist er nach einem Nationalhelden des 19. Jahrhunderts und der hieß Jan van Speyk. Hier beginnt unsere Tour und die abenteuerliche Geschichte, die Piet für uns hat.
Dass der Leuchtturm mit einer Denkmalsumrandung für einen niederländischen Leuchtturm zu den wirklich schönen Exemplaren gehört ist unbestritten. Er ist ein nationales Denkmal und steht auf einem Sandsteinsockel, auf dem ein bronzierter Eisenlöwe steht. Er ist einer der ältesten funktionierenden Leuchttürme der Niederlande. Das Denkmal wurde 1834 errichtet und um den bereits 1833 errichteten Leuchtturm herumgebaut.
Der „Vuurtoren“ ist 28 Meter hoch. Bei der Zahl der Treppenstufen schwanken die Zahlen, Sie liegt wohl irgendwo zwischen 127 und 137 Stufen. – Der Turm ist strahlend weiß. Warum das so ist, erklärt uns Piet im Podcast. Tipp: Es hat sehr viel mit der nautischen Sicherheit zu tun.
Piet arbeitet ehrenamtlich für die Königlich Niederländische Rettungs-Gesellschaft und weiß ganz viel über die Leuchttürme seiner Heimatstadt und auch über Seenotrettung. Was aus dem zweiten Leuchtturm von Egmond aan Zee wurde erklärt er ebenfalls, hoch oben am Arbeitsplatz, wo bis in die 1990er Jahre ein Leuchtturmwärter saß. Inzwischen ist die Leuchtfunktion automatisiert, wie bei fast allen anderen Türmen auch. GPS und andere Navigationssystem haben ein Übriges dafür getan, dass Leuchttürme heutzutage eigentlich überflüssig sein können. Aber wer weiß? Ein Satellitenausfall oder eine Stromstörung könnten diese Ansicht schnell zunichtemachen. Dann muss man zurück zum traditionellen Leuchtturm, auch für die Seenotrettung.
Im Podcast erfahrt Ihr von Piet Kager auch, dass er ein großer Freund von Romantik ist. Bei Leuchttürmen bezieht er sich dabei auf die gute alte Glühbirne, die früher im „Leuchtkasten“ mit den vielen Spiegeln untergebracht war. Heute sind da LEDs eingebaut und Ihr dürft dreimal raten, was diese mit der Romantik machen. Marginal aber nachvollziehbar.
Immerhin, der Leuchtturm wird bleiben, gerade weil er zum Nationalen Denkmal wurde. Danke, Jan van Speijk.
Jetzt, im Herbst gibt es keine Rettungsbrigade am Strand mehr, auch wenn viele Menschen dort zum Spazierengehen unterwegs sind. Die wenigen Kitesurfer wissen, was sie tun (sag ich mal so!) und stürzen sich trotzdem in die „Wilde See“, die es für diesen Sport braucht.
Trotzdem, erzählt Piet Kager, sei die Seenotrettung immer in Bereitschaft. Auf seiner Windjacke ist ein Aufnäher mit der Abkürzung KNRM. Das bedeutet: „Koninklijke Nederlandse Redding Maatschappij“, frei übersetzt die Königliche Niederländische Seenotrettungs-Gesellschaft. Er kennt sich aus im Rettungswesen und erzählt im Podcast über die offizielle Trennung der Seenotretter und den Rettungsbrigaden am Strand.
Strand ist Gemeindeangelegenheit. Alle Kosten, die da entstehen, tragen die zuständigen Gemeinden. Das Meer und die hohe See ist Job der Seenotretter, die sich ausschließlich aus Spenden finanzieren müssen. Das geht in beiden Fälle nur, weil die Leute, die das machen Ehrenamtliche sind. Freiwillig im Dienst für die gute Sache, aber durchaus mit ganz getrennten Aufgaben, zwischen Hoher See und Strand. Das macht neugierig. So einen Seenot-Rettungskreuzer mal aus nächster Nähe zu sehen, wäre schon toll.
Die klare Folge ist eine Einladung und wir gehen wir mal rüber in die Station. Vom Leuchtturm sind es nur einige hundert Meter in Richtung Strand zur Rettungsstation der KNRM. Im Podcast könnt Ihr Besichtigung, Erklärung der Arbeit und – natürlich – die „Inspektion“ der vielen Rettungsgeräte und des noch ziemlich neuen Rettungsboots.
Ganz nebenbei erklärt Piet auch noch, dass Egmond aan Zee zum Vorreiter einer gemeinsamen Arbeit von lokaler Strandrettung und KNRM in den Niederlanden geworden ist. Der Ausgangspunkt war ein Streit, seine Lösung ein Zusammenschluss. Aber hört selber.
Achtung, das sind Zitate aus dem Film über die KNRM, den wir auch noch gesehen haben:
KNRM verbindet 200 Jahre Erfahrung mit der bestmöglichen Ausstattung. Sie sind die Spezialisten für maritime Rettungsaktionen. Die Einsatzschiffe sind unterschiedlich groß, je nach Bedarf aber technisch genau auf die Anforderungen zugeschnitten, die benötigt werden.
Die KNRM erreichen etwa 2.000 Hilfeanforderungen pro Jahr von allen in Seenot. Der Grund ist für die Retter nicht entscheidend. Jeder der Hilfe braucht, bekommt Hilfe! Und das bei jedem Wetter.
Wichtig bei allen Investitionen: Sie dienen immer dazu den besten Job zu machen bei der Rettung von Menschen. Das personelle Rückgrat der KNRM sind die vielen Freiwilligen.
Die Station in Egmond hat ein kleines Boot, das auch immer erst mit einem schweren Traktor und dem Bootsauflieger über den Strand zum Wasser gebracht werden muss. Aber das geht schnell, meint Piet und ich kann ihm da nur zustimmen. Ich habe mal vor Jahren ein Training der Seenotretter von Egmond beobachten können. Was da in Höchstgeschwindigkeit ablief war atemberaubend. Die Bilder geben das nicht so wieder, aber jeder, der die Wellen sieht, weiß, dass das schon eine Herausforderung ist. Denn wie heißt es doch schön: Bei Jedem Wetter!
Ontdek Hart van Holland
Egmond aan Zee
Vuurtoren Jan van Speijk – Die Leuchtturmseite
Vuurtoren Jan van Speijk – Die Egmondseite
KNRM
Meine Erinnerungen an Egmond aan Zee
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Tourismus “Ontdek Hart van Noord-Holland”, Niederlande. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.
Entdecke den Grimm in Dir! . Hört mehr über eine vielfältige und zweideutige Äußerung, die es aufzuklären gilt., es ist ein vielfältiger und ein wenig auch zweideutiger Satz, den es aufzuklären gilt. Denn die Brüder Grimm sind mehr als Sammler
Um diesen Satz und viele dem ersten Satz folgende Äußerungen aufzuklären, braucht es einen Fachmann. Den habe ich mit unserem Gast zweifelsfrei gefunden.
Markus Exner ist seit einem knappen halben Jahr Geschäftsführer der „Deutschen Märchenstraße“, hat davor über Jahre bei der „Grimmheimat Nordhessen“ seinen Sachverstand einfließen lassen und war als Schauspieler in Sachen „Grimm’sche Märchen“ international auf der Bühne unterwegs.
Nun kennen wir, Markus Exner und ich, uns schon eine ganze Weile und deshalb gehen wir heute gemeinsam der Aufforderung nach „den “Grimms in uns“ zu suchen, zu finden und zu entdecken. Wir sind den Beiden nachgegangen bis zum Grund.
Die erste ist so simpel, wie kompliziert. Warum sollte ich die „Grimms in mir“ überhaupt entdecken, wo ich doch schon so viele Märchen der Grimm’schen Sammlung kenne. Reicht das nicht aus?
Klar, Jakob und Wilhelm Grimm waren viel mehr als Märchensammler. Das Grimm’sche Universum war kulturell engagiert, höchst politisch und offensichtlich voller Lebensweisheit, die wir gerade in unserer politischen Landschaft heute gut gebrauchen könnten.
Die UNESCO spricht da in Sachen Weltdokumentenerbe vom Hohlspiegel vieler Kulturen. Und ja, es ist die Tradition des Märchenerzählens, das immaterielles Weltkulturerbe ist. Die Grimms haben gesammelt und mit der Sammlung wurden sie zum Synonym der weltweiten Kultur des Märchen Erzählens.
