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2025: 10 Jahre Reiseradio im März und der 300. Podcast im November. Jubiläen vermischen sich mit Gefühlen aus dem Spätherbst, der sich vorübergehend in einen Spätsommer verwandelt.
Seit zwei Jahren wollte ich zum Ziel dieser Podcast-Ausgabe fahren: Rheinsberg. Grund und Anlass: Ich hatte die Rheinsberg-Novelle von Kurt Tucholsky wieder mal in die Hand genommen und die Lektüre endete mit diesem Wunsch. Das „Bilderbuch für Verliebte“ hatte ich immer wieder mal gelesen und der bundesrepublikanische Film über den “halblegalen” Ausflug von Claire und Wölfchen naxh Rheinsberg war mir selbstverständlich auch in Erinnerung, auch wenn das ein paar Jahre her ist.
Die Begrifflichkeit, um die es diesmal geht, taucht weder in der Geschichte noch im Film auf, kennzeichnet aber Lebensgefühl und -bedürfnis der Menschen um die Wende zum 20. Jahrhundert. Die Industrialisierung hatte für mehr Freizeit, aber gleichzeitig auch für ein freizeitunfreundliches Umfeld, mitten in großen Städten, wie dem nahen Berlin gesorgt.
Also wurde die SOMMERFRISCHE zum Inbegriff dieser Zeit. Raus aus der stickigen und stinkenden Stadt und rein in die Natur.
In Rheinsberg, dem Inbegriff der Idylle, traf ich Jeannette Lehmann und wir redeten über die Sommerfrische die – uns zu Ehren – mit Sonne und Temperaturen von fast 20 Grad am Mittag in der ersten Novemberwoche zurückgekehrt war.
Das Bühnenbild: Sommerfrische mit Claire, Wölfchen und der Blick über Seen und Wälder der Mark Brandenburg. Mittendrin, das preußische Schloss, einst von Kronprinz Friedrich gebaut und nach seiner Ernennung zum König, seinem Bruder Prinz Heinrich überlassen. Der lebte fast 50 Jahre hier und prägte das heutige Bild der Anlage.
Wie sagte sie Jeanette Lehmann über die Sehnsucht nach der Sommerfrische so richtig:
Die Berliner Luft war alles andere als gut in dieser Zeit!
Gerade deshalb wurde die Sommerfrische zum Inbegriff der freien Zeit zunächst von besser gestellten Bürgern und später auch von Arbeitern.
Das Beispiel Rheinsberg zeigt, was Sommerfrische konnte und warum gerade Rheinsberg zum Paradebeispiel wurde.
Das geschah lange nach Prinz Heinrich und dem „Alten Fritz“ und war vor allem der Landschaft im nördlichen Brandenburg zu verdanken. Wälder, Seen, Sonne, frische Luft und das Gefühl der Freiheit zum Durchatmen. Erleichtert wurde der Zugang durch die Ende des 19. Jahrhunderts eingerichtete Bahnverbindung in die Stadt am Grienericksee und dicht am Neuen Rheinsberger See.
Sie ist das Thema des Reiseradio-Talks. Vom frühen 20. Jahrhundert bis in die heutige Zeit lassen wir dieses Phänomen Revue passieren. Der Zeitrahmen reicht vom späten wilhelminischen Kaiserreich über 1. Weltkrieg, die 1920er Jahre, Nazizeit und 2. Weltkrieg, die DDR bis in die heutige Zeit.
Unterschiedlichste Ausprägungen und Sehnsüchte gab es. Unterschiedlich wurde Sommerfrische definiert und gelebt. Geblieben ist all die vielen Jahre die Idylle des Städtchens Rheinsberg und der Wälder und Seen im nördlichen Brandenburg.
Bemerkenswert, so Jeanette Lehmann, ist die Tatsache, dass die alte Sommerfrische heute im modernen Gewand wieder neue Erfolge gefeiert. Sie sagt, dass sich der Weg vom Durchatmen zum „Endlich mal Runterkommen“ gar nicht so weit ist. Man muss sich nur darauf einlassen. Genau das ist das Problem der heutigen Zeit gekoppelt mit der Schwierigkeit sich darauf einzulassen und auch manch elektronische Detail und Luxusgut mal zu verzichten. Geht, wenn man es will.
Davon wird in weiteren Podcasts die Rede sein. Was folgt sind Geschichten um Tucholsky, samt Claire und Wölfchen, das Schloss, seine Besitzer Friedrich der Große und (noch viel mehr) sein Bruder Prinz Heinrich.
Das Schlosstheater, die „Musikkultur Rheinsberg“ mit Musikakademie, der Kammeroper, dem jährlichen Festival und vielen weiteren Veranstaltungen. Dann ist da die Ackerbauerstadt Rheinsberg. Was es mit diesem Begriff auf sich hat, werdet Ihr genauso erfahren und die Stadt kennenlernen.
Und dann ist da der Literat und Journalist Kurt Tucholsky, der das Städtchen Rheinsberg durch ein liebevolles Stück Literatur im ganzen Land bekanntgemacht hat. Das einzige deutsche Tucholsky- Museum findet sich im Schloss. Seine Literatur lässt sich in der „Kurt Tucholsky Buchhandlung“ in unmittelbarer Nähe des Kirchplatzes erwerben. Ich verspreche, hier gibt es auch ganz besonders schöne Ausgaben seiner Werke, neben allem, was ein kleiner aber sehr feiner Buchladen zu bieten hat. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Kinderliteratur.
Jede Menge gibt es noch zu erzählen in den bald folgenden Reisestorys im Reiseradio. Neugierig gemacht, auf dass Ihr vielleicht selber hinfahrt, schaut und im Café Claire in Milchkaffee und „Birnen-Schmand-Kuchen“ schwelgt.
Rheinsberg ist einfach eine Reise wert!
Rheinsberg
Schloss Rheinsberg
Ruppiner Seenland
Reiseland Brandenburg
Die Recherche für diesen Podcast wurde freundlich unterstützt von Tourismus Rheinsberg, dem Tourismusmarketing des Ruppiner Seenlands und vom Tourismusmarketing “Reiseland Brandenburg”. Meine journalistische Arbeit wurde nicht beeinflusst. Dieser Podcast enthält keine bezahlte Werbung!
Großer Bahnhof dieser Tage in Salzburg. Ein Hollywoodfilm, der vor 60 Jahren in die Kinos kam und in der wundervollen Voralpen-Kulisse spielt, wird gefeiert und feiert sich selbst.
Es geht um einen Film, der zu den ganz großen Erfolgen zählt und zahlreiche Oscars abgestaubt hat und auch um die Stadt und deren Umgebung in der der Film 1964 gedreht wurde und 1965 in die Kinos kam.
Was ist das für ein Film und welche Story hat er? Es ist ein Musicalstoff von Richard Rogers und Oscar Hammerstein, der nach dem erfolgreichen Beginn am New Yorker Broadway zum erfolgreichsten Musical-Film aller Zeiten wurde.
20th Century Fox beschloss, nach der Broadway Sensation, ziemlich folgerichtig eine Verfilmung. Über eine Milliarde Zuschauer haben sie gesehen, im Lauf ihrer bisherigen Geschichte.
Es ist die Hollywood-Version der Geschichte um die österreichische Familie Trapp, die in Salzburg lebte, musizierte, aber wegen der Nazi“besetzung“ Stadt und Land verlässt um letztlich durch die Auftritte in den USA weltbekannt wurde.
Daraus einen Erfolg zu machen, war auch Job von Regisseur Robert Wise und der krempelte dabei die Story nicht nur kräftig um, sondern – wie so oft im Film – verkürzte, vereinfachte, dramatisierte, schmückte aus und drehte einen echten Hollywood-Schinken der 1960er Jahre. Und das bezieht sich nicht nur auf die Länge von fast drei Stunden. Sein Geniestreich: Wise drehte alle Außenaufnahmen vor Ort in Salzburg. Der Mythos entstand und blieb bis heute.
Dem Team Richard Rogers (Musik) und Oscar Hammerstein (Text) verdanken wir auch die Musicals „Oklahoma“, „The King and I“, „Carousel“ oder „South Pacific“. Der Erfolg war letztlich geplant und vorprogrammiert. Allerdings stellt er bis heute alles in den Schatten. Die Liebe zu „Sound of Music“ wird gewissermaßen vererbt und so kommen seit Jahrzehnten jährlich bis zu 350 Tausend Menschen nach Salzburg, nur um auf den Spuren des Films durch die Stadt zu gehen, um die lebendige Kulisse tief zu inhalieren.
Angesichts dieses gigantischen Welterfolgs ist es mehr als verstörend, dass diese gigantische Produktion beim deutschen und österreichischen Publikum so gut wie unbekannt ist. Wie also kann es sein, dass Menschen aus der ganzen Welt ausflippen angesichts einer Hollywood-Produktion, die in Salzburg gedreht wurde und die am deutschsprachigen Publikum vollkommen vorbeiging?
Dieser Podcast macht sich auf die Suche nach Gründen, warum „Sound of Music“ ein weltweiter Hit und ein deutschsprachiger Flop wurde. Wir suchen danach, an der Stelle, wo er gedreht wurde. Dafür ging es nach Salzburg und in die Umgebung zu den rund 70 Locations, die zum Mythos der weltweiten Fans wurden und zum Flop an unseren Kinokassen.
Selbstredend werden wir eine Großzahl der wichtigen Drehorte besuchen, um festzustellen, dass es an einigen Stellen immer noch so aussieht wie vor 60 Jahren.
Wir nehmen auch die Hauptanziehungspunkte mit, die den Filmtouristen heute zu Verfügung stehen.
Dazu gehört an erster Stelle die „Sound of Music Bustour“, die (da legen die Organisatoren Wert drauf) an 365 Tagen im Jahr stattfindet. Im Sommer ist sie oft tagelang vorher ausgebucht. Die Tour gibt es ausschließlich in englischer Sprache. Ein deutschsprachiges Tourangebot findet klein Interesse. Das findet auch Geschäftsführer Daniel Herzl bedauerlich, auch wenn er sich ansonsten sehr über den anhaltenden Erfolg der Bustouren freut.
Unsere Tour wird begleitet vom Australier Mitch, der darin Glück und Berufung gefunden hat und u.a. deshalb seit mehr als 30 Jahren in Salzburg lebt. Im Bus fanden Menschen aus den USA, Großbritannien, Neuseeland, Indien, Jamaica, den Niederlanden und den Philippinen zusammen. Sie staunten, machten Fotos und sangen aus Herzenslust Filmsongs unterwegs nach.
Dieser ganz besondere Garten rund um Schloss Mirabell ist eine der meistbesuchten Locations. Einer der ganz großen Hits aus Musical und Film „Do-Re-Mi“ wurde nämlich an ganz vielen unterschiedlichen Orten des Parks gedreht. Immer wieder trifft man Menschen, die genau dort, singen, tanzen oder sich einfach nur fotografieren.
Warum „Sound of Music“ in Deutschland und Österreich ein Flop war und blieb, ist bis heute immer noch unbeantwortet. Um den Gründen auf die Spur zu kommen habe ich mit zwei absoluten Fachleuten gesprochen, die sich zum Teil seit Jahren mit dem Stoff und seinem Hintergrund beschäftigen.
Franziska Lipp ist Autorin und Journalistin und von Musical und Film so überzeugt, dass sie zum Jubiläum ein Reiseführer geschrieben hat mit dem schönen Namen „Sound of Salzburg“. Er ist der ideale Begleiter für Fans und solche, die es werden wollen. Die wichtigsten Drehorte sind darin vorgestellt, eingeordnet. Wer Feuer fängt, ist mit diesem Guide gut beraten. Bestechend dabei: Es ist keine PR-gestützte Werbemaßnahme. Das Büchlein setzt sich auch mit den Hintergründen dieses Phänomens auseinander.
Gleichsam meint Franziska aber auch, dass ein Spaziergang zu den Drehorten geleichermaßen auch der Gang zu fast allen Sehenswürdigkeiten der Stadt sei.
Fachmann Nummer 2 ist Peter Husty, Chefkurator des Salzburg Museums. Er beschäftigt sich seit Jahren mit „Sound of Music“ und jahrelange Bemühungen und eine Idee werden im nächsten Sommer Realität.
Salzburg bekommt sein „Sound of Music“ Museum. Dies wird vor der Stadt in Nachbarschaft zum Schloss Hellbrunn entstehen und soll gleichermaßen, Fans, Kritiker und auch Ratlose Besucher inspirieren. Ja, auch er hofft auf mehr Zuspruch aus dem deutschsprachigen Raum.
Das ausführliche Gespräch mit Franziska und Peter gibt es schon als Podcast-Talk im Reiseradio.
Die Beiden haben sehr viel Hintergrundwissen und Historiker Peter Husty weiß auch um die Schwierigkeit, Deutschen wie Österreichern den Film nahe zu bringen. Insbesondere die Naziproblematik des Films schreckte 1965 völlig ab. Die Angst des Verleihs war ja bei der Premiere so groß, dass der quasi dritte Akt des Films, der diese Auseinandersetzung und die Flucht zeigt, einfach abgeschnitten und vertuscht wurde. In den ersten Jahren endete der Film in Deutschland mit der Hochzeit von Maria und Captain in der Kirche von Mondsee.
Weitere Gründe liegen in der Musik, in mancher regionalen Ungereimtheit und in der potentiell eigenen Vorbelastung, die manch Deutscher und Österreicher von 60 Jahren durchaus noch mit sich herumschleppte. Hört den Podcast und Ihr wisst Bescheid!
Bis zu Museumseröffnung kann man natürlich die weiteren Sehenswürdigkeiten, die große Geschichte Salzburgs erkunden. Zwischendurch Salzburger Nockerln und Mozartkugeln naschen und sich vielleicht auch jetzt schon im Theater überzeugen lassen. Denn: „Sound of Music“ ist überall.
Das Landestheater hatte und hat „Sound of Music“ als Musical zum Jubiläum des Films immer wieder auf dem Spielplan. Die Wiederaufnahme beginnt im November 2025.
Gleich in der Nachbarschaft kann man dem Stück auf ganz eigene Weise näher kommen. Denn auch das renommierte Marionettentheater Salzburg spielt seit Jahren die Broadway Musical Fassung in einer Puppentheaterinszenierung.
Als ich Anfang September in Salzburg war, stand das Theater ziemlich leer. Das Puppenspielerteam befand sich auf großer Japantournee. Auf dem Programm die Zauberflöte und natürlich Sound of Music, das im Sommer 25 gut gespielt und besucht wurde und als Standardrepertoire regelmäßig auf dem Spielplan steht
Zu guter Letzt noch ein Tipp für Bewegungsnaturen, die angesichts von sehr viel Kultur unbedingt auch Bewegungsgenuss brauchen. Beides lässt sich verbinden mit der Radtour „Sound of Salzburg on Bike“.
Ja der Name sagt es schon. Auch hier ist der Anteil an internationalen Gäste überproportional hoch, aber es geht – nach Absprache auch in Deutsch. Es ist eine wahrhaft bewegende Tour zu Stellen und Drehorten, die der rote Tourbus gar nicht anfahren kann. So kommt man zum Beispiel zur Felsenreitschule, oder auch über der Stadt ins Stift Nonnberg. Die Tour führt auch vor die Stadt zu den Drehorten in der Natur und macht damit allen Menschen mit Bewegungsdrang ein tolles Angebot.
Salzburg Tourismus
Sound of Music Bustour
Fräulein Marias Bike Tours
Salzburger Landestheater
Marionettentheater Salzburg
Austria – Info: Salzburg & Umgebung
Ein Flusskreuzfahrt-Stopp von 5 Stunden und der dazugehörige Ausflugsversuch in die Stadt, aufs Schloss und ans Eck.
Sind unsere Urlaube nicht ohnehin nur Stippvisiten? Schauen wir viel zu selten länger hin? Nehmen wir uns nicht die Zeit dafür oder haben wir sie gar nicht in unserem Reiseplan?
Das sind berechtigte Fragen, wenn man immer nur ganz kurze Stopps auf einer Reise macht. Sie trifft insbesondere Kreuzfahrten und Flusskreuzfahrten. Dieser Erfahrungspodcast stammt vom Stopp einer Flusskreuzfahrt. Er war in Koblenz. Die River Cruise begann in Basel, führte flussabwärts auf dem Rhein bis nach Koblenz und danach wieder flussaufwärts zurück zum Ausgangspunkt. Auf dieser Reise sind auch die beiden Podcasts über Speyer und das dortige Technikmuseum entstanden.
Der Stopp in Koblenz betrug 5 Stunden. Der Aufenthalt führte zu einem kurzen Blick auf Koblenz und sein berühmtes „Deutsches Eck“. Außerdem war in der Zeit auch noch der Besuch von Schloss Stolzenfels vorgesehen. Es liegt oberhalb des gleichnamigen Koblenzer Stadtteils und sieht ziemlich prachtvoll aus. An diesem Tag leuchtete es gelb-strahlend in der Sonne.