Diese Tradition schlug und schlägt sich bis heute auch wirtschaftlich nieder. Auch wenn immer wieder mal nach dem Stellenwert von Märchen gefragt wird, muss man konstatieren, das die „Kinder- und Hausmärchen“ bis heute zu den meistgelesenen Büchern weltweit zählen. Dies gilt insbesondere im Ausland, was nicht heißen darf, dass die Propheten im eigenen Land nicht mehr gelten.
Die „Deutsche Märchenstraße“, als touristisches Angebot von Märchenstädten zwischen dem Grimm’schen Geburtsort Hanau, über Steinau an der Straße (Jugendzeit), Marburg (Studium) und Kassel, dem Sammel-Ort mit dem größten Wirken von Jakob und Wilhelm, bis nach Bremen. Was wäre Bremen heute ohne die Bremer Stadtmusikanten Sie stehen als Marke für die Hansestadt an der Weser, auch wenn sie im Märchen, nie in Bremen angekommen sind. Das übersehen die Bremer gar zu gerne und sind stolz auf sie. So stolz, dass Esel, Hund, Katze und Hahn inzwischen auch als moderne KI-Figuren für das Tourismusmarketing der Stadt stehen.
Die Grimms sind überall! Das ist ein gewaltiges Statement aus dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland. Zurecht.
Die Grimms haben nicht nur Märchen gesammelt, sie waren international vernetzt (im 19. Jahrhundert!), sprachen mehrere Sprachen, wurden zu anerkannten Sprachwissenschaftler (Deutsches Wörterbuch & Grammatik) und bereicherten das 19. Jahrhundert auch mit vielen politischen Gedanken zwischen Protest und der Teilnahme an der ersten deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848.
Gerade die politischen Zitate, die ausführlich im Podcast zitiert werden, könnten eine gute Grundlage für die aktuelle politische Arbeit sein. Dies von Menschenrechten und Freiheit bis zur perfekten Definition von Sinn und Zweck des politischen und menschlichen Asyls. Totalitäre Strukturen hat Jacob Grimm nicht nur analysiert, er hat sie auch aufs Tiefste abgelehnt.
Ein Kapitel haben wir noch aufschlagen. Ich erlebe in unseren Zeiten, gerade beim Thema Klimakrise und Klimawandel, dass Wissenschaftler mit Prognosen argumentieren und trotzdem kein Gehör finden.
Dieses Phänomen gab es auch schon bei den Brüdern Grimm. Wer tiefer in diese Welt eintauchen will, ist herzlich eingeladen.
Dann hätte der Podcast auch sein Ziel erreicht. Nachdenken und die Grimm’schen Thesen zum Leben und zur Welt im Podcast inhalieren. Dann ist man auch auf dem besten Weg, den „Grimm in sich selbst“ zu entdecken.
Herzliche Einladung dazu und herzliche Einladung die gesammelten Märchen der Brüder Grimm in voller Schönheit der deutschen Lande zu erkunden. Auf der „Deutschen Märchenstraße“ und in den vielen Orten, durch die sie führt,
Deutsche Märchenstraße
Liegender Eiffelturm? F60? Abraum-Förderbrücke? Das sind viele seltsam klingende Begriffe. Hier und jetzt kommt die Aufklärung im Bergbaumuseum F60.
Ich war kürzlich in Brandenburg und habe das Lausitzer Seenland kennengelernt. Darüber werdet Ihr hier noch mehr erfahren. Starten sollen die Berichte aber mit der Historie der sich zur Freizeit- und Urlaubsdestination gemauserten Landschaft. Sie stand über Jahrzehnte im Zeichen des Braunkohle-Tagebaus, den es in geringem Umfang auch noch gibt.
Tagebau ist für Umweltaktive sicher ein Reizwort, aber ich finde man sollte auch hier auf die Geschichte schauen, bevor man Stäbe bricht. Die DDR war in Sachen Energieversorgung zum größten Teil auf diese, in der Erde schlummernde, Braunkohle angewiesen. Dass das umwelttechnisch eine Katastrophe ist, wissen wir. Aber damals ging es erst einmal ums Heizen und Strom gewinnen.
Wichtig ist vielleicht auch zu erwähnen, dass dieser Tagebau mit Maschinen ausgeführt wurde, die heute noch Ingenieure wie Laien in fasziniertes Staunen versetzen. Wie die F60, die ich erkunden durfte. Dies geschah im „Bergbaumuseum F60“ in Lichterfeld-Schacksdorf im brandenburgischen Elbe-Elster-Kreis.
Die „F60“ ist eine Braunkohle-Abraum-Förderbrücke die fasziniert und für deren Erkundung man etwas Zeit mitbringen muss. Immerhin ist sie 502 Meter lang, 204 Meter breit, rund 80 Meter hoch und 11.000 Tonnen schwer.
Guide Konrad Lehmann war mit uns, als kleiner Journalistengruppe, fast zwei Stunden unterwegs. Wir haben das technische Wunderwerk von unten gesehen, sowie den Antrieb, die Fahrspur auf Schienen und Vieles mehr.
Dann wurde die Abraum-Förderbrücke erklommen, von links unten bis ganz rechts oben. Auf dem Weg gibt es die ehemaligen, riesigen Förderbänder zu sehen (dort, wo sie noch installiert sind).
Ganz oben wartet ein traumhafter Blick auf den ehemaligen Tagebau, der im Lauf der Jahre zum Bergheider See mutierte. Erfahrt Alles über die Technik und die Arbeitsweise der “F60” im Podcast.
Eine klasse Aussicht gibt’s da oben und ganz schön viel Wind. Das wird man, trotz aller Vorkehrungen auch im Podcast hören.
Die Übersicht gibt gewissermaßen auch den Blick auf die Energiezukunft frei. Zwischen „F60“ und dem See gibt es ein großes Feld mit Solarzellen. Auf einer Seite des erhöhten Seeufers stehen mindestens ein Dutzend Windräder. Rein optisch, treffen hier Vergangenheit und Zukunft der erneuerbaren Energie aufeinander.
Die Organisatoren des Bergbaumuseums sind auch in Sachen erneuerbare Energie engagiert. Am See steht mit der „Aquaforum“ ein solarbetriebenes Konferenzboot zur Verfügung.
Der Spaß mit dem liegenden Eiffelturm beweist, dass der Eiffelturm gemessen an Maßen und Gewicht, mit der „F60“ nicht mithalten kann.
Er wiegt rund 7.500 Tonnen, die „F60“ 11.000. Der Eiffelturm ist (mit Antenne) 324 Meter hoch, auch wenn man ihn umlegt ist die „F60“ mit 502 Metern länger. Der Eiffelturm hat eine Basisbreite von 125 Metern, die „F60“ misst in der Breite 204 Meter. Wie auch immer, man die Maße dreht und wendet. Der Eiffelturm zieht immer den Kürzeren. In der Konstruktionsweise sind sie sich zudem sehr ähnlich.
Das Bergbaumuseum F60 ist ganzjährig geöffnet. Zwischen März und Oktober, täglich außer Montag zwischen10 und 18.00 Uhr, im Winter Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr.
Der Besuch lohnt. Der Lerneffekt ist groß und das Staunen unbezahlbar.
Bergbaumuseum F60
Industriekultur Brandenburg
Lausitzer Seenland
Reiseland Brandenburg
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Reiseland Brandenburg und seinen Partnern vor Ort. Meine Meinung wurde nicht beeinflusst!
Dieser Podcast fällt aus der Reihe und trotzdem muss er sein. Für Demokratie kämpfen gehört zu jeder Form von Journalismus.
Reisen ist etwas Tolles. Reisen ist jedoch auch ein großer Wirtschaftszweig in Deutschland. Also muss sich jeder, der mit Reisen zu tun hat auch immer ein wenig um Deutschland und um gesellschaftliche wie wirtschaftliche Entwicklungen kümmern. Ich tue das; Naturgemäß im Zusammenhang mit meinen Hauptthemen. Derzeit geht es um politische Entwicklungen, zu denen ich Stellung nehmen will und muss. Insbesondere vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
Dies ist heute ein Meinungs-Podcast. Ich mach ihn nicht gerne, aber es muss sein. Ich mach ihn alleine, weil es mein Kommentar zum Thema ist.