Der akustische Ausflug nach Stolzenfels, die kundige, rheinische Führung von Heinz-Gerd. Er verspricht, dass er auch auf Heinz oder Gerd hört…
(S)ein Parforceritt durch die Geschichte von Koblenz
(S)eine fröhliche Schlossführung mit Einblicken und Ausblicken, Filzpantinen inklusive
Erstaunliches übers Deutsche Eck
Die fachkundige Zusammenfassung, der „Must See and Do’s“ durch den Tourismusfachmann von Visit-Koblenz
Beim zwischenzeitlichen Schauen auf die Uhr, holt einen die Flusskreuzfahrt-Realität wieder ein und die Erkenntnis: Unsere „Edelweiß“ legt ja schon in einer knappen halben Stunde wieder ab. Hektik bricht aus und die Bewegung Richtung Anlieger am Rhein.
Immerhin gab es noch ein paar Fotospots auf der Strecke, noch 15 Minuten bis zum Ablegen und noch 7 bis 8 Minuten Fußweg.
Wenigstens reicht es noch für ein paar Fotos von der Rheinpromenade und der Seilbahn, die von hier in Richtung Ehrenbreitstein startet.
Ein bis zwei Stunden länger, wären nett gewesen, aber wer will kann ja wiederkommen.
Wir sehen sie vom Schiff aus. Mitunter entsteht der Eindruck, die umgebende Landschaft werde an einem vorbeigezogen. Es lebe das Sonnendeck!
Mittelrheintal & UNESCO Welterbe & Loreley,
Burg Pfalzgrafenstein in Kaub, mitten im Fluss,
und viele weitere Burgen und berühmte Orte wie Rüdesheim, Assmannshausen. In Eltville und Bingen (mit Mäuseturm) war es schon fast dunkel.
Koblenz
Schloss Stolzenfels
Rheinland-Pfalz Tourismus
MS Edelweiss by Thurgau Travel
The post D-RR298 – Stippvisite: Koblenz, Stolzenfels & das echte Eck first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Ein Rundumschlag in Speyer und der Pfalz. Natürlich darf der Wein nicht fehlen.
In die Pfalz fahren und den Wein ignorieren, wäre ohnehin ein Frevel. Anmerken würden die Pfälzer sicher auch, dass der Wein das Wichtigste sei, es aber noch viele andere Dinge gibt, die genauso präsent sind.
Dieser Podcast bietet allenfalls eine Materialsammlung, denn es gibt viel zu sehen und zu erleben in der Region. Das Gespräch mit Jörg Dörr, dem Leiter der Speyer-Touristik soll hauptsächlich Appetit machen auf eine Region, die kulturgeschichtlich hochinteressant ist und durch die Nähe zu Wein und Kulinarik gleichzeitig auch den angenehmen Teil einer Reise bietet.
Die Pfalz ist eine verwöhnte Region. Verwöhnt durch Sonne, klimatische und menschliche Freundlichkeit, aber auch von großer Geschichte und Kultur.
Speyer gehört zur Pfalz und liegt doch sehr am Rand. Dafür aber wieder direkt am Rhein. So erschließen sich viele Möglichkeiten. Regional als Mittelpunkt eines Gebiets, das viele Attraktionen hat.
Speyer selbst glänzt mit gleich zwei UNESCO-Welterbestätten. Der weltberühmte Kaiserdom war eine der ersten Welterbestätten in Deutschland und trägt den Titel schon seit 1981.
Relativ neu – und auch städteübergreifend ist die jüngere der Welterbestätten. Seit 2021 sind die jüdischen Gemeinden der Städte Speyer, Worms und Mainz, die im Mittelalter einen Bund bildeten, unter dem Namen SchUM ein UNESCO Welterbe. Im „Judenhof“ befinden sich heute die Überreste der 1104 geweihten mittelalterlichen Synagoge. Speyer besitzt aber auch eine moderne zeitgenössische Synagoge. – Wer an diesem jüdischen Welterbe interessiert ist, sollte die Stätten in Mainz und auch im benachbarten Worms einbeziehen.
Museen gibt es reichlich. Das Technikmuseum wurde hier ja gerade vorgestellt. Und auch die Umgebung auf der anderen Rheinseite, von Heidelberg bis Schwetzingen, sind sehenswert.
Speyer gehört da schon dazu, wenn es auch „am Rand des Weinbaus“ liegt. Es ist trotzdem nie weit an die Weinstraße, in den Pfälzer Wald und auch ins benachbarte südlich gelegene Elsass.
Neben einem Gemüseparadies, warten zudem viele kulinarische Verlockungen und Attraktionen, gerade in der Nebensaison. Schon mal was von der Mandelblüte in der Pfalz gehört, oder von der Keschdeernte (zu hochdeutsch Kastanien) im Herbst. Wein aber steht im Mittelpunkt.
Schlagzeilen gab es im letzten Jahr in der Region, als die Weinvermarkter beschlossen, dass Weinköniginnen zwar zur Tradition gehören, aber die Weinvermarkter mit der Einführung der Weinbotschafter ein neues Modell schufen.
Zum Botschaftertrio gehörte zum ersten Mal ein Mann. Weinbotschafter Manuel Reuther durfte ich kurz vor Ablauf seiner „Dienstzeit“ kennenlerne. Bei einer Weinprobe versteht sich. Erfahrt also im Podcast nicht nur einige Fakten vom Pfälzer Wein, sondern auch von der Idee die Weinhoheiten für mehr einzusetzen als fürs Winken und attraktiv sein. Das mit den neuen Inhalten gilt selbstredend auch für die weiblichen Mitglieder des Weinhoheiten-Teams
Inzwischen hat auch die Neuwahl der Majestäten für das Jahr 2025/26 stattgefunden. Jetzt repräsentieren wieder zwei Frauen.
Was bleibt ist der Weingenuss. Und – ganz ehrlich – ich hatte meinen Favoriten aus der Weinprobe schnell herausgefiltert, auch dank der kompetenten Präsentation von Manuel. Lernt ihn im Podcast besser kennen.
Ergebnis meines Schnupperns: Der Beschluss, nächstes Jahr unbedingt mal in die Pfalz zu fahren. Dafür gibt es viele unterschiedliche, aber ausschließlich gute Gründe.
Speyer
Weinmesse Speyer: Wein am Dom
Pfalz Touristik
Pfälzische Wein-Hoheiten
Tags im Museum, nicht Nachts: Niemand wurde getag(g)t. Aber alle träumten den Traum der Technik-Geschichte. – Ein riesiges Museum in kürzester Zeit. Kommt mit!
Wie das so ist mit Journalisten. Der Zeitplan der Recherche ist meistens eng. Umschauen – Fragen – Ansehen – Fotos machen – Interviews führen: Am besten Alles und komplett in 2 Stunden.
So ging mir das kürzlich im Technikmuseum in Speyer. Genaugenommen war es noch viel schlimmer, denn der Realzeit in der Ausstellung reduzierte sich genau genommen auf eine gute Stunde. Kann man das mit gutem Gewissen tun oder ist das Kulturfrevel bei immerhin 25.000 Quadratmeter Innen- und rund 100.000 Quadratmetern Außenfläche? Antwort vorweg: Man kann, auch wenn man mit mehr Zeit auch mehr Freude hat.
Speyer (eröffnet 1991) ist ja eigentlich nur das „Kind“ des rund 40 Kilometer entfernten Technikmuseums in Sinsheim. Eigentlich ist der Begriff von Geschwistern der Bessere, denn an Attraktivität geben sich die beiden Museen fast nichts.
Sinsheim (eröffnet 1981) ist älter, mit 50.000 Quadratmetern etwas kleiner und hatte irgendwann nicht mehr genügend Platz. So kam das ehemalige Kasernengelände der Französischen Armee ins Spiel. Der Trägerverein kaufte und heute gibt es eben zwei Museen mit Attraktionen, die absolut gleichwertig und hochrangig sind. Details dazu gibts im Podcast.
Technik Museum Speyer. Es warten eine über den Dächern schwebende Lufthansa Boeing 747-200. Es wartet ein Großraum-Luftfrachter ukrainischer Bauart. Es geht zum Mond und wieder zurück und das ist noch lang nicht alles. Fahrzeuge gibt es viele. Bewegung zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Musik und Uniformen, Filmsets (Lindenstraße) und unendlich viel mehr.
Einziges Handicap des Besuchs: Wir werden einiges nicht sehen können, denn es gilt wieder mal die oben erwähnte “Überschallrecherche” (um im technischen Idiom zu bleiben).
Eine gute Stunde bleibt nach Ankunft. Unser Guide, Michael Baumgart, verspricht ALLES zu geben. Das hat er mehr als eingelöst.
Da geht’s ums Hören und mancher mag anmerken, dass Museum und Technik doch eher etwas zum Ansehen wären. Wer den Podcast hört, wird merken, dass der Besuch eher auf der lauten Seite ist. Technik macht Lärm, viel Lärm, lauten Lärm, herrlichen Lärm.