Es gibt keinen Begleittext. Hören ist diesmal also auch ein wenig Demokratiepflicht!
Tourismus und Politik ist von je her ein schwieriges Thema. Als Wirtschaftszweig sehen sich Verbände, die versuchen auf durchaus faire Weise Lobbyismus zu betreiben. Wenn es allerdings schwierig wird, wenn “klare Kante” erforderlich ist, tauchen die Interessensvertretungen meistens sehr schnell ab.
So passiert es zu einem großen Teil auch derzeit, obwohl die Philosophie der Touristiker feststeht und man Stellung beziehen könnte. Auch dieses Thema kommt im Podcast vor.
Link zur Stellungnahme des Deutschen Tourismusverbands
Link zur aktuellen Umfrage für die LTW Sachsen-Anhalt
Link zur aktuellen Umfrage für die LTW in Mecklenburg-Vorpommern
Jeweils aktuellste Umfragen
The post Podcast 327 – Demokratie schützen, über Wahlen reden first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Es ist ein besonderes Erlebnis, auf einem historischen Kanal, auf einem historischen Schiff und eine, zumindest teilweise, Zeitreise ins 19. Jahrhundert.
Reportage folgt. Dieser Podcast ist quasi der Vorab-Talk.
Hauptakteurin ist das Schiff, das jetzt mit wenigen Unterbrechungen seit 152 Jahren auf dem Göta-Kanal unterwegs ist. Zwischen Göteborg und Stockholm oder zwischen Stockholm und Göteborg. Der Kanal (und die dazwischenliegenden Seen plus ein kleines Stückchen Ostsee) verbindet die Westküste mit der Ostküste des Landes.
Was einst dem Transport von Waren galt, ist heute zur Zeitreise und zum außergewöhnlichen Genussabenteuer geworden. Ich durfte diese Reise auf der JUNO von Stockholm bis nach Göteborg mitmachen. Und vorweg schon mal gesagt: Ich habe dieses Abenteuer von der ersten bis zur letzten Sekunde genossen.
4 Tage mit drei Übernachtungen war ich unterwegs. Es ging über knapp 300 Kilometer quer durch die schwedische Landschaft von der Hauptstadt Stockholm in die zweitgrößte Metropole des Landes nach Göteborg. Die JUNO ist das älteste von drei von der Göta-Rederei betriebenen Schiffe. Gleichzeitig hält sie einen Rekord: Sie ist das älteste noch in Betrieb befindliche Schiff, auf dem man auch übernachten kann.
Technik? Die JUNO besitzt zwei 600 PS starke Volvo-Penta Dieselmotoren, die natürlich nicht so alt sind. Sie fährt 9 Knoten Höchstgeschwindigkeit (gut 16 km/h). Auf dem Kanal selber gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 5 Knoten (9,26 km/h) oder anders formuliert:
Entdecke die Langsamkeit, so wie es vor ungefähr 150 Jahren war.
Den gesamten ausführlichen Reisebericht wird es Anfang November geben, dann steht auch der Fahrplan für die Saison 2027 und man kann seine Reise besser buchen.
Am 09. August um 8 Uhr 30 bin ich an Bord gegangen. Und als ich mich in meiner kleinen, feinen Minikabine eingerichtet hatte, lernte ich Maria kennen. Maria Kühler ist, als Reisebegleiterin, für die Passagiere da. Das habe ich nach dem Ablegen gleich mal genutzt, um mit ihr über all die Dinge zu reden, die da auf meine Mitfahrer:innen und mich zukommen sollten.
Wenn Ihr diesen Podcast gehört habt, wisst Ihr zumindest schon ziemlich gut Bescheid, was einen als Gast an Bord erwartet; welche Annehmlichkeiten geboten sind, welche kleinen Abenteuer bevorstehen und auch wie man auf der JUNO sein Leben als Gast organisiert. Letztlich hat sie mir all die Fragen beantwortet, die frau und mann so wissen will, bevor es richtig losgeht.
Nicht nur diese Reise ist große Geschichte, die MS JUNO ist es auch. Und da gibt es viel zu erzählen.
Natürlich will ich wissen, wie man früher gereist ist, denn so reist man ja auch noch heute wenn man wahlweise mit der JUNO, der DIANA oder der WILHELM THAN unterwegs ist.
Auch Prominente waren schon in frühen Zeiten an Bord. Maria verrät es uns.
Ich wollte wissen, welche festen Angebote an Bord warten. Schon mal vorweg: Auch auf der JUNO ist es wie auf anderen Kreuzfahrten: Kulinarisch kommt niemand zu kurz. Selbstverständlich ist dieses Angebot auch schwedisch geprägt, die tägliche ”Fika” mit Kaffee und süßen Backwaren inklusive.
Wir reden über die Kabinen, den Luxus, den sie damals boten und wie das heute aussieht. Aber, ich hab ja schon gesagt, dass die Fahrt auch eine Zeitreise ist.
Das beinhaltet einige besondere Bitten, die den Gästen an Bord unterbreitet werden. Lasst es Euch erzählen.
Zur Zeitreise gehört auch, dass nicht ständig etwas los ist. Was also macht man? Zählt einfach hinsetzen und aufs Wasser schauen? – Ganz sicher ist: Man kann bequem zur Ruhe kommen und einfach mal die Zeit wie Astrid Lindgren nutzen. Sie sagte:
Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.
Ich weiß nicht, ob Astrid je an Bord war. Dieser Satz aber, hätte genau dort entstehen können.
Wie schon geschrieben: Die große Reportage über mein JUNO-Abenteuer folgt in einigen Wochen, dann lüften wir auch die letzten Geheimnisse dieser wundervollen Reise. Diesr weitere Podcast erzählt vom ganz großen Abenteuer auf einem Schiff zu sitzen und Schweden gaaaanz langsaaaam an sich vorbeiziehen zu lassen
Göta – Kanal
Göta-Kanal – Kreuzfahrten
Watt willse denn in Duisburg? – Angucken!
Ich lade Euch ein nach Duisburg und zu meinen ersten flüchtigen Erfahrungen in einer Stadt, von der vermutlich viele sagen: Duisburg. Warum fährt er denn da hin? Wahrheitsgemäße Antwort: Ich war dort zu einer Preisverleihung. (man höre den Podcast vom April). Und wenn man schon mal dort ist, kann man sich auch umgucken.
Damit ist aber auch klar: Dieser Podcast ist ein Schlaglicht. Kenner von Duisburg und dem Pott bin ich nicht. Trotzdem gibt es eine Menge zu erzählen.
Duisburg. 500 Tausend Einwohner. Mündung der Ruhr in den Rhein. Weltgrößter Binnenhafen und MSV Duisburg. Currywurst und Pommes Schranke. Kohle und Ruhrgebiet. Erz und Koks. Eisen und Stahl. Thyssen und Haniel. Hütten und Landschaftspark. Schimmi und Thanner. Die Aufzählung könnte man noch ziemlich lange fortsetzen.
Seid bei einer City-Tour dabei. Glaubt man erst mal nicht, aber die Geschichte Duisburgs geht bis ins Jahr 883 zurück. Und lange davor waren hier auch die Römer auf Stippvisite. Viel ist davon nicht übrig. Allenfalls kleine Stadtmauerabschnitte aus dem Mittelalter existieren noch. – Die wirklich interessante Geschichte findet ohnehin in der jüngeren Geschichte statt. Es ist die Zeit der Industrialisierung, der Hochzeiten des Kohlenpotts, der Eisen- und Stahlproduktion, der wirtschaftliche Niedergang in den 1980er Jahren und der Wandel der Region.
Das Schlagwort seit dieser Zeit: Industriekultur. Es war etwas Neues, dass man sich nach dem kulturellen Schutz für Schlösser, Burgen und Gärten auch Schutz für Industriebauwerke geben sollte und seitdem gibt.
Teil der Stadtführung ist dabei nicht nur die neue Innenstadt Duisburgs rund um den Prinz Heinrich Platz, sondern auch der Gang zum Innenhafen der Stadt. Einst geschäftiger zusätzlicher Hafen, nahe am Stadtzentrum. Jetzt Fläche für Dienstleistung, für Kultur, Museen, einen Stadtpark und inzwischen auch neuer Wohnraum.