Und wenn dieser „Lärm“ dann von einem großartigen Guide, wie Michael Baumgart, in den richtigen Zusammenhang gestellt wird, dann entstehen, die berühmten Bilder im Kopf, von denen wir als Radiomacher immer so schwärmen.
Zieht also, eingewickelt in diesen Soundteppich, mit mir und meinem Mikrofon durchs Museum. Vom Mavis über “Tante JU52” und einen Mercedes, den alle für einen VW halten, bis zu Lokomotiven, Feuerwehrfahrzeugen, Flugzeugen und Raumfähren.
Lasst die Bilder entstehen und schaut dann an dieser Stelle nach unten und überprüft, ob die realen Bilder mit denen in Eurem Kopf übereinstimmen. Das ist meine Einladung! Seid Ihr dabei?
Es ist nicht nur Sonntag in Speyer, es ist auch ein Regentag am Rhein. Ein Blick auf einige der Hauptsensationen muss auch im Nassen sein. Schirm etwas auf die Seite, damit Kamera- und Augen-Blick frei sind auf Boeing 747-200, Vickers Viscount und Antonov 22
Den Ton dazu gibt’s im Podcast. Das sind die Bilder:
Von Apollo 15 ist es nicht weit nach Uhr 18. Das Museum schließt seine Türen auch wenn wir vielleicht mal knapp ein Drittel gesehen haben. Wiederkommen ist deshalb Pflicht und der Ausflug ins zweite Museum nach Sinsheim gehört dann zwangsläufig auch dazu.
Speyer ist auch so eine Reise wert. Das zumindest hat mir Jörg Dörr, der Leiter von Speyer-Tourismus gesagt und mir auch ein paar Gesprächsminuten geschenkt.
Deshalb gibt’s im nächsten Reiseradio-Podcast Speyer-Tipps rund um Kaiserdom, Stadt, Kohl, „Weck, Worscht, Woi“ und überhaupt.
Technik Museum Sinsheim-Speyer
Technik Museum Speyer
Technik Museum Sinsheim
The post D-RR296 – Tags im Museum: Historische Technik in Speyer first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Wer glaubt, dass man Sauna mit fast allen Gelegenheiten des Lebens verbinden kann, ist in Finnland richtig.
Im letzten Teil der finnischen Storys geht es raus aus Tampere nach Mänttä in eine Region, die berühmt ist für die Herstellung von Papier. Es geht aber gleichzeitig in das Museum einer der größten nordischen Stiftungen für Kunst und auch dort in die Sauna. Es ist nicht irgendeine Sauna. Es ist die Taidesauna, die einzige finnische Kunst-Sauna.
Die Überschrift ist eventuell ein klein wenig übertrieben. Aber ich habe diese Formulierung von dort mitgebracht.
Mänttä liegt eine gute Autostunde von der Metropole Tampere entfernt. Es geht über eine normale Landstraße, fast durchgehend durch eine Wälder- und Seenlandschaft. Unser Ziel das Serlachius Kunstmuseum und dessen Kunstsauna.
Dieser Podcast ist die Einladung in eine gigantische Kunstsammlung irgendwo zwischen Vielleicht und Wahrscheinlich sagt der Deutsche und damit wären wir wieder bei der Schlagzeile.
Mänttä hat etwa 9.000 Einwohner. Hier gibt’s Wälder und viel Holz. – Der erste der Serlachius-Gründerväter kam hier um 1860 an und gründete eine Holz- und Papierfabrik. Die nachfolgenden Generationen, also Serlachius 2, 3 und 4 legten den Grundstein zur Kulturoase. Die Familie lebt hier schon lange nicht mehr. Die Papierfabrik aber produziert immer noch. Hinter vorgehaltener Hand spricht man von der Haupteinnahmequelle: Klopapier!
Gegründet hat die Stiftung Gösta Serlachius im Jahr 1933. Er hatte nicht nur Kunst im großen Stil gesammelt, er wollte sie schützen und bewahren und war zeitlebens auch davon beseelt, seine Heimat Mänttä durch Kunstwerke zu verschönern. Und so ist das bis heute geblieben.
Das eindrucksvolle Museum, die vielen Kulturaktivitäten und die Kunstschätze der Dauerausstellung sind der Stiftung zu verdanken. Sie verwaltet eine der renommiertesten Kunstsammlungen Finnlands, kümmert sich um deren Bewahrung und hat sich die Verschönerung der Gemeinde Mänttä-Vilppula vorgenommen.
Das gelang ganz prächtig. Ganz nebenbei, keiner spricht laut darüber, verfügt die Stiftung über Geld, sehr viel Geld. Den Grundstock legten Holz und Papier, das Kapital der Region mitten im Nichts.
Die sicher viel zu kurzen Einblicke gab mir / uns Katariina Jeger. Sie führte uns übers Gelände, stellte Familie und deren Philosophie und Anspruch vor und präsentierte Herrenhaus, Skulpturengarten, Museum und natürlich die Taidesauna. Im Podcast gibt es viel mehr zu hören.
Museum und auch die Kunstsauna sind, gemessen an der Tradition der Familie Serlachius erst kürzlich (ab 2014) dazugekommen. Das Herausstechende ist die Tatsache, dass Hochkultur und profane Sauna hier wie selbstverständlich zusammengehören. Besucher kommen, auch im Winter, aus dem 100 Kilometer entfernten Tampere und genießen das Gesamt“produkt“. Vielleicht erst in die Sauna, dann ins Restaurant und danach Kunst ansehen oder, je nach Angebot, ein Konzert erleben oder auch umgekehrt. Einfach so. Das ist bemerkenswert.
Und so ist Serlachius hohe Kultur und gleichzeitig so offen, wie ich solche Erlebnisse bisher kaum wahrgenommen habe. Nicht umsonst sprechen die Organisator:innen auch davon, dass sie aufgrund der Lage viel mehr sind, als eine kulturelle Institution.
Unsere Guide Katariina Jeger betont ganz selbstverständlich:
Wir sind in erster Linie Museum, aber aufgrund unserer einsamen Lage sind wir auch zur touristischen Sehenswürdigkeit geworden. Beides gehört zu unserer Identität. Deshalb sind wir so offen was die Erfahrung des Anschauens und mehr betrifft.
Und wie überall in Finnland ist alles mit dem wichtigsten Gut des Landes verbunden, der unglaublich schönen und beeindruckenden Natur.
Man besitzt eine hauseigene Insel. Der Weg in die Natur beträgt nur wenige Meter. Um die Erfahrung auszuweiten stellt man Besuchern kostenlos Fahrräder für Ausflüge oder auch Ruderboote für die Fahrt auf dem angrenzenden See zu Verfügung. Dies auch aus der Bewahrungshaltung heraus, denn man soll das Auto stehen lassen. Wie sagt Katariina so treffend:
Nähere Dich der Natur mit Deiner natürlichen Muskelbewegung in frischer Luft.
Da liegt auch der Satz nahe: Und wärme Dich anschließend auf.
Unterhalb des Museumsneubaus, direkt am See befindet sich diese Attraktion, die Kunst und finnisches Lebensgefühl ganz besonders gut verbindet. Sie ist ein sehr modernes, architektonisches Juwel aus der Ideenschmiede dreier spanischer Architekt:innen. Es warten wohnlichen Aufenthaltsräumen und die holzgetäfelte, rund gebauten Sauna, die den Blick auf See, Wald und Wiese freigibt.
Sie ist gleichzeitig auch eine Eventlocation. Hier kann man fast Alles veranstalten von Firmenseminaren bis zu Omas 80. Geburtstag. Diskutieren, Leitbilder entwickeln oder auch feiern. Und zwischendrin gehen mann und frau eben in die Sauna und tauchen anschließend am Badesteg ins frische Seewasser oder (im Winter) in ein Eisloch ein.
Die Sauna kann man komplett mieten (Catering inklusive). Jeden Dienstag ist die Kunst Sauna aber öffentlich zugänglich. Die Zahl der Besucher ist begrenzt, eine Reservierung empfiehlt sich.
Das mit der Kunst-Sauna muss man wörtlich nehmen. Im angrenzenden Empfangsbau hängt und steht jede Menge Kunst, vom Bild bis zum Möbelstück. Sogar die Wandgestaltung der Außendusche besteht aus wetterfester Kunst.
Ja auch kulinarisch wird gezaubert. Das im Museum integrierte „Ravintola Gösta“ (Restaurant = Ravintola im finnischen) ist immer geöffnet, wenn auch das Museum zugänglich ist.
Küchenchef Henry Tikkanen sei auf dem Weg zum ersten Michelin-Stern. Fast noch wichtiger ist ihm die Aufnahme in die „360 Grad-Liste“ der nachhaltigen Restaurants. Dies seit dem Winter 2024/25. Damit wird Engagement in Sachen Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Bezogen nicht nur auf die Zutaten, sondern als Gesamtprodukt, bis hin zur sozialen Nachhaltigkeit.
Seine Spezialität: Süßwasserfische aus den vor der Tür liegenden Seen. Und da entsteht dann auch schon mal kurz marinierter, roher Zander mit Zwiebeln, Kräutern und einem Avocado-Mus. Letzteres ist eine Ausnahme, denn Henry ist ein absoluter Vertreter der Regionalküche.
Im Sommer ist, wie überall im Norden natürlich besonders viel los. Die Serlachius-Stiftung nutzt die Sommermonate Juli und August seit Jahren für zwei Festivals.
Nummer Eins kommt kulinarisch rüber. Henry Tikkanen lädt Top-Köche aus Finnland, aber auch dem Ausland zum „Mänttä Food Festival“ ein, um gemeinsam – inspiriert von ausgestellter Kunst – fünf kulinarische Kunstwerke auf den Teller zu zaubern. Das ist seit Jahren ein absoluter Renner bei den Gästen.
Nummer Zwei ist für die Ohren. Das „Mänttä Music Festival“ versammelt jedes Jahr begabte und auch prominente Pianisten ein um im Museum Konzerte zu geben. Künstler und Programm sind international. Das Motto: Weltklasse Klaviermusik umgeben von Kunst und Natur. Das Music Festival 2026 findet vom 28 Juli bis zum 2. August statt.
Man legt Wert auf eine intime Atmosphäre. Es sei immer wie ein Familientreffen, sowohl von Künstlern als auch vom Publikum.
Natur, Kunst, Kultur, Musik und Sauna. Mehr auf einem Fleck geht eigentlich kaum. Es ist deshalb vermutlich auch ein Traum für Jeden, der all das kombinieren will, darf und kann.
Wenn dann noch die finnische Sonne über See und Mänttä steht, gibt es vermutlich kaum noch Steigerungsbedarf.
Serlachius
Tampere
Finnland
Mänttä
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Visit Tampere und Finnair. Meine Meinung und Berichterstattung wurde davon nicht beeinflusst.
The post D-RR295 – Papier, Kunst & Sauna: Serlachius in Mänttä first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Was denkst Du, wenn in einem Park amerikanische Chöre Lieder singen und die nächste Generation um einen Brunnen tanzt, ein fröhliches „Do-Re-Mi“ auf den Lippen? Einfache Antwort: Du bist in Salzburg!
Den meisten deutschen und sogar vielen österreichischen Städtereisenden, dürfte das Phänomen, über das wir sprechen, weitgehend unbekannt sein.
Was geht da ab? Warum laufen überwiegend englischsprachige Touristen singenderweise durch die Stadt, den Mirabellgarten mit Pegasusbrunnen und Zwergerlgarten?
Was sind das für Busse, die gleich gegenüber zu Rundfahrten starten, die nur in englischer Sprache durchgeführt werden und in der Hauptsaison fast halbstündlich starten? Sie sind knallrot und haben die Aufschrift: Original Sound of Music Tour.
Ändern wird sich das spätestens beim Aufeinandertreffen mit Touristen aus den USA, Canada, Australien, Neu-Zealand oder auch Großbritannien. Zu tun hat es mit diesem Phänomen, das sehr musikalisch rüberkommt.
Zu diesem Thema habe ich Fachkundige eingeladen. Letzte Woche habe ich sie in Salzburg getroffen:
Es geht um ein amerikanisches Film-Musical aus der Feder von Richard Rogers und Oscar Hammerstein.
Ein Musical, das 1959 am New Yorker Broadway uraufgeführt und 1965 als große Hollywoodproduktion unter der Regie von Robert Wise (u.a. West Side Story und Star Trek – der Film) in die Kinos kam. Die Hauptrollen spielten Julie Andrews (Mary Poppins) und Christopher Plummer (Die Dornenvögel, Luftschlacht um England).
Der Film bekam 10 Oscar-Nominierungen und wurde fünfmal mit dem begehrten Filmpreis ausgezeichnet (Bester Film, Beste Regie, Bester Schnitt, Beste Filmmusik, Bester Ton). Der Film hatte weltweit über 1,2 Milliarden Zuschauer.
NUR: In Deutschland und Österreich wurde er ein wirtschaftlicher Misserfolg.
Die in Musical und Film erwähnte Familie Trapp gab es wirklich.
Das „Österreichische Musiklexikon online“ bedenkt sie mit einem eigenen Artikel:
Vokal- und Blockflötenensemble rund um die charismatische Baronin Maria Augusta von Trapp, geb. Kutschera (* 1905 Wien, † 1987 Morrisville/USA).
Maria, Erzieherin an der Klosterschule des Benediktinerinnenstiftes Nonnberg, wurde 1925 vom verwitweten Baron und vormaligen U-Boot-Kommandanten Georg von Trapp (* 1880 Zara [Zadar/HR], † 1947 Boston/USA) als Lehrerin der erkrankten Tochter Maria engagiert.
Zwei Jahre später heiratete sie Baron von Trapp in dessen zweiter Ehe. Zusammen mit den sieben Kindern aus erster Ehe des Barons (Rupert, Agathe, Maria, Werner, Johanna, Hedwig, Martina) begann Maria zum Zeitvertreib im Familienkreis mehrstimmige Sätze zu singen und zu musizieren. Die gemeinsamen Kinder (Rosemarie, Eleonore, Johannes) stießen dazu.
Nachdem Baron von Trapp durch den Bankrott seiner Hausbank in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, professionalisierte sich das seit 1935 unter der Leitung des Priesters Franz Wasner (* 1905 Feldkirchen/OÖ, † 1992 Salzburg) stehende Ensemble. Bereits die ersten Rundfunkaufnahmen und Konzerte (1936 Auftritt bei den Salzburger Festspielen, 1937/38 Europatournee) fanden großen Anklang.
Das Repertoire bestand vornehmlich aus Alter Musik (Motetten, Madrigale) im ersten Teil (das Ensemble trug Abendkleidung) sowie deutschen und alpenländischen Volksliedern im zweiten Teil (das Ensemble erschien in stilisierter Tracht) des Programms.
Von einer Tournee in die Vereinigten Staaten von Amerika 1938 kehrten die von Trapps nicht mehr in das (nach dem Anschluss) nationalsozialistische Deutschland (Österreich) zurück, 1939 immigrierten sie offiziell in die USA.
In Salzburg wartet eine große Jubiläumswoche rund um „The Sound of Music“.
Sie beginnt am 23. Oktober 2025 mit einer exklusiven Abend-Gala in der Salzburger Felsenreitschule. Als besondere Gäste werden Originaldarsteller:innen des Films sowie Mitglieder der Familie Trapp erwartet.
Es folgt am 24.10. 25 ein internationales Symposium in Schloss Leopoldskron (einem der Drehorte) zur Frage, wie lebendig der Kult um „The Sound of Music“ auch heute noch ist.
Das Salzburger Landestheater nimmt zudem das Musical in der Bühnenfassung wieder in seinen Spielplan auf. Sieben Vorstellungen sind für November und Dezember geplant.
In der Vorbereitung ist auch ein großer Plan der musealen Umsetzung des Kults. Ein Museum mit dem Namen „Sound of Music Salzburg“ soll im Sommer 2026 auf dem Gelände des Schlosses Hellbrunn am Stadtrand eröffnen. Verantwortlich dafür ist der Chef-Kurator des Salzburg-Museums Peter Husty, unser Talkgast in diesem Podcast.
Für alle Salzburggäste, die ihrer Legende hinterhergereist sind oder die eine Legende jetzt endlich entdecken möchten, wird es ein Buch mit dem Titel „The Sound of Salzburg“ geben.
Geschrieben hat es Franziska Lipp, ebenfalls zu Gast in diesem Podcast. Sie hat in den letzten Monaten viel Zeit mit der Recherche verbracht. Alle Szenerien persönlich gecheckt, mit Fans und Besuchern gesprochen und natürlich auf die Fachleute befragt.
Es ist gewissermaßen der erste recherchierte “Sound of Music – Salzburg” – Begleiter durch Stadt und Salzkammergut, wo zusätzliche Szenen des Films gedreht wurden.
Das Buch lädt dazu ein, die wichtigsten und prominentesten Drehorte des Films zu finden, zu besuchen und sich entsprechend inspirieren zu lassen. Es erscheint am 16. Oktober und ist im Buch- und Versandhandel zu bekommen.
Es kostet 12 Euro.
Natürlich bin ich nicht nur wegen des Gesprächs nach Salzburg gefahren. Natürlich ging die Recherche weit darüber hinaus. Daraus entsteht ein weiterer Podcast, der zum „The Sound of Music“ – Jubiläum im Oktober erscheinen wird. Es gibt Eindrücke von der englischsprachigen Bustour, die durch Salzburg und bis ins Salzkammergut führt.