Dass der Innenhafen heute optisch immer noch als Hafen daherkommt, ist vorher festgelegten klaren Regeln zu verdanken und dem Engagement von Museumsleuten der Region. Star des Projekts war und ist der britische Stararchitekt Norman Foster und seine für die bereits in den 1980er Jahren entwickelten Ideen, die zu dieser Zeit geradezu revolutionär waren.
Die Umsetzung hat prima geklappt. In alten Speichern ist wieder Leben eingekehrt. Das „Museum Küppersmühle für moderne Kunst“ sorgt qualitativ für Furore.
Außerdem gibt es das Kultur- und Stadthistorische Zentrum, ein Museumsgarten, das Ludwigforum und natürlich der Altstadtpark, mit großem Spielplatz. und selbst die selbstgegebene Regel in Sachen Wohnungsbau wurde erfolgreich umgesetzt.
Ja, sagt City Guide Franz-Josef Tolle, bei allem Fortschritt habe es damals auch gehörige Kritik gegeben. Nicht am Bauen, aber am sozialen Konzept der Umsetzung zum Beispiel im Wohnungsbau. Viele Wohnungen am Innenhafen seien zu teuer gewesen. Der Zugang von Wohnungsgesellschaften zum Bau von Sozialwohnungen sei ausgeblieben.
Dieser Ausbau ist heute noch dringlicher, als vor 30 Jahren. Denn: Probleme mit der Sozialstruktur hat Duisburg jede Menge. Geringe Gehälter, hohe Arbeitslosigkeit, hohe Mietkosten und wachsender Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund machen das Leben schwieriger. Eine Folge: Wachsende Kriminalität. Die Infrastruktur der Stadt kommt da nicht mehr nach.
Duisburg gehörte noch nie zu den angeblich feinen Adressen der Republik und die Menschen waren schon immer, einfach, rau und herzlich. Nicht von ungefähr entstanden die Tatort Kommissare Christian Thanner und Horst Schimanski, alias Eberhard Feik und Götz George. Thanner und Schimanski ermittelten in der ARD zwischen 1981 und 1991.
Schaut man zurück, wurde der WDR wegen dieser Idee erst einmal angefeindet. Die Duisburger müssen Schimmi aber innerhalb des Jahrzehnts sehr lieb gewonnen haben. Noch heute ist die Serie schlicht und einfach Kult.
Heute kann man ungestraft sagen, dass Schimmi nicht nur den Tatort, sondern auch Duisburg verändert hat. Es war die Zeit mitten im Wandel der Region. Filmaufnahmen fanden mitten in sozialen Brennpunkten oder auch im Hafengebiet von Duisburg-Ruhrort statt.
Das ist jetzt 35 Jahre her, doch Schimmi bleibt allgegenwärtig, mit eigenem Straßenschild in der „Horst Schimanski Gasse“ im alten Ruhrort. Allgegenwärtig auch die Currywurst. Die Einschätzung kann man natürlich nur einem „UR-Duisburger“ überlassen.
Mitten in Ruhrort, dicht am Wasser liegt die Hafenkneipe „Zum Hübi“. Drinnen wartet „lecker Currywurst“ und vor der Tür, in der Horst Schimanski-Gasse, steht das Schimmi-Denkmal. (Unter uns: Es ist ziemlich klein und auch nicht wirklich gut getroffen)
Im Ort, hinter der Dammstraße, findet man weitere Devotionalien, wie ein Schimanski-Graffiti und den Hinweis auf einige Stellen (Der Anker), an denen in unmittelbarer Nachbarschaft des Hafenbeckens gedreht wurde.
Duisburg ist Hafenstadt und Hüttenstadt; immer noch. Einige Stahlhütten produzieren nach wie vor. Unter anderen die „August Thyssen Hütte“, das größte Hüttenwerk Europas.
Das Rohmaterial für die Stahlproduktion ist Eisen. Es kam bis vor einigen Jahren aus der Eisenhütte im Stadtteil Meiderich. Dort findet man heute die zweitgrößte Attraktion im Pott, den Landschaftspark Duisburg-Nord. Nur die Essener „Zeche Zollverein“ hat mehr Besucher.
Viel Grün und viel Industriekultur, das sind die Zutaten für den Landschaftspark. Jährlich kommen rund 1,2 Millionen Besucher. Genau lässt sich das nicht sagen, denn hier gibt es weder Eintrittspreise noch Öffnungszeiten. 24/7 kostenfrei geöffnet.
Führungen gibt es. Die kosten Geld, aber das sind Euros, die sich lohnen. Ich könnte zwar behaupten, dass ich vor der Tour genau in die Eisenproduktion eingeweiht war, müsste dafür aber ziemlich hemmungslos lügen. Alles, was ich jetzt weiß, habe ich der sachkundigen wie humorigen Manuela Sass zu verdanken.
Das müsst Ihr Euch unbedingt im Original anhören. Im Podcast bekommt Ihr gleichzeitig Infos und ein „Stücksken“ Ruhrpott-Sprache und Humor. Danach seid Ihr nicht nur schlauer, sondern habt Euch auch amüsiert. Die Tour ist gewissermaßen Lernen, ohne dass man’s merkt. Danach wisst Ihr, wie das funktioniert mit dem Eisen. So wurde bis 1985 produziert.
Das mit dem Landschaftspark dauerte dann noch eine Weile. Es gibt ihn seit 1994 und seit 2000 steht der ehemalige Industriekomplex unter Denkmalschutz.
In Sachen Freizeit hat der Landschaftspark wirklich viel zu bieten. Vor allem viel Grün auf der Fläche von 180 Fußballfeldern. Im Sommer gibt’s Fackelführungen, Open Air Kino, Konzerte, den Gasometer zum Tauchen, einen Lehr- und Lernbauernhof und jede Menge Freiflächen zum Spielen und Bewegen. Es warten ein Besucherzentrum und natürlich Gastronomie. Nicht zu vergessen, das Programm für die ganz Wagemutigen. Ein anspruchsvoller „Klettergarten“ zwischen den Hochöfen 1 und 2.
Das waren ein paar Eindrücke aus Duisburg, falls ich über eine Stadt erzählen darf, in der ich gerade mal gut 24 Stunden war. Da gibt’s das Vorurteil und dann auch die subjektiven Eindrücke. Komplett ist das nicht. Das Trotzdem-Fazit: War und ist spannend!
Landschaftspark Duisburg-Nord
Duisburg
Duisburg – Tourismus
NRW – Tourismus
The post Podcast 325 – Der „Hömma Duisburg“ Städtereisetipp first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Warum ausgerechnet Bremen? Liebeserklärungen sind ja meist tief in einem selbst begründet. Also folgt mir nach Bremen.
1984: Da bin ich (fast) jeden Montag mit dem IC (das drangehängte E gab’s noch nicht) von Frankfurt nach Norden gefahren, um am Dienstagmorgen „Bremen und Umzu“ aus dem Radio heraus zu wecken. 6-9 Uhr, Hansawelle. Ich habe Bremen geliebt und es gleichzeitig nie richtig kennengelernt. Der „Rück-Zug“ ging nämlich meist um 11 Uhr, manchmal schon um 9 Uhr 56. So hab ich die Liebe zu einer Stadt vertan.
Okay, mag man sagen: „Er war jung und brauchte das Geld“, da kann man sich Gefühlsduselei nicht leisten. Stimmt: Radio Bremen, genauer die Norddeutsche Funkwerbung, zahlte hervorragend. Aber was auch stimmt, war das Gefühl in Bremen irgendwas verpasst zu haben. Jetzt, 42 Jahre später, war ich endlich wieder dort. Es war kein Zurückkehren, sondern eher der Versuch eine „neue Liebe“ zu finden. Mehr darf man da auch nicht erwarten. Ob es geklappt hat? Hört selber. Im Podcast ist das alles festgehalten.