Ich habe ein Radtour zum Thema mitgemacht und war auch im Salzburger Marionettentheater, das „The Sound of Music“ seit Jahren regelmäßig auf dem Spielplan hat.
Natürlich kommen auch Fans zu Wort und selbstverständlich gibt es ein Wiederhören mit meinen Gästen aus diesem Podcast. Sie waren ebenfalls on tour kreuz und quer durch Salzburg auf den Spuren eines Phänomens, das sich auch für deutsche Gäste in Salzburg lohnen dürfte.
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The Sound of Music
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Salzburg-Tourismus und der Österreich-Werbung. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.
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Wenn die Sauna oder Alkohol nicht helfen, dann stirbt man
Von der Suche nach dem Glücksgeheimnis in Finnlands drittgrößter Stadt
Sollte das wirklich das Geheimnis des, nach Umfragen, glücklichsten Volks der Welt sein? Ja und Nein! Alkohol mag wichtig sein, ist aber unter staatlicher Kontrolle. Sauna ist die Patentlösung für fast Alles, was einem im Leben an Gutem oder auch Schlechtem über den Weg läuft. Nur gibt es natürlich noch sehr viele andere Faktoren.
Ich war auf der Spur, auch nach dem Glück in Tampere. Zur Lektion gehört sicher auch, der Besuch bei Mumintroll und seiner großen Familie. Märchenhaft kommt man auch hier der Lebensphilosophie auf die Spur.
Rund 260 Tausend Einwohner hat Tampere. Rechnet man den Ballungsraum dazu, sind es eine gute halbe Million Menschen. Das ist für Finnland, mit seinen nur fünfeinhalb Millionen verteilt auf die vergleichbare Fläche Deutschlands mit 83,5 Millionen Einwohnern, ziemlich viel. Anders gerechnet: In Großraum Tampere leben 10 Prozent der gesamten finnischen Bevölkerung. Trotzdem und vorweg. Ich hatte nie das Gefühl in einem hektischen Großstadtdschungel unterwegs zu sein. Und trotzdem: Das Paradies sieht anders aus, aber das kommt auf den Blickwinkel an.
Wer mit Anja Hakkarainen durch Tampere läuft, erfährt so viel mehr von der einstigen Industriestadt. Papier, Textilien und Metallverarbeitung waren die Big Player. Auch Schuhe wurden produziert. Die Finnen waren in der Zeit der großen Industrialisierung russisch besetzt (1809 bis 1917). Trotzdem wurde investiert und aufgebaut. Einer der Gründer, James Finlayson, kam sogar aus Schottland. Aber auch tapfere Finnen gründeten große Betriebe wie zum Beispiel „Tampella“, Hersteller von Maschine für die Holz- und Papierindustrie, Lokomotiven, Waffen und Verpackung. So siedelte sich immer mehr Industrie an.
Tampere galt mal als das Industriezentrum der nordischen Länder. Heute geht die industrielle Produktion immer weiter zurück. Man hat sich darauf eingestellt und die Wirtschaft transponiert. Finlayson gibt es immer noch. Allerdings werden die Textilien in Indien produziert. Nur das Design ist noch finnisch.
Trotzdem haben die großen Fabrikkomplexe die Stadt geprägt. Heute ist man immer noch damit beschäftigt, alte Gebäude zu restaurieren und neuen Zwecken zuzuführen. Die Menschen leben heute hauptsächlich von neuer Technologie (Die Stadt Nokia gehört auch zum Einzugsgebiet), Dienstleistung und Wissenschaft. Die Universität von Tampere erfreut sich großer Beliebtheit. Im Umland hält sich aber auch die Fabrikation von Papierprodukten, klar bei so viel Wald und Seen.
Anja sagt, das mit dem Glück, beziehe sie in der Hauptsache darauf, dass es nur wenige Statusunterschiede gäbe. Finnland habe wenige Superreiche und wenig arme Menschen. Der Neid aufeinander nehme dadurch deutlich ab. Und die Finnen seien letztlich auch ganz froh, dass sie nur sehr wenige auf großem Gebiet sind. Lebenseinstellung: Aus allem das Beste machen. Der Staat kassiert zwar hohe Steuern, aber soziales Angebot und Sicherheit funktionierten.
Finnland war historisch immer umkämpft und auch immer wieder von den Nachbarn besetzt. Von den Schweden, aber insbesondere von den Russen. Diese russische Besetzung ist bis heute so etwas wie ein Trauma. Der Antrag auf Mitgliedschaft in der Nato, nach dem Kriegsbeginn kam nicht von ungefähr. Russische Kultur und eine russisch-orthodoxe Kirche findet man auch heute noch.
Diese Orthodoxe Kirche gehört zum Besuchsprogramm genauso, wie der Hafen der Stadt, die historische Markthalle, der Dom von Tampere, ein Ausflug auf die bei den Einheimischen beliebteste Insel in Stadtnähe und dank der zwei großen Seen sind wir dann auch noch mit den Kanu unterwegs.
Die 120 Jahre alte Kaupahalli hat es den meisten Besuchern angetan. Wer eintritt, den erwarten verlockende Köstlichkeiten und Gerüche. 30 Läden und Restaurants sind für die Kundschaft da.
Unser Rundgang war geprägt, von Fisch, Brot und einer ganz besonderen Spezialität, der Mustamakkara. Die „Schwarzwurst“ gehört zu den Lieblingssnacks der Menschen in Tampere.
Zum Abschluss ist auch der Biss in die Munkikahvila fast schon Pflicht. Vergleicht man das Gebäck mit unseren Spezialitäten, kommt man schnell auf: Berliner, Krapfen, Kräppel, Pfannkuchen oder fachlich Schmalzgebäck. Kardamom und Zimt, spielen auch in Finnland eine wichtige Rolle.
In Finnland gibt es außerdem noch einige Überraschungen: In der Sauna trinkt man gerne mal ein Bier. Tradition nach der Sauna isst Lohikeitto, die typisch finnische Lachssuppe, mit Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln und dazu gibt’s das ganz dunkle Roggenbrot.
Salmiakki, die Pastillen, auf die angeblich alle Finnen total abfahren, gehört nicht zu meinen Favoriten. Gemacht aus Lakritz, Salmiaksalz und Anisöl sind sie gewöhnungsbedürftig.
Durch das ehemalige Fabrikareal, das sich zusehends zum schicken In-Viertel entwickelt hat, geht es, nach Überquerung der Stromschnelle des Tammerkoski – Kurzflusses in Richtung Religion und Kultur.
Tampereen tuomiokirkko, die Domkirche von Tampere, ist absolut sehenswert. Lasst Euch die Historie, Baugeschichte und Gestaltung dieser riesigen (1.800 Plätze) Kirche im Podcast erzählen.
Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Groß, Hoch und trotzdem in ein warmes Licht getaucht. Im Übrigen, natürlich ein protestantischer Dom, seit Tampere Sitz des evangelischen Regionalbischofs ist.
Wir fahren ein Stück stadtauswärts. Die Häuser werden weniger, die Bäume mehr. Die Straße schrumpft und wir stehen am Näsinjärvi-See. Das eigentliche Ziel: Nicht an den See, sondern auf denselben. Pekka Tyllilä fährt gerne mit bei eine Kanutour.
2 Kilometer hin mit dem Kanu und nach einer Pause wieder 2 Kilometer zurück. Geht ein wenig in die Arme, denn das Paddel hat man selber in der Hand. Pekka passt auf und achtet auf Weg, Steine im Wasser und auch auf eventuelle Untiefen. Eine traumhaft schöne Tour und sportliche Betätigung ist inklusive.
Der Sommer im südlichen Finnland ist kurz aber lichtstark. Diesen zu genießen und zwar genau so, wie es die Finnen machen, gehört dazu. Das Ziel ist dabei ebenfalls klar: Viikinsaari. Eine ganz besondere Insel. Finnische Idylle genaugenommen, fast noch auf Tampere-Stadtgebiet. Eine Fähre bringt einen vom Stadthafen in 20 Minuten hin.
Dieser Ausflug ist auch gern genommene „Pflicht“, mindestens einmal pro Jahr, gerne öfter. Viikinsaari war schon immer eine besondere Insel. Zum Beispiel steht das älteste Restaurant der Stadt auf der Insel.
Einen ganzen Tag dort zu verbringen ist kein Problem. Es warten eine Picknickwiese, natürlich eine öffentliche Sauna, ein Strand natürlich. Man kann „Stand Up Paddle Boards“ mieten oder Fußball spielen.
Wer über Nacht bleiben will mietet sich eine von 5 kleinen Hütten auf der Insel. Ein „Sommerhüttenurlaub“ im Stadtgebiet von Tampere ist schon was Besonderes.
Sommer in Finnland und Sommer in Tampere hat was. Beim nächsten Mal möchte ich länger bleiben und dann gerne einen Ausflug weiter nach Norden machen.
Denn ich möchte einmal etwas nicht sehen: Den Sonnenuntergang im fast tagesfüllenden Sommer.
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Ein tierischer Ausflug. Diesmal geht es um den „Cão de Água Português“, den portugiesischen Wasserhund. Wir treffen ihn, seine Kollegen und ihren „Comandante“ Rodrigo Pinto in Lagos an der Algarve.
Rodrigo Pinto züchtet „Cães de Água Português“, die Portugiesischen Wasserhunde. Er ist ein Meister seines Fachs und er gibt den Nachwuchs nur an ausgewählte Menschen weiter. Mit gutem Grund.
Es ist ein Freitag im Oktober gegen 18 Uhr. Der Himmel ist ausnahmsweise mal wolkenverhangen und der Regen sprüht, tröpfelt und schauert schon den ganzen Nachmittag. Herbst an der Algarve. Es ist immer noch warm und Morgen wird auch die Sonne wieder scheinen.
Der bewährte deutsche Spruch:
Bei dem Regen jagt man keinen Hund vor die Tür, da geht man lieber selber…
Dies trifft auf Portugiesische Wasserhunde nicht zu!
Mónica und Rodrigo kommen mit dem Kleinlieferwagen und kaum ist die rückwärtige Tür geöffnet, sausen die Hunde raus, rennen über den Sand und tauchen Sekunden später ins Meerwasser ein. Regen stört nicht und Meerwasser ist herrlich.
Erkenntnis nach wenigen Minuten schon: Der Wasserhund ist nicht irgendein Hund. Rodrigo und Mónica kennen sich aus mit der Hunderasse. Die Hunde toben temperamentvoll über den Strand des Alten Hafens von Lagos und besuchen natürlich sofort erst mal das Meer. Das liegt in ihrer Natur und wird durch die „Erziehung“ von „Mama- Hund“ und ihres Comandante verstärkt.
Was der totale Laie bei den Hunden als „hyperaktiv“ sieht, sei in Wirklichkeit – großes Kompliment – „SUPERAKTIV“, erklärt Rodrigo. Insbesondere wenn sie arbeiteten. Und genau dieses ARBEITEN macht ganz offensichtlich ihre besondere Qualität aus. Grund dafür sind in der Hauptsache die zahlreichen Kenntnisse der Tiere und ihre Lernfähigkeit. Sie waren und sind die perfekten Begleiter und Mitarbeiter der Algarve-Fischer; immer noch.
Erfahrt im Podcast sehr viel über diese clevere Hunderasse. Ganz nebenbei, auch als Wachhunde seien sie hervorragend, sagen Mónica und Rodrigo.
Wer den Reiseradio Video-Clip vom Besuch sieht, sieht aber auch ganz schnell , dass die Cães de Água dabei auch noch tüchtig Spaß haben.
Sie passiert ganz natürlich und beginnt schon wenige Wochen nach der Geburt. Instinkt spielt bestimmt eine Rolle, was nicht heißt, dass die Hunde an sich ziemlich intelligent sind.
Mónica und Rodrigo sagen, es seien ganz einzigartige Hunde, im Übrigen eine Rasse, die noch vor 50 Jahren auszusterben drohte. 1975 gab es weltweit nur noch 25 Wasserhunde.
Sie wurden gerettet durch verstärkte Zucht. Rodrigo vertritt die natürliche Zucht. Trotzdem ist er vermutlich ganz dankbar, dass die Rasse des „Cão de Água“ überlebt hat. Ein Ereignis hat zudem aber zur großen Aufmerksamkeit für diese besonderen Hunde geführt.
Die Geschichte der fast ausgestorbenen Hunderasse bringt uns dorthin, wo ein Hund lebte, der allein durch seinen Auftritt bei Familie Obama auch zur Rettung des Wasserhunds beitrug. Bo, portugiesischer Wasserhund, zog 2009 bei Familie Obama ein. Vielleicht nicht direkt ins Oval Office aber ins „Weiße Haus“, dem Dienst- und Wohnsitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.
Wie sieht das Rodrigo Pinto als natürlicher Züchter? Er schaue sich die Interessenten an seinen Hunden immer sehr genau an, sagt er. Ob die Obama Familie bei Rodrigo eine Chance gehabt hätte? Dazu will er nix sagen.
Den Hype um die Obama-Hunde, Bo und Sunny, findet er aber etwas überzogen. Aber es sei eben eine gute und intakte Familie, von daher, spricht einiges auch für die Obamas.
Die Portugiesen lieben ihre Wasserhunde. Der Cão de Água ist hoch geachtet. Und es seien auch die ersten Hunde, sagt Mónica Afonso, die eine gute Pension erhalten – nach dem Arbeitsleben. Wie dieses System funktioniert, hört Ihr im Podcast.
Wasserhunde sind treue Tiere und sie haben sich ihre Altersversorgung verdient. Auch Rodrigo hat seinen Senior dabei. Er geht nicht mehr mit ins tiefe Meer, aber er darf immer dabei sein, wenn es zum Training in Richtung Hafen geht.
Cães de Água sind Familienhunde und sie sind anerkanntes Mitglied und immer dabei. Rodrigo beschreibt es mit einer fast nebensächlichen Geschichte, die für Alles, aber eben nicht Nebensache ist:
Wenn mich ein Restaurantbesitzer nicht mit Hund ins Lokal lässt, suche ich mir ein anderes Lokal. Wasserhunde sind brav, liegen unterm Tisch und sind ruhig. Wer damit nicht leben kann, hat mich als Gast verloren.
Es lebe der Wasserhund. Meine Begegnung mit Mónica, Rodrigo und ihren „Cães de Água“ war eindrücklich.
Portugiesischer Wasserhund
Rodrigo Pinto
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Mehr Algarve
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Da wär ich jetzt gerne: Urlaub am Meer. Urlaub am Atlantik, Ferien an der Algarve, Portugals südlichster Festlandprovinz. Ein Ziel zu jeder Jahreszeit.
Letztes Jahr war ich dort für Euch und habe ganz andere Dinge kennengelernt. Da war es schon Oktober, die Strandzeit ging selbst für die Touristen langsam aber sicher zu Ende.
Die Zeit, auch mal ganz anderen Dingen in dieser Region nachzugehen.
Auf dieses Thema werden wir auch in weiteren Podcasts zurückkommen, hängt doch soviel Glück und auch Tragik der Portugiesen am Meer. Aber, wie ist das für die Menschen, die dort dauerhaft leben?
Meer kann so schön sein und glücklich machen. Es kann aber auch tückisch sein und risikoreich. Die Einstellung der meisten Portugiesen: Wir lieben das Meer, auch wenn es nicht immer nett zu uns ist. Es liefert uns Geschichten und Geschichte. Bemvindo a Portugal und Willkommen an der Algarve
Diesmal geht’s ums Meer mit Geschichten und Reportagen von Wasser, Fisch und Meeresfrüchten, aber auch von Konservendosen, Genossenschaften und kulinarisch vermeintlichem Luxus. Dies alles ist zu erleben an der Algarve der südlichsten Festlandprovinz Portugals.
Und es gibt Begegnungen: Ganz menschlich, ganz natürlich, ganz heimatliebend ganz genüsslich. Ein paar „Aha-Erlebnisse“ sind inklusive.
Diana Nunes wartet an der Promenade des Yachthafens von Olhão im Osten der Algarve. Stadt und Sporthafen liegen östlich der Hauptstadt Faro und dem Einflug-Airport der Region. Vor dem Hafen liegt die Lagune des Nationalparks Rio Formosa und ein wenig draußen gibt es eine Insel, die Diana mit uns besuchen möchte. Auf ihrer Website findet sich die Schlagzeile:
YOUR PORTUGUESE STORYTELLER
Sie ist „Lady Boss“ oder EO bei Portugal4U, sie kennt sich aus und sie ist überaus engagiert in Sachen Corporate Social Responsibility (CSR). Dazu gehört auch unser Ausflug nach Culatra und die Vorstellung der zahlreichen Ideen.
Culatra Island on the path towards energy Transition and Sustainability!
Anspruch von 1.000 Insulanern: Culatra auf dem Weg zur Energiewende und zur Nachhaltigkeit. Das Erstaunliche dabei: Hierzulande diskutieren und diskutieren wir, meist ohne konkretes Ergebnis. Die Bewohner von Culatra machen das einfach mal.
Mehr dazu erfahrt Ihr in diesem Podcast.