Immerhin wusste ich Eins aus der Erinnerung: Bremen ist kein Ziel für einen Tag oder eine Nacht. Deshalb habe ich endlich einmal gleich mehrere Tage daraus gemacht. Kritische Geister werden vielleicht anmerken, das könne doch nie eine Liebesgeschichte werden. Letztlich sei diese akustische Story auch nur ein Stadtporträt. Stimmt, aber eine, die versucht sich auf das Stadtgefühl einzulassen. Mit meinen Gefühl, meiner ganz normalen Wahrnehmung und meiner subjektiven Intelligenz. Letztere ist übrigens nicht künstlich. Ich hoffe, nein ich weiß, das hört man
Dieser Podcast ist so eigenwillig wie lang. Letzteres bedingt Ersteres. Ich habe viel zugehört und deshalb kommen die Akteur:innen auch ausführlich zu Wort. Neugierde braucht Zeit. Ich habe sie mir genommen und hoffe, Ihr belohnt dies mit Eurer Zeit fürs Zuhören.
Der Podcast wird deshalb auf dieser Seite nicht „nacherzählt“. Hören ist deshalb unerlässlich! Ergänzt wird er auf dieser Seite mit den wichtigsten Facts, um die Story nachempfinden zu können. Ortsangaben, Sehens- und Fühlenswertes, belegt mit Fotos und Links, um (hoffentlich) Eure persönliche Zuneigung zu entwickeln. Viel Spaß beim Hören, denn dafür werden Podcasts gemacht.
Mein fachkundiger Begleiter durch Bremen, City-Guide Hendrik Pröhl; hat den Bremer Markt so genannt. Hier ist das Zentrum und hier habe auch ich angefangen, Bremen neu zu entdecken.
Rathaus, Roland, Dom und Bürgerschaft: All diese Dinge haben eine Adresse: Am Markt, 28195 Bremen
Nur der Dom macht eine Ausnahme. Dessen Adresse lautet “Am Dom”. Ach was?!
Letztlich gehen die beiden großen Plätze ineinander über und beherbergen zudem noch das Gebäude der Bremischen Bürgerschaft, dem quasi Landtag der Freien Hansestadt Bremen, zu der ja auch noch die Stadt Bremerhaven gehört.
Sie sind in Bremen überall gut vertreten. Und tauchen auch nochmal im Kapitel Kunst & Kultur auf. Hauptanziehungspunkt ist aber das Denkmal der Bremer Stadtmusikanten, gleich links neben dem Rathaus. Offizielle Adresse: Schoppensteel 1. An Tagen mit schönem Wetter, sieht man in der Regel die Menschenansammlung, wenn man um die Ecke biegt.
Die Stadtmusikanten kann man aber nicht nur sehen und anfassen, sondern auch hören. Das geht am Bremer Loch.
Die Geschichte der Stadtmusikanten stammt aus der Märchensammlung der Brüder Grimm. Die Geschichte hat für Bremen nur leider einen kleinen Haken: Die Tiere kommen nie in Bremen an.
Eine Variante, die der Bremer Verleger Horst Temmen vor Jahren in der Autorenfunktion des Kinderbuchautors Janosch auf den Markt gebracht hat, löst genau dieses Problem. Wie müsstet Ihr selber nachlesen. Bemerkenswert: Die „neue“ Geschichte gibt es in über 20 Sprachen.
Die Stadtmusikanten verfolgen mich im Übrigen auch noch durch diverse Museen der Stadt (siehe weiter unten).
Wer beim Besuch in Bremen nicht dort war, hat etwas verpasst. Erfahrt alles über die wechselhafte Geschichte dieser traditionellen Straße, des Neubaus der Böttcherstraße zu Beginn des 20. Jahrhunderts und über die Museen, die Läden, das Glockenspiel und den von Ludwig Roselius per Zufall erfundenen Kaffee HAG.
Bemerkenswert ist auch die Geschichte von der Rettung der damals frisch gebauten Böttcherstraße vor den Nazis. Ein nachträglich 1936 angebrachtes Kunstwerk, das heute noch den Eingang ziert, konnte den ideologisch begründeten Abriss verhindern.
Wer genau hinsieht, wird den von den kleinen Figuren, die das gerettete deutsche Volk zeigen sollen, gezeigten Hitlergruß erkennen.
Besonders sehenswert sind neben den Museen für Paula Modersohn-Becker, Ludwig Roselius und Gestalter Bernhard Hoetger, das beliebte Glockenspiel aus Meißner Porzellan, das Roselius gestiftet hatte.
Die Straße hat zudem weitere Läden, ein Kino, Restaurants und Bars. Ein Besuch lohnt damit zu jeder Tageszeit.
Kaffee ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig in Bremen. Im Johann-Jakobs-Haus kann man nicht nur die Geschichte einer „Kaffeefamilie“ nachvollziehen. Es gibt dort inzwischen auch eine Rösterei von Spezialitätenkaffees, das Angebot von Kaffeeseminaren und ein Café im Innenhof bei der ehemaligen Bremer Stadtwaage. Hört dazu auch den Bremer Reiseradio-Kaffee-Podcast.
Wer in der Innenstadt unterwegs ist findet zahlreiche Möglichkeiten für eine genüssliche Pause auf dem Marktplatz und in den Seitenstraßen. Empfehlenswert ist sicher die „Schüttinger Gasthausbrauerei“. Dort warten nicht nur hausgemachte Biere, sondern auch lokale Bremer Spezialitäten. Außerdem kann man im „Spitzen Gebel“ die Bremer Kneipentaufe erleben.
Da, wo einst der historische Hafen der Hansestadt Bremen war, befindet sich heute nicht nur die schöne Weserpromenade, sondern mit der Schlachte auch die Bar- und Kneipenmeile der Stadt. Abends, insbesondere im Sommer, ist hier immer etwas los.
Besonderer Anziehungspunkt ist der Dreimaster „Alexander von Humboldt“, bekanntgeworden vor vielen Jahren, als der Segler aus der Bierwerbung. Flussaufwärts liegt auch noch das „Bremer Theaterschiff“.
Der Schnoor, das sieht man sofort, geht’s ziemlich eng zu. Und das Viertel ist wohl der echteste Teil der echten Altstadt. Es wartet richtig Altes, von Bausubstanz bis Tradition. Heute ist das Viertel wohl der größte Anziehungspunkt für Touristen mit seinen Läden, Kneipen, Restaurants, dem Teestübchen und dem kleinsten Hotel der Welt, dem Hochzeitshaus. Es war Bremens altes Fischerviertel
Im Schnoor ist aber auch Kultur zuhause. Zu erwähnen sind das Bremer Packhaustheater, das Institut für niederdeutsche Sprache und, gerade wird Jubiläum gefeiert, das Bremer Geschichtenhaus.
Im Schnoor befindet sich das Geschichtenhaus mitten in der Enge der „Wüste Stätte“ in einem stattlichen Gebäude, einem alten Lagerhaus. Aber was ist das Geschichtenhaus: Museum? Theater? Kultur- oder gar Sozialprodukt? Wie auch immer, es lohnt sich das Geschichtenhaus zu besuchen.
Erfahrt mehr im Podcast und im Gespräch mit Chefin Sara Fruchtmann
Kaffee und dazu etwas Süßes? Im Schnoor ist das kein Problem, es gibt ja die drei Filialen der Schnoor-Konditorei. Hier ist die wohl umfangreichste Produktion von Bremer Spezialitäten der süßen Seite zuhause: Klaben, Kluten, Kaffeebrot und Kuller.
Bremer Spezialitäten. Den Grünkohl, oder in Bremen eher Braunkohl, gibt’s nur im Winter. Im Schnoor, wo die Häuser alt sind, gibt es auch noch traditionelle Gerichte. Getestet: Der Bremer Teller bei „Becks in‘n Snoor“ eine Tafel finde, wo mit dem Bremer Teller, gleich zwei kulinarische Traditionen auf einem Teller serviert werden: Labskaus und Knipp.
Da wo einst Bremens Befestigungsanlagen waren, ist heute ein grüner Gürtel rund um die Innenstadt. Der „Wall“ als grüne Lunge, auch zum „mal Ausruhen“.
Museen, Theater und als Teaser, einmal mehr die Bremer Stadtmusikanten. Das vermeintliche Epizentrum in Sachen Bildender Kunst liegt mitten in der Bremer Wallanlage am Übergang zum Steintor-Viertel.
Mitten in diesem Übergang in die neueren Stadtteile finden sich heute die Bremer Kunsthalle, das Gerhard Marcks-Haus, das Wilhelm-Wagenfeld-Haus und gleich dahinter das größte Städtische „Theater am Goetheplatz“. Es ist gewissermaßen die Bremer Kulturmeile.