Culatra hat sich ein Manifest gegeben, in Sachen soziale Verantwortung und insbesondere Nachhaltigkeit. Jeder kann den Anspruch bei Ankunft auf der Insel nachlesen.Auch der Besuchende wird aufgefordert durch sein Verhalten zu unterstützen.
Angekommen auf der Insel zeigt sich das folgende Bild zur Einstimmung:
Ältere Männer sitzen im Schatten am Hafen unter einem Dach. Auf dem Dach flächendeckend Solarzellen. Das sei die Chilling-Zone der Insel, denn hier arbeiteten die Menschen weit über die übliche Rentenalter hinaus. Sie gehören zum Leben auf Culatra.
Culatra ist eine kleine Insel im Naturpark Rio Formosa, in Sichtweite zu den Algarve-Städten Olhao und Faro. Sie ist Heimat für 400 Familien.
Es gibt eine Grundschule für die 20 Kinder, ein Sozialzentrum mit Kindergarten und einer Küche, die die alten Mitglieder der Gemeinde mit täglichem Essen versorgt.
Es gibt keine Autos, für die Fischer zwei Traktoren und 2 elektrische Golf-Carts. Auf fast allen Dächern sind Solarzellen, die 35 Prozent des Strombedarfs decken. Der restliche Strom kommt vom Festland. Noch! Es gibt keine Polizei auf der Insel. Kriminalität gleich Null, sagt Diana. Alle Häuser sind offen.
Es gibt eine Krankenschwester auf der Insel, die rund um die Uhr ansprechbar ist. Es ist ein Ambulanzboot vorhanden und für absolute Notfälle einen Hubschrauber-Landeplatz. Einen Zahnarzt gibt es nicht, Dafür muss man aufs Festland.
Beim Schreiben musste ich an die Insulaner von Culatra denken. Vermutlich sind die Menschen auf der Insel entsetzt, dass die UN-Konferenz in der letzten Woche nicht in der Lage war, ein globales Abkommen gegen Plastikmüll in den Meeren und generell zu verabschieden. Es ist doch so einfach, wenn man tatsächlich macht. Die Fischer von Culatra bringen icht nur Fische, sondern auch jede Menge Müll aus dem Meer von jeder Ausfahrt mit.
Es ist schon viel geschehen, aber das Ziel ist hoch gesteckt: Entstehen soll eine Gemeinde der erneuerbaren Energien in Verbindung mit Modellen für das Management von Energie, Müll, Wasser und sozialer Verantwortung. Und natürlich stehen auch noch ein paar Pläne zur Realisierung an.
Das klingt alles so problem- und reibungslos. Das war es sicher nicht und ohne Silvia wären wir nicht so weit hier, meint Diana. Silvia Padinha ist seit fast 30 Jahren die gewählte Präsidentin der Bewohner Culatras. Silvia besuchen wir zuhause. Bei Sekt, Wein und Austern berichtet Silvia von ihren Projekten. Dabei werden auch wirtschaftliche Fragen aufgeworfen: Der Beginn der Austernzucht vor 20 Jahren, die Klärung der Nachfolge in den Betrieben mit Fisch-, Muschel- und Austernproduktion.
Silvias Energie und Hartnäckigkeit schätzen die Mitglieder der Kooperative inzwischen, auch wenn das gedauert hat. Letztlich hat sie aber immer wieder überzeugt, auch als sie mit den Gedanken von sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeit „rüberkam“. Ich sitze da auf der Terrasse und denke: Wow! Diana wie Silvia, was für starke Frauen.
Das ist eher eine Geschichte in Bildern, von den Austern bis zum Peixe-Aranha, dem stechenden Petermännchen. Bei allem Engagement legt man auf Culatra Wert auf kulinarische Verzückung. Zumindest setze diese bei meinen Mitreisenden und mir ein. Schmecken können wir nicht bieten, dafür aber anschauen.
Portugal und auch die Algarve waren berühmt für Fischkonserven. Erinnerung an meine Kindheit: Brot mit Ölsardinen aus der Dose „ohne Haut und ohne Gräten“. Wahrscheinlich stammten einige dieser Abendessen direkt von der Algarve. Mit vielen neuen Vorschriften in Sachen Hygiene (was ja nicht verkehrt war) schaufelte sich die Fischkonservenindustrie ihr eigenes Grab. Die Hochburgen dieses verstorbenen Wirtschaftszweigs waren Portimão und Olhão.
Heute sind die Fischfabriken von Olhão noch gut für die Murals, die großen Wandmalereien an den ehemaligen Fabrikgebäuden. Diana hat uns auch noch mitgenommen in die Stadt, aus der wir gestartet sind und über die traurige Historie berichtet. Das hatte Folgen. Wie sagt Diana im Podcast so richtig:
Wenn Du mich vor 20 Jahren nach Olhão gefragt hättest, wäre die Antwort gewesen: Hohe Kriminalität und schmutzig.
Es hat ziemlich lang gedauert, bis sich die Stadt wirtschaftlich erholte. Heute steht sie, schön restauriert wieder gut da. Eine schöne Promenade und die restaurierte Markthalle zieht Besucher an.
Das ist auch dem Tourismus zu verdanken und den hier reichlich vorhandenen Einwanderern aus Norwegen, Schweden, Frankreich und Italien. Krisen wirken mitunter ziemlich lange nach. Von den 75 Konservenfabriken ist keine übrig geblieben.
Doch es gibt symbolische Hoffnung. Seit 10 Jahren gibt es wieder eine Firma, aber nicht in Olhão und selbst dieser Betrieb ist gewissermaßen eine Replik. Sinnigerweise entstanden aus der fixen Idee eines Belgiers, der sich vor gut 12 Jahren mit dem Niedergang der Fischkonserven-Produktion an der Algarve beschäftigte. Im Museum von Portimão, dem zweiten Konserven-Hotspot der Algarve.
Das wollte ich sehen. Also hin!
Das Ziel der Begierde, die „Conserveira do Arade“, ist zuhause in Estombar, auf halber Strecke zwischen Lagoa und Portimão im Zentrum der Algarve-Küste gelegen. Es ist eine kleine Fabrik, besser Manufaktur, die neue Wege ging, auch wenn es heute dort wieder die gute alte Ölsardine gibt, neben vielen anderen Verlockungen.
Für die Idee brauchte es einen, auf den Blick, durchgeknallten Belgier. Vincent Vanquère begegnete der 1994 endgültig beendeten Konservenindustrie im Museum. Und er hat mir die ganze Geschichte im Podcast erzählt. Seine Bilanz nach 10 Jahren:
Heute sind wir neun Personen. Weit entfernt vom Großbetrieb, aber wirtschaftlich stabil und profitabel. Wir könnten mit einem anderen Geschäft sicher mehr Geld machen, aber so sind wir sehr viel glücklicher.
Dieses Glück spürt man und schmeckt man, in den Spezialitäten aus dem Glas (Marke: SABOREAL) und den Fischkonserven (Marke: Papa Anzóis).
So lebt auch das Handwerk der Fischkonserve weiter. Klein, bescheiden aber innovativ. Die Produkte sind teurer. Sie sind aber auch hochwertiger, durch qualifiziertes Handwerk. Die simple Sardine mag der Vergangenheit angehören. Dafür ist die neue Ölsardine, größer, wertvoller und geschmacklich abgestimmter. Viele Geschäfte der Region verkaufen die Produkte. Für den Export reicht die Kapazität noch nicht aus.
Touristen können eine Führung durch den Kleinbetrieb machen. Höhepunkte: Verkostung. Erkennen, dass man da was unglaublich Leckeres probiert. Und letztlich auch der Griff ins Einkaufsregal der Conserveira do Arade. Die Herstellenden freuts. Und dieses Mitbringsel wird trotz des Transports weder zerbröseln noch auslaufen. Ist ja ne Konserve, und was für Eine.
Die Erlebnisse sind eindrücklich und wirken nach. Und trotzdem, ich bin ja auch Tourist (irgendwie), ein Gedankenbild zum Schluss. Importiert aus Culatra:
Es ist Sonntag und in unserer Fischtaverne sitzen hauptsächlich Portugiesen auf der Sonnenterrasse. Wein auf dem Tisch. Brot mit Sardinenpaste, die Muscheln, Garnelen und der nicht mehr stechende Peixe-Aranha. Die Sonne scheint auch noch, im Oktober. Ein inspirierend-kulinarisches Erlebnis. Das Leben ist immer noch und manchmal gar nicht so schlecht.
Culatra 2030
Conserveira do Arade (Saboreal & Papa Anzois)
Touren mit Diana und Portugal4U
Visit Algarve
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Real Marina Hotel & Spa, Olhao
Martinhal Sagres Beach Family Resort Hotel
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