Es mag schwerfallen, sich das subjektiv Richtige herauszusuchen. „Stattreisen Bremen“ bietet deshalb eine „Tour de Kultur“ zum Reinschnuppern an.
Das Wilhelm-Wagenfeld-Haus ist in der Hauptsache dem großen Designkünstler gewidmet. Wagenfeld war Bauhaus-Mitglied und wurde weltberühmt durch seine stylische Lampe. Sein Geld hat er als Designer von Gebrauchsgegenständen verdient: Von der Butterdose bis zum Salzstreuer.
Das Museum ist auch immer gut für Sonderausstellungen. Derzeit und noch bis 4. Oktober 2026 zeigt man Werke der Bremer „Blaumeier-Gruppe“.
Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, schaut man auf ein fast identisches Gebäude. Hier befindet sich das Gerhard-Marcks-Haus. Marcks war bekannter Bildhauer des 20. Jahrhunderts und ist in Bremen berühmt als Schöpfer der „Bremer Stadtmusikanten“ am Rathaus.
Das war es mit den Stadtmusikanten als Kunstobjekt noch lange nicht. Selbst im klassischen Kulturtempel „Bremer Kunsthalle“ sind sie im Bremen-Saal ganz anders, aber nicht zu übersehen.
Die Künstlerkolonie Worpswede, vor den Toren der Hansestadt hat in der Kunsthalle ebenfalls einen eigenen Raum. Das Potential der Kunsthalle ist nahezu unerschöpflich.
Wer mal was Besonderes erleben will, sollte sich „verzaubern“ lassen im „Pixelwald Wisera“ der Pipilotti Rist. Der Stoff des Pixelwalds besteht aus 3.000 von der Decke hängenden LED-Lichtern.
Das Theater wirkt, genauso wie die Museen, eher klassizistisch. Allerdings: Rückschlüsse auf die Inhalte lässt das nicht zu. Es sind mehrere große und kleine Bühnen im größten Bremer Theater, das von Klassikern bis Avantgarde einen vielfältigen Spielplan hat
Unbedingt empfehlenswert ist der Besuch im „Viertel“. Von der Kulturmeile aus geht es in Richtung Ostertor und Steintor. Der Bremer sagt sehr salopp: Ins Viertel.
Ein besonderer Stadtteil mit Kult und Kultur. War sicher mal sehr alternativ und bewegt sich heute in der Mitte von Kritik, Genuss und „voll das Leben
Die (fast) Insel zwischen Kleiner und Großer Weser beheimatet, neben Natur und Wohngebieten, die „Weserburg“. Bremens Museum für moderne Kunst. Dies bietet in der Tat Avantgarde ziemlich durchgehend in wechselnden
Ausstellungen. Palette: Von „Ansprechend“ bis „Anstrengend“ ist alles dabei. Derzeit gibt es auch interessante Videoinstallationen.
Große Vergangenheit zum Anfassen. Okay nochmal Museum, Aber was für Eins. Das Hafenmuseum liegt in der Bremer Überseestadt, ist im Speicher 11 untergebracht und vermittelt so ziemlich alles vom Beginn bis zum Niedergang der Bremer Häfen.
Wer aber denkt, in Bremen geht „hafentechnisch“ nix mehr, seht sich getäuscht. Hier findet man ein Mitmachmuseum für die ganze Familie. Fachleute wie absolute Laien können hier glücklich werden.
Aus dem Wiedersehen wurde ein Neu-Kennenlernen, denn so Vieles gab es vor 40 Jahren noch gar nicht.
Fazit: Bremen lohnt jetzt noch mehr. Am besten Ihr fahrt jetzt auch mal hin und ich komme bald wieder. Moin und Auf bald.
Bremen – Touristische Infos
Die Recherche zu diesem Podcast wurde unterstützt von Bremen Tourismus, eine Abteilung der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH.
Die Recherche wurde nicht beeinflusst. Dieser Podcast ist ein unabhängiges, reisejournalistisches Produkt.
Danke an Maike Bialek und ganz besonders an Hendrik Pröhl für Zeit, Unterstützung und Betreuung.
The post Podcast 324 – Moin Bremen, Versuch einer Liebeserklärung first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).Das Land mit der einst strahlenden Anziehungskraft kämpft ziemlich erfolglos gegen einen Einbruch der Touristenzahlen aus dem Ausland. Dies in einem Jahr, das eigentlich neue Rekorde erreichen müsste, mit Fußball WM und 250 Jahren USA.
Mir geht es ähnlich, wie den Touristen, die wegbleiben. Ich mache auch keinen Hehl daraus, dass meine ursprünglich heiß geliebten USA schon seit zweieinhalb Jahren nicht mehr auf der Favoritenliste stehen, denn zu viel ist passiert: Im Land, durch fragwürdige Regierungsentscheidungen in Sachen Einreiseregelungen, Kontrollen und inneramerikanische Verhaltensweisen, die wenig Lust machen zu einer Reise dorthin aufzubrechen.
Das ist Grund genug um zu reden. Das passiert in dieser Podcast-Folge mit meinem Talkgast Wolfgang Streitbörger, der als PR-Vertreter US-Amerikanischer Destinationen, die Aufgabe hat, genau das zu vermeiden.
Es ist ein schwieriges Gespräch. Auf der einen Seite gibt es nicht wegzudiskutierende Fakten, auf der anderen sagen USA-Besucher, die mit dem VISA-freien ESTA-Programm einreisen, es sei nie einfacher gewesen in die Staaten zu kommen. Selten sei die Grenzkontrolle schneller, freundlicher und reibungsloser abgelaufen. Bleibt die Frage, ob Berichte und Eindrücke von Problemen falsch sind, auf Sinnestäuschungen beruhen oder schlicht aufgebauscht wurden? Wir versuchen Sachverhalte zu klären, Falschinformation zu benennen und uns gleichzeitig an einer Einordnung zu versuchen.
Wir haben den Podcast zum Anfang der Woche und damit unmittelbar nach dem 4. Juli 2026, dem amerikanischen Nationalfeiertag (Independence Day) geführt. Stattgefunden hat der Talk auf der Terrasse eines Kasseler Cafés. Passend zum kulinarischen Angebot zwischen Rührei, Eggs Benedict mit Avocado und Kaffee, also irgendwo auch ein wenig amerikanisch.
Aus der Problematik resultiert eine große Zahl von Fragen. Die Antworten, oder zumindest die Antwortversuche, findet Ihr in diesem Podcast.
Warum bleiben die Touristen aus?
Sind die Argumente in Sachen Einreise denn berechtigt oder sind es Fehlinformationen, die zum schlechten Image geführt haben?
Beruht das Phänomen auf Ängsten der Reisenden und dem „Säbelrasseln“ der Trump-Regierung, obwohl die Welt reisetechnisch sehr viel besser in Ordnung ist, als vermutet?
Welche Faktoren gibt es? – Ängste, Politische Ablehnung, hohe Preise oder ist es einfach nur ein nachvollziehbares aber irrationales Gefühl?
Es gab viele Meldungen über scharfe Kontrollen und Checks, die Überprüfung von Social-Media-Accounts und Mailadressen. Wie sieht die in der Praxis wahrgenommene Realität aus?
ICE geht ja, belegt, nicht gerade zimperlich mit Menschen um, die sie verhaften. Juristische Vorgaben werden gern mal ignoriert. Da ist die Angst in Kontrollen zu geraten und plötzlich im Knast zu sitzen. Aber: Trifft das auch deutsche Touristen, die in Musikmetropolen wie Memphis, New Orleans, Nashville usw. oder einfach nur die Sonne Floridas genießen wollen?
Es gibt ja die Protestbewegung „No Kings“ und gleichzeitig feiert man das 250. USA-Jubiläum und das „Land of the Brave“, der Tapferen, Unerschrockenen und der Freiheitliebenden. Wie passt das zusammen?
Wie gehen die amerikanischen Touristiker mit der Problematik um? Selbst die Marketingorganisation „Brand USA“ ist ja seit geraumer Zeit unter Dauerbeschuss der Regierung. Das Geld wird immer knapper, für ein Tourismusmarketing, das gerade jetzt bitter notwendig wäre. Ist die Organisation aus Trump-Sicht nur einfach noch nicht gleichgeschaltet?
Donald J. Trump ist Namensgeber der „Trump-Hotels“. Eine solche Marke müsste doch normalerweise ein Interesse an der Förderung des Tourismus haben. Wie passt das mit den fremdenfeindlichen Auftritten des Präsidenten Donald J. Trump zusammen?
Nun ist die Stimmung im Land selber so aufgeheizt wie nie zuvor. Sind diese Uneinigkeit im Land und das Aufeinanderprallen politischer Fronten auch Grund für den Imageschaden und den angstmachenden Faktoren? Ist man sich denn wenigstens in Tourismuskreisen etwas einiger, oder herrscht dort das gleiche politische Chaos?
Deutsche Veranstalter versuchen ja davon zu überzeugen, dass die Probleme hauptsächlich im Kopf der Reisenden oder besser Nicht-Reisenden existieren. Wie sieht das der PR-Mann Wolfgang Streitbörger, dessen Aufgabe es ja ist, solche Ängste gar nicht erst aufkommen zu lassen?
Welche Hoffnungen tragen denn die USA-Touristiker mit sich herum?
Wie gestaltet sich der Umgang mit dem Unmöglichen?
Was wird aus den Hoffnungen aller, die ein tolles Land kennen und dort Freunde haben, die noch genauso gut, offen und freiheitlich denken?
Wird sich das eventuell mit den “Mid-Terms”, den Zwischenwahlen im November ändern, oder schliddert der Tourismus dann in eine zusätzliche Krise?
Eine Reise in die USA machen? Entscheiden muss das, nach wie vor, jeder für sich selbst.
Die vergleichsweise Unabhängigkeit der Bundesstaaten, die sich auch im Tourismus niederschlägt mag Mut machen. Wirklich geklärt sind die Probleme des Landes noch lange nicht.
Letztlich liegen sie tief in der „amerikanischen Seele“. Freiheit ja, aber für einige weniger davon. Vorurteile, Rassismus, soziale Standesunterschiede und Probleme haben sich im Lauf der letzten 100 Jahre nicht beseitigen lassen. Da muss man schon grenzenloser Optimist sein, wenn man glaubt, dass dies ein Regierungswechsel in gut zwei Jahren bewerkstelligen könnte.
Auf der anderen Seite, so auch mein Talk-Gast Wolfgang, gibt es im Land, mitunter ganz plötzlich auch immer wieder Ereignisse, die man kaum vorhersehen kann. Bisher haben sich die USA noch immer wieder erholt. Ob das auch diesmal funktionieren wird?
„Kings“ haben die Eigenheit, Macht nur unfreiwillig aufzugeben. Ob man sich auf die „No Kings“-Strategie der amerikanischen Verfassung rückbesinnt? Ich würde es mir wünschen.
Die Geburt einer Nation
Die US-Hauptstadt Washington D.C. 2010
Independence Day Stories (July 4th)
Das Museum of Civil Rights in Jackson, Mississippi
Blues und B.B. King
Die Geburtsstätten des Blues
Bürgerrechte – Black Lifes Matter
Soul und Civil Rights
Der Trump Effekt
Tourismus Mississippi
Tourismus Alabama
Kaffee ist eines der meistgenutzten Getränke in Deutschland. Die Kaffeekultur wird immer vielfältiger, aber auch teurer. Teuer wiederum ist relativ, sagt Röstmeister Florian Müller. Er arbeitet im Bremer „Johann Jacobs Haus“ und ich hab ihn besucht.
Wer Bremen sagt, muss auch Kaffee sagen. Der Grundstoff Kaffeebohne gehört seit mehr als einem Jahrhundert zu den Erfolgsgeschäften in den Häfen von Bremen und Hamburg. Logisch, wo Rohkaffee angeliefert wurde entstanden auch ganz schnell die Röstereien und so entstand neben der Abwicklung in den Häfen ein völlig neuer Produktionszweig – für Kaffee. In Bremen sind es die Namen Jacobs und Hag, die bis heute im wahrsten Sinn des Worts „in aller Munde“ sind.
Johann Jacobs Einstieg geschah 1895. Er öffnete ein Handelsgeschäft für (damals sagte man) Kolonialwaren: Caffee, Thee, Cacao, Chocoladen und Bisquits“. 1907 folgte ein Kaffeerösterei und daraus wurde dann im Lauf von Jahrzehnten das Jacobs Kaffeeimperium (die „Krönung“ und Frau Sommer inklusive).
Ein weiteres Beispiel ist der berühmte Kaffee HAG, langjährig das Synonym für koffeinfreien Kaffee. Das Produkt entstand per Zufall und wurde zum weltweiten Erfolg von Kaffeehändler Ludwig Roselius. Ja, das ist der Mann, dem die Stadt auch den Publikumsmagneten Böttcherstraße samt Glockenspiel und Museen zu verdanken hat.
Dem Kaffee hat Bremen also jede Menge zu verdanken, auch wenn die Wandlung der internationalen Märkte dazu führten, dass internationale Konzerne das Sagen haben. Im Falle Jacobs ist es der niederländische Multi “Douwe Egberts”.
Das Johann-Jacobs-Haus, wo ich Florian besuche, steht genau an der Stelle, wo einst Johann Jacobs sein erstes Geschäft eröffnete. Das Nachfolgehaus wurde abgerissen und 2020 wurde das neue Johann-Jacons-Haus eröffnet. Es dient der Kaffeekultur, mit einem Café, einer Kaffeeakademie und einer eigenen Kaffee-Produktion mit Namen Rubiac.
Florian Müller ist genau dort heute Röstmeister und Chef der Rösterei. Warum man mit dem Jacobs-Konzern nix mehr zu tun hat, trotzdem das Erbe eines Johann Jacobs pflegt, erzählt er mir im Podcast.
Eineinhalb Stunden waren eigentlich für die Erkundung vorgesehen. Als ich ging, waren zweieinhalb Stunden rum. Dabei habe ich nicht das Gefühl, alles erlebt zu haben. Florian hat mir viel Zeit geschenkt (Danke!) und so kann ich im Podcast diverse Inhalte umsetzen.
Hier Alles zu erklären würde zu weit führen. Hört am besten einfach zu, was der Röstmeister so alles über die Kaffeeproduktion von heute erzählt.
Ich habe gelernt, dass sich auch „Kaffeerösten“ digitalisieren lässt und trotzdem immer jemand bei Maschine und Produkt bleibt. Kaffee ist ein Naturprodukt und reagiert mitunter ganz anders als digital geplant.
Im Haus röstet man Spezialitäten. Dabei gibt es selbst entwickelte Mischungen (Blends), aber auch Kaffeebohnen mit ganz unterschiedlicher Herkunft, Sorte und Behandlung der grünen Kaffeebohnen.
Wir haben über Kaffeekultur geredet, die natürlich unterschiedliche Röstprozesse und -zeit benötigt.
Ich durfte zur Kenntnis nehmen, dass eine Profi-Siebträger-Espressomaschine schon mal 20.000 Euro kosten kann.
Florian hat mich davon überzeugt, dass der im Lauf der letzten Monate stark gestiegene Kaffeepreis gerade mal so Kosten und Kleingewinn deckt. Der Produktionsprozess ist lang und es sind viele Menschen daran beteiligt, die alle für ihre Arbeit bezahlt werden wollen und müssen.
Dazu gehören der Kaffeebauer, seine Mitarbeitenden oder auch der Kaffeeexporteur im Produktionsland. Dann muss der Transport bezahlt werden. Importeur und Kaffeeröster wollen davon leben. Die Röstung kostet Geld, genauso wie eine ansprechende Verpackung und letztlich will ja auch der Einzelhändler seinen Anteil. Ein wünschenswert-fairer Handel mit den Bohnen erhöht den Preis noch einmal.
Ganz nebenbei: Wusstet Ihr eigentlich, dass es auch eine Kaffeesteuer gibt? Immerhin sind das pro Kilo Röstkaffee € 2,19.
Das alleine sind schon genügend gute Gründe Florian zu treffen. Meine Zielsetzung: So viel wie möglich über Kaffee-Produktion und Rösten sowie Kaffee-Kulinarik erfahren. Ein bis heute wichtiger Faktor in Bremen. Überprüft gerne im Podcast, ob mir das gelungen ist und ob Ihr was davon hattet. (Geht weiter unten in den Kommentaren!)
Dort wartet nicht nur professionelle Ausbildung, sondern es gibt reichlich Seminarangebote für Kaffee-Freunde.
Die SCA (Specialty Coffee Association) bildet künftige Kaffeetester (Q-Grader) aus, aber auch Barista-Kurse für die Profis sind im Angebot.
Kaffee-Laien kommen auch zu ihrem Recht und dazu gehört nicht nur krönender „Schnick-Schnack“, wie das Herz im Cappuccino-Schaum. So warten neben der Schulung in „Latte Art“, ein Espresso-Kurs, einer für die Sensorik und auch ein Filterkaffeekurs (inzwischen wieder im Trend).
Es geht nicht nur darum, viele dumme oder auch kluge Fragen zu stellen. Ein wenig soll auch ich in die Kaffee-Kunst eingeweiht werden. Wir hatten uns entschlossen, in die Filter-Geheimnisse einzudringen. Dies ist neben den Kaffees auch der richtige Filter, das passende Papier, das beste Wasser und natürlich auch das Geschmacksempfinden. Der Blick hinter die Kulissen ist spannend. Erkenntnis: Filterkaffee ist nicht gleich Filterkaffee.
Natürlich habe ich nicht nur beim Rösten zuschauen dürfen, sondern bekam auch einen Kaffeeüberblick. Die Exklusivmarke „Rubiac“ versammelt unterschiedlichste Kaffeesorten der ganzen Welt. Es geht nicht nur um Arabica und Robusta, sondern auch um die Herkunft von Kolumbien bis Brasilien, Indien bis Vietnam, Kenia bis Tansania, ganz zu schweigen von erlesenen Kaffees wie dem „Blue Mountain“ aus Jamaica.
Ja, wir haben auch über den Katzenkaffee geredet. Florian Müller hält ihn für überflüssig und auch für Tierquälerei. Hört selber.
Ist für alle, die nur eine schnelle Stippvisite machen wollen. Auch hier kann man (im kleinen Rahmen) testen, besondere Kaffees probieren und hier gibt’s auch Spezialgetränke (Florian hat dabei gegrinst) wie „Erdbeer-Matcha-Latte“, der ja nun mit Kaffee eigentlich nix am Hut hat.
Wie auch immer, im Außenbereich des Jacobshofs, sitzt man äußerst nett und unter großen Sonnenschirmen. Er ist genau das Richtige für die Kaffeepause oder was auch immer verzehrt wird.
Alles übers Johann-Jacobs-Haus
Heritage Store und Café
Rubiac Kaffee
Kaffee – Akademie
Architektonisches – Das Balge-Quartier
Bremen als Städteziel
Weitere Kaffeetipps aus Bremen
Die Recherche zu diesem Podcast wurde unterstützt von Bremen Tourismus, eine Abteilung der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH. Die Recherche wurde nicht beeinflusst und dieser Podcast ist ein unabhängiges, reisejournalistisches Produkt.
Ich bedanke mich für die Zeit und die herausragende Betreuung im Johann-Jacobs-Haus und ganz besonders bei Röstmeister Florian Müller.
The post Podcast 322 – Coffee-Vibes: Eine Kaffee-Erfahrung in Bremen first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).Dieser Podcast ist ein Talk mit Verleger Horst Temmen über Bücher, Bremen und die Musikanten, die für Weltruf sorgen. Es ist auch ein kleiner erster Blick in Bremens Seele.
Für mich ist es auch die Annäherung an eine Stadt, in der ich vor vielen Jahren mal gearbeitet habe. Eine Stadt, die ich mochte, aber nicht wirklich kannte. Dieses Kennenlernen habe ich jetzt nachgeholt und davon wird in den nächsten Reiseradio-Podcasts ausführlich die Rede sein.
Der Reiseradio-TALK mit Verleger Horst Temmen bildet den Auftakt. Warum? – Die Antwort ist einfach: Er lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in Bremen und er ist ein echtes Nordlicht, auch wenn er in einer anderen Hansestadt, Rostock nämlich geboren wurde. Sein Verlag ist seit über 30 Jahren ein elementarer Teil der Bremer Kulturszene.
Außerdem liegt einer der Verlagsschwerpunkte auf Reisebüchern und Reiseliteratur aus dem Norden. So gab es gleich zwei gute Gründe ihn zu treffen. Unser Treffpunkt auf einen Kaffee war die „Verlagsvilla“ in Bremer Stadtteil Schwachhausen. Hört den Podcast, lasst Euch in Literatur und Kultur entführen und erfahrt auch das offene Geheimnis um einen der Verlagsbestseller, der die Bremer Stadtmusikanten zum Thema hat.
Unsere Themen waren vielfältig. Es geht, natürlich, um das Verlagsprogramm, die Reisebücher und die Frage, worin das Erfolgsgeheimnis der regionalen Reiseführer als kleiner Verlag besteht.
Natürlich haben wir auch über Sorgen und Nöte, von Menschen geredet, die heute noch Bücher schreiben oder verlegen und mit dem, für Kreative, absoluten Schreckgespenst „Künstliche Intelligenz“ umgehen müssen. Denn da stellt sich für viele Berufe perspektivisch die Existenzfrage. Vom kreativen Schreiben leben? Das wird immer schwerer, oder wie sagte Horst Temmen schon vor 15 Jahren
Die Wahrnehmung des engagierten Buches ist schwieriger geworden
Da ist es mitunter angenehmer (und ein angenehmes Gespräch sollte es ja auch sein) rückblickend über Beruf, Erfolge, Kreatives und auch verrückte Ideen zu reden. Das haben wir selbstredend getan.
Bremen jedenfalls spielte in der Gesamtpalette des „Edition Temmen“ immer eine wichtige Rolle, gleich ob Sozialgeschichte, spannende Reiseanleitungen oder regionale Geschichten.
Die illustrierten Reisehandbücher über den Orden erwecken den Eindruck, dass hier jede Menge en Detail geboten wird. Von A wie „Altes Land“ über B wie Bremen, S wie Schwerin bis Z wie Zingst sind es Bücher, die kleine Regionen und Städtchen präsentieren, so wie es kein überregionaler Guide leisten kann.
Aber auch Hafen- und Seemannsgeschichten sind zu finden.
Ein Autor der Edition sticht dabei heraus. Es ist eine illustrierte Geschichte, fast schon ein Bilderbuch. Es handelt sich auch nicht um jenes Grimm’sche Märchen, sondern die Bremer Stadtmusikanten in der Version von Janosch. Das macht neugierig, denn Janosch, alias Horst Eckert, war im Lauf der Jahre zwar überaus erfolgreich (Oh, wie schön ist Panama), galt aber immer als komplizierter Autor.
Horst Temmen erzählt die ganze Geschichte des Erfolgsbuchs, das inzwischen in 23 Sprachen vorliegt. Es sei von Beginn an ein Renner gewesen, sagt er. Allerdings habe es lange gedauert und der Schöpfungsprozess sei mit unzähligen Gläsern Rotwein verbunden gewesen. Hört gerne die ganze Story im Podcast.
Zurück nach Bremen. Es gibt da den “dummen Spruch” von den maulfaulen, zurückhaltenden Norddeutschen und den kühlen Hanseaten. Ich habe mich trotzdem getraut, diese Frage zu stellen und sogar eine Antwort erhalten.
Die Antwort geht dabei auch auf die Unterschiede der beiden Hansestädte Bremen und Hamburg ein. Der Bremer wisse sehr wohl, dass es an der Elbe mitunter prachtvoller und offener zugehe, das könne ihn aber unterm Strich keinesfalls schocken. Bremen sei halt Bremen!
Bevor ich wieder in die Innenstadt aufbrach, lasse ich mir auch noch ein paar offensichtliche Besuchertipps geben: Eben das, was man seinen Besuchern so zeigt, meint Horst Temmen und ich bin sicher, dass er seinen Gästen zu den bekannten Orten garantiert jede Menge Hintergrund und Zusatzinformation anbieten kann. Letztlich ist er schon so lange in der Weserstadt und hat so viele Bücher über Bremen veröffentlicht.
Edition Temmen
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Die Recherche zu diesem Podcast wurde unterstützt von Bremen Tourismus, eine Abteilung der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH. Die Recherche wurde nicht beeinflusst und dieser Podcast ist ein unabhängiges, reisejournalistisches Produkt.
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